Test: Sharp Aquos LC-70LE835E – großformatiger Filmspaß

Sharp Aquos LC-70LE845E im Test
3D-LCD-TV: Sharp Aquos LC-70LE845E im Test

Wer einen riesigen Fernseher sucht, dürfte bei Sharp schnell fündig werden. Der Aquos LC-70LE835 für 4.500 Euro gehört mit seiner Diagonale von fast 180 Zentimetern zu den Riesen auf dem TV-Markt und bietet auch sonst eine vielversprechende Ausstattung. PLAYER.de hat das einstige Spitzenmodell des japanischen Herstellers getestet.

Mit 66 Zoll, da fängt das Fernsehen an. Mit 66 Zoll, da hat man Spaß daran. Zumindest, wenn es nach den TV-Herstellern geht. Vor allem Sharp scheint hier auf Rekordjagd zu sein, hat der japanische Konzern doch erst kürzlich den mit 90 Zoll weltgrößten 3D-Fernseher vorgestellt (PLAYER.de berichtete). Titelverteidiger hierzulande war einst der LC-70LE835E aus gleichem Hause, dessen 70-Zoll- beziehungsweise 177-Zentimeter-Diagonale aber nach wie vor beeindruckt. Zudem bietet er eine vollflächige LED-Hintergrundbeleuchtung sowie ein Quattron-Display mit zusätzlichen gelben Bildpunkten für „unglaublich feine und realistische Farbabstufungen“. Frei von Schwächen ist der Bolide jedoch nicht.

Frontseite des Sharp Aquos LC-70LE835E
Der 54 x 33 Zentimeter große Standfuß wirkt im Vergleich zur riesigen Bildfläche des Aquos LC-70LE835E geradezu winzig. Leider lässt sich der Fernseher auf dem Standfuß nicht drehen.

Vorteile des- Sharp Aquos LC-70LE835E im Überblick:
+ sehr großes Display mit LED-Backlight
+ überzeugende Farbdarstellung und hoher Kontrast
+ relativ umfangreiche Ausstattung
+ umfassende Einstelloptionen inklusive Farbmanagement

Nachteile des- Sharp Aquos LC-70LE835E im Überblick:
– ungleichmäßige Ausleuchtung
– Formatumschaltung nicht vollständig
– mäßiger Bedienkomfort
– schlechte Blickwinkelstabilität

Sharp Aquos LC-70LE835E- | Ausstattung

Die einzigen wirklichen Besonderheiten des LC-70LE835E sind zweifelos die gigantische Bilddiagonale und die eingangs erwähnte Vierfarb-Technologie Quattron. Ansonsten unterscheidet sich der 70-Zoll-Bolide kaum von seinen kleineren Geschwistern und Konkurrenten. So hält er wie die meisten aktuellen Modelle einen integrierten Universaltuner für den TV-Empfang via Satellit (DVB-S(2)), Kabel (DVB-C) und Antenne (DVB-T) bereit. Ein CI-Plus-Slot ermöglicht zusammen mit einem entsprechenden Modul inklusive Smartcard zudem die Wiedergabe verschlüsselter Digitalprogramme.

Zwar besitzt der LCD-TV drei USB-Ports, doch bietet er keine Möglichkeit, Sendungen auf kompatiblen Speichermedien aufzuzeichnen. Immerhin wird das zeitversetzte Fernsehen (Timeshift-Funktion) unterstützt. Auf eine elektronische Programmzeitschrift muss man ebenfalls nicht verzichten. Eine USB-Schnittstelle ist übrigens für den Anschluss des mitgelieferten WLAN-Dongles vorgesehen. Selbstverständlich lassen sich auch Multimedia-Dateien von externen Festplatten, USB-Sticks und Co. abspielen – mehr dazu unter dem Punkt „Multimedia-Fähigkeiten“.

Zur Reduzierung von Bewegungsunschärfen hat Sharp dem LC-70LE835E die „Scanning Backlight 200“-Technologie spendiert, die eine Bildwiederholfrequenz von 200 Hertz verspricht. Allerdings neigt die LED-Hintergrundbeleuchtung zu Fleckenbildungen, worauf wir unter „Bildqualität“ näher eingehen. Um je nach vorherrschender Helligkeit das Bild automatisch aufzuhellen beziehungsweise abzudunkeln, verfügt der Fernseher über einen eingebauten Umgebungslichtsensor. Auf der Rückseite stehen alle wichtigen Anschlüsse zur Verfügung – unter anderem viermal HDMI und eine in die Jahre gekommene SCART-Buchse.

Rückseite des Sharp Aquos LC-70LE835E
Alles an Bord: Der 70-Zoll-Bolide von Sharp verfügt über alle wichtigen Anschlüsse. Anders als die USB-Ports, dient der SD-Slot jedoch nur als Speicher für Video-on-Demand-Dienste.

Sharp Aquos LC-70LE835E- | Bedienung

Fernbedienung des Sharp Aquos LC-70LE835E
Die Fernbedienung für den Aquos LC-70LE835E liegt gut in der Hand und bietet sinnvoll gruppierte Tasten, doch fallen letztere ziemlich klein aus. Eine Beleuchtung gibt es nicht.

Trotz des riesigen Bildschirms gelingt die Aufstellung weitgehend ohne Probleme. Im Lieferumfang ist nämlich ein mit 54 x 33 Zentimetern recht kompakter Standfuß enthalten, der auf jedem herkömmlichen Beistelltisch Platz findet. Letzterer sollte allerdings einem Gewicht von rund 40 Kilogramm standhalten. Einziges Manko des LC-70LE835E: das Display lässt sich nicht drehen.

Dennoch können anspruchsvolle Nutzer auf zahlreiche Einstelloptionen zurückgreifen: Neben dem flexibel justierbaren Umgebungslichtsensor bietet der Fernseher 18 verschiedene Farbregler, mit denen sich Grund- und Mischfarben einfach verändern lassen. Dank separater RGB-Werte für zehn Helligkeitsbereiche sind darüber hinaus exakte Korrekturen der Farbtemperatur möglich.

Der Bedienkomfort selbst überzeugt leider weniger. Nicht nur, dass einige Tasten auf der Fernbedienung zu klein geraten sind und zu eng beieinander sitzen, sondern wirkt das Menü mit seinen zahlreichen, teils ebenfalls zu kleinen Symbolen-  für unseren Geschmack etwas unaufgeräumt. Zum Beispiel findet man die Filmglättung nicht wie erwartet im Scanning-Backlight-Menü, sondern im Film-Modus-Menü.

Statt alle wichtigen, beliebten TV-Sender vorne in der Programmliste einzusortieren, hat Sharp die Liste ab Programmplatz 25 alphabetisch geordnet, wodurch die Suche nach bestimmten Stationen unnötig lange dauert. Auf Suchfilter und eine Favoritenliste wurde verzichtet.

Die Bedienung er Time-Shift-Funktion lässt zu wünschen übrig, da die Aufzeichnung nicht automatisch startet. Ohnehin dauert der Senderwechsel mit durchschnittlich 3,1-Sekunden ungewöhnlich lange – so macht das Zappen keinen Spaß.

Optimale Einstellungen für den Sharp Aquos LC-70LE835E
Um die bestmögliche Farbdarstellung und Feinzeichnung aus dem Aquos LC-70LE835E herauszuholen, empfehlen sich diese Einstellungen im Bildmenü.
3D-Menü des Sharp Aquos LC-70LE835E
Der 70-Zoll-Gigant von Sharp kommt mit allen wichtigen 3D-Formaten zurecht und spielt sogar dreidimensionale MPO-Fotos ab. Leider werden die Bildregler bei der Fotodarstellung gesperrt.
Senderliste des Sharp Aquos LC-70LE835E
Das Menü des Sharp Aquos LC-70LE835E wirkt relativ unaufgeräumt. Zudem sind in der Senderliste nicht alle wichtigen Stationen vorne einsortiert, was die Suche erschwert.

Sharp Aquos LC-70LE835E- | Multimedia-Fähigkeiten

Obwohl der aktuelle Videotext-Standard HbbTV fehlt, kommen Multimedia-Freunde sicherlich nicht zu kurz: Der Sharp Aquos LC-70LE835E beherrscht nicht nur das netzwerkinterne DLNA-Streaming, sondern greift auf Wunsch auch auf weltweite Online-Angebote zurück. Diese finden sich im Internetportal „Aquos Net+“ und bestehen unter anderem aus verschiedenen Infodiensten wie Wetter- oder Verkehr-Services sowie den reichhaltigen Mediatheken von ARD, ZDF und ARTE.

"Aquos Net+"-Feature des Sharp Aquos LC-70LE835E
Der Aquos LC-70LE835E hält im „Aquos Net+“-Portal derzeit über 50 Apps und Internetdienste bereit.

Klar, dass auch YouTube nicht fehlen darf. Jedoch gefällt die App weniger, da sie HD-Videos nicht etwa in entsprechend hoher Auflösung, sondern nur in Standard-Qualität abspielt. Dort hochgeladene 3D-Clips bleiben ebenso auf der Strecke. Besser gelingt die Wiedergabe über USB und Heimnetzwerk: Hier gibt der Fernseher alle wichtigen Mediendateien wieder – sogar dreidimensionale Fotos im MPO-Format. Leider werden die Bildregler bei der Fotodarstellung gesperrt, weshalb man bevorzugt bereits bearbeitete, retuschierte Bilder abspielen sollte.

Sharp Aquos LC-70LE835E- | Bildqualität 2D & 3D

Bildtechnisch bietet der LC-70LE835E im wahrsten Sinne des Wortes ganz großes Kino: Mit knapp 1,8 Metern Diagonale erscheinen Schauspieler fast in Lebensgröße. Die Feinzeichnung geht in Ordnung, obgleich der Bildbeschnitt (Overscan) bei SD-Signalen nicht abschaltbar ist. Nichtsdestotrotz macht der Fernseher aus 576i-Signalen, die per HDMI zugespielt werden, flimmerfreie Bilder. Stellt man die Scanning-Backlight-Technologie auf den Modus „Scan“, bietet das Display die beste Bewegungsschärfe, wobei die Helligkeit infolgedessen auf 130 Candela pro Quadratmeter (cd/m-²) sinkt.

Ansonsten sind bis zu 214 cd/m-² möglich. Allenfalls bei direkter Sonneneintstrahlung wirkt das Bild ein wenig blass. Die LED-Hintergrundbeleuchtung lässt leider zu wünschen übrig, da sie den Bildschirm ungleichmäßig ausleuchtet und so in manchen Motiven störende Schlieren oder punktförmige Strukturen zeigt. Immerhin ist das Panel matt, weshalb auch in hellen Wohnzimmern keine störenden Spiegelungen auftreten. Jedoch büßt das Bild dadurch auch etwas an Brillanz ein.

Die beste Farbwiedergabe enthält man im „Film“-Modus mit dem Farbskalabereich „Standard“. Im Auslieferungszustand (Werkseinstellung „Erweiter“) zeigt das TV-Gerät nämlich ein zu helles Rot und ein zu dunkles Grün. Außerdem fehlt eine Formatumschaltung, weshalb dem 70-Zöller die hochskalierten Zuspielung von 4:3-Material Probleme bereitet.

CIE-Chart des Sharp Aquos LC-70LE835E
Der Sharp Aquos LC-70LE835E färbt dunkle Graustufen leicht ein. Die beste Farbwiedergabe erreicht der Bolide im Modus „Film“ – die Pegel lassen sich korrigieren.

Wie den meisten Fernsehern, schmecken dem Sharp-Boliden Inhalte von Blu-rays am besten. Von der riesigen Diagonale profitiert dabei insbesondere die Detailwiedergabe, da diese deutlich entspannter als auf kleineren Geräten empfunden wird. Das Intro von „Casino Royale“ erscheint sauber mit klaren Vierfach-Kanten und hoher Bewegungsschärfe. Lediglich die Schwimmerin am Anfang des dritten Kapitels verschwimmt leicht. Ebenso treten leichte bräunliche Farbsäume auf. Abgesehen davon sind der Farbumfang und die Pegal aber korrekt. Einen wirklichen Vorteil der Quattron-Technologie konnten wir allerdings nicht ausmachen.

Blickwinkelabhängigkeit des Sharp Aquos LC-70LE835E
Beim Sharp Aquos LC-70LE835E kommen nur mittig sitzende Zuschauer auf ihre Kosten – aus seitlicher Perspektive büßt das Bild deutlich an Kontrast und Helligkeit ein.

Die weitgehend gleichbleibende Farbtemperatur von 6.400 Kelvin kommt insbesondere Schwarz-Weiß-Streifen zugute. So erscheint der Film „Casablanca“ aus dem Jahr 1942 neutral, das heißt ohne sichtbare Einfärbungen. Höchstens in dunklen Graustufen treten minimale Abweichungen auf.

Ebenso überzeugend gelingen dem Fernseher die lichtarmen Szenen aus „Krabat“. Dank des akzeptablen Kontrasts von 3.000:1 entsteht eine satte Tiefenwirkung. Seitlich sitzende Zuschauer ziehen jedoch den kürzeren: Sie müssen mit massiven Aufhellungen leben, welche den filmischen Eindruck ziemlich stark trüben.

 
 
Die 3D-Bildqualität geht im Großen und Ganzen in Ordnung. Hier hat Sharp dem Fernseher sinnvollerweise eigene Bildmodi spendiert, welche die Einstellung vereinfachen. Das beste Ergebnis erhält man im Modus „Film (3D)“. Dieser schafft einen Kompromiss zwischen Farbwiedergabe und Helligkeit. Zwar erreicht das Display in „Standard (3D)“ die höchstmögliche Leuchtstärke von 80 cd/m-², erzeugt aber gleichzeitig ein blaustichiges Bild. Leider macht sich die ungleichmäßige Ausleuchtung auch im 3D-Betrieb mit Schlierenbildung bemerkbar.

Sharp Aquos LC-70LE835E- | Tonqualität

Sharp hat die eingebauten Lautsprecher des 70-Zoll-Boliden wohl hauptsächlich für explosionsreiche Actionstreifen und rockige Konzertmitschnitte konzipiert. Während die Boxen leider etwas blasse Mitten und Höhen liefern, klingen Bässe angenehm satt. Dennoch spielt der Fernseher beileibe nicht so tief wie ein vollwertiger Subwoofer, geschweige denn kann er sich mit einem echten Surround-Ensemble messen. Wer also hohen Wert auf ordentlichen Klang legt, kommt nicht um ein entsprechendes Set herum. Der Stromverbrauch fällt angesichts der Bilddiagonale relativ gering aus: Bei maximaler Leuchtkraft werden etwa 200 Watt aus der Steckdose gezogen – zu verdanken ist das vor allem der energieeffizienten LED-Hintergrundbeleuchtung.

PLAYER.de-Testurteil: GutPLAYER.de meint:
Der Sharp Aquos LC-70LE835E ist buchstäblich ein großer Wurf: Sein riesiges 70-Zoll-Display ist schon im ausgeschalteten Zustand ein echter Blickfang und macht nach dem Betätigen der On-Taste garantiert jeden Filmabend zum großformatigen Erlebnis. Vor allem der ordentliche Kontrast und die natürliche Farbwiedergabe verdienen Lob. Auf der Schattenseite hingegen stehen die ungleichmäßige Ausleuchtung und die starke Blickwinkelabhängigkeit – zum Leidwesen der seitlich sitzenden Zuschauer. Zudem wäre ein etwas höherer Bedienkomfort wünschenswert. Das kostet den LC-70LE835E wertvolle Punkte und bringt ihn deshalb um die Bestnote. Dafür reicht es aber locker für das PLAYER.de-Qualitätssiegel „Gut“.

Sharp Aquos LC-70LE835E- | Testergebnisse

AUSSTATTUNG

Allgemein
Preis (UVP): 4.499 Euro
Abmessungen: 97,5 x 161,3 x 8,9 cm (H x B x T)
Gewicht: 40 kg
Diagonale / Auflösung: 70 Zoll (177 cm) / 1.920 x 1.080 Px
Display-Art: LCD mit LED-Backlight
Stromverbrauch aus: kein Netzschalter
Stromverbrauch Standby: 0,1 Watt
Stromverbrauch Betrieb: 206 Watt

Anschlüsse
HDMI: 4x
Component (YUV): 1x (Cinch)
Scart: 1x
S-Video: nicht vorhanden
F-BAS: 2x (1x Cinch, 1x Scart)
Digital-Ton: 4x HDMI, 1x Optisch
Analog-Ton: 2.0 (Cinch)
LAN: 1x
USB: 3x
Sonstige: Audio In (Miniklinke), CI+, Kopfhörer, RS-232, SD

Features
Tuner: analog, DVB-T, DVB-C, DVB-S2
3D / 2D-auf-3D-Konvertierung: ja / ja
3D-Brille mitgeliefert: nein
3D-Transmitter mitgeliefert/integriert: ja
Bewegungs-Technologie: Scanning Backlight 200 Hz
HbbTV: nein
USB-Aufnahme: nein
Unterstützte Multimedia-Formate (Auszug): JPEG, MPO, MP3, MPEG2, AVCHD, WMV HD

BEWERTUNG
Sehtest: Gut (SD & HD)
Bewegungsschärfe: Gut
24p-Darstellung: Gut
Maximale / mittlere Helligkeit: 214 / 178 cd/m-²
Im-Bild-Kontrast: 3.113:1
ANSI-Kontrast: 508:1
Grundfarben und Farbtemperatur: Gut
Internes Farbmanagement: Erweitert
BILDQUALITÄT Gut
Ausstattung: Gut
Bedienung: Befriedigend
Menü: Befriedigend
Material und Verarbeitung: Gut
Energie-Effizienz: Sehr gut (1,16 cd/W)
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Gut