Alleskönner im Test: Das Teufel Radio 3sixty

Das Radio 3sixty von Teufel ist mehr als ein Streaminglautsprecher oder Radio – es ist ein wahrer Alleskönner. Wir haben die Neuauflage des kleinen Smart-Speakers getestet, der zum Kurs von 300 Euro mit vollem 360-Grad-Sound sowie interessanten Verbesserungen aufwartet.

Vom 2018er-Modell unterscheidet sich die Neuauflage in einigen Details, ist vor allem aber nicht mehr nur in Schwarz sondern auch im weißer Gehäuseausführung zu haben. Und die ist mit ihrem Mix aus hellgrauer Stoffabdeckung, dem mattseidig lackiertem Korpus sowie kleinen roten Applikationen sehr gelungen. Wir finden: Dieser hübsche Winzling und integriert sich ganz klar unauffälliger als die schwarze Version in Küchen, Schlafzimmer oder Arbeitszimmer. Und mit gerade mal 2,5 Kilogramm ist das digitale Allround-Radio (Abmessungen circa 36 x 21 x 26,5 cm) auch ein mobiler Begleiter für die Terasse. Dort wird allerdings ein Stromanschluß für das externe Netzteil (19 Volt mit 2,5 Ampere) benötigt, denn über einen Akku verfügt das Radio nicht.

Geräteansicht Teufel 3sixty
Ganze 2,5 Kilogramm leicht und entsprechend kompakt kommt das Radio 3sixty von Teufel daher. In der Neuauflage 2020 jetzt auch in Weiß sowie mit zahlreichen Verbesserungen im Detail.

3 Radios im 3sixty: Internetradio, DAB+ und UKW

Weiterhin deckt Teufels 3sixty alle wichtigen Radioquellen wie Internetradio via WLAN sowie DAB+ und UKW-Programme ab, die über die ausfahrbare Teleskopantenne empfangen werden. Im Unterschied zum Vorgänger (mit 5 Presets je Tuner) finden sich jetzt vier direkte Speichertasten am Gerät – plus die neuen Favoritentaste (mit Sternsymbol): Sie erweitern die Auswahl auf die Plätze 5 bis 30, die über das Select-Drehrad flott angewählt werden können. So stehen für die drei Radiovarianten nun zusammen 90 Programmspeicher bereit.

In der Praxis liefern die drei Radios unterschiedliche Prioritäten: Via UKW klingen zumindest starke Sender tonal und dynamisch ebensogut wie über DAB+. Doch viele Sender rauschen deutlich hörbar im Stereo-Modus. Der Empfang lässt sich zwar auf Monobetrieb umschalten, doch gilt die Einstellung global für alle UKW-Sender und kann nicht separat nur den schwachen Sendern zugewiesen werden. Schade: Mangels eines externen Antenneingangs kann man die leichte Empfangsschwäche des hervorragend klingenden UKW-Tuners oder den nachlassenden DAB+-Empfang im Keller nicht einfach per Hausantenne lösen.

Rauschen ist beim DAB-Empfang kein Thema, lediglich kurzes Muting ohne nennenswerte Störgeräusche, was bei vorübergehenden Empfangsstörungen auftreten kann. Gut gefällt uns die schnelle Einschaltzeit des DAB-Tuners, der sich morgens zum Kaffe nach dem Start sehr flott mit dem zuletzt gehörten Sender verbindet. Der DAB-Tuner bietet zudem einen automatische Erfassung aller Programme, während via UKW nur ein Suchlauf zum nächsten Sender (in zwei Stufen für alle oder nur für starke Sender) ausgelöst werden kann. Und um bei vielen DAB-Programmen die Übersicht zu wahren, lassen sich nicht benötigte Sender einzeln löschen.

Gute Infos über das neue Farbdisplay

Gut gefallen uns die Displayinformationen, die mit einer Balkenanzeige die Stärke des UKW- oder DAB-Senders zurückmelden. Sogar der Stereobetrieb des eingestellten UKW-Senders wird mit einem Doppelkreis angezeigt, separat dazu melden rechts daneben zwei Lautsprechersymbole den eingestellten Wiedergabemodus „Stereo“ zurück.

Beim FM-Empfang werden die Uhrzeit sowie Titel und Interpret angezeigt, unten der 30. Speicherplatz, Stereo-Empfang und Stereo-Modus mit zwei Lautsprecher-Symbolen sowie die Empfangsstärke per Balkenanzeige.

Via DAB+ erscheinen abwechselnd neben Interpret und Songtitel auch Infobildchen des Senders sowie Hotline-Nummern des Senders und Ähnliches. Im Vergleich zum alphanumerischen Schwarz-Weiß-Display des Vorgängers ist das neue Farbdisplay sehr kontraststark und auch von der Seite gut ablesbar.

Anstelle des Schwarz-Weiß-Displays des Vorgängers bringt das 2020er-Modell ein hübsches Farbdisplay mit. Das lässt sich zudem besser ablesen, hier beim DAB-Empfang.

Das Internetradio verbindet sich mit fast unzähligen Radioprogrammen. Hier dauert die Suche nach bestimmten Sendern naturgemäß etwas länger. Doch auch diesmal gelingt die Navigation intuitiv, sprich ohne einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen zu müssen. Weitere 30 Programmspeicher erhöhen hier die Zahl der insgesamt hinterlegbaren Favoriten auf 120. Praktisch: Auf Wunsch bleibt das Radio mit dem WLAN-Netz auch im Standby verbunden. Das kostet minimal mehr Strom, verküzt aber die Ladezeit beim Verbinden mit dem Internetradio erheblich.

Die Navigation der zahlreichen Internet-Programme erfordert etwas Geduld, gelingt aber dennoch intuitiv einfach. Auch hier stehen 30 Favoritenspeicher zur Verfügung.

Streaming Radio und Sprachassistent

Das Streamingangebot umfasst neben Spotify nun auch Amazon Music (ist beim 2020er-Modell neu hinzugekommen). Um sich einzuloggen, wird ein Computer oder Smart Phone in Verbindung mit der Teufel Remote App benötigt. Beide Geräte sind dabei über den gemeinsamen lokalen WLAN-Punkt mit dem Hausnetz verbunden. Das Radio 3sixty ist sogar kompatibel zu Alexa & Google Assist. Dabei wird allerdings etwa einen Echo Dot zur Spracheingabe benötigt und das Teufel-Radio via WLAN als anwählbaress Gerät eingebunden. Teufel nennt die Funktion „works with alexa“, da es sich dabei nicht um eine Standalone-Lösung handelt.

Kann noch viel mehr: Bluetooth, AUX, USB und DLNA

Über Bluetooth oder den rückseitigen AUX-Eingang (3,5-Millimeter-Klinke) lässt sich das Radio 3sixty mit beliebigen Geräten wie Smart Phones oder einem TV-Gerät verbinden. Letzteres haben wir ausprobiert, um die Eignung als „Soundbar“ zu überprüfen. Klanglich überzeugt Teufels Alleskönner hier auf ganzer Linie und kann sogar satten Kinoton zum Bild beisteuern (die Details zur Soundqualität folgen weiter unten). Dennoch werden kritische Zuhörer einen kleinen Versatz (Lip Sync Delay) feststellen. Über Bluetooth ist er schnell wahrnembar, im geringerem Umfang auch über den analogen AUX-Eingang. Analoge AUX-Signale werden schließlich im Gerät digitalisiert und erfahren so eine leichte aber auf Dauer hörbare Verzögerung. Hier wünschten wir uns noch einen Toslink-Eingang: Er könnte direkt digitale Audiosignale des TVs entgegen nehmen. Zudem bieten viele Fernseher (z.B. Samsung TVs) eine einstellbare Audioverzögerung für eine lippensynchrone Wiedergabe des digitalen Toslink-Tonausgangs an.

Über die Klinkenbuchse lassen sich analoge Audiosignale einspeisen, via Bluetooth auch digitale vom TV-Gerät. Leider tritt in beiden Fällen eine leichte Verzögerung (Lip Sync Delay) auf. Über USB oder DLNA-Netzwerk lassen sich weitere digitale Audioformate einbinden.

Weitere digitale Audioquellen (MP3, WMA, WAVE und ALAC) kontaktiert Teufels Radio 3sixty entweder über USB oder als DMP (Digital Media Player) über einen lokal im WLAN erreichbaren UPnP/DLNA Digital Media Server.

Hier macht sich die bisher nicht näher erwähnte Fernbedienung nützlich und wählt komfortabel die gewünschten Audio-Dateien an. Sie steuert zudem neben Lautstärke und Muting auch alle Eingänge, ruft oder speichert Favoritensender ab oder greift auf das Menü zu. So kann man bequehm auf alle Einstellungen inklusive Display-Helligkeit oder die Klangregler für Bässe und Höhen zugreifen. Nur die Weckfunktion muss am Gerät selbst über die Direktaste mit dem Glockensymbol aktiviert werden. Sie öffnet das Menü „Wecker“, welches man nun aber auch per Fernbedienug einstellen kann. Zwei Timer lassen sich für verschiedene Quellen (Summton, Internet-Radio, DAB, FM) sowie verschiedene Wiederholfunktionen (täglich, einmal, Wochenende, Werktage) programmieren.

Die Fernbedienung steuert inklusive Menüaufruf fast alle Funktionen inklusive Favoritenverwaltung oder Klangregelung.

Klangeinstellungen

Im Menü „Systemeinstellungen“ lassen sich Bässe und Höhen in 2-Dezibel-Schritten um bis zu zehn Dezibel anheben oder absenken. Zwischen der neutralen Voreinstellung „Normal“ und der abgespeicherten Klangeinstellung „Mein EQ“ kann man schnell wechseln, ohne das Einstellungsmenü für Bässe und Höhen aufsuchen zu müssen.

Höhen und Bässe lassen sich in 2-Dezibel-Schritten bis zu plus-minus 10 Dezibel nachregeln.

Beeindruckend: 360-Grad-Sound und kraftvoller Downfire-Subwoofer

Namensgebend für das Teufel-Radio ist die „DYNAMORE SURROUND“ getaufte Rundumbeschallung mittels zweier Diffuserkegel. Sie verstecken sich unter der grauen Stoffabdeckung und sind direkt gegenüber von zwei nach oben strahlenden 5-Zentimeter-Konustreibern angebracht. Diese fungieren als verblüffend dynamisch klingende Mittelhochtöner und übertragen einen weiten Frequenzbereich ab rund 300 Hertz.

Bei einer Stereo-Basisbreite von 22 Zentimetern würde man (ohne Diffusorkegel) aus einiger Entfernung keinen ortbaren Stereoeffekt wahrnehmen. Mit Hilfe der (auf dem Kopf stehenden) Kegel werden vor allem hochfrequente Schallanteile im 360-Grad-Winkel zur Seite reflektiert und treffen dann auf Wände oder andere Begrenzungsflächen. Von dort gelangen sie mit größerer Stereo-Basisbreite zurück zum Hören und ermöglichen so einen verblüffend breiten Stereoeffekt. Dies gelingt insbesondere in kleineren Räumen ganz hervorragend. Zudem produziert Teufels Radio 3sxty so einen angenehm diffusen, raumfüllenden und stressfreien Klang.

Das Teufel Radio 3sixty setzt auf reflektierende Diffusorkegel und erreicht den gewünschten Rundum-Sound ohne klangmindernde Surroundschaltungen.

Appropos diffus: Teufels kleine Schalllinsen arbeiten rein mechanisch, kommen also ganz ohne klangverfälschende elektronische Surroundschaltungen aus und bewahren damit die originale Stereo-Tonqualität. Zudem sind sie so kompakt, dass die extrem spritzig und impulsiv aggierenden Konustreiber (trotz der Reflexion über die Diffuserkegel) höchste Frequenzen immer noch präzise und ohne Begrenzung der obersten Höhen übertragen können. Besser konnte Teufel die Vorgabe mit einem derart kompakten Lautsprecher wohl kaum erfüllen, selbst wenn man damit im Bass- und Mitteltonbereich nicht an den Stereoeffekt zweier direkt anstrahlender Stereoboxen heranreicht.

 

Die Rundum-Beschallung erfolgt über gegenüberliegende Kegel, die den Schall der beiden kleinen nach oben abstrahlenden Mittelhochtöner im 360-Grad-Winkel zur Seite reflektieren.

Ohne Stoffabdeckung wird sichtbar, mit welch kleinem Einbauvolumen der nach unten strahlende 90-Millimeter-Tieftöner auskommen muss. Unter uns: eigentlich ist es ohne Tricks kaum möglichen, einen derart kleinen Treiber mit rund zwei Liter Einbauvolumen für eine effektive Bassreflexkonstruktion zu nutzen. Hier sagt die Physik eigentlich voraus, dass man so entweder keine tiefen Bässe erzielen oder aber keine hohen unverzerrten Basspegel erreichen kann.

Teufel macht das Unmögliche möglich: Kraftvolle Bässe aus 2 Litern!

Als profunder Hobbybastler, der seit vier Jahrzehnten unzählige große wie kleine Bassreflexboxen ertüftelte, muss man den Hut ziehen: Eine so saubere und bis in den Tiefbass reichende Basswiedergabe lässt sich angesichts der Boxengröße wohl kaum übertreffen! Klar ist, hier hat Teufel auf kein Tieftonchassis aus dem Regel geholt. Vielmehr haben die Berliner Soundspezialisten einen im Detail auf die Aufgabe optimierten Treiber neu entwickelt: Verblüffend ist die leichte und reaktionsschnelle Membran. Fast alle Mitbewerber helfen sich mit einer dicken und schweren Membran, um im Mini-Gehäuse tiefer spielen zu können. Doch dieser Trick kostet Wirkungsgrad, geht auf Kosten der Impulsschnelligkeit und begrenzt am Ende stark den maximalen Schalldruck.

Unglaubliche Bassperformance: Aus rund zwei Litern Einbauvolumen zaubert Teufel eine verblüffend tiefe sowie auch bei höheren Pegeln nahezu unverzerrte Basswiedergabe.

Fakt ist: Teufels leichter Langhub-Tieftöner spielt selbst massive Bassdrumms unverschämt satt und präzise. Das gelingt unter anderem deshalb, weil das Reflexsystem den Membranhub des Konustreibers um 60 Hertz herum sehr stark bedämpft und somit den Klirrfaktor in diesen Frequenzbereich minimiert. Aber auch tiefere und höhere Bassfrequenzen im Bereich von 40 bis 100 Hertz spielt das Zauberkästchen (bei minimalen Luftgeräuschen aus dem Reflexkanal) ohne nennenswerte Verzerrungen bis zu Pegel um 90 Dezibel und höher! Das reicht zwar nicht für Partyorgien, aber locker für die raumfüllende Beschallung in guter Zimmerlautsctärke, selbst in größeren Räumen.

Entspannter Raumklang auf allen Plätzen!

Wie bereits erwähnt, endet die Wiedergabe des nach unten strahlenden Downfire Subwoofers im oberen Grundtonbereich bei rund 300 Hertz. So gelingt Teufel auch im Mitteltonbereich die angestrebte weite Rundum-Abstrahlung. Klar ist aber auch, dass Teufels 2.1-System in diesem Bereich nicht ganz so präzise wie größere, direkt abstrahlende Boxen klingt. Auf der anderen Seite ist gerade die weiträumig diffuse Abtsrahlcharakteristik der Garant für eine besonders stressfreie und entspannte Klangqualität, die sich auf allen Plätzen im Raum einstellt.

In der weißen Version fügt sich das Teufel Radio 3sixty unauffällig in Küchen und Schlafzimmer ein. Dank der Rundum-Beschallung liefert es überall im Raum angenehm stressfreien Klang.

Zum Vergleich: Gute direkt abstrahlende Stereoboxen klingen eindeutig besser, solange man exakt im Stereo-Sweet-Spot sitzt. Außerhalb der ideal mittigen Sitzposition sowie im Stehen oder aus verschiedenen Winkeln sorgen jedoch kammfilterartige Auslöschungen und Phasenfehler für zahlreiche Artefakte wie Impulsverzerrungen, Frequenzgangfehler und in der Folge einen gewissen Stresseffekt. Den vermeidet Teufels kleines Zauberkästchen, was die Mehrzahl der Hörer explizit lieben werden.

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gut und Highlight

PLAYER.de meint: Wer nach einer kleinen, auch im Bass überzeugenden Lösung sucht, findet kaum etwas besseres: Teufels Radio 3sixty zapft analoge und digitale Radios sowie Streamingdienste und Audiodateien via USB und Netzwerk an. Den größten Eindruck schindet das hübsche Kästchen jedoch aufgrund des angenehmen Rundumklangs sowie seiner intuitiven Bedienung.