Was bringt 8K-Auflösung bei Fotos? Richtig viel, wie unser kurzer Praxistest 4K-TV vs. 8K-TV zeigt!

8K-Fernseher mit HDMI-2.1-Ports sind zu 8K/60p-Quellen kompatibel. 8K-Übertragungen der Olympischen Spiele 2020 waren aus Tokio geplant, fallen aber leider wegen der Corona-Pandemie aus. Doch die 7.640 x 4.340 Pixel der neuen Display-Generation sind schon länger ein Segen für alle Foto-Enthusiasten, die ihre Bilder via USB in voller 8K-Qualität (33 Megapixel) im Vergleich zu UHD-TVs (8,3 Megapixel) erleben möchten.

Zurzeit gibt es einige Streaming-Inhalte, aber weder TV-Übertragungen in 8K noch entsprechende HDMI-Zuspieler. Schnittstellen für den HDMI-2.1-Standard (bis 48 Gbps) sind seit Dezember 2019 bei vielen 8K-Fernsehern der zweiten Generation an Bord (siehe dazu auch unseren Artikel: „IFA 2019: Alle neuen 8K-Fernseher“). Sie kosten teilweise nur wenig mehr als vergleichbare UHD-Pedants und sind etwa beim 8K-Trendsetter Samsung derzeit mit Diagonalen zwischen 55 und 98 Zoll lieferbar.

Samsungs 8K-TVs der Q900-Serie lösen 7.640 x 4.320 Pixel auf
Samsungs 8K-TVs der Q900 Serie wurden Ende 2018 mit 65, 75 und 85 Zoll Diagonale eingeführt. Geräte der zweiten Generation aus der Q950R-Serie decken aktuell 55 bis 98 Zoll (140 bis 248 cm) ab.

HDMI-Zuspieler mit 8K sind noch Zukunftsmusik.

Zu den neuen HDMI-2.1-Funktionen zählen unter anderem ALLM (Auto Low Latency Mode), VRR (Variable Refresh Rate), eARC (Enhanced Audio Return Channel) sowie UHD/120p und der 8K-Kopierschutz HDCP 2.3. Neue HDMI-2.1-Chipsätze bedeuten jedoch nicht, dass der Hersteller alle Spezifikationen unterstüzt. HDMI-Zuspieler in 8K sind jedoch für Consumer noch Zukunftsmusik, auch wenn auf amazon bereits erste Android 9.1 oder 10.0-Player aufgetaucht sind, die angeblich HDMI 2.1 mit 8K-Wiedergabe unterstützen.

Beispiele sind die Bqeel Android 10.0 TV Box B1 Max und die TICTID Smart TV Box

Zunächst werden entsprechende 8K-Inhalte aber wohl vornehmlich per Internet-Streaming (zum Beispiel Youtube 8K) oder 5G-Streaming (zum Beispiel per Streaming vom Samsung S20 Ultra) zum TV zugespielt.

Der USB-Player des 8K-TVs kann Fotos mit bis zu 133 Megapixel wiedergeben.

Auf 8K-Inhalte muss man nicht warten: Viele Fotoamateure genießen via USB seit Ende 2018, also auf den 8K-TVs der ersten Generation, ihre Megapixel-Fotos. 8K-TVs von LG, Sony oder Samsung spielen teilweise sogar 8K/60p-Videos sowie auch extrem hochaufgelöste Fotos ab.

So unterstützte etwa Samsungs USB-Mediaplayer aus der Q900 Serie von 2018 JPEG-Bilder mit bis zu 15.360 x 8.640 Pixel (133 Megapixel im 16:9-Format). Fotos abweichender Formate wie 3:2 und 4:3 sowie Hochformat-Fotos werden auf „niedrigere“ 8K-Auflösung umskaliert, damit sie in voller Höhe mit schwarzen Sidebars angezeigt werden können.Was viele nicht ahnen: Ein UHD-TV (3.840 x 2.160 Bildpunkte) löst sie bei weitem nicht in voller Detailfülle auf. Dafür braucht man die 7.640 x 4.320 Pixel der neuen 8K-Displays – und dies gilt selbst für Einsteiger-Kameras und die meisten Smartphones.

Deutlich schärfere Fotos schon ab 12 Megapixel!

Wer glaubt, nur High-End-Kameras mit rund 40 Megapixel (respektive 33 Megapixel im 16:9-Format) würden von einem 8K-Display profitieren, irrt. Richtig und eigentlich naheliegend ist hingegen: Sobald ein Kamerasensor im 16:9-Fenster des Sensors mehr als 3.840 x 2.160 Pixel auflöst, kappt ein UHD-Display bereits Details beim Skalieren.

Ein Beispiel: Selbst eine viele Jahre alte Panasonic DMC-LX100 löst auf ihrem Multiformat-Sensor im 16:9-Bereich 4.480 x 2.520 Bildpunkte auf (11,3 Megapixel). Sie übertrifft die 3.840 x 2.160 Bildpunkte eines UHD-Displays (8,3 Megapixel) also deutlich.

Selbst ältere Kameras sind schärfer als man glaubt.
Auch ältere Kameras mit rund 12 Megapixel wie die Panasonic LX100 übertreffen die Auflösung eines UHD-TVs bei 16:9-Fotos deutlich.

Fotos anderer Formate wie 3:2 oder 4:3 erscheinen nach dem Skalieren auf einen entsprechend kleineren Bereich des 16:9-Displays noch deutlich unschärfer und gröber.

UHD-TVs zeigen Hochformate besonders unscharf

Dramatisch ist der Pixelverlust bei Hochformatfotos, bosonders im 16:9-Format: Entsprechende Portraitfotos der Panasonic LX100 übertreffen mit maximal 4.480 vertikalen Pixeln UHD-TVs (2.160 Pixel) um das Doppelte und selbst 8K-TVs (4.320 Pixel) leicht.

Zum Vergleich berrechnen wir die darstellbare Auflösung verschiedener Hochformate in Megapixel: Ein UHD-TV löst 16:9-Bilder mit 2.160 x 1.215 Bildpunkte auf (vertikal mal horizontal), also 2,6 Megapixel. Bei Hochformaten im Seitenverhältnis 3:2 sind es 3,1 Megapixel (1.440 x 2.160 Bildpunkte) und bei 4:3-Formaten 3,5 Megapixel (1.620 x 2.160 Bildpunkte). Beim Skalieren auf eine derart niedrige Auflösung entstehen grobe Treppenstufen sowie Aliasing-Störungen an Mustern wie Dachziegeln oder feinen Schriften.

Praxistest: Fotodarstellung 4K-TV vs. 8K-TV

Zur Veranschaulichung zeigen wir auf einem UHD-TV Fotos der sieben Jahre alten 20-Megapixel-Kamera Sony Cypershot DSC-RX100 im Quer- sowie Hochformat im stark vergrößerten Ausschnitt. Hinweis: Trotz der Vergrößerung lassen sich die Unterschiede technisch bedingt nur eingeschränkt wiedergeben.

Hier zeigt ein UHD-TV eine Banknote, aufgenommen im 16:9-Format auf Sonys sechs Jahre alten Urversion der DSC-RX100 (5.760 x 3.570 Pixel.
Der UHD-TV (8,3 MP) zeigt eine 20Euro-Banknote. Die Nahaufnahme stammt von Sonys sechs Jahre alten Cybershot DSC-RX100 (17 MP mit 5.472 x 3.080 Pixeln im 16:9-Format).
Selbst einUHD-TV wirkt verpixelt.
Screenshot aus der Nähe: Der UHD-TV löst zu grob auf. Details wie die feine Beschriftung der Banknote erscheinen im Vergleich zur Qualität des originalen Fotos bereits verpixelt.
Ein 8K-TV skaliert die Details der Banknote praktisch ohne sichtbaren Qualitätsverlust um.
Ein 8K-TV (33 MP im 16:9-Format) skaliert alle Details des 16:9-Fotos mit 17 MP (5.472 x 3.080 Bildpunkte) sichtbar feiner auf die höhere Auflösung (7.640 x 4.340 Pixel) um.
Gleicher Bildauschnitt, aber diesmal als Hochformat-Screenshot: Die Schrfit ist vollständig unleserlich und verschwindet.
Gleicher Bildauschnitt im Hochformat: Auf einem UHD-TV verschwimmt die Schrift und ist unleserlich. 2.160 vertikale mal 1.215 horizontale Bildpunkte (2,6 MP) sind zu wenig.

Rechenbeispiele mit Fotos von 20 bis 42 MP:

Hier stellen wir beispielhaft populäre Kameras mit verschiedenen Sensor-Formaten und -Auflösungen vor. Der 20-Megapixel-Sensor einer Panasonic GH5 löst im 4:3-Format 5.184 x 3.888 Bildpunkte auf. Will man ein 4:3-Foto mit Sidebars auf einem 16:9-Display eins zu eins anzeigen, müsste es 6.912 x 3.888 Pixel auflösen (etwas weniger als 8K). Soll ein 4:3-Hochformat-Bild in voller Auflösung auf einem 16:9-Display erscheinen, müsste es über 9.216 x 5.184 Pixel verfügen (mehr als 8K). Bei Fotos im 16:9-Format sind es weniger, nämlich genau die 5.184 x 2.920 Pixel, die der Sensor benutzt.

Der 24-Megapixel-Sensor der Sony A7 III löst im 3:2-Format 6.000 x 4.000 Bildpunkte auf. Will man ein 3:2-Foto mit Sidebars eins zu eins im 16:9-Format anzeigen, müsste das Display über eine Auflösung von 7.111 x 4.000 Pixel verfügen (etwas weniger als 8K). Soll ein 3:2-Hochformat-Bild in voller Auflösung erscheinen, müsste das Display über 10.667 x 6.000 Pixel verfügen (deutlich mehr als 8K). Bei Fotos im bildfüllenden 16:9-Format sind es etwas weniger, nämlich genau 6.000 x 3.368 Pixel.

Der 42-Megapixel-Sensor der Sony A7R III löst im 3:2-Format 7.952 x 5.168 Bildpunkte auf. Will man ein 3:2-Foto mit Sidebars eins zu eins anzeigen, müsste ein 16:9-Display 9.188 x 5.168 Pixel auflösen (deutlich mehr als die 7.640 x 4.320 Pixel eines 8K-Displays). Soll ein 3:2-Hochformat-Bild in voller Auflösung erscheinen, müssten es gar über 14.137 x 5.168 Pixel verfügen (jenseits von 8K). Und selbst Fotos im bildfüllenden 16:9-Format übertreffen diesmal bereits native 8K-Auflösung mit 7.952 x 4.472 Pixeln leicht.

Trend 2020: Samsung S20 Ultra mit 108 MP und 8K-Video, 40MP-DSLM Canon R5 mit 8K-RAW-Video.

Foto-Enthusiasten werden nicht lange überlegen, wenn es um die Anschaffung eines neuen TVs gehen sollte. 8K-Vorreiter Samsung brachte kürzlich mit dem Galaxy S20 Ultra (1.350 Euro) ein Smartphone auf den Markt, das über einen 108-MP-Sensor sowie 8K-Video verfügt.

Samsung Galaxy S20 Ultra
100-facher Zoom, 108 Megapixel und 8K-Video sind beeindruckende Features des Smartphones Galaxy S20 Ultra vom 8K-Trendsetter Samsung.

Für professionelle Anwender hat Canon dieses Jahr die Vollformatkamera R5 angekündigt: Der kompromisslose DSLM-Allrounder verwöhnt Video- wie Foto-Freaks mit professionellen Features (8K-RAW-Video & 10-bit bis 30p sowie UHD bis 120p). Sein Sensor dürfte in der 40MP-Klasse liegen (mindestens 7.680 x 5.120 Bildpunkte im 3:2-Format) und somit auch perfekte 16:9-Fotos in 8K-Auflösung schießen. Preise und Liefertermine stehen aufgrund der Corona-Pandemie derzeit noch nicht fest.

Volles Programm in 8K von Canon
Mit der Canon R5 haben die Japaner eine Vollformat-DSLM mit geradezu unglaublichen 8K-Videofunktionen für diesen Sommer angekündigt.

PLAYER.de meint: Auch ältere Fotos einer 12MP-Kameras zeigt ein 8K-TV deutlich schärfer als ein UHD-TV. Fernseher der ersten 8K-Generation zeigen Megapixel-Fotos viermal schärfer oder spielen via USB sogar 8K-Videos ab. Entsprechende Inhalte nehmen heute Top-Smartphones und neue DSLM-Kameras auf – unterhalb von 8K sollten deshalb kein Foto-Video-Fan mehr in ein neues Display investieren.