Frame Adapt HDR optimiert das Tone Mapping von JVCs 4K-Projektoren DLA-N5, N7 und NX9.

JVCs native 4K-Projektoren DLA-N5, N7 sowie das Topmodell NX9 analysieren seit dem letzten Update jedes einzelne HDR-Bild in Echtzeit. Wir informieren hierüber im Detail, beleuchten aber auch die generellen Unterschiede der drei Modelle bezüglich Technik und Ausstattung.

Rund zwei Jahre beherrschten die nativen 4K-Projektoren der N-Reihe von JVC statisches HDR10. Wahlweise nutzten sie zudem Metadaten des Films (maximale, minimale und durchschnittliche Helligkeit) für ein passendes aber ebenfalls statische HDR Tone Mapping. Doch Ende 2019 lieferte JVC eine Echtzeitanalyse für jedes einzelne Bild (Frame Adapt HDR) nach. Das kostenlose Update hat die HDR-Performance aller Projektoren der N-Serie nach vorne katapultiert. Dies gilt für das 5.999 Euro teure Einstiegsmodell JVC DLA-N5B/W (B in Schwarz, W in Weiß), den kontraststärkeren N7B für 7.999 Euro (mit DCI-P3-Farbfilter) sowie das 17.999 Euro teure Topmodell NX9B mit 8K-e-shift-Funktion.

Die Technik des JVC DLA-N5B/W

Der rund zwanzig Kilogramm schwere Projektor (B x H x T: 50 x 23,4 x 49,5 cm) nutzt drei 0,69 Zoll große D-ILA-Chips. (4.096 x 2.160 Pixel im 17:9-Format) sowie ein Zweifach-Zoom mit Ganzglas-Objektiv. Das hat JVC dem 4K-Konkurrenten Sony voraus, dessen Optik zum Teil Kunststofflinsen enthält: Diese sollen gewissen Serienstreuungen unterliegen sowie temperaturanfälliger als Glaslinsen sein.

Darauf haben viele Heimkinofans gewartet: Der neue DLA-5B ist JVCs erster Einsteiger-Projektor mit nativer 4K-Auflösung. Anders als beim Laser-Flaggschiff DLA-Z1 sprengt sein Preis von 5.999 Euro noch nicht den Rahmen.
Der DLA-N5W ist JVCs Einsteiger-Projektor mit nativer 4K-Auflösung. Sein Preis von 5.999 Euro sprengt noch nicht den Rahmen, dennoch fehlt kein wichtiges Ausstattungsdetail. Er ist auch in Schwarz als DLA-N5B erhältlich.

JVCs günstigster nativer 4K-Projektor bringt bereits Extras wie eine Zwischenbildberechnung für UHD-Quellen sowie die volle HDMI-Bandbreite von 18Gbps mit. Zum Vergleich: Beides fehlte Sonys 4K-Einstiegsmodell VPL-VW260 aus dem Jahr 2017, wurde aber 2018 mit dem VW270ES nachgeholt (Glas-/Kunststoff-Optik mit 2,1-facher Zoom).

Details der Ganzglas-Optik von JVC

Was JVC vielen Sony-Projektoren voraus hat, ist seine 65 Millimeter große Ganzglas-Optik (17 Elemente in 15 Gruppen). Der N5 steuert zudem alle Parameter wie Zoom, Fokus und Lens-Shift motorisch an (Bildversatz vertikal/horizontal plus minus 80/34 Prozent). Die Funktion „Installationsmodus“ speichert bis zu zehn komplexe Projektionsszenen, um später eine Vielzahl von Parametern wie Objektivspeicher, Pixeleinstellung und Maskierung mit nur einem Klick der Fernbedienung aktivieren zu können. Das Projektionsverhältnis für 16:9-Filme beträgt 1,43:1 bis 2,91:1 (2,03-facher Zoom).

Als Besonderheit setzt JVC bei den neuen 4K-Projektoren der N-Reihe auf Ganzglas-Objektive mit 65 Millimeter Durchmesser (N5B und N7B) sowie 100 Millimeter (N9B).
JVC setzt bei allen 4K-Projektoren der N-Reihe auf motorgesteuerte Ganzglas-Objektive, zehn speicherbare Installationsmodi sowie eine UHD-Zwischenbildberechnung.

Laut JVC soll der 1.800 Lumen helle N5 ein natives Kontrastverhältnis von 40.000:1 mitbringen (dynamisches Kontrastverhältnis 400.000:1). Dank HBM-Technologie (High Bandwidth Memory) und neuer LSI-Treiber/Bildratenwandler lassen sich die drei D-ILA-Chips für Rot, Grün und Blau gleichzeitig mit 120fps (Frames per Second) betreiben.

Bildverarbeitung und Frame Adapt HDR

Die Modelle der N-Serie von JVC strotzen geradezu vor Innovationen. Dazu zählt auch Bewährtes wie ein „Low Latency Mode“ für Gamer sowie die bereits aus früheren Modellen bekannte Autokalibrierung: Damit können geschulte Händler mit Hilfe eines Sensors sowie einer zusätzlichen Software die Verhältnisse im Heimkino des Kunden berücksichtigen und dafür optimierte Einstellungen gewinnen.

Die neuen 0,69 Zoll großen D_ILA-Chips verfügen über native 4K-Auflösung und lassen sich dank moderner Prozessoptimierung gleichzeitig mit 120fps ansteuern.
Die 0,69 Zoll großen D-ILA-Chips verfügen über native 4K-Auflösung (4.096 x 2.160 Pixel im 17:9-Format) und lassen sich dank moderner Prozessoptimierung gleichzeitig mit 120fps ansteuern.

Bei der Videosignalverarbeitung (auch kompatibel zu 3D-Bildquellen) hat JVC die Umschaltzeiten und Signalerkennung beschleunigt. Wie bisher sorgt die bewährte statische HDR-Anpassung automatisch für bestmögliche Kontraste: Die „Auto Tone Mapping“-Funktion nutzt per Metadaten übermittelte Masteringinformationen von HDR10-Videos wie „Maximum Content Light Level“ und „Maximum Frame Average Level“, stellt aber auch für HLG-Clips (Hybrid Logarythmic Gamma) korrekte Gammakurven ein. Diese Funktion ändert das Tone Mapping aber nicht mehr während des gesamten Films.

Das hat sich mit dem kostenlosen Update vom November 2019 geändert: Nun kitzelt JVC auch aus dem Prozessor des Einstiegmodells N5 eine Echtzeitanalyse für jedes einzelne Bilds heraus, englisch „Frame Adapt HDR“ genannt. Der gleichnamige Bildmodus steuert in dunklen Szenen den Kontrast automatisch nach und arbeitet Details oder Konturen klarer heraus, ohne nachfolgend in hellen Szenen Spitzlichter zu beschneiden. Das interne Processing soll dabei mit 18 Bit Farbtiefe erfolgen. Feinjustagen erlaubt zudem das Menü „HDR-Pegel“ (Auto, Gering, Mittel, Hoch).

JVC verspricht für den N5 die volle Abdeckung des BT.709-Farbraums, aber keine darüber hinaus gehende Darstellung (wie DCI-P3 oder BT.2020).

Die Extras des JVC DLA-N7B

Der JVC N7B kostet 7.999 Euro und soll etwas heller (1.900 Lumen) sowie kontrastreicher projizieren (nativ 80.000:1, dynamisch 800.000:1). Ansonsten unterscheidet er sich vom N5 durch den erweiterten DCI-P3-Farbraum, der für HDR10-Videos gebraucht wird. Dazu wird ein Farbfilter eingeschwenkt, das allerdings etwas Lichtstärke kostet. Deshalb bietet er im Bildmodus „Frame Adapt HDR“ zusätzlich eine Menüfunktion für ein umschaltbares Kinofilter (Breit oder Normal), das wahlweise zwischen einer farb- bzw. helligkeitsoptimierten HDR-Darstellung wechselt.

Zum Kurs von 7.999 Euro liefert der JVC DLA-N7B etwas hellere Bilder und verdoppelt den nativen Kontrast auf 80.000:1. Zudem ist ein DCI-P3-Farbmodus mit erweiterten Farben an Bord.
Zum Kurs von 7.999 Euro liefert der nur in Schwarz erhältliche DLA-N7 etwas hellere Bilder und soll den nativen Kontrast auf 80.000:1 verdoppelt. Sein einschwenkbares Farbfilter ermöglicht die Darstellung des DCI-P3-Farbraums.

Die Technik des JVC DLA-NX9B mit 8K-e-Shift

Der 17.999 Euro teure NX9B ist der erste Heimkinoprojektor, der mittels e-shift-Technik 4K-Teilbilder diagonal um ein halbes Pixel verschieben und so eine vierfach höhere Pixeldichte auf der Leinwand erzielen kann. Im Zusammenspiel mit der JVC eigenen Bildverarbeitung „Multiple Pixel Control“ wandelt er Full HD- und 4K-Videos in eine 8K-Äquivalentauflösung mit 8.192 x 4.320 Pixeln (7,680 x 4,320 im 16:9-Bereich) um. Im Vergleich zu den Brüdern N5 und N7 erhöht sich der motorische Lens-Shift-Bereich deutlich auf vertikal/horizontal plus minus 100/43 Prozent.

Das Gehäuse des JVC DLA-N9B bietet genügend Platz für die 100 Mllimeter große Präzisionsoptik aus den Flaggschiff Z1. Mittels e-shift-Technik wird die Pixeldichte auf 8K-Auflösung erhöht.
Das Gehäuse des JVC DLA-NX9 bietet genügend Platz für die 100 Millimeter große, aus dem Flaggschiff Z1 bekannte Präzisionsoptik. Mittels e-shift-Technik lässt sich die Pixeldichte auf 8K-Auflösung erhöhen.

Beim Gewicht legt der DLA-NX9B um zwei Kilogramm sowie bei der Bautiefe um gut zwei Zentimeter zu. Das liegt an der 100 Millimeter großen Ganzglas-Optik, die aus 18 Elementen in 16 Gruppen aufgebaut ist. Sie soll 4K-Details randscharf auflösen und die Ecken besonders gleichmäßig ausleuchten. Die laut Hersteller auf 2.200 Lumen erhöhte Lichtstärke geht vermutlich auf die größere Blendenöffnung zurück: Schließlich nutzen allen drei 4K-Projektoren der N-Serie von JVC eine nominell 265 Watt starke NSH-Lampe, die im Normalbetrieb rund 4.500 Stunden lang halten soll.

Der JVC DLA-N9B nutzt das große Ganzglas-Objektiv des 35.000 Euro teuren Z1, aber einer UHP-Lampe statt Laser-Leuchtmittel.
Der JVC DLA-NX9B verfügt über das lichtstarke Ganzglas-Objektiv aus dem 35.000 Euro teuren Z1, nutzt aber statt Laser-Leuchtmittel eine 265 Watt starke Hochleistungs-Quecksilberlampe.

Das Kontrastverhältniss soll laut JVC nativ auf 100.000:1, dynamisch im Team mit einer intelligenten Blendensteuerung sogar auf 1.000.000.000:1 ansteigen. Durch den Einsatz des Kinofilters verspricht JVC eine „über den in der Filmproduktion verwendeten DCI-P3 Standard hinaus“ gehenden Farbdarstellung.

Grenzen der 8K-e-shift-Technologie

Schade ist, dass der JVC DLA-NX9B (anders als aktuelle 8K-TVs mit HDMI 2.1-Ports) weder 8K-Inhalte via HDMI entgegen nehmen noch per USB-Mediaplayer abspielen kann. Deshalb dürfte JVCs 8K-e-shift-Technik auf besonders großer Leinwand zwar das 4K-Pixelraster beseitigen sowie schräge Linien glatter skalieren, mangels 8K-Schnittstelle aber keinen großen Zugewinn an Detailauflösung erzeugen. Allerdings dürfte die 8K-e-shift-Projektion Aliasing-Störungen reduzieren und dank der feinen Skalierung schräger Kanten eine nahezu analoge Bildwirkung erzielen.

Weltpremiere: Auf der IFA 2018 präsentierte JVC einen Prototypen des DLA-N9B mit 8K-e-shift. Was fehlt sind aber leider zu 8K-Inhalten kompatible HDMI-Schnittstellen.
Weltpremiere: Schon auf der IFA 2018 präsentierte JVC den Prototypen des DLA-NX9 mit 8K-e-shift. Dank der Optik aus dem Z1 fokussiert er besonders scharf. Was bis heute fehlt, sind leider zu 8K-Inhalten kompatible Schnittstellen.

PLAYER.de meint: Mit den nativen 4K-Projektoren der N-Serie haben die Japaner auch dank des Updates für „Frame Adapt HDR“ ein Feuerwerk an Innovationen entfacht. Das kommt großteils schon beim preislich besonders interessanten Einstiegsmodell DLA-N5 zum tragen. Der Bruder N7 mit Farbfilter und der e-Shifter NX9 mit Hochleistungsoptik liefern feine Verbesserungen für gut Betuchte.