Kaufberatung: Die 10 besten High-End-Kopfhörer der Welt

Geschlossener Edelkopfhörer: der Audeze LCD-XC.
Geschlossener Edelkopfhörer: der Audeze LCD-XC.

Gute Kopfhörer isolieren nicht nur von der Unwelt und sehen cool aus – sie klingen auch überragend und entführend in fremde musikalische Welten. Die zehn hier vorgestellten Exemplare bilden die Crème de la Crème und kosten vierstellige Beträge. Für Musik- und High-End-Freaks, die höchsten Wert auf die Klangqualität legen, sind sie dennoch jeden Cent wert. Vorhang auf für unsere Top Ten!

Zugegeben: Es klingt schon ein bisschen größenwahnsinnig, tausend oder zweitausend Euro für einen Kopfhörer auszugeben. Zumal es mit dem Kopfhörer allein meist nicht getan ist: Kopfhörer dieser Klasse brauchen entsprechend hochwertige Kopfhörerverstärker, die genügen Power und Auflösung liefern. Denn am Smartphone oder Fernseher klingen die hier vorgestellten Exemplare eher bescheiden und meist auch zu leise. Auch die vorgeschaltete Quelle sollte von hoher Qualität sein, damit die Kopfhörer ihr volles Potenzial entfalten können. Wir stellen Ihnen an dieser Stelle die zehn besten Kopfhörer der Welt vor – unabhängig von ihrem Preis und Technologie (Elektrostaten, Magnetostaten, dynamische Kopfhörer). Lesen Sie, staunen Sie – und wenn Sie Lust auf mehr bekommen, dann besuchen Sie doch demnächst mal den HiFi-Händler Ihres Vertrauens und hören sich eines dieser Schätzchen mal in echt an. Doch Vorsicht: Diese Teile machen ganz schnell süchtig!

 

Stax SR-009

Der beste Kopfhörer der Welt: der Stax SR-009.
Der beste Kopfhörer der Welt: der Stax SR-009.

Dieser High-End-Kopfhörer der japanischen Edelschmiede Stax kostet – bitte anschnallen! – 5.000 Euro und ist der ohne jeden Zweifel beste Kopfhörer der Welt. Da es sich um einen elektrostatischen Kopfhörer handelt, der nach dem Push-Pull-Prinzip arbeitet, benötigt dieser ein spezielles Stax-Speiseteil (Verstärker), um Töne von sich zu geben. Soll heißen: An konventionellen Kopfhörerverstärkern funktionieren Stax-Hörer generell nicht. Dieses kostet noch mal rund 3.000 Euro extra, wobei der Käufer zwischen einer Röhren- (SRM-727 II) und einer Transistor-Version (SRM-007t II) wählen kann. Hat man erst mal 8.000 Euro auf den Tisch gelegt, winkt der siebte Musikhimmel: höchste Auflösung und Neutralität, völlig schwerelos schwebende Musik, keinerlei Verzerrungen. Auch die Verarbeitung begeistert: butterweiche Ohrpolster aus Leder, fein an die Kopfgröße anpassbarer Bügel, leichtes Gehäuse aus präzisionsgefrästem Aluminium. Wer ihn einmal gehört hat, ist für immer verloren. Unser Platz eins.

Focal Utopia

High-Tech mit Beryllium-Membran: Focal Utopia
High-Tech mit Beryllium-Membran: Focal Utopia

Focal hat sich vor allem mit Lautsprechern einen Namen gemacht und produziert seit einigen Jahren auch Kopfhörer. Bislang hielten sich die Franzosen bei Kopfhörern jedoch in der High-End-Liga zurück, brachten Ende 2016 aber einige Knaller auf den Markt. Hier ist in erster Linie der Focal Utopia zu nennen, der bei 4.000 Euro liegt und dem Stax SR-009 gefährlich nahe kommt – und das, obwohl es sich bei ihn um einen offenen, konventionellen Kopfhörer nach dem dynamischen Prinzip handelt. Seine Besonderheit liegt in der Beryllium-Membran, die auch bei den Focal-Lautsprechern im fünfstelligen Euro-Bereich zum Einsatz kommt. Bei Beryllium handelt es sich um ein extrem leichtes und festes Material, das nur sehr schwer herzustellen ist. Dementsprechend klingt der überragend verarbeitete und sehr edel aussehende Utopia auch: detailreich, herrlich luftig und sehr, sehr räumlich. Im Bassbereich überflügelt er den Stax sogar, der untenherum eher schlank abgestimmt ist. Kurz: ein Traum!

Hifiman HE1000 V2

Das Topmodell von Hifiman: der HE1000 V2.
Das Topmodell von Hifiman: der HE1000 V2.

Den Hifiman HE1000 gibt es bereits in der zweiten Modellgeneration, deshalb das „V2“ im Namen. Im Vergleich mit dem ersten Entwurf wurde das Gewicht auf rund 420 Gramm reduziert, ein hochwertigeres (austauschbares) Kabel verwendet, die Form der Ohrpolster verändert und das Design des Treibergehäuses modifiziert. Preis für das Vergnügen: 3.500 Euro. Beim Hifiman HE1000 V2 handelt sich um einen offenen Magnetostaten, der mit herkömmlichen, möglichst hochwertigen Kopfhörerverstärkern betrieben werden kann. Beim magnetostatischen Wandlerprinzip wird eine leichte metallische Folie zwischen zwei Lagen an Neodymmagnete gespannt. Das ergibt eine vergleichsweise große Fläche, die mit äußerst geringer Masse das Musiksignal sehr präzise darstellen kann. Der Hifiman eignet sich für jede Art von Musik, klingt sehr neutral, detailreich und reicht tief in den Basskeller hinab. Auch seine Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Ein Traumkopfhörer!

 

Vorgestelltes Produkt:
HiFiMAN HE-1000 V2 (aktuelle Version) magnetostatische High End Over-Ear-Kopfhörer
Aktueller Amazon-Preis: EUR 3.499,00


 

 

Audeze LCD-3

Schweres Geschütz: Audeze LCD-3.
Schweres Geschütz: Audeze LCD-3.

 

Und gleich noch ein Magnetostat: der Audeze LCD-3 für 2.400 Euro. Der in Handarbeit in den USA hergestellte Kopfhörer verfügt im Vergleich mit seinen Brüdern, dem LCD-2 (circa 1.200 Euro) und dem LCD-4 (circa 4.800 Euro), unserer Meinung nach über das vernünftigste Preis-Leistungs-Verhältnis im Audeze-Universum. Der offene LCD-3 ist äußerst massiv verarbeitet und wiegt mit 550 Gramm (ohne Kabel) etwas mehr als die hier vorgestellten High-End-Kopfhörer. Wer also empfindlich auf Gewicht auf dem Kopf reagiert, sollte eher zu einem leichteren Modell greifen. Klanglich entpuppt sich der LCD-3 als echte Dampfwalze, die massiven Druck entwickelt – vor allem im Bassbereich. In den Höhen zeigt der Hörer hingegen eine leichte Zurückhaltung, wodurch die Ohren nicht so schnell ermüden. An den Audeze-Kopfhörern scheiden sich deshalb die Geister – manche lieben sie, manche finden sich furchtbar. Uns gefallen sie aufgrund ihres eigenwilligen Charakters sehr gut.

 

Stax SR-L700 Pro

Trotz Plastik absoluter High-End-Klang: Stax SR-L700 Pro in Kombination mit dem Verstärker SRM-006tS.
Trotz Plastik absoluter High-End-Klang: Stax SR-L700 Pro in Kombination mit dem Verstärker SRM-006tS.

Beim Stax SR-L700 Pro für 1.700 Euro handelt es sich um die aktuelle Speerspitze der traditionsreichen Lambda-Serie von Stax, die seit Jahrzehnten hergestellt wird. Im SR-L700 Pro kommt teilweise Technik vom oben bereits vorgestellten Stax SR-009 zum Einsatz. Allerdings steckt die hauchdünne elektrostatische Folie in eimem Plastikgehäuse, das auf den ersten Blick eher billig wirkt. Das Plastik hat aber auch einen Riesenvorteil: Der Kopfhörer ist schön leicht und kommt auf nur 360 Gramm ohne Kabel. Wie alle anderen Stax-Hörer auch, benötigt der SR-L700 Pro allerdings einen speziellen Stax-Kopfhörerverstärker, in diesem Fall am besten den Stax SRM-353X (circa 1.350 Euro) oder den mit Röhren bestückten Stax SRM-006tS für rund 1.850 Euro. Klanglich orientiert sich der SR-L700 Pro an seinem großen Vorbild SR-009, erreicht dieses aber natürlich nicht ganz. In puncto Transparenz und Detailauflösung überbietet er trotzdem sämtliche Konkurrenzprodukte.

 

Sennheiser HD 800 S

400 Euro teurer als das Standardmodell: der Sennheiser HD 800 S.
400 Euro teurer als das Standardmodell: der Sennheiser HD 800 S.

Mit dem nach wie vor erhältlichen Sennheiser HD 800 (circa 1.200 Euro) setzte sich Sennheiser ein kleines Denkmal bei den offenen, dynamischen Kopfhörern. Der Kopfhörer verkaufte und verkauft sich immer noch sehr gut, musste aber auch Kritik über sich ergehen lassen – zu nüchtern und sachlich, so die Kritik, und außerdem zu vorlaut im Hochtonbereich. Diese Kritik nahmen sich die Deutschen zu Herzen und brachten zusätzlich den 400 Euro teureren HD 800 S auf den Markt, der mehr Bass und einen seidigeren Hochtonbereich liefert und somit etwas natürlicher und weniger anstrengend klingt. Ein hochgradig neutraler, räumlicher, herrlich leichter Kopfhörer, der trotz immenser Feinauflösung nicht ins übertrieben Analytische abgleitet.

 

Oppo PM-1

Auch die Chinesen können hervorragende Kopfhörer bauen, wie der Oppo PM-1 zeigt.
Auch die Chinesen können hervorragende Kopfhörer bauen, wie der Oppo PM-1 zeigt.

Der eher für seine Blu-ray-Player und Smartphones bekannte Hersteller Oppo führt auch Kopfhörer und Kopfhörerverstärker im Programm. Das Spitzenmodell der Chinesen, der offene Oppo PM-1, kostet rund 1.400 Euro und ist ein Magnetostat. Die Verarbeitungsqualität ist superb, der Sitz auf dem Kopf ebenfalls. Im Vergleich mit den Magnetostaten der Konkurrenz fällt er kleiner und leichter aus – gute Verkaufsargumente. Klanglich entpuppt er sich als stressfreier, verzerrungsarmer, leicht dunkel klingender Alleskönner mit einem ordentlichen Bassfundament. Eine echte Alternative zu den Modellen von Audeze und Hifiman.

 

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OPPO PM-1 Planar Magnetic Headphones / magnetostatischer Kopfhörer
Aktueller Amazon-Preis: EUR 1.399,00


 

 

Audeze LCD-XC

Eine Besonderheit: der geschlossene Magnetostat Audeze LCD-XC.
Eine Besonderheit: der geschlossene Magnetostat Audeze LCD-XC.

Im Gegensatz zu seinen Brüdern aus der LCD-Serie handelt es sich beim Audeze LCD-XC für rund 2.100 Euro um ein geschlossenes Modell, das heißt, der Schall kann aufgrund des geschlossenen Gehäuses nicht oder kaum nach außen gelangen. Der Träger des äußerst edel aussehenden Kopfhörers bekommt umgekehrt auch weniger von Umweltgeräuschen mit, fühlt sich also abgeschotteter. Die geschlossene Bauweise wirkt sich auch auf den Klang aus: Der Bass wird tiefer und druckvoller, zudem klingt alles eine Spur farbenprächtiger. Auf der anderen Seite wirkt der Audeze LCD-XC im Präsenzbereich dafür etwas schlanker – reine Geschmackssache also. Wer ihn mobil betreiben möchte, sollte allerdings nicht das recht hohe Gewicht dieses massiven Hörers vergessen.

 

Focal Elear

Eine echte Schönheit: der Focal Elear.
Eine echte Schönheit: der Focal Elear.

Als unser Preis-Tipp im Konzert der absoluten Weltklasse-Kopfhörer gilt der Focal Elear, der „nur“ 1.000 Euro kostet. Dafür bietet der schöne Franzose eine erstklassige Verarbeitung, ein modernes Design und ein noch akzeptables Gewicht von 450 Gramm. Klanglich kann der offene Dynamiker nicht ganz mit dem viermal so teuren, weiter oben vorgestellten Focal Utopia mithalten, dafür aber mit den Konkurrenzprodukten, die teilweise das Doppelte von ihm kosten. Der Bass hat Punch, Hochton-Freunde frohlocken ebenfalls. Der Elear bietet ein homogenes Klangbild über den gesamten Frequenzbereich und eignet sich für jede Art von Musik. Kurz: Ein Allrounder, der viele Freunde findet und sich im halbwegs bezahlbaren Bereich bewegt. Oh, là, là!

 

Hifiman HE-560

Optisch keine Schönheit, klanglich aber sehr wohl: der Hifiman HE-560.
Optisch keine Schönheit, klanglich aber sehr wohl: der Hifiman HE-560.

 

Last, but not least haben wir zum Abschluss noch den Magnetostaten Hifiman HE-560, der mit einem Listenpreis von 1.070 Euro ebenfalls noch im einigermaßen erschwinglichen Rahmen liegt. Im Vergleich mit seinem Vorgänger, dem nicht mehr erhältlichen HE-500, wurde das Gewicht auf knapp 400 Gramm reduziert, was besonders dem Tragekomfort erhöht. Klanglich leistet er sich keine Schwächen und erfreut den Hörer mit einem kräftigen Bass. Wer einen Kopfhörer für lange Hörsessions sucht, die nicht die Ohren ermüden, sollte den Hifiman HE-560 auf jeden Fall in die engere Wahl ziehen. Trotz seiner Unangestrengtheit kommt die Höhenauflösung nicht zu kurz.

 

Vorgestelltes Produkt:
HiFiMAN HE-560 Magnetostatischer High End Kopfhörer
Aktueller Amazon-Preis: EUR 1.058,31


 

 

PLAYER.de meint: Auch für Kopfhörer kann man mehrere Tausend Euro ausgeben, wie dieses Zehnerfeld hier zeigt. Natürlich geben nur relativ wenige Menschen so viel Geld für Kopfhörer aus, deshalb handelt es sich bei diesem Artikel nicht nur um eine Kaufberatung, sondern in erster Linie auch um ein Darstellen, was technologisch und klanglich machbar ist. Mit dem Focal Elear und dem Hifiman HE-560 finden sich hier dennoch zwei Modelle, die mit rund 1.000 Euro einigermaßen erschwinglich sind. Der Traum schlechthin ist und bleibt jedoch der Stax SR-009, in den man sich beim ersten Hören nur verlieben kann.