Schlechtester Film des Jahres: „Batman v Superman: Dawn of Justice“ (Blu-ray)

Rette sich, wer kann, das Superhelden-Debakel naht!
Rette sich, wer kann, das Superhelden-Debakel naht!

Zwei Dreijährige spielen mit ihren Actionfiguren. „Dusch, dusch“, plärrt der eine – und haut der Figur des Nachbarkindes auf den Kopf. „Rattatattta“, kontert das Nachbarkind, „ratttatttta!“ Nach einer Ausholbewegung landet die Actionfigur am Schädel des anderen Kindes, das fluchtartig und laut heulend den Ort des Geschehens verlässt. „Mama, Mama, der hat mich geschlagen, buhuhu!“

Warum wir das an dieser Stelle erwähnen? Weil es ungefähr das Geschehen am Ende von „Batman v Superman: Dawn of Justice“ (Ultimate Edition) widerspiegelt. Ehrlich: Schon lange keinen derart beknackten, dilettantisch wirkenden Kampf mehr gesehen! Und vor allem: keinen so erschreckend fantasielosen. Das Megamonster, mit dem sich Batman und Superman und die andere Superheldin rumschlagen müssen, scheint direkt aus „Herr der Ringe“ zu stammen – eine schäbige 1:1-Kopie eines Orks, über die sogar Dreijährige lachen müssen. Vor allem der Schlusskampf hat gute Chancen, bald bei den „Schlefaz“ (Schlechteste Filme aller Zeiten) von Oliver Kalkofe im Fernsehen durch den Kakao gezogen zu werden.

Ein Fall für die Anwälte: ein dreist geklauter Ork mit Bindehautentzündung.
Ein Fall für die Anwälte: ein dreist geklauter Ork mit Bindehautentzündung.

Die Schauspielleistung von Ben Affleck als Batman wirkt wie eine lustlose Karnevalsperformance nach acht Doppelkorn, Henry Cavill bleibt als Superman ähnlich blass und lustlos. Die Handlung? Vernachlässigenswert, vorhersehbar und zum Fremdschämen. „Batman v Superman: Dawn of Justice“ zeigt eindrucksvoll, dass die inflationäre Zahl an Superheldenfilmen das Genre an den Abgrund bringt, und die nächsten Vollkatastrophen wie „Suicide Squad“ lauern uns bereits auf. Definitiv der mieseste Film, den wir im Jahr 2016 ertragen mussten. Zum Glück haben wir nur die Kinofassung gesehen, die bereits auf unendlich lange 151 Minuten kommt. Der ebenfalls enthaltene Extended Cut verlängert die Qual noch mal um 30 Minuten und empfiehlt sich als Drohung für Kinder, die nicht ins Bett gehen wollen.

Ein Fall für die Weight Watchers: Batman trägt jetzt Doppelkinn.
Ein Fall für die Weight Watchers: Batman trägt jetzt Doppelkinn.

Bild, Ton und Extras

An der Bildqualität gibt es kaum etwas auszusetzen – hohe Schärfe, wenig Rauschen, viel Kontrast. Man merkt der hier vorliegenden 2D-Blu-ray an, dass das Digital Intermediate in 4K erstellt wurde. Die ebenfalls erhältliche 4K-Version muss noch wesentlich besser aussehen, kostet aber auch locker das Doppelte. Weiterhin fällt auf, dass einige Filmszenen im IMAX-Format vorliegen. Beifall setzt es auch für den Ton: Nicht nur die englische Tonspur liegt in Dolby Atmos vor, sondern auch die deutsche! Aber auch ohne Dolby-Atmos-Anlage erzittert das Heimkino/Wohnzimmer vor lauter Bassattacken und Surroundeffekten. Auch bei den Extras besteht kein Grund zur Klage: Viele kleine Features liefern Hintergrundinfos für Fans – und zwar immer mit Untertiteln und stets in HD-Qualität. Rein technisch präsentiert sich die 2D-Blu-ray-Version von „Batman v Superman: Dawn of Justice“ also voll auf Höhe der Zeit. Dennoch haben wir es hier mit einem heißen Anwärter auf die Goldene Himbeere zu tun.

PLAYER.de meint: Ein Film von Dreijährigen für Dreijährige – krach, bumm, zisch. Mehr gibt es zu diesem Meisterwerk nicht zu sagen. Rattttattta, dusch, dusch!