Ratgeber: HDR bei 4K-Fernsehern – Vorteile dieser Technik

Moderne Fernseher des Modelljahrgangs 2016 beherrschen oft die HDR-Wiedergabe – wie der hier gezeigte Samsung KU6509.
Moderne Fernseher des Modelljahrgangs 2016 beherrschen oft die HDR-Wiedergabe – wie der hier gezeigte Samsung KU6509.

HDR ist hierzulande seit 2016 das nächste große Ding bei modernen Fernsehern. Doch was ist „High Dynamic Range“ und was bringt es – und wie kommt man an entsprechendes HDR-Material? Player.de bringt Licht ins Dunkel.

Während 2014 und 2015 Ultra-HD- beziehungsweise 4K-Auflösung im Trend lag und in aller Munde war, hielt 2016 ein anderes Zauberwort Einzug: HDR, ein Ausdruck, der für „High Dynamic Range“ steht. HDR-Bilder sind Bilder mit einem hohen Dynamikumfang, sie werden auch gern als Hochkontrastbilder bezeichnet. Das, was wir bisher zu sehen bekamen, wird hingegen „Standard Dynamic Range” (SDR) genannt. Bei Filmszenen, die originalgetreu und natürlich wirken sollen, spielt die HDR-Technik mit ihrem erweiterten Kontrastumfang eine entscheidende Rolle. Denn „High Dynamic Range“ beinhaltet viel mehr Bildinformationen (Kontrast, Farbspektrum, Helligkeit) als SDR, weshalb HDR-Bilder realistischer und beeindruckender wirken.

In dieser Abbildung sind die Unterschiede zwischen SDR und HDR deutlich zu erkennen (Bildquelle: Samsung).
In dieser Abbildung sind die Unterschiede zwischen SDR und HDR deutlich zu erkennen (Bildquelle: Samsung).

 

Besonders in hellen Bildbereichen wie zum Beispiel Schneeflächen herrscht dank HDR mehr Durchzeichnung. So werden nun auch Details, die im Schatten oder im hellen Licht bisher absoffen, sichtbar. Man erkennt mehr Details als bei SDR. Das gilt auch für dunkle Bildbereiche – in schwarzen oder schummrigen Flächen tauchen mehr Feinheiten auf. Man könnte auch sagen: Weiß wirkt mit HDR weißer, die Farbe Schwarz wesentlich schwärzer – es wird ein größeres Spektrum abgedeckt. Aber auch die Farbpalette fällt größer aus – Farben erscheinen detaillierter abgestuft und lebensechter.

Bildquelle: Samsung.
Bildquelle: Samsung.

Zusammenfassend kann man sagen, dass nicht nur eine höhere Auflösung (4K bietet viermal mehr Bildpunkte als Full-HD) mehr Details ans Licht bringt. Auch die Qualität der Pixel spielt eine Rolle – und dank HDR verändern sich diese zum Positiven. In Zahlen ausgedrückt: Pro Farbkanal sind nun bei HDR bis zu tausend Helligkeitsabstufungen drin, während bisher nur 256 Nuancen möglich waren. Wer fit für die TV- und Heimkino-Zukunft sein möchte, sollte sich also einen HDR-fähigen 4K-Fernseher anschaffen. Die HDR-Fähigkeit bewegt sich im Jahr 2016 nicht mehr nur im Hochpreissegment, sondern kommt auch bei immer mehr erschwinglichen Mittelklasse-TVs zum Einsatz.

Wie kommt man an HDR-Inhalte?

Doch was tun, wenn endlich der neue, HDR-fähige Ultra-HD-Fernseher im Wohnzimmer steht – wie kommt man an HDR-Material? Hier gibt es derzeit zwei Möglichkeiten: 4K-Discs, auch als Ultra-HD-Blu-rays bezeichnet, oder Streaming. 4K-Material führen mittlerweile zwar einige Streaming-Plattformen im Programm, aber als bisher einzige Streaming-Anbieter verfügen Amazon Prime Video und Netflix dank HDR-Unterstützung über ein Alleinstellungsmerkmal. Aber nur wenige Inhalte sind dort derzeit in HDR erhältlich, das muss auch erwähnt werden. Doch Vorsicht ist auch bei 4K-Discs angebracht: Nicht alle sind auch mit HDR aufgenommen.

Derzeit für rund 22 Euro zu bekommen: Passenger 4K.
Derzeit für rund 22 Euro zu bekommen: Passenger 4K.

Vor allem 4K-Dokumentationen wie zum Beispiel „Timescapes 4K“ oder „Passenger 4K“ kommen häufig ohne HDR daher. Dies bedeutet nicht, dass sie schlecht aussehen, doch der erweiterte Kontrastumfang und die leuchtenderen Farben sorgen für ein plastischeres Bild. Bei Hollywood-4K-Blockbustern wie „The Revenant“ oder „Der Marsianer“ gilt HDR hingegen als selbstverständlich. Achten Sie bei der deutschen Kaufversion darauf, dass Sie auf der Vorderseite der Hülle den HDR-Aufdruck sehen. Um entsprechende Discs genießen zu können, brauchen Sie noch einen 4K-Player. Mit einem konventionellen Blu-ray-Player, der nur Full-HD beherrscht, schauen Sie in die Röhre. Derzeit gibt es nur zwei 4K-Blu-ray-Player auf dem Markt: den Panasonic DMP-UB900 (Listenpreis: 799 Euro) und den Samsung UBD-K8500 (499 Euro.) Beide sind mittlerweile im Handel ein gutes Stück preiswerter zu bekommen.

PLAYER.de meint: Wer bisher mit dem Kauf eines 4K-Fernsehers gewartet hat, kann nun zugreifen. Der neue TV sollte aber unbedingt HDR-fähig sein, denn HDR hebt die Bildqualität auf ein neues Niveau: Filme wirken realistischer, farbechter und plastischer – man erkennt viel mehr Details in hellen und dunklen Bildbereichen.