Oscar-Abräumer: Spotlight (Blu-ray) – eine kleine Filmkritik

Seit wenigen Tagen als DVD und Blu-ray erhältlich: der Oscar-Gewinner „Spotlight“.
Seit wenigen Tagen als DVD und Blu-ray erhältlich: der Oscar-Gewinner „Spotlight“.

Oscar als bester Film – das weckt hohe Erwartungen. Aber ist das preisgekrönte Journalisten-Drama, das auf wahren Begebenheiten beruht und den Kindesmissbrauch durch Priester thematisiert, wirklich so gut? Antwort: Ja, ist es!

Nein, es handelt sich nicht um einen jener Filme, die man mal schnell nebenbei schaut, dabei Berge an Popcorn verdrückt und am nächsten Tag fast wieder alles vergessen hat. Nein, „Spotlight“ wirkt nach. Macht nachdenklich. Beschäftigt. Und nein, dieser Film ist kein bisschen langweilig. Er baut die Spannung nach und nach auf, bis dem Zuschauer immer mehr die Spucke wegbleibt. Weil die Verstrickungen und Vertuschungsaktionen der Kirche im katholisch geprägten Boston immer dreister und ungeheuerlicher werden. Zur Handlung: Walter Robinson (Michael Keaton), der Leiter des investigativen Teams „Spotlight“ beim „Boston Globe“, erhält im Jahr 2001 vom neuen Chefredakteur (Liev Schreiber) den Auftrag, einen alten Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche neu aufzurollen. Mit Erfolg: Das vierköpfige Team, dem auch die Journalisten Mike Rezendes (Mark Ruffalo), Sacha Pfeiffer (Rachel McAdams) und Matt Carroll (Brian d’Arcy James) angehören, deckt durch intensive Recherchen immer mehr skandalöse Details eines Kindesmissbrauchsskandals auf, der an den Grundfesten der religiösen Institution rüttelt. Nach knapp über zwei Stunden Spielzeit bleibt man als Zuschauer regungslos sitzen und starrt auf den Abspann, der noch einige Überraschungen bereithält. Mehr wollen wir an dieser Stelle nicht verraten.

Wiederholungstätern auf der Spur: Michael Keaton und Rachel McAdams.
Wiederholungstätern auf der Spur: Michael Keaton und Rachel McAdams.

 

Bild, Ton und Extras

Das Bild, das den Fernseher oder die Leinwand im Format 1:78:1 voll ausfüllt, hinterlässt einen positiven Eindruck. Vieles spielt sich in den hell erleuchteten Büroräumen des „Boston Globe“ ab, dunkle Szenen kommen (zumindest anfangs) selten vor. „Spotlight“ besticht durch eine fast durchgängig hohe Schärfe und Detailvielfalt. Knallfarben darf man als Zuschauer nicht erwarten, aber die würden auch gar nicht zur Thematik passen. Ein rundum tolles Bild, das zeigt, was das Medium Blu-ray im Jahr 2016 draufhaben kann. Der englische Originalton liegt in Dolby TrueHD 5.1 vor, während die deutsche Version sich mit Dolby Digital 5.1 begnügen muss. Dies ist bei einem dialoglastigen Streifen wie diesem aber nicht schlimm. Dennoch gibt es in den Großraumbüros immer wieder einhüllende Effekte – man fühlt sich mitten im Geschehen. Mickerig fallen allerdings die Extras aus: Nach „Spotlight: Ein Blick ins Innere“ (zwei Minuten), „Der Zustand des Journalismus“ (drei Minuten) und „Die Wahrheit aufdecken: Ein Spotlight-Team am runden Tisch“ (sieben Minuten) ist schon wieder Schluss.

 

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PLAYER.de meint: Ein wichtiger Film, der die Oscar-Auszeichnung völlig zurecht erhalten hat – spannende, leider reale Story und großartige Schauspieler. Das Bild liegt über dem Durchschnitt, der Ton geht in Ordnung. Lediglich die Extras fallen ab. Daumen hoch, so muss anspruchsvolles Kino sein!

Testequipment

4K-Fernseher: Sony KD-65 XD 9305

4K-Player: Panasonic DMP-UB900

AV-Receiver: Marantz SR6004

5.1.Surround-Set: Elac Linie 180