Test: Das bringt der Samsung-Bildmodus HDR+ wirklich

Samsung verspricht, dass einzelne Helligkeitsabstufungen detaillierter dargestellt werden, zum Beispiel hier beim Sonnenuntergang.
Samsung verspricht, dass einzelne Helligkeitsabstufungen detaillierter dargestellt werden, zum Beispiel hier beim Sonnenuntergang.

Letzte Woche berichteten wir über Samsungs neuen Bildmodus HDR+, der per Software-Update bei Samsung-TVs des Modelljahres 2016 mehr Kontrast bieten und dunkle und helle Bildbereiche optimieren soll. Diese Woche haben wir es selber ausprobiert.

Samsung kündigte letzte Woche per Pressemitteilung einen neuen Bildmodus an: HDR+. Darin hieß es: „Die Technologie sorgt für mehr Kontraste und wertet Bildareale auf, die vorher zu dunkel oder zu hell waren. Dadurch sind viel mehr Details erkennbar und das Bild wirkt schärfer.“ Dabei soll HDR+ alle Bilder aufwerten, und zwar „unabhängig von der Signalquelle“. Die Koreaner betonen, dass HDR-Bilder bislang „lediglich mit Filmen auf Ultra-HD-Blu-ray-Discs und ausgewählten Inhalten auf Streamingplattformen“ möglich sind. Das soll sich durch HDR+ ändern: „Das TV-Erlebnis wird durch HDR+ kontrastreicher und farbintensiver, auch wenn kein spezieller HDR-Content wiedergegeben wird.“ Mittlerweile ist HDR+ per Software-Update verfügbar, was uns zu einem sofortigen Test veranlasste: Was hat HDR+ wirklich auf dem Kasten? Wir führten das Software-Update beim HDR-fähigen Edelfernseher Samsung UE 65 KS 9590 durch (Listenpreis: 4.500 Euro).

Unser Testobjekt für HDR+: der Samsung UE 65 KS 9590.
Unser Testobjekt für HDR+: der Samsung UE 65 KS 9590.

Vorab aber ein paar grundsätzliche Überlegungen zum Thema HDR, das viele Veränderungen bei der Leuchtdichte, beim Farbraum und beim Gammaverlauf bewirkt und nicht unumstritten ist. Es stellt sich zum Beispiel die Frage, wie HDR-Bilder in extrem heller Umgebung wirken – saufen dunkle Abstufungen dann ab? Und: Sehen SDR-Clips auf einem HDR-fähigen Fernseher dynamischer aus? Mit seinen zahlreichen Funktionen bietet der Samsung UE 65 KS 9590 diverse Möglichkeiten, das Bild zu beeinflussen – zum Beispiel den neuen Modus HDR+. Dieser findet sich im Bildmenü unter „Spezialmodus“. Aktiviert man diesen Modus, passiert etwas Interessantes: Er wirkt sich auf Helligkeitsverlauf, Bilddynamik und Farbdarstellung aus, obwohl er rein messtechnisch die Leuchtdichte verschieden großer Weißfelder nicht steigern kann. Konkret bedeutet dies, dass Farben intensiver leuchten, dunkle Abstufungen mehr Konturen aufweisen und mittlere Kontraste heller erscheinen, was sich super fürs Schauen bei Tageslicht eignet.

HDR+ kann zusätzlich mit der Funktion „Optimalkontrast“ kombiniert werden. Dann wirkt beispielsweise eine sommerliche HDR-Szene im dunklen Wald, durch den einzelne Sonnenstrahlen scheinen, noch etwas farbenprächtiger, plastischer und subjektiv auch heller. Wir erkennen Strukturen von Baumrinden besser. In den Stufen „Mittel“ oder „Hoch“ kann es jedoch schnell zum Übersteuern von Spitzlichtern kommen. Erfreulich: HDR+ und die Optimalkontrast-Funktion wirken auch bei SDR-Videos.

PLAYER.de meint: Letztlich handelt es sich um eine Art Dynamik-Modus, der ohne Blaustich oder Schärfetricks auskommt und ein erfreulich natürliches Bild produziert. Daumen hoch!