Exodus: Götter und Könige [Blu-ray Filmvorstellung]

Exodus: Götter und Könige
Exodus: Götter und Könige

Nach der Ankündigung des FOX, zukünftig alle Inhalte in UHD und HDR zu produzieren (siehe Meldung von Hollywoodreporter hier), steigt auch bei Heimkino-Fans das Interesse für Filme des Hollywood-Studios. HDR-Ausschnitte des Films auf Samsung SUHD-TVs konnten wir bereits bestaunen, hier nun ein vollständiger Review des Films.

In der US-amerikanischen und britischen Koproduktion der Bibelverfilmung „Exodus: Götter und Könige“ aus dem Jahr 2014 widmet sich Regisseur Ridley Scott dem zweiten Buch Mose. Filmtechnisch imposant bereitet er den Exodus, den dramatischen Auszug der Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft, auf. Christian Bale verkörpert Moses, der als vermeindlich ägyptischer Kronprinz aufwächst, aber tatsächlich dem Volk der Israeliten angehört. Die in Ägypten als fremd empfundenen Israeliten ließ Pharao Sethos, gespielt von John Turturro ,versklaven, um sie als Zwangsarbeiter beim Bau der Pyramiden einzusetzen. Sein vermeindlicher Bruder und Widersacher Ramses wird gespielt von Joel Edgerton.

In den USA lief der Film am 12. Dezember 2014 an. In Deutschland kam der Film am 25. Dezember 2014 in die Kinos. Seit Mai 2015 ist er auf Blu-ray erhältlich.

 

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Story

Als Pharao Sethos (John Turturro) alle Israeliten in Ägypten versklavt und ihre männlichen Nachkommen im Nil ertränken lässt, überlebt nur Moses (Christian Bale), der von seiner verzweifelten Mutter in einem Korb auf dem Nil ausgesetzt und seinem Schicksal überlassen wird. Er wird von der Tochter des Pharaos entdeckt und durch seine ebenso privilegierte wie liebevolle Ziehmutter als vollwertiger ägyptischer Prinz aufgezogen. Gemeinsam mit dem ambitionierten Kronprinzen Ramses wächst er zu einem stattlichen und verantwortlichen Repräsentanten des ägyptischen Reiches heran. Sie verbinden nicht nur vermeindliche Familienbande, sondern auch eine innige Freundschaft. Seite an Seite kämpfen sie für den Pharao und ihr Reich.

Überraschend für beide favorisiert Pharao Sethos als er im Sterben liegt den jüngeren Moses als Nachfolger. Nach dem Tod des Sethos wird dennoch Ramses der neue König Ägyptens. Moses, ohne Aspirationen auf Macht und den Titel des Pharaos, lässt ihn gewähren, wird von Ramses jedoch zunehmend als Bedrohung empfunden. Als dieser erfährt, dass Moses in Wahrheit zu den Hebräern gehört, eine Nachricht, die selbst Moses zunächst nicht glaubt, verbannt Ramses ihn ins Exil.

Ausgestoßen und ohne jegliche empfundene Gruppenzugehörigkeit lernt Moses in einem Dorf seine spätere Ehefrau kennen. Neun Jahre ziehen ins Land, bis Moses während eines Sturmes Gott begegnet, der ihm befielt, sein Volk der Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft zu befreien. Moses kehrt daraufhin nach Kairo zurück, wo die Konfrontation zwischen den Ziehbrüdern und den Ägyptern und Israeliten ihren Lauf nimmt und das biblische Epos beginnt.

Schauspieler

Bereits vor dem Filmstart sorge das Casting des Films für Kontroversen und vereinzelten Boykottaufrufen. Mit Christian Bale als Moses, Joel Edgerton als Ramses wurden als Hauptakteure lediglich weiße Schauspieler verpflichtet. In Nebenrollen und vor allem für die Komparsenrollen der Masse der israelischen Sklaven und ägyptischer Bürger wurden überwiegend dunkelheutige Darsteller gecastet. Dies stehe im deutlichen Widerspruch zu der Tatsache, dass Menschen europäischer Erscheinung damals ganz sicher nicht die Führungspositionen besetzten.

Mit Christian Bale (Public Enemies, The Fighter, Badman Begins) als Moses ist es Ridley Scott ungeachtet dessen gelungen, bereits den vierten Oscarpreisträger als Rolle des Moses zu verpflichten. Der Befreier der Israeliten wurde in dem oft verfilmten Epos zuvor in anderen Werken von den Oscarpreisträgern Charlton Heston (die zehn Gebote, 1965), Burt Lancaster (Moses, 1975) und Ben Kingsley (Die Bibel – Moses, 1996) verkörpert.

Mit Joel Edgerton (Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger, Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith, King Arthurm, Warrior) in der Rolle des Ramses, findet Ridley Scott zudem eine glaubwürdige und passende Besetzung für den notirischen, aggressiven und über alle Maßen ehrgeizigen Ramses. Die Übernahme der Rolle des ungeliebten Ramses war zuvor von den Schauspielern Oscar Isaac und Javier Bardem abgelehnt worden.

In der kurzlebigen Rolle des Pharaos Sethos verkörpert John Turturro (Leg dich nicht mit Zohan an, Transformers, Transformers – die Rache, Transformers 3) zudem glaubhaft den sterbenden und um die Weitergabe seiner Macht und Erhaltung des Königreiches besorgten Herrschers. Mit der Verpflichtung von Aaron Paul (Breaking Bad, Need for Speed) als Josua und dem Oscarpreisträger Ben Kingsley als Nun gelingt Ridley Scott eine erstklassige Besetzung des Filmes.

Regisseur

Der britische Filmproduzent und Regisseur Ridley Scott setzt mit „Exodus“ seine Reihe von Monumentalverfilmungen historischer wie auch fiktiver Ereignisse fort. „Exodus: Götter und Könige“ steht dabei im ästhetischen und malerischen visuellen Stil, den Scott sich durch seine Erfahrung als Regisseur von Werbespots aneignete, in einer Reihe mit den Regiearbeiten Scotts bei Black Hawk Down, Königreich der Himmel, American Gangster, Robin Hood und vielen mehr. Zudem produzierte Scott Filme wie Alien, Prometheus – Dunkle Zeiten und Hannibal. Gladiator erhielt als bester Film den Oscar im Jahr 2000 und den Golden Globe 2001. Zudem erhielt Scott eine Oscar-Nominierung für die Beste Regie für Gladiator und für den umstrittenen Kriegsfilm Black Hawk Down über den US-amerikanischen Militäreinsatz in Somalia.

Mit Werken wie Black Hawk Down prägte Ridley Scott, der in England zum Ritter geschlagen wurde, die moderne Action-Darstellung und etablierte die dokumentarische Kameraführung in der neueren Filmkunst.

Aufnahmetechnik

Durch lange Totalaufnahmen, die durch stimmig eingesetzte Nahaufnahmen unterbrochen werden, schafft Scott es wie in seinen früheren Werken die Kämpfe visuell beeindruckend auf die Leinwand zu bringen und zahlreiche Details spürbar realistisch darzustellen. Gleiches gilt insbesondere für die zehn Plagen, die als Strafe auf die Ägypter heraufbeschworen werden – über winzige Heuschreckenfluten bis hin zu beeindruckend animierten Krokodilen.

VFX Experte Peter Chiang zeichnet sich verantwortlich für die visuelle Nachbearbeitung. Ridley Scotts Zielvorgabe war es dabei, dass alles so aussehen solle, als könne es ein natürliches Ereignis sei – von Heuschreckenplagen über beeindruckende Unwetter, Sturmböen, Blitzen und Tsunamis. Für das Sklavenheer der über 400.000 Israeliten, der Froschplage, einer über hundert Meter hohen Welle, der Pferde und Kampfwagen inmitten des Meeres, bedurfte es intensiver visueller Effekte und Nachbearbeitungen, die beeindruckend gut gelungen sind.

Für die Nahaufnahmen der fliehenden Israeliten und der anreitenden Ägypter im Roten Meer nutzten die Produzenten einen Strand und somit tatsächliches Meerwasser.

Scott benutzte für die Kameratechnik die Red Epic Dragon, die mit Zeiss Ultra Prime- sowie die Angenieux Optimo-Objektiven bestückt war. Für die Luftaufnahmen kam eine Red Epic M-X zum Einsatz.
Der Film ist in Dolby und Dolby Atmos Sond erhältlich.

Produktionskosten und Kinoertrag

Bei der monumentalen Bibelverfilmung handelt es sich um eine 140-Millionen-Dollar-Produktion. Eine ungeheure Anzahl an Komparsen und Statisten verhelfen den Film zu einer extrem realistischen Darstellung und Wiederbelebung einer antiken Geschichte.

Die Dreharbeiten begannen im Oktober 2013 in Almeria, im Süden Spaniens. Zudem wurde in den Pinewood Studios in England und in Quarzazate in Marokko gedreht. Die Szene am und im Roten Meer wurde auf Fuerteventura gedreht. Die Statisten wurden vor Ort gecastet. Der Film lockte 246.493 Zuschauer in die Kinos spielte allein 65 Millionen US-Dollar in den USA und Kanada ein. Weltweit kam der Film auf Einnahmen von 268 Millionen US-Dollar. Damit lag er unter der ebenfalls 2014 erschienenen Bibelverfilmung „Noah“, der allein an seinem Veröffentlichungswochenende 43,7 Millionen US-Dollar einspielte.

Bild- und Tonqualität

„Exodus: Götter und Könige“ ist in DCI für D-Cinema gemastert und wurde dann für den HDTV-Farbraum auf Blu-ray konvertiert. Es ist eine 2D und eine 3D-Version erhältlich. Dariusz Wolski, der bereits bei den verschiedenen Reihen von Fluch der Karibik für die Kameratechnik verantwortlich war, und der Produktionsdesigner Arthur Max, der mit Ridley Scott bereits beim Königreich der Himmel zusammenarbeitete, setzen die epischen Schlachtaufnahmen des Filmes beeindruckend in Szene. Die Kostümdesignerin Janty Yates, die beim Film Gladiator ebenfalls bereits mit Scott zusammenarbeitete, schmückt den Film mit zahlreichen Details. Die digitalen Effekte erreichen gute HDTV-Qualität, ob die Qualität in der UHD-Fassung aber noch weiter gesteigert werden kann, bleibt fraglich. Der Film ist beiliebe nicht immer knackscharf und rauschfrei, kann aber in vielen Szenen wie Konversationen und den Luftaufnahmen sehr gut überzeugen. Interessant wird auch die HDR-Version, die Samsung mit einer Nachfolgeversion des UHD Video Pack anbieten möchte.

Wie das Bild, ist auch der Ton gewaltig und bringt große Heimkinos zum Zittern. Die Scheibe sollte in keiner Heimkino-Filmsammlung fehlen.

 

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Altersfreigabe

Der Film ist ab 12 Jahren freigegeben. Zwar beinhaltet der Film im Zuge seiner Schlachtinszenierungen auch stellenweise ein hohes Ausmaß an Gewalt, fokussiert sich jedoch auf die Befreiung der Israeliten und der zehn Plagen, die zwar monumental und detailreich zugleich daherkommen, jedoch ohne explizite Darstellungen auskommen.

Player.de meint: Bereits im Vorfeld des Kinostarts wurde von Kritikern bemängelt, dass ägyptische Figuren wie Ramses (Joel Edgerton) oder Tuya (Sigourney Weaver) von weißen Darstellern statt von Ägyptern gespielt wurden. Wer über diesen Umstand sowie über teils bedeutende Abweichungen vom Text in der Bibel hinwegsehen kann, kommt mit „Exodus: Götter und Könige“ in den Genuss eines spektakulären Actionspektakels, das nur ganz selten überladen wirkt.
„Exodus“ bietet beeindruckende Materialschlachten in glaubwürdigen Szenarien, lädt aber trotz dessen, dass es sich um eine Bibelverfilmung handelt, nicht zu einem religiösen Dialog an. Ridley Scott, selbst Atheist, sah sich gerade aufgrund seiner Rolle als Atheist dazu prädestiniert, die spannenden und fesselnden Aspekte der Geschichte zu verfilmen. Er inszeniert Verrat, Zusammenhalt und Selbstfindung in dem 150 – minütigen Spektakel, das allerdings trotz der Länge etwas zu schnell zwischen einzelnen Episoden springt und die Glaubwürdigkeit in der Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden vermeidlichen Brüdern Ramses und Moses stellenweise etwas auf der Strecke bleiben lässt. Insgesamt ein Film, den man sich in vielerlei Hinsicht auch mehrmals ansehen kann und der auch anspruchsvolle Heimkino-Installationen gut versorgt.