Google Nexus Player: Konkurrenz für Fire TV und Apple TV?

Google verkauft seinen Nexus Player nun auch in Deutschland und positioniert damit eine neue TV-Box auf dem Markt, die in direkter Konkurrenz zum Amazon Fire TV und dem Apple TV steht. Nach dem Chromecast-Stick ist der Nexus Player ein weiteres Produkt aus dem Hause Google, das den Funktionsumfang des Fernsehers erweitern kann.

Googles Nexus Player mit der Bluetooth-Fernbedienung.
Googles Nexus Player mit der Bluetooth-Fernbedienung.

Das Android-TV-Gerät kommt mit einer leistungsstarken Hardware, die nicht nur reine Streaming-Aufgaben übernehmen kann, sondern auch zahlreiche Apps und Spiele flüssig auf den Fernseher bringt. Der Nexus Player ist ab sofort für rund 100 Euro im Google Play Store, beim Versandhändler Amazon und in Fachgeschäften zu haben.

Schneller Quad-Core-Chip von Intel

Der Nexus Player wurde von Google in Zusammenarbeit mit dem taiwanischen Hardwarehersteller Asus entwickelt, der auch die Produktion der Set-Top-Box übernimmt. Das Gerät wurde am 15. Oktober 2014 erstmals präsentiert und am 03. November 2014 in den USA auf den Markt gebracht.
Google und Asus haben den gemeinsam entwickelten Nexus Player mit leistungsstarker Hardware ausgestattet, die für das reine Streaming deutlich überdimensioniert ist. Damit geht man einen ähnlichen Weg wie Amazon. Das Fire TV wurde ebenfalls mit schneller Hardware auf den Markt gebracht, um Möglichkeiten zu bieten, die weit über das einfache Streamen von Multimediainhalten hinausgehen. Im Nexus Player arbeitet ein Quad-Core-Prozessor der Atom-Serie von Intel, bei dem jeder Kern mit 1,8 GHz Taktfrequenz seinen Dienst verrichtet. Der CPU steht ein Imagination PowerVR Series 6-Grafikchip zur Seite, der die Berechnungen von 2D- und 3D-Inhalten übernimmt. Die beiden Chips können auf einen Gigabyte Arbeitsspeicher zurückgreifen.
Als Datenspeicher kommen in der runden, 235 Gramm schweren Box acht Gigabyte Flash-Speicher zum Einsatz, die als Ablageort für Apps und Spiele dienen, aber auch für das Buffering von Streaming-Inhalten genutzt werden. Die Ausgabe wird über einen HDMI-Anschluss mit einer 1080p Full HD-Auflösung realisiert. Auf die 4K- bzw. UHD-Technik verzichtet Google beim Nexus Player genauso, wie auf einen optischen Audioausgang.
Die Verbindung mit dem Internet erfolgt über WLAN, ein LAN-Anschluss für eine Kabelverbindung ist nicht vorhanden. Dafür bietet der Nexus Player den schnellen WLAN-Standard 802.11ac, der besonders hohe Datenraten liefern kann und verwendet die MIMO-Technik, bei der mehrere Antennen für die WLAN-Verbindung genutzt werden.

Optionaler Gamecontroller für Spiele

Die Bedienung des Nexus Players erfolgt über eine mitgelieferte Fernbedienung, die drahtlos über Bluetooth mit der TV-Box kommuniziert. In die Fernbedienung ist ein Mikrofon integriert, das eine Sprachsuche möglich macht. Über eine passende Taste aktiviert, werden auf Zuruf passende Suchergebnisse anzeigt und so die mühsame Texteingabe reduziert.
Optional steht für rund 50 Euro ein Gamecontroller als Zubehörprodukt bereit, mit dem auch umfangreichere Spiele komfortabel gespielt werden können.

 

Vorgestelltes Produkt:
Qumox@ 2X FC30 Bluetooth Wireless Game Controller Gamepad iPhone iPad iOS Samsung Nexus Android Windows-PC, Mac
Aktueller Amazon-Preis:


 


Bildunterschrift: Der optionale Gamecontroller für den Nexus Player

Deutlich leistungsfähiger als der Chromecast-Stick

Im Vergleich zum Chromecast-Stick, den Google im Sommer 2013 präsentiert hat, hebt sich der Nexus Player vor allem durch die deutlich bessere Hardware ab. Während in dem HDMI-Stick lediglich ein Single Core-Prozessor und 512 MB RAM arbeiten, bietet der Nexus Player eine schnelle CPU mit vier Kernen und einen Gigabyte Arbeitsspeicher. Durch die leistungsfähigeren Bauteile bekommt man mit dem Nexus Player die Möglichkeit, umfangreiche Apps zu nutzen und viele Spiele zu spielen, woran der Chromecast-Stick schon aus Leistungsgründen scheitern würde. Anders als der HDMI-Stick von Google, dient der Nexus Player nicht nur als Empfänger für Inhalte, die von externen Apps an den HDMI-Stick gesendet werden. Bei der TV-Box können Apps direkt auf dem Gerät installiert werden. Außerdem bietet der eingebaute microUSB-Anschluss die Möglichkeit, Tastaturen und Mäuse mit dem Nexus Player zu verbinden, was beim Chromecast-Stick nicht möglich ist.

Google Universum: Starkes Ökosystem voller Inhalte

Für die Inhalte auf dem Nexus Player sorgt das riesige Google Universum. Mit der TV-Box bekommt man Zugriff auf die zahlreichen Google Dienste, die bereits Smartphone und Tablets mit Inhalten versorgen. Google Movies bietet die Möglichkeit, Filme und Serien zu kaufen oder für einen begrenzten Zeitraum zu leihen. Das Angebot ähnelt damit stark Instant Video von Amazon oder dem iTunes Store von Apple. Da der Nexus Player auf Android basiert, ist der Google Play Store die Anlaufstelle für die Installation von Apps auf der Set-Top-Box. Der Google Play Store gehört zu den umfangreichsten App Stores seiner Art und bietet jede Menge kostenlose und kostenpflichtige Apps, die grundsätzlich nicht nur auf Smartphones und Tablets mit Android-OS laufen, sondern auch mit dem Nexus Player funktionieren. Damit die Apps problemlos auf der TV-Box bedient werden können, sind allerdings in vielen Fällen spezielle Anpassungen notwendig, weshalb unter Umständen nicht alle Apps sofort problemlos auf dem Nexus Player lauffähig sind.

Das Ökosystem von Google bringt Filme, Serien und viele Apps auf den Fernseher. Bild: Google
Das Ökosystem von Google bringt Filme, Serien und viele Apps auf den Fernseher. Bild: Google

Im App-Katalog von Google finden sich schon jetzt zahlreiche Apps, mit denen man sich von Googles Diensten lösen kann. Mit Hilfe der passenden Netflix –App ist es beispielsweise problemlos möglich, mit dem Nexus Player auf das Angebot des Streaming-Anbieters zuzugreifen. Auch die Mediatheken verschiedener TV-Sender, darunter die VoD-Angebote von ARD und ZDF, stehen als eigenständige App zum Download bereit. Mit der 7TV-App kann man die Videoportale von ProSieben, Sat 1, Kabel Eins und sixx nutzen. Außerdem stehen in Deutschland Apps von Sport 1, Spiegel TV und clipfish zur Verfügung. Selbstverständlich ist auch eine Youtube-App erhältlich.

Eine Alternative zum Fire TV und Apple TV?

Google positioniert den Nexus Player klar als Konkurrenz zum Fire TV von Amazon und dem Apple TV. Aber kann die neue TV-Box den beiden etablierten Geräten das Wasser reichen?
Schon auf den ersten Blick besitzt der Nexus Player eine große Ähnlichkeit zum Amazon Fire TV. Beide Lösungen bieten eine leistungsstarke Hardware, die dem Anwender wesentlich mehr Möglichkeiten eröffnet, als nur das Streaming von Filmen und Serien. Sowohl der Nexus Player, als auch das Fire TV, können mit Hilfe von Apps deutlich erweitert und optional mit dem dazugehörigen Gamecontroller auch als Spielekonsole im Wohnzimmer eingesetzt werden. Beide Boxen haben eine Sprachsuche in die Fernbedienung integriert, die das mühsame Eintippen von Suchbegriffen ersetzt. Im Gegensatz zu Amazon bietet Google allerdings keinen eigenen Streamingdienst an, der auf einem Flatratemodell basiert. Amazons Prime-Kunden haben die Möglichkeit, mit dem Amazon Fire TV auf einen großen Katalog von Filmen und Serien ohne zusätzliche Kosten zuzugreifen, beim Nexus Player kann man mit Googles eigenem Movie-Dienst lediglich Inhalte kaufen oder leihen. Auch bei der Hardware hat das Fire TV beim genauen Hinsehen die Nase leicht vorne. Zwar bieten beide TV-Boxen einen starken Vierkern-Prozessor, aber das Fire TV besitzt auch einen LAN-Anschluss für eine stabile Kabelverbindung und kann das Tonsignal über einen optischen Audioausgang an externe Soundanlagen weitergeben.
Deutlich größer fällt der Unterschied aus, wenn man den Nexus Player mit dem Apple TV vergleicht. Die neue TV-Box von Google kann mit seiner starken Hardware auftrumpfen und schlägt das Apple TV, das nur einen Single Core-Prozessor und lediglich 512 MB RAM verbaut hat, ohne Probleme. Dazu kommt die große Offenheit des Android-Betriebssystems, das schon von Haus aus mehr Möglichkeiten bietet, als die Software auf dem Apple TV. Apple hat die volle Kontrolle über die Apps, die für das Apple TV erhältlich sind, weshalb die Auswahl im Google Universum deutlich größer ist. Spielen ist mit dem Apple TV nahezu ausgeschlossen. Mit der Set-Top-Box von Apple hat man allerdings im Gegenzug die Möglichkeit, den riesigen iTunes Store zu nutzen, der das größte Angebot an Filmen und Serien zum Kaufen und Leihen bereithält. Wer ein iPhone oder iPad besitzt, kann außerdem Inhalte ganz bequem über AirPlay auf den Fernseher streamen.

Player.de meint:
Der Nexus Player von Google ist eine leistungsstarke TV-Box, die vor allem dem Apple TV Konkurrenz macht. Der runde Nexus Player überzeugt durch seine starke Hardware und die vielen Möglichkeiten, die das Ökosystem von Google bietet. Für Nutzer, die bereits ein Smartphone oder Tablet mit Android-OS besitzen oder sich generell im Google Universum wohl fühlen, ist der Nexus Player ein gutes Gerät, mit dem man den Fernseher im Handumdrehen schlauer machen kann. Im Vergleich zum Amazon Fire TV fehlen dem Nexus Player aber der LAN-Anschluss und ein optischer Audioausgang, sowie ein Flatrate-Angebot für Filme und Serien. 4K oder Ultra HD bietet leider keine der drei TV-Boxen.