Amazon Fire TV Stick: Kaufen oder nicht?

Fünf Monate nach dem US-Release kann man den Fire TV Stick nun auch in Deutschland bestellen. Der kleine HDMI-Stick wird direkt in den Fernseher gesteckt und ermöglicht den Zugang zu Amazon Instant Video und anderen Streaming-Diensten. Auch Live-TV und sogar Spiele sind mit dem Fire TV Stick möglich. Im Vergleich zum großen Bruder, dem Amazon Fire TV, kommt der Fire TV Stick mit einer deutlich abgespeckten Hardware ins Haus, besitzt aber auch einige Vorteile, die über den günstigeren Kaufpreis hinaus gehen. Prime-Kunden können an den ersten beiden Verkaufstagen für 19 Euro zuschlagen, danach werden 39 Euro fällig.

 

Vorgestelltes Produkt:
Fire TV Stick (Vorgängermodell)
Aktueller Amazon-Preis:


 

Dual Core-Chip sorgt für eine gute Performance

Der Fire TV Stick von Amazon ist ein HDMI-Stick, der direkt in den HDMI-Anschluss des Fernsehers oder Monitors gesteckt wird. Die Stromversorgung wird über ein externes Netzteil realisiert, das via Micro-USB mit dem Streaming-Adapter verbunden wird. Alternativ zum externen Netzteil kann man auch den USB-Port des Fernsehers für die Stromversorgung nutzen, sofern dieser genug Energie liefern kann.
Obwohl der Fire TV Stick lediglich 119 mm x 40 mm 13,8 mm groß ist und nur knapp 25 Gramm wiegt, arbeitet im Inneren jede Menge Hardware. Als Prozessor kommt ein Broadcom Capri 28155-Chip mit zwei Kernen und einer Taktfrequenz von 1,0 GHz zum Einsatz, dem für die nötigen Berechnungen ein Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite steht. Im Dual Core-Chip ist auch die VideoCore4-GPU integriert, die für die Grafik zuständig ist. Intern sind acht Gigabyte Flash-Speicher eingebaut, die einerseits als Speicherplatz für Apps und Spiele zur Verfügung stehen, aber auch zum Puffern von Streaming-Inhalten genutzt werden, um eine flüssige Wiedergabe zu garantieren. Für die Verbindung mit dem Internet ist ein Dualband-WLAN-Empfänger integriert, der durch die MIMO-Technologie auf zwei Antennen zurückgreifen kann und die WLAN-Standards 802.11a/b/g sowie den schnellen n-Standard unterstützt. Externe Geräte, darunter die beigelegte Fernbedienung, werden über Bluetooth 3.0 mit dem Fire TV Stick verbunden. Der kleine Streaming-Stick von Amazon kann 720p und 1080p Full HD-Bilder mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde ausgeben und unterstützt dabei das Videoformat H.264. Weiterhin können mit AAC-LC, AC3, Dolby Digital Plus, FLAC, MP3, PCM/Wave und Vorbis eine ganze Reihe verschiedener Audioformate wiedergegeben werden. Neben der Steuerung mit der beigelegten Fernbedienung ist auch die Bedienung mit dem Smartphone oder Tablet möglich. Eine passende App, inklusive einer Sprachsuche, steht für das hauseigene Fire OS, Android-Smartphones sowie Apples iPhone und iPad in den jeweiligen App Stores zum kostenlosen Download bereit.

Der kompakte Fire TV Stick wird einfach in den HDMI-Anschluss gesteckt.
Der kompakte Fire TV Stick wird einfach in den HDMI-Anschluss gesteckt.

Schwächer als das Fire TV, deutlich stärker als Chromecast

Im Vergleich zur Fire TV Box, die Amazon bereits seit dem Sommer 2014 in Deutschland verkauft, besitzt der kleine Fire TV Stick eine deutlich abgespeckte Hardware. Während beim großen Fire TV ein Quad Core-Chip, zwei Gigabyte RAM und eine dedizierte Grafiklösung verbaut sind, kommen beim Fire TV Stick lediglich ein Dual Core-Prozessor mit einer integrierten Grafiklösung und ein Gigabyte Arbeitsspeicher zum Einsatz. Damit liefert der Streaming-Stick aber deutlich mehr Leistung, als Googles HDMI-Adapter Chromecast, der nur auf einen Single Core-Chip und 512 MB RAM zurückgreifen kann. Auch beim internen Speicher schlägt der Fire TV Stick die Konkurrenz: Googles Chromecast bietet mit zwei Gigabyte Flash-Speicher lediglich ein Viertel der acht Gigabyte, die im Fire TV Stick Verwendung finden. Die Unterstützung von Dolby Digital und Dualband-WLAN sucht man beim Chromecast vergeblich. Mit einem Kaufpreis von 39 Euro liegt der Fire TV Stick zwar vier Euro über dem Google-Stick, aber deutlich unter dem Verkaufspreis der Fire TV Box, die von Amazon für 99 Euro versendet wird. Anders als beim großen Fire TV stehen beim Stick kein LAN-Anschluss und auch kein optischer Audioausgang zur Verfügung, was alleine aus Platzgründen auch kaum realisierbar wäre. Ein Vorteil gegenüber der Fire TV Box ist die kompakte Bauweise des Fire TV Sticks. Durch die geringen Ausmaße passt der Stick in jede Hosentasche und man kann den Filmabend einfach zu Freunden oder Bekannten verlegen.

Durch die geringe Größe ist der Fire TV Stick mobil
Durch die geringe Größe ist der Fire TV Stick mobil.

Selbst im Vergleich mit Spielekonsolen wie der Xbox oder Playstation, die mittlerweile ebenfalls über Apps viele Streaming-Angebote bieten, hat der HDMI-Stick von Amazon Vorteile, denn er arbeitet vollkommen lautlos und benötigt im Betrieb nur wenige Watt Strom.

Viele Möglichkeiten über Instant Video hinaus

Kernfunktion des Fire TV Sticks ist Amazons hauseigener Videostreaming-Dienst Instant Video. Prime-Mitglieder bekommen über Prime Instant Video ohne zusätzliche Kosten Zugriff auf tausende Filme und Serien, darunter sind auch preisgekrönte Inhalte wie die Serien Breaking Bad, The Walking Dead oder Homeland. Immer häufiger bietet Amazon neben der deutschen Fassung auch die bei Serienfans beliebte englische Originalfassung an. Als Ergänzung liefert der Fire TV Stick auch den Zugriff auf die Inhalte von Instant Video, die auch von Nicht-Prime-Mitgliedern genutzt werden können. In der Bibliothek von Instant Video können Filme und Serien mit nur einem Tastendruck gekauft werden. Die Bezahlung wird bequem direkt über das verbundene Amazon-Konto realisiert. Im Gegensatz zum Prime-Dienst stehen bei Instant Video nicht nur viele Filme direkt nach dem DVD-Start zur Verfügung, sondern auch aktuelle Serienepisoden.

 

(Prime) Instant Video im Fokus - aber der Fire TV Stick kann viel mehr.
(Prime) Instant Video im Fokus – aber der Fire TV Stick kann viel mehr.

In vielen Fällen kann man sogar schon kurz nach dem US-Release zugreifen und die neuste Folge kaufen. Neben der Möglichkeit, Filme zu kaufen, gibt es bei vielen Streifen auch die Option, einen Film lediglich für einen begrenzten Zeitraum preisgünstig zu leihen. Geliehene Inhalte können innerhalb von 30 Tagen angesehen werden, nach dem Start der Wiedergabe ist der Film noch für 48 Stunden verfügbar, bevor er wieder aus dem Amazon-Konto verschwindet.
Neben den eigenen Streaming-Diensten kann man den Fire TV Stick mit Hilfe des Amazon Appstores um zahlreiche Möglichkeiten erweitern. Der Streaming-Anbieter Netflix hat eigene kostenlose App im Store, mit der man den kompletten Netflix-Katalog in 1080p-Auflösung über den Fire TV Stick genießen kann, wenn man das passende Abonnement bei Netflix gebucht hat. Auch die Mediatheken verschiedener TV-Sender, darunter ARD und ZDF, stehen als eigene App zum kostenlosen Download zur Verfügung und ermöglichen das Anschauen entsprechender Inhalte auf dem Fernseher.
Die Möglichkeiten, die der Fire TV Stick bietet, gehen aber weit über das Videostreaming hinaus. Mit Zattoo steht im Appstore eine Live TV-Option zur Verfügung und dank Amazon Music, Spotify, TuneIn und vielen weiteren Apps ist auch die Musikwiedergabe kein Problem. Sogar Spiele sind mit dem Fire TV Stick möglich und stehen im Appstore zahlreich zum kostenlosen und kostenpflichtigen Download bereit. Zum Portfolio gehören etwa das bekannte Flappy Birds, Crossy Road oder auch der Klassiker Tetris. Ein Großteil der Spiele lässt sich mit der beigelegten Fernbedienung steuern, wer mehr will, kann optional einen Gamecontroller über Bluetooth mit dem HDMI-Stick verbinden, den Amazon selbst für 39 Euro als Zubehörteil anbietet, und so auch umfangreichere Spiele mit dem Fire TV Stick spielen.

Sideloading macht den Fire TV Stick zum vollwertigen Multimedia-Center

Das Betriebssystem, das auf dem Fire TV Stick zum Einsatz kommt, basiert im Kern auf Googles Android-OS, das bekanntlich sehr offen ist. Diese Offenheit ist für erfahrene Anwender ein Segen, denn sie ermöglicht das Installieren inoffizieller Apps, die nicht in Amazons Appstore verfügbar sind. Über externe Tools, zum Beispiel adbFire, kann vom Rechner aus eine Verbindung zum HDMI-Stick hergestellt werden, die dann die Installation von APK-Dateien möglich macht. Problemlos lässt sich so etwa Kodi, ehemals als XBMC bekannt, installieren. Die Software macht den Fire TV Stick durch Netzwerkzugriff und zahlreiche Addons zum vollwertigen Multimedia-Center. Selbst Sky Go und verschiedene Android-Spiele aus dem Google Play Store konnten via Sideloading bereits erfolgreich auf dem Fire TV zum Laufen gebracht werden und funktionieren dementsprechend in der Regel auch auf dem Fire TV Stick.

Player.de meint:- Der Fire TV Stick von Amazon ist eine vollwertige Lösung für das Wohnzimmer. Der Stick macht handelsübliche Fernseher im Handumdrehen zum Mediencenter und ermöglicht den einfachen Zugriff auf die Bibliotheken verschiedener Streaming-Anbieter, die ihre hochauflösenden Inhalte ohne Werbeunterbrechungen bereithalten. Mit zahlreichen Apps aus dem Amazon Appstore lässt sich der Fire TV Stick um viele Einsatzmöglichkeiten erweitern und bietet dabei nicht nur die Möglichkeit, Musik wiederzugeben, sondern sogar eine große Auswahl verschiedener Spiele. Die Option, via Sideloading auch die Apps fremde Anbieter zu installieren, rundet den HDMI-Stick ab, den Prime-Mitglieder zum Kampfpreis von nur 19 Euro nach Hause geschickt bekommen. Der Fire TV Stick liefert genug Argumente, die auch den Normalpreis von 39 Euro mehr als fair erscheinen lassen. 4K/UHD wird vom Stick nicht unterstützt, in den meisten Fällen und in Anbetracht des Preises sollte aber die gebotene HD-Auflösung locker ausreichen.