Denon AVR-X1100W im Test: Wer braucht da noch mehr?

Es ist schier unglaublich, wie sich die Preise, Klang und Funktionen von AV-Receivern in den letzten Jahren entwickelt haben: Alles, was man im modernen Heimkino so braucht, bekommt man heute bereits unter 500 Euro. Mit bestem Beispiel voran geht dabei der Denon AVR-X1100, den PLAYER.de ausführlich getestet hat.

 

Vorgestelltes Produkt:
Denon AVR-X1100W 7.2 Surround-AV-Receiver (WLAN, Spotify Connect, Internet-Radio, 5+1 HDMI, DLNA, AirPlay, 145 Watt) schwarz
Aktueller Amazon-Preis: EUR 449,00


 

Ausstattung

Für einen AV-Receiver ist es wichtig, dass er zu modernen Tonformaten maximal kompatibel ist. Der Denon X1100 beherrscht Dolby Digital, Dolby Pro Logic II, Dolby Digital Plus, DTS 5.1, DTS Neo:6 und Dolby Digital Surround EX. Im 7.1-Bereich gesellen sich auch noch DTS-ES 6.1, DTS-ES discrete 6.1, DTS HD Master Audio, Dolby TrueHD, Dolby Pro Logic IIx und Pro Logic IIz dazu.

Modernen Schnickschnack wie die Steuerung über das Handy beherrscht der AVR X1100 genauso wie das praktische Audio-Streaming per Bluetooth. Selbst Airplay und die Wiedergabe von Musikbibliotheken auf einer NAS im DLNA-Netzwerk wird unterstützt. Zu den wiedergabefähigen Dateiformaten gehören WAV, AIFF und FLAC mit bis zu 24 Bit und 192 kHz. Der Denon besitzt zudem alle gängigen Raumklangfunktionen. Einzig Dolby Atmos ist noch nicht verbaut.

Denon AVR-X1100W mit Smartphone
Über die Denon Remote App für iOS, Android und Kindle Fire lassen sich alle wichtigen Funktionen des AVR-X1100W per Fingertipp steuern. Zudem unterstützt der AV-Receiver das Bluetooth-Streaming.

 
Die Anschlüsse bieten alles, was man heute im modernen Heimkino unbedingt braucht und beinhalten 6 HDMI-Anschlüsse, die auch 4K-Quellen unterstützen.
 
Rückseite des Denon AVR-X1100W
7.2-AV-Receiver zum fairen Preis: Der Denon AVR-X1100W ist teilweise mit der Technik seiner großen und wesentlich teureren Brüder ausgestattet. Die WLAN-Antennen lassen sich umklappen.

 
Damit man bei all den Anschlüssen den Überblick bewahrt, bietet Denon eine Eingangs-Zuordnung im Bildschirmmenü an.
 

Schön übersichtlich: die Eingangszuordnung am Denon AVR-X1100W.
Schön übersichtlich: die Eingangszuordnung am Denon AVR-X1100W.

 
Zur individuellen Klanganpassung verfügt der AVR-X1100W über einen flexibel konfigurierbaren Equalizer.
 

9 Bänder: Der manuelle Equalizer des Denon AVR-X1100W erlaubt individuelle Anpassungen des Klangs passend zum persönlichen Geschmack oder den Erfordernissen der Raumakustik.
9 Bänder: Der manuelle Equalizer des Denon AVR-X1100W erlaubt individuelle Anpassungen des Klangs passend zum persönlichen Geschmack oder den Erfordernissen der Raumakustik.

 
Auch Internet-Radio ist mit an Bord, über das Bildschirmmenü werden die Sender sogar ansprechend dargestellt. Spotify-Nutzer freuen sich über die Unterstützung des Dienstes Spotify Connect, bei der man sich einfach mit seinem Account anmeldet und dann Musik streamt.
 

Der Internetradio-Menüscreen des Denon AVR-X1100W.
Der Internetradio-Menüscreen des Denon AVR-X1100W.

 

Wem das zur ständigen Berieselung nicht genug ist, für den ist auch noch UKW-Radio mit 56 Senderspeichern vorhanden.

Die MultEQ Einmessung mit bis zu acht Hörpositionen macht einen guten Job, der Denon klingt nach der Einmessung hörbar besser. Das Ergebnis in unserem Hörraum: Bässe kommen satt und Stimmen haben eine gute Artikulation mit vollem Brustton. Vorne ist die Tiefenstaffelung sehr gut, jedoch ist der Surroundeffekt deutlich dezenter.

 

Das Ergebnis der automatischen Einmessung beim Denon AVR-X1100W.
Das Ergebnis der automatischen Einmessung beim Denon AVR-X1100W.

 

Die Wiedergabe von Musikdateien per USB gelingt flexibel und mit breiter Formatunterstützung inklusive unkomprimierter hochauflösender Quellen.

 

Denon AVR-X1100W: So sieht die Wiedergabe von Audiodateien über USB aus.
Denon AVR-X1100W: So sieht die Wiedergabe von Audiodateien über USB aus.

 

Stereo-Klang

Der Denon begeistert mit sehr homogenem Klang und weiträumigen Stereo-Effekt. Stimmen haben volle Klangfarbe und kommen sehr stabil aus der Mitte. Der Bass kommt kräftig und satt. Nur die Mitten sind nicht immer samtig-weich wie bei einigen Highend-Geräten. Gesang und der elektronische Sägezahn bei „Imagine Dragons – Radioaktiv“ wirken beispielsweise etwas verschliffen.

Messungen über die analogen Eingänge

Die Messungen am Verstärker wurden mit einem Präzisionsmessgerät von AudioPrecision im Testlabor AVTOP (www.avtop.de) durchgeführt. Weil analoge Stereo-Musik aus unserer Sicht noch längst nicht ausgestorben ist, messen wir eben auch den analogen Stereo-Eingang. Deutliche Unterschiede zwischen analogen und digitalen Eingängen kommen bei manchen Geräten vor. Der Denon verhält sich hier aber vorbildlich und liefert auch über den analogen Eingang solide klangliche Leistungen ab.

Die für die natürliche Klangwiedergabe wichtigen, niedrigen Verzerrungen sind für den 1100er selbstverständlich. Bei 2 Volt Eingangsspannung und einem Sinuston mit einem Kilohertz liegen die typischen Verzerrungen aller Kanäle bei 0,02% und weniger. Selbst wenn nach SMPTE-Standard zwei Frequenzen miteinander kombiniert werden, verschlechtert sich dieser hervorragende Messwert nicht.

Wenn es darum geht, dass sämtliche Tonlagen in Gesangsstimmen und Instrumenten möglichst neutral abgebildet werden und im Hörtest überzeugen, kommt es technisch gesehen auf einen linearen Frequenzgang an. Diesen linearen Frequenzgang bietet der Denon, denn seine maximale Abweichung im Frequenzbereich zwischen 20 Hz und 20kHz beträgt -±0,066 dB.
 

Stereo-Frequenzgang aus dem Testlabor: Der Denon AVR-1100W beherrscht alle Tonlagen mit hoher Neutralität.
Stereo-Frequenzgang aus dem Testlabor: Der Denon AVR-1100W beherrscht alle Tonlagen mit hoher Neutralität.

 

Damit auch bei leisen Pegeln der Musik und hoher Lautstärkeeinstellung kein störendes Rauschen zum Hörer dringt, muss ein AV-Receiver über einen hohen Signalrauschabstand verfügen. Dieser Rauschabstand ist abhängig von der Frequenz und besser, je größer der Wert ist. Werte über 60 dB können als schwer hörbar eingestuft werden. Der Denon erreicht Werte um die 80 dB und ist daher sehr gut.

 

Denon X1100: Ordentliche Rauschabstände über den gesamten Frequenzbereich.
Denon X1100: Ordentliche Rauschabstände über den gesamten Frequenzbereich.

 

Messungen über den HDMI-Eingang

Die Messungen am Verstärker wurden mit einem Präzisionsmessgerät von AudioPrecision im Testlabor AVTOP (www.avtop.de) durchgeführt. Über den HDMI-Eingang verbessern sich die schon sehr guten Werte beim X1100 nochmals.

 

Minimale Verzerrungen, selbst bei kritischen Signalen über den analogen Mehrkanaleingang: Der Denon AVR X1100 überzeugt.
Minimale Verzerrungen, selbst bei kritischen Signalen über den HDMI-Eingang: Der Denon AVR X1100 überzeugt.

 

Auch im Mehrkanalmodus gibt sich der Denon keine Blöße und zaubert Frequenzgänge mit Pegelabweichungen von maximal -±0,128 dB.

 

Der Mehrkanal-Fequenzgang des Denon AVR X1100 mit sehr linearem Ergebnis.
Der Mehrkanal-Fequenzgang des Denon AVR X1100 mit sehr linearem Ergebnis.

 

Die Verzerrungen (THD+N auf allen Kanälen liegen im unhörbaren Bereich – meist unter 0,1% auf allen Kanälen.

 

Frequenzabhängige Verzerrungen am Denon AVR-X1100W: Ohne Kritik, ein tadelloses Ergabnis.
Frequenzabhängige Verzerrungen am Denon AVR-X1100W: Ohne Kritik, ein tadelloses Ergebnis.

 

Ein wichtiger Faktor für den Klang ist auch die Fähigkeit zur Versorgung großer Standboxen mit ausreichend Leistung. Während der X1100 das für zwei Boxen im Stereo-Betrieb hervorragend beherrscht (knapp 130 Watt), ist die entsprechende Mehrkanal-Ausgangsleistung etwas eingeschränkt und liefert nur knapp 70 Watt. Für die meisten Boxen ist das zwar mehr als ausreichend, wer aber fünf ausgewachsene Standboxen mit vollem Bass versorgen möchte, laut aufdrehen kann und womöglich noch auf den aktiven Subwoofer verzichtet, der könnte die Grenzen des Denon X1100 durchaus kennenlernen.

 

Maximale Ausgangsleistung im Mehrkanalbetrieb: Der Denon X1100 knickt hier im Vergleich zu Verstärker-Boliden ein. Wenn aber nur zwei große Standboxen und ein aktiver Subwoofer verwendet werden, reicht die Leistung aber dennoch für ohrenbetäubenden Heimkino-Krawall.
Maximale Ausgangsleistung im Mehrkanalbetrieb: Der Denon X1100 knickt hier im Vergleich zu Verstärker-Boliden ein. Wenn aber nur zwei große Standboxen und ein aktiver Subwoofer verwendet werden, reicht die Leistung aber dennoch für ohrenbetäubenden Heimkino-Krawall.

 

Bedienbarkeit

Die Bedienung ist-  über das-  vornehmlich textbasierte Setup-Menü sehr intuitiv und geht einfach von der Hand. Ein Installationswizard führt den Laien Schritt für Schritt durch die Ersteinrichtung. Leider kann mit der Fernbedienung bloß der Receiver gesteuert werden – Fernseher und Wiedergabegeräte anderer Hersteller bleiben auf der Strecke.

Fernbedienung des Denon AVR-X1100W
Asymmetrisch: Das Tastenfeld der Denon-Fernbedienung ist etwas gewöhnungsbedürftig angeordnet, erlaubt aber ein schnelles Umschalten zwischen den Quellen.

 

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gut und PreistippPLAYER.de meint: In Sachen Stereo-Qualität und im Preisbereich unter 1000 Euro gehört der Denon AVR-X1100W zweifelsfrei zu den führenden Heimkino-Verstärkern am Markt. Nur die etwas rauen Mitten sind im Direktvergleich (etwa mit dem Pioneer VSX-924) etwas nachteilhaft. Sein kräftiger Bass entschädigt dafür und auch komplexe Musikstücke mit herausfordernder Tiefenstaffelung der Instrumente gelingen mit Bravour. Insgesamt ist die Tonqualität sehr gut und bietet subjektiv herausragenden Klang in diesem Preissegment. Die modernen Funktionen zur Steuerung über das Smartphone und zum Audio-Streaming überzeugen genauso wie die breite Unterstützung von Audioformaten. Andere Geräte bieten vielleicht ein paar Anschlüsse mehr, können aber klanglich kaum mithalten. Kurz: Ein sehr gutes Gerät mit klarem Preistipp!