Test: Philips 55PUS7809 – preiswerter 4K/UHD-TV mit 55 Zoll und Ambilight

Philips 55PUS7809 im Test
Philips 55PUS7809 im Test: Günstiger UHD-Fernseher mit isf-Zertifizierung und zweiseitigem Ambilight.

Waren Fernseher aus dem Hause Philips verglichen mit den Geräten der Konkurrenz bislang eher im gehobenen Preissegment angesiedelt, verlangen die Holländer für ihr 55 Zoll großes 4K-Modell der neuen PUS7809-Serie gerade einmal 1.849 Euro (unverbindliche Preisempfehlung). Wir haben ihn unter die Lupe genommen und verraten, ob es einen Haken gibt.

Neben dem 55-Zöller bietet Philips den PUS7809 auch im 42- und 49-Zoll-Format an; die Preise hierfür liegen bei 1.099 beziehungsweise 1.199 Euro. Äußerlich erwecken die Modelle dennoch einen sehr hochwertigen Eindruck. Auch technisch versprechen sie „ein Fest der Sinne“, indem sie 4K-Auflösung, Ambilight, 3D und Smart-TV-Funktionen miteinander kombinieren. Zum Lieferumfang gehören gleich vier passive Polfilter-Brillen, wobei diese unter modischen Aspekten etwas trist und billig wirken.

 

Vorgestelltes Produkt:
Philips 55PUS7809 140 cm ( (55 Zoll Display),LCD-Fernseher,600 Hz )
Aktueller Amazon-Preis:


 

Vorteile des Philips 55PUS7809 im Überblick:
+ sehr guter Schärfeeindruck und hohe Helligkeit
+ angenehmes Ambilight auf der Rückseite
+ tiefreichende Bildregler und isf-Zertifizierung
+ relativ niedriger Preis

Nachteile des Philips 55PUS7809 im Überblick:
– dürftige 4K-Zuspielung mangels HDMI 2.0
– gewöhnungsbedürftige Menüführung

Philips 55PUS7809 | Ausstattung

Rückseite des Philips 55PUS7809
Keine 60p-Wiedergabe:Der PUS7809 ohne HDMI-2.0-Standard nimmt 4K-Signale mit maximal 30 Bildern pro Sekunde entgegen – dennoch unterstütz Eingang Nummer eins laut Philips den HDCP-2.2-Kopierschutz.

Optisch trägt der 55PUS7809 alles andere als dick auf: Er kommt in einem linearen, schnörkellosen Design daher, wobei der 139 Zentimeter große Bildschirm von einem ausgesprochen schmalen Rahmen eingefasst wird. Eine mittlerweile echte Rarität ist der horizontal drehbare Standfuß. Selbstverständlich kommt der Käufer auch in den Genuss von Philips‘ exklusivem Ambilight, welches die Wand hinter dem Fernseher entweder rhythmisch zum Bildinhalt oder statisch in verschiedenen (auswählbaren) Farbtönen erleuchtet. Allerdings sind die entsprechenden LEDs bloß auf der linken sowie rechten Rückseite verbaut, während die teureren Modelle ein drei- oder sogar vierseitiges Ambilight besitzen.

Im Vergleich zum derzeitigen Flaggschiff der 8800er-Serie verfügt der 4K-Einsteiger außerdem über einen einfachen statt doppelten Twin-Tuner, passive statt aktive 3D-Technik, eine 400 Hertz niedrigere Bildwiederholfrequenz (Perfect Motion Rate von 600 statt 1.000 Hertz) sowie eine Fernbedienung ohne Beschleunigungssensor und Mikrofon. Das neuartige, vielversprechende Betriebssystem auf Android-Basis bleibt ebenfalls dem großen Bruder vorbehalten.

Seitliche Ansicht des Philips 55PUS7809
Zweiseitiges Ambilight: Auf der linken und rechten Rückseite des 55PUS7809 erleuchten farbige LEDs die Wand hinter dem Gerät, was vor allem beim Fernsehen in dunkler Umgebung die Augen schont.

Philips 55PUS7809 | Bedienung

Fernbedienung des Philips 55PUS7809
Die Tastatur auf der Rückseite der relativ großen Philips-Fernbedienung erleichtert in einigen Menübereichen die Texteingabe. Leider stört hier das trapezförmige Gehäuse ein wenig.

Philips preist neben der UHD-Auflösung und dem universellen TV-Empfänger den Quad-Core-Prozessor als Highlight an. Dieser sorgt gegenüber früheren Modellen für eine flüssigere Steuerung, doch könnten die Reaktionszeiten speziell im Multimedia-Betrieb noch kürzer sein. Leider schmälern die zerklüfteten und verschachtelten Menüs den Bedienkomfort zusätzlich – zum Beispiel verstecken sich bedeutende Bildregler wie die Kontrast- oder Helligkeitsanpassung in Untermenüs und einige Punkte wurden unnötigerweise ausgegliedert.

Lob verdienen die Entwickler für das detaillierte und isf-zertifizierte Farbmanagement. Selbst das Ambilight lässt sich individuell anpassen, etwa an die Wandfarbe. Die LEDs können über die kostenlose „Ambilight TV“-App auch per Smartphone oder Tablet angesteuert werden.

Philips 55PUS7809 | Multimedia

Natürlich stellt auch der Fernseher selbst zahlreiche Apps sowie einen Web-Browser im Smart-TV-Portal bereit. Die Grafiken beziehungsweise Symbole sind allerdings gewöhnungsbedürftig, um nicht zu sagen unlogisch – gleiches gilt für die Sortierung der „App-Galerie“. Folglich muss man den gewünschten Internet-Dienst eventuell erst einmal suchen. Immerhin kann die Tastatur auf der Rückseite der Fernbedienung in einigen Bereichen für Texteingaben genutzt werden; zum Beispiel im Adressfeld oder bei Google-Suchanfragen.

Eigene Bild-, Musik- und Videodateien lassen sich flexibel über USB oder Netzwerk (DLNA-Stream) zuspielen. Leider erkennt der Mediaplayer keine 3D-Fotos im MPO-Format. YouTube-Videos erscheinen übrigens maximal in 720p-Qualität.

Vorinstallierte Smart-TV-Apps des Philips 55PUS7809
Auf den ersten Blick erscheint das Smart-TV-Portal von Philips aufgeräumt, die Symbole versteht man aber nicht auf Anhieb. Die Internet-Dienste sind in der App-Galerie zusammengefasst.

Philips 55PUS7809 | Bildqualität 2D & 3D

Ideale Einstellungen für den Philips 55PUS7809
Farben, Kontrast und 24p-Darstellung lassen sich im Menü des Philips 55PUS7809 mit wenigen Handgriffen verbessern. Die isf-Bildmodi bieten die besten Voraussetzungen.

Wie unter „Bedienung“ angedeutet, hat der Philips 55PUS7809 die isf-Zertifizierung erfolgreich durchlaufen. Insofern überrascht es uns kaum, dass die Presets „isf Tag“ und „isf Nacht“ die besten Ergebnisse liefern. Verglichen mit manchem Vorgänger ist der 55-Zöller sogar deutlich neutraler abgestimmt; vor allem bei der Farbtemperatur. Zwar trifft er bei unseren Farbmessungen nicht immer ins Schwarze, zumal düstere Filmszenen ein leicht bläuliches Restlicht zeigen, doch wird der Großteil der Grund- und Mischfarben trotzdem originalgetreu reproduziert. An den Farbumfang und die Brillanz des Sony KD-65X9005B mit Triluminos-Display kommt der Holländer nicht heran.

CIE-Farbsegel des Philips 55PUS7809
Von einem isf-zertifizierten Fernseher hätten wir zwar eine noch neutralere Farbabstimmung erwartet, das Ergebnis des Philips PUS7809 kann sich aber dennoch sehen lassen.

Der Im-Bild-Kontrast liegt mit 683:1 auf solidem, aber nicht herausragendem Niveau. Dafür wird das Bild auch aus schrägem Betrachtungswinkel sauber differenziert (83 Prozent), während sich die Helligkeit mehr als halbiert. Das führt in der Laborwertung zwar zu Abzügen, in der Praxis trösten allerdings die recht üppigen Lichtreserven von bis zu 343 Candela pro Quadratmeter darüber hinweg. Bei der Ausleuchtung besteht Verbesserungsbedarf, da diese mit 65 Prozent nicht gerade gleichmäßig ist. Umso mehr gefällt der hohe Schärfeeindruck von Blu-rays respektive HD-Material; SDTV-Programme erscheinen leider etwas weich. Statische, also unbewegte Bilder können sich kurzzeitig einbrennen. Die 24p-Wiedergabe gelingt erst bei deaktivierter „Perfect Natural Motion“-Schaltung originalgetreu.

Auch wenn der Polfilter-bedingte Auflösungsverlust dank 3.840 x 2.160 Pixeln nicht sofort auffällt, lassen feine Details im direkten Vergleich zu den Shutter-Modellen von Samsung und Co. ein wenig Zeichnung vermissen. Hin und wieder treten außerdem Geisterbilder auf. Ungeachtet dieser Unzulänglichkeiten entsteht ein realistischer 3D-Effekt mit naturgetreuen Farben.

Blickwinkel-Diagramm des Philips 55PUS7809
Während der PUS7809 aus seitlicher Perspektive relativ wenig Kontrast verliert (gelb), wird die Helligkeit mehr als halbiert.
Mischfarben-Darstellung des Philips 55PUS7809
Die detaillierten Farbmessungen des Philips PUS7809 offenbaren teils deutliche Abweichungen gegenüber teureren 4K-Modellen. Auch Hauttöne erscheinen leicht verfärbt.

Philips 55PUS7809 | 4K-Wiedergabe

4K-Fans brauchen beim 55PUS7809 starke Nerven: Zum Testzeitpunkt spielte er nämlich keinerlei UHD-Videos ab, reagierte entweder mit einer Fehlermeldung oder einem Totalabsturz. Das passiert sogar bei normalerweise leicht verdaulicher Kost wie zum Beispiel dem bewährten (und mittlerweile abgelösten) H.264-Format. Philips hat immerhin schon Abhilfe in Form einer neuen Firmware angekündigt. Das ändert aber nichts aber nichts an der Tatsache, dass aktuell ausschließlich Fotos mit 3.840 x 2.160 Pixeln wiedergegeben werden – niedriger aufgelöste Bilder werden sauber hochskaliert. Dabei kann der Nutzer auf sämtliche Presets zugreifen, die sich jedoch nicht verändern beziehungsweise anpassen lassen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der fehlende HDMI-2.0-Eingang: Da der Philips nach dem veralteten 1.4-Standard arbeitet, quittiert er den Zuspielversuch von 60p-Material via HDMI stets mit der Meldung „Kein Signal“. Demnach bleiben wohl oder übel auch zukünftige TV-Sportübertragung mit 50 Hertz auf der Strecke. Der HDCP-2.2-Kopierschutz wird laut Hersteller erstaunlicherweise dennoch unterstützt.

Interner Mediaplayer des Philips 55PUS7809
Der 4K-Einsteiger von Philips erkennt zwar die auf unserem USB-Stick gespeicherten UHD-Videos, spielt diese allerdings nicht oder fehlerhaft (ohne Bild) ab.

Philips 55PUS7809 | Tonqualität

Zusätzlich zum Ambilight verbaut Philips im PUS7809 einen Flachmembran-Treiber namens Ambiwoox. Dieser sorgt für angenehm satte Bässe und eine überzeugende Musikwiedergabe, sofern man die Lautstärke nicht allzu hoch dreht. Leider entsteht mangels eines zweiten Hochtöners nur eine sehr dürftige Stereowirkung, was den Kauf eines vollwertigen Boxensystems oder zumindest einer Soundbar schon fast unabdingbar macht.

PLAYER.de-Testurteil: Gut mit PreistippPLAYER.de meint:
Philips beweist mit dem 55PUS7809, dass ein Ultra-HD-Fernseher nicht immer ein halbes Vermögen kosten muss. Allerdings wird der relativ niedrige Preis durch eine Reihe an Einsparungen kompensiert: Einerseits fehlt der HDMI-2.0-Eingang für die zukunftssichere 4K-Wiedergabe, andererseits gibt es in Sachen Bedienung einige Unzulänglichkeiten. Das ist insofern bedauerlich, als das Einstiegsgerät ansonsten mit hoher Schärfe, gutem Kontrast sowie hinreichenden Helligkeitsreserven brilliert.

Philips 55PUS7809 | Übersicht

AUSSTATTUNG 
Allgemein
Preis (UVP)1.849 Euro
Abmessungen123,2 x 71,1 x 3,9 cm (B x H x T)
Gewicht20 kg
Diagonale / Auflösung55 Zoll (129 cm) / 3.840 x 2.160 Pixel
Display-ArtLCD mit Edge-LED-Backlight
Stromverbrauch Standby0,1 Watt
Stromverbrauch Betrieb120 Watt
Anschlüsse
HDMI4x
Component (YUV)1x (Cinch)
Scart1x
VGAnicht vorhanden
Digital-Ton4x HDMI, 1x Optisch
Analog-Ton2.0 (Cinch)
LAN / WLANja / ja
USB2x
SonstigeCI+, Kopfhörer, Audio-In (Miniklinke), Service
Features
Tuneranalog, DVB-T/-C/-S2
3D / 2D-auf-3D-Konvertierungja / ja
3D-Brille mitgeliefert4 (passiv)
Bewegungs-Technologie600 Hz Perfect Motion Rate Ultra
Internet / DLNAja / ja
USB-Aufnahmeja
Unterstützte Multimedia-Formate (Auszug)JPEG, MP3, WAV, AAC, MPEG2, DivX, AVCHD, MKV, MP4, MOV

Philips 55PUS7809 | Testergebnisse

BEWERTUNG 
Sehtest
(SDTV / HDTV / 4K / 3D)
Gut / Gut / Ausreichend / Befriedigend
BewegungsschärfeGut
24p-DarstellungSehr gut
Maximale / mittlere Helligkeit343 / 230 cd/m²
Im-Bild-Kontrast683:1
ANSI-Kontrast684:1
Grundfarben und FarbtemperaturBefriediegend
Internes FarbmanagementVollständig
CIE-Farbsegel des Philips 55PUS7809Während der isf-zertifizierte, von uns empfohlene Bildmodus "Tag" die Grundfarben relativ genau trifft, tanzen die Mischtöne in Philips' Werkseisntellungen aus der Reihe.
BILDQUALITÄTGut
AusstattungGut
BedienungBefriedigend
MenüBefriedigend
Material und VerarbeitungGut
Energie-EffizienzSehr gut (2,07 cd/W)
PLAYER.de GESAMTWERTUNGGut