Sharp Quattron – 4k?

Ulrich von Loehneysen ist seit 1985 als Fachjournalist im Bereich AV tätig und kommentiert auf PLAYER.de aktuelle Entwicklungen der Unterhaltungselektronik.
Ulrich von Loehneysen ist seit 1985 als Fachjournalist im Bereich AV tätig und kommentiert auf PLAYER.de aktuelle Entwicklungen der Unterhaltungselektronik.

Ein Experten-Kommentar von Ulrich von Loehneysen

Die Bezeichnung Quattron klingt ein wenig wie bei den Allrad-Modellen von Audi. Gemeinsam haben die Quattron-Displays von Sharp aber mit den Quattro-Autos nur die Zahl vier. Was dort die Zahl der Antriebsräder betrifft, sind hier die Farben der einzelnen Pixel. Denn bei Quattron kommt zu Rot, Grün und Blau ein weiteres Element in Gelb dazu; daher RGBY für Red, Green, Blue, Yellow. Dieser vierte Punkt bringt die Sub-Pixelzahl auf das 2,5-Fache, trotzdem behauptet Sharp in Japan, man könne es hier mit der Detail-Auflösung von UHD oder 4K aufnehmen, also dem Vierfachen von HDTV.

Abgesehen von den eher umstrittenen Qualitäten hat Quattron einen klaren Vorteil: Das zusätzliche Gelb gestattet- eine höhere Lichtdurchlässigkeit und damit eine verbesserte Effizienz. Abgesehen davon erlaubt die neue Quattron-Pro-Technik eine Ansteuerung jedes einzelnen Subpixels, nicht nur der gesamten Bildpunkte – ähnliches hat sich bereits in nicht mehr hergestellten Plasmas positiv bemerkbar gemacht. Damit ist es möglich, zwei Helligkeits-Maxima je Pixel zu erreichen, auch kann die tatsächliche Auflösung in horizontaler oder vertikaler Richtung erhöht werden – vergleichbar mit UHD also.

Der wesentliche Unterschied zwischen Quattron und Quattron Pro scheint zu sein, dass bei Pro auch jeder Sub-Pixel einzeln angesteuert werden kann und nicht der komplette Pixel. Auch scheinen- sie horizontal in acht und nicht vier Subpixel gleicher Farbe aufgeteilt zu sein. Diese Teilung hat natürlich nur Sinn, wenn auch die Steuerung separat ist. Sharps Pro kommt damit auf 16 statt sechs Millionen einzeln farbiger Bildpunkte. Das ist nicht ganz die UHD-Anzahl an Pixeln, aber sie kommt dem recht nahe (8 294 400).

Fazit: Es bleibt abzuwarten, wie sich die Geräte in der Praxis schlagen – Quattron konnte dabei anfangs nicht ganz überzeugen. Die Farbabstimmung war wahrscheinlich zu sehr auf das Energiesparen getrimmt. Zudem gab es noch wenig Erfahrung mit der Vierfarb-Technik, denn alle farbigen Bilder bestehen aus drei Farben RGB, auch elektronisch.