Fernseher als Ramschware?

Florian Weidhase ist seit 2004 als Fachjournalist im Bereich AV tätig und kommentiert auf PLAYER.de aktuelle Entwicklungen der Unterhaltungselektronik.
Florian Weidhase ist seit 2004 als Fachjournalist im Bereich AV tätig und kommentiert auf PLAYER.de aktuelle Entwicklungen der Unterhaltungselektronik.

Ein Experten-Kommentar von Florian Weidhase

Hand aufs Herz! Wie viel hat Ihr letzter Fernseher gekostet? Wer heutzutage einen neuen Bildschirm fürs Wohnzimmer kaufen will, wähnt sich in einem Traumland. 50 Zoll, 3D, 600 Hz, superflach und mit Internet für unter 1.000 Euro! Wahnsinn!

Ja, das ist Wahnsinn. Und was uns Kunden heute freut, wird uns in ein paar Jahren vielleicht Leid tun. Der schon seit Jahren tobende Preiskampf zeigt nämlich Spuren. Halbherzig umgesetzte oder zum Produktstart komplett fehlende Funktionen sind ebenso eine Folge des harten Marktumfeldes wie die sinkende Qualität in so ziemlich allen Bereichen. Kaum ein Fernseher ist mir in den letzten Jahren untergekommen, der nicht an einem mehr oder weniger stark ausgeprägten Fehler leidet. Oft sind es nur Kleinigkeiten wie schlampige Übersetzungen der Menüs. Wer beispielsweise in der Länderliste Deutschland sucht, wird nicht hinter „Dänemark“ sondern „Gabon“ fündig, weil zwar die Ländernamen übersetzt, aber die englische alphabetische Reihenfolge beibehalten wurde. Und auch bei der Voreinstellung „Löschen“ für die Bewegungskompensation darf man ins Grübeln kommen. Da hat wohl der Babelfisch „Clear“ mit der durchaus richtigen, hier aber völlig unpassenden deutschen Entsprechung versehen. Es kann Ihnen sogar passieren, dass Ihr niegelnagelneuer Fernseher mit zwei Satellitenbuchsen eine der beiden einfach ignoriert. Man muss erst beim Hersteller nachfragen um zu erfahren, dass der zweite Tuner erst per Software-Update in einigen Wochen freigeschaltet wird. Es handelt sich also um einen Bananenprodukt: reift beim Kunden.

Fazit: Wenn Sie mich fragen, ist das eine Frechheit! Und der günstige Preis mag zwar ursächlich sein, ist aber keine Entschuldigung. Klar, man kann auch über solche Kleinigkeiten hinwegsehen und sich über das XXL-Bild zum XXS-Preis freuen. Mit Nachhaltigkeit hat das aber wenig zu tun.