Beats by Apple – Warum gibt Apple drei Milliarden Dollar aus?

Ulrich von Loehneysen ist seit 1985 als Fachjournalist im Bereich AV tätig und kommentiert auf PLAYER.de aktuelle Entwicklungen der Unterhaltungselektronik.
Ulrich von Loehneysen ist seit 1985 als Fachjournalist im Bereich AV tätig und kommentiert auf PLAYER.de aktuelle Entwicklungen der Unterhaltungselektronik.

Ein Experten-Kommentar von Ulrich von Loehneysen

Derzeit fragt sich fast die ganze Branche, was Apple mit der Firma Beats by Dr. Dre vorhat, für die satte drei Milliarden Dollar rausgeworfen werden. Dabei wird vermutet, es ginge um die Web-Aktivitäten oder um die Kopfhörer von Beats. Beides ist – mit Verlaub – ziemlicher Unsinn, denn Apple ist selbst im Netz gut vertreten und kann natürlich jederzeit Hardware entwerfen sowie in Asien fertigen lassen. Es fehlt freilich ein Streaming-Dienst, wie ihn Beats anbietet; auch Headsets gibt es nicht im sonst reichhaltigen Apple-Programm.

Wenig bekannt ist allerdings die Entstehungsgeschichte der Firma Beats. Dr. Dre, Rapper und frischgebackener Milliardär, erzählt gerne die Story, als er am Strand von Los Angeles seinen Manager traf. Er führte damals Gespräche, eine eigene Schuhkollektion auf den Markt zu bringen. Der Kommentar des Business Man, so Dr. Dre wörtlich: „Forget about Sneakers, it’s about Speakers.” So kam ab 2007 die Verbindung zu Beats-Gründer und Hardware-Spezialist Noel Lee, einem ehemaligen Atomphysiker, der damals vor allem Kabel vertrieb, zustande.

Danach hat sich die Firma vor allem der Verbesserung des Klangs gewidmet – was auch immer man darunter versteht. So hat Beats bereits bei Apple am Klang von iTunes gearbeitet – was auch immer da gemacht wurde. Jimmy Iovine nennt gerne Cent-Beträge, wenn es um den Aufwand geht, den viele PC-Hersteller für Audio ausgeben. Damit sei es die einzige Branche, die ihre Qualität durch die Digitalisierung verschlechtert habe. Es bleibt freilich zu hoffen, dass Stars wie Lady Gaga, David Guetta und andere, ihre eigenen Produkte nicht professionell nutzen. Diese sind viel zu basslastig, sie verzerren daher normal abgemischte Musik dramatisch – aber es macht Eindruck.

Fazit: Mit ein paar Cent gibt sich bei Beats schon lange keiner mehr zufrieden. Es sind wohl die Künstler und Marketing-Leute, die Apple interessieren.