Test: 4K-Fernseher Sony 65X9005B setzt Maßstäbe beim TV-Ton

Neuer Sony KD-65 X 9005 B mit seitlichen Lautsprechern
Volle Breitseite: Sony hat beim X9 nicht nur das Design überarbeitet, sondern auch das Soundsystem verbessert.

Fernseher sind mit der Zeit immer flacher, ihre Panels immer besser geworden. Beim Klang verhält es sich genau umgekehrt: Durch den stetig verkleinerten Resonanzraum tönen die indirekt abstrahlenden TV-Boxen mittlerweile nicht nur zu dünn, sondern scheppern und verzerren oft schon bei Zimmerlautstärke. Besonders dem Qualitätseindruck teurer 4K-Flaggschiffe wird so ein Hörerlebnis einfach nicht gerecht. Deshalb hat Sony für seine neue X9-Serie ein ganz besonderes Soundsystem entwickelt, das wir Ihnen hier vorstellen.

Allein das äußere Design der X9005B-Modelle unterstreicht die akustische Ausrichtung: Links und rechts vom tiefschwarzen UHD-Bildschirm strahlen drei für Bässe, Mitten sowie Höhen spezialisierte Treiber direkt zum Publikum ab – bei der Konkurrenz beziehungsweise herkömmlichen TV-Geräten sind die Lautsprecher zum einen in Richtung Boden gerichtet, zum anderen fallen sie wesentlich kleiner aus. Der Preis für Sonys zeitrichtig nach vorne strahlende Lautsprecher ist allerdings ein gut 30 Zentimeter breiteres TV-Gehäuse. Zum Vergleich: Der 65-Zöller misst stolze 171,5 Zentimeter in der Breite, während Panasonics aktuelles Spitzenmodell TX-65 AXW 804 „nur“ 146,6 Zentimeter erreicht.

Wedge-Design und Ferrofluid-Technologie

Wedge-Design von Sony
Cleveres Keilgehäuse: Das neue Wedge-Design der Sony-Serien X9, W95 und W85 verkleinert nicht nur den Platzbedarf für den Standfuß (tiefer Schwerpunkt), sondern vergrößert auch den Resonanzraum der Lautsprecher.

Ein weiterer klangverbessernder Aspekt ist das keilförmige Gehäuse im sogenannten Wedge-Design. Dessen Dicke nimmt zum Boden hin zu und bietet dadurch dem unten platzierten Tieftonlautsprecher rund 50 Prozent mehr Volumen als bei der vorhergehenden, flachen Serie X 9005 A. So entsteht neben dem generell größeren Resonanzraum zusätzlich Platz für ein aerodynamisch geformtes Reflexrohr. Dieses verstärkt die Bässe im Bereich von 50 bis 70 Hertz und reduziert gleichzeitig den Membranhub sowie den Klirrfaktor. Die entsprechenden Öffnungen befinden sich auf der Rückseite.

Darüber hinaus legt Sony bei den verwendeten Chassis ein besonderes Augenmerk auf die Qualität. Die Japaner spendieren den beiden Tief- und Mitteltönern nämlich leichte, steife Membranen aus MICA- beziehungsweise Glimmer-verstärktem Glasfasermaterial, welches besonders impulsgenau und schnell reagiert. Unerwünschten Verzerrungen beugt dabei die patentierte Ferrofluid-Technolgoie vor, die im Zusammenspiel mit dem Magnetsystem die Bewegung der Schwingspule akkurat kontrolliert sowie die bisher eingesetzten Dämpfer überflüssig macht. Den Hochtonbereich übernimmt schließlich eine kleine, leichte und besonders weiträumig abstrahlende Gewebekalotte.

Glasfaser-Membran der Sony-TV-Boxen
Da steckt was drin: Beim Tief- und Mitteltöner des neuen X9 setzt Sony auf verwebtes, MICA-verstärktes Glasfasermaterial.

Mit an Bord des X 9005 B sind unter anderem fünf umschaltbare Klangmodi, ein Sieben-Band-Equalizer sowie eine Erweiterungsoption für Sonys optional erhältlichen Drahtlos-Subwoofer SWF-BR 100. Auf diese Weise lässt sich die Tonqualität für rund 300 Euro noch weiter optimieren oder zumindest an die eigenen Anforderungen und räumlichen Gegebenheiten anpassen.

Gänsehaut-Feeling und Konzertatmosphäre

Sonys Tieftöner mit Ferrofluid-Technik
Ferrofluid-Lautsprecher: Die patentierte Technik von Sony macht Dämper überflüssig und verhindert unerwünschte Verzerrungen.

Sonys Soundsystem lässt sich mit einem einzigen Wort beschreiben: Atemberaubend! Anders als das Bild, überzeugt der Klang bereits in dem ab Werk aktivierten Standardmodus auf ganzer Linie. Zum Auftakt haben wir den KD-65 X 9005 B mit feinsten Stereoton-Konserven der aktuellen Sampler-CD „2014 Grammy Nominees“ gefüttert. Bereits beim ersten, perfekt produzierten Poptitel „Locked Out Of Heaven“ von Bruno Mars kommt die Stimme des Sängers felsenfest und sonor aus der Mitte und überrascht den Hörer zudem mit Wärme, Ausdruckskraft sowie Klangfarbenreichtum. Selbst die Wiedergabe feinster Nuancen der Stimmfärbung gelingt dem Fernseher so gut, dass er klanglich einer ausgewachsenen HiFi-Anlage ähnelt.

Ebenso bewegt sich die Dimension der akustischen Bühne auf hohem Niveau, was der Sony mit dem Charthit „Royals“ der neuseeländischen Musikerin Lorde unterstreicht. Zum Beispiel füllen feiner Nachhall beim Fingerschnippen sowie satt nachschwingende Bassschläge den Raum sowohl zur Seite als auch nach hinten aus und übertreffen die Abmessungen des Bildschirms nochmals deutlich. Zu guter Letzt lassen die von Pharrel Williams gefeaturten Songs „Blurred Lines“ (Robin Thicke) und „Get Lucky“ (Daft Punk) dank dynamisch aufgelöster Percussion-Elemente, trockenen Kickbass-Attacken sowie verblüffender Bassläufe restlos staunende Tester zurück. Ob die Nachbarn davon ebenfalls begeistert sind, ist eine andere Frage.

 

Vorgestelltes Produkt:
2014 Grammy Nominees
Aktueller Amazon-Preis: EUR 2,60


 

Sonys "ClearAudio+"-Technik
ClearAudio+: Sony stattet den X9 mit zusätzlichen Technologien aus, die den Sound des Fernsehers für ein beeindruckendes, emotionales Hörerlebnis optimieren sollen.

Optionaler Basswürfel mit Funktechnik

Können die meisten Fernseher – wenn überhaupt – nur im Mitteltonbereich überzeugen, erzeugt der X 9005 B schon ab unfassbar tiefen 36 Hertz wahrnehmbare Bässe. Richtig Gas geben die Tieftöner ab etwa 50 Hertz, sofern man Schallpegel von 85 bis 90 Dezibel (gehobene Zimmerlautstärke) nicht übersteigt. Hier verspricht der oben erwähnte, speziell auf die neuen Sony-TVs abgestimmte Wireless-Subwoofer SWF-BR 100 Abhilfe; die rund 300 Euro teure Box wird einfach und drahtlos über den im Lieferumfang enthaltenen USB-Dongle mit dem Fernseher verbunden.

Allerdings ließ der Funkwoofer zunächst keinen großen Unterschiede spüren, brachte er doch nur dezent mehr Bass. Erst bei angepassten Toneinstellungen im TV-Menü (Subwoofer-Pegel auf „+12“; entspricht messtechnisch einer Anhebung um drei Dezibel) verstärkt er den Tieftonbereich um deutlich hörbare sechs Dezibel. Nichtsdestotrotz haben wir im Frequenzkeller mehr vom SWF-BR 100 erwartet, da der Pegel des luftdicht eingebauten 20-Zentimeter-Treibers unterhalb von 50 Hertz merklich sinkt. Vergleichbar große Subwoofer anderer Hersteller liefern Bässe im Bereich von 20 bis 40 Hertz mit weit weniger Abfall.

Der grandiose Klang des TV-Geräts selbst verdient dennoch größtes Lob: Der Sony X 9005 B hebt den Ton von Flachbildfernsehern in den Disziplinen Dynamik und Auflösung sowie tonalen Umfang und Pegelfestigkeit auf ein neues, bisher unerreichtes Niveau.

Optionaler Wireless-Subwoofer Sony SWF-BR 100
Elegant und flexibel: Der optionale Subwoofer SWF-BR 100 von Sony wird drahtlos per USB-Funkdongle mit dem (kompatiblen) Fernseher verbunden.

PLAYER.dPLAYER.de-Testurteil: Sehr gut und Highlighte meint:
Die Bravo-Bravias: Sonys neue Spitzenserie überzeugt sowohl bei der Bildqualität als auch in puncto Klang. So dachten wir auf der CES 2014, wo das Flaggschiff erstmals vorgestellt wurde, an einen Playback-Trick – nun hat uns der KD-65 X 9005 B im exklusiven Hörtest eines Besseren belehrt. Ein vollwertiges Surround-System mit fünf oder mehr Kanälen ersetzen die Lautsprecher natürlich nicht, dennoch können sich andere Hersteller ruhig ein Beispiel am grandiosen Soundkonzept der Japaner nehmen. Auch wenn man kritisieren kann, dass sich die Lautsprecher nicht abnehmen lassen – für uns ist der Sony 65X9005 nicht nur ein sehr gutes Gerät, sondern wegen seines vortrefflichen Klangs auch ein echtes Highlight.