Die beste 4k-Kamera für den Heimgebrauch

Sony Alpha 7S mit Videoaufbau
Sony Alpha 7S mit Videoaufbau

Sony a7s, Panasonic GH4 oder doch Blackmagic URSA beziehungsweise AJA CION? Die alljährliche NAB Show in Las Vegas ist das internationale Mekka der Film- und Fernsehtechnik und brachte in diesem Jahr viele interessante Neuheiten für das Filmen in Ultra HD bzw. 4k. Wir beantworten die Frage: Welche Kamera eignet sich für 4k im Heimgebrauch am besten?

Panasonic GH4

Die aktuell wohl spannendste Kameraneuankündigung ist die GH4 von Panasonic, schon ihre Vorgängerinnen GH2 und GH3 waren unter Filmemachern aus der ganzen Welt sehr beliebt. Sie besitzt einen Micro-Four-Thirds Objektivanschluss zu dem es bereits ein großes Portfolio an nativen Objektivlösungen z.B. von Panasonic, Olympus, Leica und Voigtländer gibt. Das geringe Auflagemaß sorgt auch für eine sehr gute Kompatibilität zu Adapterlösungen, vom Nikon F-Mount bis hin zum professionellen Arri-PL-Mount sind von Drittherstellern (z.B. Novoflex) verschiedene und unserer Redaktion erfolgreich in der Praxis getestete Adapter erhältlich. Die Panasonic GH4 hat einen 16 Megapixel Bildsensor und kann intern wahlweise 4096×2160 24p bzw. Ultra HD (3840×2160) mit 23,98, 24, 25 und 29,97p aufnehmen – bei 100Mbit Datenrate in 8Bit 4:2:0. Außerdem kann die Kamera auch noch Full HD 1920×1080 mit 200 Mbit (Intraframe) mit Bildraten zwischen 23,98 und 96 Bildern/Sekunde aufzeichnen. Letzteres eignet sich insbesondere für spezielle Zeitlupenaufnahmen wie man sie bislang nur von deutlich teureren Kameras, wie z.B. der ARRI Alexa kennt. Der Verlängerungsfaktor für die Brennweiten der eingesetzten Objektive im Bezug auf Kleinbild liegt im Videomodus bei 2,3. Neben einem videotauglichen Autofokus bietet die GH4 farbiges Peaking zur Schärfenbeurteilung auf dem 3 Zoll Touchscreen und sowohl Mikrofon Ein- als auch Kopfhörerausgänge. Ein integriertes Stereomikrofon sichert die auditive Grundversorgung. Mit ca. 500g ist die Kamera recht leicht und bietet das wohl vollständigste 4K-Package für den ambitionierten Hobbyfilmer mit Hang zum kinematischen Look.

Panasonic_GH4 - zeichnet Videos in 4K Auflösung auf.
Panasonic GH4 – zeichnet Videos in 4K Auflösung auf.

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Die Konkurrenz von Sony

Die frisch vorgestellte, 4K-fähige Sony a7S wird sich preislich leicht über der GH4 einreihen. Der Body ist bereits von der a7 und a7R bekannt, neu hingegen ist der 12 Megapixel-Kleinbild-Sensor mit Lichtempfindlichkeiten bis 409.600 ISO, hervorragender LOW-Light-Performance und der interne HD-XAVC-S Aufzeichnung (nur Full-HD). Allerdings bedeutet 4K-fähig für Sony, dass die Kamera über den HDMI-Ausgang wahlweise ein 10Bit 422-Signal mit 4K Auflösung ausgibt, für dessen Aufzeichnung dann ein Recorder aus der professionellen Aufzeichnungstechnik benötigt wird (z.B. Odyssey 7Q), der mindestens mit 2.500€ zu kalkulieren ist. Damit ist die a7S zwar eine interessante Spezialkamera für Profis in Ultra-Low-Light-Situationen, aber für den 4K-Heimanwender vom Handling her nicht zu empfehlen.

Die Sony a7S ist 4k-fähig. Das hoch aufgelöste Signal muss aber mit einem externen Recorder aufgezeichnet werden.
Die Sony a7S ist 4k-fähig. Das hoch aufgelöste Signal muss aber mit einem externen Recorder aufgezeichnet werden.

Ganz anders verhält es sich mit der Sony FDR-AX100, einem klassischen Camcorder für 2.000€ mit einem festverbauten 12-fach Zoomobjektiv von Carl Zeiss, welches einen 1 Zoll Exmor R Sensor beliefert. Aufgezeichnet wird wahlweise 1080p in AVCHD und XAVC S HD oder alternativ in XAVC 4K mit 3840×2160 Pixeln. Wer das Handling eines klassischen Camcorders gegenüber der Modularität der Panasonic GH4 bevorzugt ist mit der Sony FDR-AX100 prima versorgt.

Profi-Tipp

Neben der Auflösung ist sind der Dynamikumfang bzw. die Farbtreue ganz entscheidende Punkte bei der Aufzeichnung von Videos, bei der Panasonic GH4 gibt es einen Trick um ausschließlich mit der internen Aufzeichnung an HD Videomaterial 1920×1080 bei 10 Bit und 4:4:4 zu kommen. Dazu gilt es zunächst einmal alle Aufzeichnungen in 4k-Aufläsung bzw. Ultra HD vorzunehmen, danach wandelt man das Material in einer Postproduktionssoftware (z.B. Apple Compressor oder Blackmagic Design Davinci Resolve Lite) in 10 Bit 4:4:4 Full HD-Material um. So werden stets die Informationen von 4 Pixeln zu einem „Super-Pixel“ zusammengefasst. Das Ergebnis liegt dann sehr nahe an nativem 4:4:4 und bietet damit deutlich mehr Möglichkeiten in der Postproduktion. Für den Mac hat ein Mitglied des EOSHD-Forums zudem ein Kommandozeilentool geschrieben, das ein Resampling des 4k-Videos von 4k 4:2:0 nach 2K 4:4:4 ermöglicht. Hier geht es zum entsprechenden Beitrag im Forum.

Blackmagic und AJA

Die 4k-Kameras von Blackmagic und AJA sind auf Profis ausgerichtet, denen viel Bearbeitungsspielraum im Schnitt und im Colorgrading wichtig ist und die es auch nicht scheuen, Objektive oder sonstige Aufbauten für viele tausend Euro um die Kamera herumzubauen. Privatanwender und Enthusiasten sollten von URSA, CION und ähnlichen Kameras die Finger lassen. Die Datenmenge wird schon nach wenigen Minuten der Aufnahme unbeherrschbar groß und häufig ist ein ganzes Produktionsteam rund um diese Kameras sinnvoll.

PLAYER.de-Kauftipp

Player.de meint: Unser klarer Favorit für 4k im Heimgebrauch ist augenblicklich die GH4 von Panasonic, denn keine andere Kamera bietet derzeit diese attraktive Kombination aus günstigem Preis, großem Objektivportfolio, direkter 4k-Aufzeichnungsmöglichkeit und hohen Frameraten bei Full HD-Auflösung. Wir sind sehr gespannt auf einen ersten Test der GH4 zusammen mit verschiedensten Objektiven.