Mitgeschnitten: Apple speichert Gespräche mit Siri zwei Jahre lang

Apples Sprachsteuerung Siri in der Kritik
Unvergessliche Befehle: Apples Sprachsteuerung Siri merkt sich alles zwei Jahre lang.

Dein Wunsch ist ihm Befehl! Apples Sprachsteuerungs-Assistent Siri erfreut sich bei Besitzern eines aktuelleren iPhone-, iPad- oder iPod-touch-Modells großer Beliebtheit, kann man doch zahlreiche Funktionen einfach per Stimme bedienen. Was viele Nutzer nicht wissen: Der Sprachbefehl bleibt zwei Jahre lang gespeichert.

Davon betroffen sind sowohl Anweisungen wie „Stelle den Wecker auf acht Uhr“ sowie Fragen (zum Beispiel: „Brauche ich einen Regenschirm?“) als auch gesprochene Textnachrichten, die an einen Kontakt übermittelt werden sollen. Gerade bei letzteren geht der aufgeklärte Nutzer davon aus beziehungsweise erwartet, dass diese vertraulich sind (und bleiben). Von wegen! Siri speichert die gesamte Interaktion nämlich nicht lokal auf dem Smartphone respektive Tablet, sondern legt sie weit entfernt auf den Apple-Servern ab.

Datenschutzhinweise von Apple in den Siri-Einstellungen
Kürzliche Spracheingaben werden beim Ausschalten von Siri gelöscht, ältere nicht.

Eine solche „Neugier“ ist im digitalen Zeitalter wahrlich nichts Neues, doch nannte der Hersteller bislang keine konkreten Zeitangaben. Trudy Muller, Unternehmenssprecherin von Apple, hat gegenüber dem US-amerikanischen Technologie-Magazin Wired die 24-monatige Datenspeicherung bestätigt. Dennoch versichert sie, dass die Privatsphäre der Kunden dem Unternehmen sehr wichtig ist. So sind die Tonaufnahmen respektive Spracheingaben die ersten sechs Monate zwar mit einer Zufallsnummer an den Nutzer gekoppelt, werden vor der langfristigen Speicherung – also die verbleibenden 18 Monate bis zur Löschung – aber angeblich anonymisiert.

Die Sammlung der Sprachaufnahmen diene dabei ausschließlich der kontinuierlichen Verbesserung von Siri. Deaktiviert man die Sprachsteuerung, sollen die kürzlich gemachten Eingaben gelöscht werden. Auf ältere Aufnahmen hat dies aber keine Auswirkungen, wie Apple in den Geräteeinstellungen unter dem Punkt „Siri und Datenschutz“ tatsächlich erläutert: „Ältere Spracheingaben, die keine Rückschlüsse auf Ihre Person zulassen, können für eine bestimmte Zeit erhalten bleiben, um eine generelle Optimierung von Siri und anderen Produkten und Diensten von Apple zu ermöglichen.“ Über die Dauer der Speicherung ist darin jedoch nichts zu finden.

Von Siri unterstützte Sprachbefehle
Von Befehlen über Fragen bis hin zu persönlichen Nachrichten: Apple speichert alles, was man Siri sagt für zwei Jahre auf seinen Servern (im Bild: iPhone 4S).

PLAYER.de meint:
Apple weiß, was Du die letzten Monate getan hast – zumindest, wenn man Siri regelmäßig auf seinem iPhone, iPod oder iPod touch nutzt. Prinzipiell gibt es an der Speicherung der Aufnahmen wenig oder nichts auszusetzen, sofern sie tatsächlich der Verbesserung der Spracherkennung und der Funktion allgemein dient. Fraglich ist nur, warum der Hersteller die entsprechenden Hinweise in den Tiefen des Gerätemenüs versteckt und bislang zur Dauer der Speicherung schwieg. Die Siri-Befehle der ersten iPhone-4S-Besitzer – mit diesem Modell wurde die Sprachsteuerung eingeführt – dürften übrigens noch immer auf den Apple-Servern liegen.