SES realisiert Ultra-HD-Übertragung mit HEVC

SES hat erstmals eine Ultra-HD-Übertragung mit dem neuen H.265-Codec durchgeführt (Bild: SES).

Dem Luxemburger Satellitenbetreiber SES ist im Hinblick auf die künftige Verbreitung von 4k-Inhalten ein Durchbruch gelungen: Das Unternehmen hat in Kooperation mit seinen Partnern Harmonic und Broadcom erstmals live eine Ultra-HD-Übertragung via Satellit im neuen HEVC-Standard durchgeführt.

Die Testsignale wurden per DVB-S2 auf der Astra-Satellitenposition 19,2 Grad Ost mit einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln und einer Datenrate von 20 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) übertragen. Das stellt insofern eine Revolution dar, als der  neue Codec H.265/HEVC (High Efficiency Video Coding) im Vergleich zum MPEG-4/AVC (Advanced Video Coding) beziehungsweise H.264 eine 50 Prozent höhere Effizienz erreicht. Letzterer ist der aktuelle Standard für hochauflösende Inhalte in HDTV-Ausstrahlungen und auf Blu-ray Discs.

SES-Satellit im All

Die Ausstrahlung der 4k-Testsignale von SES erfolgte auf der Astra-Satellitenposition 19,2° Ost (Bild: SES).

Angesichts des erfolgreichen Testlaufs dürfte in absehbarer Zeit allerdings der HEVC-Codec diese Rolle übernehmen. So ließe sich die Blu-ray weiter als Trägermedium nutzen anstatt – wie zum Beispiel bei der 4k-Dokumentation “TimeScapes” – auf Festplatten ausweichen zu müssen. Bei längeren Filmen wäre auch die Verwendung von BDXL-Scheiben mit bis zu 128 Gigabyte Speicherkapazität denkbar. In jedem Fall erfordert die Ultra-HD-Auflösung neue, kompatible Hardware. Für die 4k-Übertragung von SES wurden der Transcoder ProMedia Xpress aus dem Hause Harmonic sowie ein Gerät auf Basis des Broadcom-Chips BCM7445 verwendet.

Dazu Thomas Wrede, Vice President Reception Systems bei SES: “Wir sind überzeugt, dass sich der HEVC-Standard bei Fernsehanbietern, die in Ultra HD senden möchten, als bevorzugte Option durchsetzen wird, und wir rechnen damit, dass die Branche in den kommenden Monaten die ersten Prototypen eines Ultra-HD-Receivers vorstellt. Mit dieser Initiative bringt SES das Ultra-HD-Ökosystem deutlich voran – auch durch einen Testkanal, der den Branchenpartnern des Unternehmens rund um die Uhr zur Verfügung stehen wird.”

Bei früheren Vorführungen des Satellitenbetreibers – wie etwa im Rahmen der IBC 2012 in Amsterdam – kam entweder der H.264-Standard zum Einsatz oder es wurden vier HD-Bilder parallel übertragen. Auf das gleiche Verfahren setzen übrigens Eutelsat und Hispasat bei ihren bereits empfangbaren 4k-Demokanälen. Wann genau Astra seinen 4k-Sender startet, steht noch nicht fest – definitiv aber dieses Jahr.

PLAYER.de meint:
Alles gute kommt von oben – buchstäblich! SES hat mit der 4k-Testübertragung im HEVC-Standard die Zukunft des Fernsehens, wenn nicht gar des gesamten Heimkinos eingeläutet. Schließlich beweist der Satellitenbetreiber, dass Ultra-HD-Inhalte mithilfe des neuen Codecs sogar auf gängige Blu-ray Discs passen. Dementsprechend dürften auch die ersten kompatiblen Empfangsgeräte nicht mehr lange auf sich warten lassen. Der Preis wiederum ist eine andere Sache: Günstig wird die neue Technik sicherlich nicht, wobei 4k-Fernseher allmählich in bezahlbare Dimensionen rücken. Hier geht der chinesische TV-Hersteller Seiki mit gutem Beispiel voran.

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