Weniger DVB-T-Sender: RTL und Co. beenden terrestrisches Fernsehen

Ab Juni 2013 noch weniger Sender über DVB-T
Neben RTL verabschieden sich auch einige kleinere Sender von DVB-T.

Nachdem die RTL-Mediengruppe Anfang dieses Jahres bekanntgegeben hat, die terrestrische Verbreitung (DVB-T) ihrer Programme bis Sommer 2013 in Deutschland einzustellen, folgen nun auch ein paar kleinere TV-Sender dem Beispiel. Das gab die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) offiziell bekannt.

Demnach müssen sich die DVB-T-Nutzer in den nächsten Monaten auf „eine Reihe von Programmänderungen einstellen“. So sollen ab 1. Juni 2013 im Verbreitungsgebiet München/Südbayern die Programme „Euronews“, „Channel 21“ sowie „RFO“ (Regionalfernsehen Oberbayern) und in Nürnberg die Programme „Bibel TV“, „Euronews“ sowie „Channel 21“ nicht mehr zu empfangen sein. Die Sender verzichten auf eigenen Wunsch auf die DVB-T-Ausstrahlung, jedoch ohne konkrete Gründe zu nennen. Neu im DVB-T-Gebiet München/Südbayern ist seit 2. April der Teleshopping-Kanal „1-2-3.tv“.

Logo der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien
Die BLM hat über eine neue DVB-T-Kanalbelegung ab dem 1. Juni 2013 informiert.

Der größere, für viele wohl schmerzhaftere Schnitt kommt am 1. August 2013. Ab diesem Zeitpunkt wird im gesamten Gebiet um die bayerische Landeshauptstadt die terrestrische Verbreitung von „RTL“, „RTL 2“, „VOX“ und „Super RTL“ eingestellt. In Nürnberg beendete die Mediengruppe bereits im Herbst 2010 die Ausstrahlung ihrer Programme, so dass sich dort keine weiteren Veränderungen ergeben. Die Gründe für das DVB-T-Aus von RTL und Co. sind wirtschaftlicher beziehungsweise finanzieller Natur, da das Antennenfernsehen bei geringen Zuschauerzahlen teuer für den Sender sei.

Laut Digitalisierungsbericht 2012 nutzen 8,5 Prozent der bayerischen Bevölkerung das digitale Antennenfernsehen. Bundesweit setzen rund 2,1 Millionen Haushalte auf DVB-T (PLAYER.de berichtete). Die ProSiebenSat.1-Gruppe und der Senderbetreiber Media Broadcast hingegen haben eine Vereinbarung zur Verlängerung der terrestrischen Übertragung von ProSieben, Sat.1, Kabel Eins und Co. getroffen.

PLAYER.de meint:
Die Programmauswahl für DVB-T-Nutzer in Deutschland wird immer kleiner. Österreich hingegen forciert inzwischen sogar den neuen DVB-T2-Standard, der hochauflösendes (HD-)Antennenfernsehen ermöglicht. Immerhin hat Kabel Deutschland vor kurzem die Grundverschlüsselung beendet, so dass man die digitalen SD-Varianten von RTL, ProSieben und Co. auch ohne Smartcard wiedergeben kann – eine gute Alternative zum terrestrischen Empfang!