JVC DLA-VS4800: Erster Projektor mit 8k-Auflösung für ultrascharfes Kino

JVC stellt 8k-Projektor DLA-VS4800 vor
JVC DLA-VS4800: Erster serienreifer Projektor mit 16-facher Full-HD-Auflösung.

Obwohl der 4k-Standard fürs Heimkino noch immer in den Kinderschuhen steckt, hat der japanische Hersteller JVC nun den ersten serienreifen Projektor mit 8k-Auflösung auf den Markt gebracht: Der DLA-VS4800 stellt mehr als 16-mal so viele Bildpunkte dar wie ein herkömmlicher Full-HD-Beamer.

JVC spricht von der „8k Super Hi-Vision“-Technologie mit 8.192 x 4.800 Pixeln, wobei das integrierte D-ILA-Panel selbst gerade einmal ein Viertel davon auflöst (4.096 x 2.400 Pixel). Die 8k-Auflösung kann demnach nur mithilfe eines Tricks in der Projektionstechnik erzeugt werden. Konkret kommt der bereits bekannte E-Shift-Mechanismus zum Einsatz, bei dem das Panel diagonal im 120-Hertz-Takt hin- und herbewegt wird. Auf diese Weise soll für das menschliche Auge der Eindruck einer wesentlich höheren Auflösung entstehen.

Das E-Shift-Verfahren ist allerdings nicht mit der Upscaling-Methode gleichzusetzen. Der DLA-VS4800 nimmt nämlich natives 8k-Videomaterial entgegen, welches über vier DVI-D-Eingänge zugespielt wird. Hinzu kommt, dass die von JVC „D-ILA“ getaufte LCoS-Technik (Liquid Crystal on Silicon) ohnehin eine höhere Pixeldichte als ein klassisches DLP-Panel ermöglicht. Der Hersteller gibt ein Kontrastverhältnis von 10:000:1 an und verspricht zudem eine Helligkeit von 4.500 Lumen. Zu verdanken ist die hohe Leuchtkraft zwei Hochdruck-Quecksilberlampen mit jeweils 330 Watt. Ihre maximale Betriebsdauer beträgt angeblich 3.000 Stunden.

Grafik zu JVCs E-Shift-Technik
E-Shift-Technik: Um die 8k-Auflösung zu erzeugen, werden zwei Bilder abwechselnd 120 Mal pro Sekunde diagonal leicht versetzt.

Im lichtreduzierten Modus soll sich der Projektor durch ein relativ leises Betriebsgeräusch von 50 Dezibel auszeichnen, was ungefähr dem eines Kühlschranks entspricht. Mit einer Leistungsaufnahme von 1.100 Watt (sechs Watt im Standby-Modus) ist er allerdings nicht gerade stromsparend. Ohnehin sieht JVC primär Kinos als Einsatzgebiet vor, was auch die Abmessungen verdeutlichen: Das Gehäuse misst 660 x 342 x 783 Millimeter (B x H x T) und bringt rund 51 Kilogramm auf die Waage – ein Objektiv wird übrigens nicht mitgeliefert. Ebenso dürfte der DLA-VS4800 aufgrund seines Preises wohl kaum für Privatnutzer interessant sein.

Eine offizielle Preisempfehlung nannte JVC zwar noch nicht, doch liegt diese Medienberichten zufolge bei 25 Millionen Yen. Das ergibt umgerechnet rund 204.000 Euro – wohlgemerkt: nur für den Projektor, ohne Objektiv. Optional gibt es insgesamt vier Optiken mit unterschiedlichen Brennweiten. Ach ja: Der DLA-VS4800 ist vorerst nur in Japan erhältlich. Ob und wann er auch in Europa auf den Markt kommt, steht nicht fest.

Aktuell nur in Japan: Der JVC DLA-VS4800
JVC bietet den 8k-Projektor DLA-VS4800 derzeit nur in seinem Heimatland Japan an. Der Preis liegt umgerechnet bei über 200.000 Euro.

PLAYER.de meint:
Endlich kein vielversprechender Prototyp mehr! Der DLA-VS4800 ist der erste Projektor mit 8k-Auflösung, der frei zum Verkauf angeboten wird. Ob man hier aber tatsächlich von Marktreife sprechen kann, bleibt jedem selbst überlassen. Schließlich gibt es derzeit noch sehr wenige 4k-Inhalte, von 8k-Material natürlich ganz zu schweigen. Zudem dürften sich angesichts des stolzen Preises von über einer fünftel Million Euro (hierzulande) wohl kaum private Abnehmer finden. In Japan hingegen haben sich schon die öffentlichen Rundfunkanstaltem dem Thema 8k angenommen und die Entwicklung eines entsprechenden Sensors bekanntgegeben.