Sony PlayStation 4: Ist die neue PS4 fit für Spiele & Videos in 4k-Auflösung?

Logo der Sony PlayStation 4
Sony hat in der Nacht zum 21. Februar 2013 die PS4 offiziell vorgestellt.

Dass heute Nacht die Nachfolgerin der PlayStation 3 vorgestellt wurde, haben Interessenten wohl bereits auf breiter Front erfahren. Allerdings behält Sony noch eine wichtige Information für sich: Die brandneue Spielekonsole beherrscht höchstwahrscheinlich die vierfache Full-HD-Auflösung (4k)!

Generell sind nach der zweistündigen Vorstellung noch einige Fragen offen beziehungsweise unbeantwortet geblieben. Der Hersteller hat nämlich in erster Linie die technischen Eckdaten bekanntgegeben, ohne detailliert auf die einzelnen Komponenten einzugehen. Besonderes interessant wäre es hier zu wissen, ob der 4k-Standard direkt am HDMI-Ausgang unterstützt wird. Über solche Einzelheiten kann man derzeit nur spekulieren. Die Konsole selbst war übrigens zu keinem Zeitpunkt zu sehen, weshalb Gerüchte laut werden, dass sie noch gar nicht fertig sei. Immerhin zeigte Sony einen optisch leicht modifizierten Controller sowie ein Kamerasystem, das – ähnlich wie Microsofts Kinect – die Position der Spieler im Raum erfassen soll.

Live-Übertragung des PS4-Events
Sonys PS4-Event fand im Hammerstein-Theater in New York statt. Im Rahmen dessen wurden auch ein paar Spiele für die neue Konsole präsentiert.

Moderne Komponenten

Wie erwartet, hat Sony der neuen PS4 tatsächlich leistungstärkere Hardware spendiert – diese basiert weitestgehend auf aktueller PC-Technik. Das Herzstück bildet der x86-Prozessor aus dem Hause AMD. Zu seiner Taktfrequenz wurden zwar noch keine Angaben gemacht, doch wird er definitiv über acht Rechenkerne verfügen. Unterstützend zur Seite steht dem Chip der Jaguar-Architektur eine erweiterte Grafikeinheit, die rund zwei Teraflops Leistung verspricht und Merkmale der nächsten AMD-Radeon-Generation aufweisen soll. Ein konkreter Modellname steht noch aus.

Der GDDR5-Arbeitsspeicher fasst stattliche acht Gigabyte und verarbeitet angeblich 176 Gigabyte pro Sekunde. Ebenso wird die Konsole mit einer Festplatte ausgestattet sein, welche laut Sony jede Menge Speicherkapazität bietet. Zu einem optischen Laufwerk hat sich der Hersteller leider nicht geäußert, doch wäre es angesichts der enorm hohen Erwartungen der PS3-Käuferschaft ein echtes K.O.-Kriterium, auf dieses zu verzichten. So heißt es aus verschiedenen Kreisen, dass die neue PlayStation Blu-rays mit bis zu sechs- und DVDs mit bis zu achtfacher Geschwindigkeit liest.

Neue Kamera für die Sony PlayStation 4
Neben einem neuen DualShock-Controller hat Sony auch ein neues Kamerasystem zur Bewegungssteuerung der PS4 gezeigt.

Neuer Signalgeber

Sonys neuer DualShock-4-Controller
DualShock 4: Der Controller für die PlayStation 4 wurde optisch leicht überarbeitet und besitzt neue Tasten.

Für umfassende Konnektivität sorgen eine klassische Ethernet-Buchse, integriertes WLAN (IEEE 802.11 b/g/n) sowie ein eingebautes Bluetooth-Modul. Der Controller wurde ebenfalls überarbeitet. Im Vergleich zum bisherigen Modell hat der DualShock 4 geänderte Analog-Sticks, ein überarbeitetes D-Pad sowie ein Trackpad auf der Oberseite erhalten. Letzterer ermöglichte in den gezeigten Demos unter anderem das Drehen des Kopfs der Spielfigur. Ein frontseitiges Leuchtfeld für die Bewegungssteuerung (Prinzip: PlayStation Move) in Verbindung mit einer neuen Dual-Kamera und ein Share-Knopf, mit dem laufende Spielszenen aufgenommen beziehungsweise ins PSN als Video hochgeladen werden können, komplettieren die Ausstattung.

Darüber hinaus soll man die PS4 auch über den Handheld PlayStation Vita bedienen können. Mit konkreteren Angaben zum Innenleben, insbesondere was die Leistungswerte angeht, hält sich Sony leider noch bedeckt. Gleiches gilt für die maximale Auflösung:-  Eine 4k-Fotowiedergabe wie beim aktuellen Blu-ray Player BDP-S790 aus gleichem Hause wäre wohl das Mindeste, was erwartet werden darf. Immerhin war schon die PlayStation 3 allen Abspielgeräten-  in Sachen Fotowiedergabe weit überlegen. Sony würde mit der Nachfolgerin demnach wohl kaum einen Rückschritt riskieren.

Frontseite des Sony DualShock 4
Das Leuchtfeld auf der Vorderseite des DualShock 4 sieht hübsch aus, dient aber primär der Erkennung durch die neue PlayStation-Kamera.

4k am HDMI-Ausgang

Bereits die PS3 wusste über viele Jahre hinweg durch ihre konsequente Update-Fähigkeit und überlegene Hardware zu überzeugen. Wenn Sony also nichts über die 4k-Unterstützung verrät, hat das mit Sicherheit politische Hintergründe. Etwa, dass man Diskussionen um verfügbare 4k-Inhalte oder einen neuen Blu-ray Standard für 4k zum aktuellen Zeitpunkt aus dem Weg gehen möchte. Für Spiele in Ultra-HD-Auflösung sind die derzeit über HDMI erzielbaren Bildraten von maximal 30 Hertz ohnehin zu niedrig.

Logo von AMDs GCN-Technologie
Die Radeon-Grafikkarten mit AMDs „Graphics Core Next“-Architektur (GCN) garantieren eine enorme Leistungsfähigkeit.

Der Grafikchip selbst dürfte mit der vierfachen Anzahl an Bildpunkten gegenüber Full HD jedenfalls problemlos zurechtkommen. Schließlich setzt er auf AMDs fortschrittliche GCN-Architektur (Graphics Core Next), die momentan gänzlich den Spitzenmodellen der 7000er-Reihe vorbehalten ist. Aus dieser stellen nämlich alle Grafikkarten (also auch die kleinste beziehungsweise günstigste AMD Radeon HD 7750) bis zu 4.096 x 2.160 statt 1.920 x 1.080 Pixel dar. Zur Wiedergabefrequenz gibt es leider keine Informationen.

Rein theoretisch kann sogar die aktuelle PlayStation 3 hochaufgelöste 4k-Fotos ausgeben. Hierfür hat Sony im Frühjahr 2012 mit einem entsprechenden Firmware-Update die Grundlage geschaffen, wobei Gerüchten zufolge nur Besitzer des 4k-Projektors VPL-VW1000ES aus gleichem Hause in den Genuss kommen sollen. Einen ausführlichen Test des Beamers findest Du übrigens hier. Um Videos in Ultra-HD-Qualität abspielen zu können, wird man höchstwahrscheinlich ohnehin auf die PS4 zurückgreifen müssen.

Frontansicht des Sony BDP-S790
Der Blu-ray Player Sony BDP-S790 unterstützt die 4k-Auflösung und bietet auch sonst eine sehr üppige Ausstattung.

Wann und wie viel?

Neueste Sony PlayStation 3 (Super Slim)
Analysten erwarten in Kürze eine deutliche Preissenkung der Sony PlayStation 3. Die Konsole soll dann 150 Euro kosten.

Der Marktstart der Sony PlayStation 4 soll noch pünktlich zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft erfolgen, wobei nicht bekannt ist, ob Europa gleichzeitig mit den USA und Asien bedient wird. Preise stehen noch nicht fest. Allerdings halten Expertenen etwa 400 bis 500 Euro für ein Modell mit eingebauter 500-Gigabyte-Festplatte für wahrscheinlich.

Zum Vergleich: Die Sony PS3 startete für rund 600 Euro, was den meisten Interessenten angesichts der anfänglichen Verkaufszahlen wohl zu teuer war. Im Zuge der PS4-Einführung gehen Analysten davon aus, dass die Vorgängerin auf einen Preis von knapp 150 Euro fallen wird (PLAYER.de berichtete).

Zu sehen gibt es die PlayStation 4 wohl erst auf der E3 (Electronic Entertainment Expo). Die Spielemesse findet von 11. bis 13. Juni 2013 in Los Angeles statt.

PLAYER.de meint:
Wer sich den Live-Stream heute Nacht angesehen hat, dürfte wohl mehr oder weniger enttäuscht ins Bett gegangen sein. Schließlich spielt das Design mittlerweile eine große Rolle bei der Unterhaltungselektronik, und davon gab es bei der PS4-Vorstellung nichts zu sehen: Sony zeigte lediglich den leicht überarbeiteten DualShock-4-Controller, ansonsten flimmerten überwiegend Texte und Wörter über die riesige Leinwand im Hammerstein-Theater. Detaillierte Infos? Fehlanzeige! Nichtsdestotrotz klingt die Ausstattung äußerst vielversprechend, kommt doch nun in erster Linie leistungsstarke PC-Technik zum Einsatz, welche sogar den 4k-Standard unterstützen dürfte. Der Preis für die neue Spielkonsole soll zum Marktstart niedriger angesetzt sein als bei der Vorgängerin vor einigen Jahren.