Astra: Immer mehr Sat-Haushalte in Deutschland – 56% noch ohne HDTV

Logo des Satellitenbetreibers Astra
Astra hat interessante Zahlen zur TV-Verbreitung in Deutschland veröffentlicht.

Der Satellitenbetreiber Astra hat die TV-Verbreitung in Deutschland analysieren lassen und einige interessante Zahlen veröffentlicht. Demnach konnten der Sat- und DVB-T-Empfang im vergangenen Jahr gegenüber 2011 um drei respektive zwölf Prozent zulegen. Die Kabelnetzanbieter hingegen haben rund drei Prozent der Nutzer verloren.

Mit mittlerweile 18,1 statt 17,5 Millionen Haushalten stellt Satelliten-TV laut Astra nach wie vor die beliebteste Empfangsart dar, während die Anzahl der Kabelhaushalte von 17,3 auf 16,7 Millionen gesunken ist. Auf DVB-T und IPTV setzen rund 2,1 beziehungsweise 1,26 Millionen Haushalte. Allerdings dürfte das terrestrische Fernsehen aufgrund des angekündigten DVB-T-Ausstiegs der RTL-Gruppe spätestens im nächsten Jahr wieder weniger Nutzer haben – die Anzahl sank 2011 bereits weit unter die Zwei-Millionen-Grenze.

Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer von Astra Deutschland, ist überzeugt: „Das Satellitenfernsehen hat die erst ein Jahr alte Marktführerschaft behauptet und ausgebaut. Die Ergebnisse des TV-Monitors 2012 sind die logische Folge der Vorteile des beliebtesten TV-Verbreitungswegs in Deutschland. Das Angebot ist vielfältig, die Empfangsqualität hoch und der Empfang günstig. Die hohen Verkaufszahlen von Sat-Receivern und Fernsehern mit eingebautem Sat-Empfänger im Jahresverlauf hatten uns bereits zuversichtlich gestimmt.“

Als entscheidenden Wachstumstreiber sieht Astra das hochauflösende Fernsehen (HDTV): 44 Prozent aller Satellitenhaushalte – also 7,9 Millionen – sollen ihr TV-Programm inzwischen in der bestmöglichen Bild- und Tonqualität empfangen. Im Kabelnetz liegt der entsprechende HD-Anteil bei 27 Prozent, was 4,53 Millionen Haushalten entspricht. Die Zahlen wachsen zwar bei beiden Verbreitungswegen kontinuierlich,-  doch haben offenbar immer noch mehr als die Hälfte der Nutzer Berührungsängste mit HDTV. Gründe hierfür könnten die Servicepauschale für Astras HD+-Plattform und die monatlichen Gebühren der Kabelnetzbetreiber sein.

Nichtsdestotrotz war 2012 ein Rekordjahr für Hersteller und Handel: Die Zahl der verkauften Sat-Receiver kletterte auf 4,92 Millionen Geräte, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 22 Prozent macht (4,02 Millionen). Das Wachstum von Flachbildfernsehern mit integriertem Sat-Tuner war sogar noch größer und dynamischer. Der Absatz wuchs nämlich um 54 Prozent auf 4,97 Millionen Flatscreens. Der „TV-Monitor“ von Astra besagt, dass sich elf Prozent der rund 38,1 Millionen TV-Haushalte in Deutschland innerhalb der nächsten zwölf Monate einen HDTV-Receiver zulegen wollen.

Übrigens: Noch jeder fünfte Haushalt empfängt sein TV-Signal analg, wobei es sich hier laut Astra ausschließlich um Kabelkunden handelt. Das analoge Satellitenfernsehen wurde Ende April 2012 abgeschaltet. Elsäßer sieht das Thema HDTV auch 2013 als „entscheidenden Impulsgeber für Hardware-Hersteller, Handel und Sender“. Zum angekündigten 4k-Demokanal und zu einem möglichen Regelbetrieb wurden noch keine weiteren Angaben gemacht.

Alle Zahlen basieren auf dem „Astra TV-Monitor 2012“, den das Marktforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag des Satellitenbetreibers durchgeführt hat. Hierfür wurden Ende des vergangenen Jahres deutschlandweit 6.000 Interviews geführt. Bei der Auswertung wurde jeweils nur der Empfangsweg des Hauptfernsehers im Haushalt berücksichtigt.

PLAYER.de meint:
Angesichts der Grundgebühren für das digitale Kabelfernsehen und die IPTV-Angebote sowie der eher bescheidenen DVB-T-Bildqualität wundert es kaum, dass der Satellitenempfang am beliebtesten ist. Auch HDTV befindet sich seit geraumer Zeit auf einem aufsteigenden Ast, obgleich mehr als die Hälfte der Haushalte offenbar die Kosten dafür scheuen – schließlich können nur die öffentlich-rechtlichen TV-Sender mehr oder weniger kostenlos in HD-Auflösung wiedergegeben werden.