Ein SSD-Laufwerk aus Samsungs 840-Pro-Reihe

Ratgeber: Ein Solid State Drive ist nicht nur kompakter als eine herkömmliche Festplatte, sondern auch wesentlich schneller und lautlos.

Wie viel Zeit verbringst Du an Deinem Rechner mit Warten? De facto kann ein PC oder Notebook nie schnell genug sein. Mit einem SSD-Laufwerk lässt sich die Geschwindigkeit einfach und effektiv erhöhen. PLAYER.de erklärt die Vor- und Nachteile des Solid State Drive.

Moderne Mehrkernprozessoren, HD-fähige Grafikkarten und üppige Arbeitsspeicher spielen in der Postproduktion eine entscheidende Rolle. Schließlich fordern hochaufgelöste Fotos und Videos den Rechner ganz schön heraus. Weniger Wert legt man auf die eingebaute Festplatte, kann die Speicherkapazität doch mittels externer eSATA- oder USB-Medien kinderleicht gesteigert werden.

Nicht so voreilig! Viele mechanische Festplatten besitzen nämlich eine eingeschränkte Schreib- und Lesegeschwindigkeit, welche die Bildbearbeitung oder den Videoschnitt zum echten Geduldsspiel macht. Abhilfe schafft ein sogenanntes Solid State Drive (SSD), das mit deutlich kürzeren Zugriffszeiten brilliert.

Was bringt eine SSD?

Wörtlich übersetzt bedeutet „Solid State Drive“ lediglich „Festkörperlaufwerk“. Grund: Die SSDs kommen im Gegensatz zu herkömmlichen magnetischen Festplatten ohne bewegliche Teile aus, so dass sie einerseits geräuschlos arbeiten und andererseits unempfindlicher gegenüber Erschütterungen sind. Davon profitieren vor allem mobile Geräte, die allerdings meist im hochpreisigen Segment angesiedelt sind.

Dazu gehört zum Beispiel das Apple Macbook Pro Retina, wobei der Hersteller in den technischen Daten vom (synonymen) Flash-Speicher spricht. Auch in modernen Profikameras wie der Blackmagic Cinema Camera oder den Modellen aus dem Hause RED (One, Epic und Scarlet) kommt das Solid State Drive zunehmend zum Einsatz.

Die SSD-Technik sorgt nicht bloß für mehr Datensicherheit, sondern ebenso für eine höhere Geschwindigkeit (siehe nachfolgenden Punkt). Zudem kann ein Solid State Drive mehrere Befehle parallel durchführen sowie eine konstant hohe Leistung erbringen, was die Wartezeit weiter verkürzt. Insbesondere das Hochfahren oder das Kopieren großer Datenmengen geht mit einer SSD sehr schnell vonstatten. Entwickelt wurde das Laufwerk übrigens vom südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung.

Samsung hat vergangenes Jahr eine SSD-Roadshow veranstaltet

Im Rahmen der „Love me again“-Roadshow hat der SSD-Erfinder Samsung von Oktober bis November letzten Jahres seine neue „SSD 840 PRO“-Serie vorgestellt.

Geschwindigkeiten im Vergleich

Moderne SSDs sind zweifelsfrei deutlich schneller als ihre mechanisch-magnetischen Pendants – um es etwas genauer zu sagen: viermal. Samsung zum Beispiel gibt bei seinen aktuellen 840er-Modellen eine Schreibgeschwindigkeit zwischen 130 und 330 Megabyte in der Sekunde an. Das sequenzielle Lesen geht mit bis zu 540 Megabyte pro Sekunde noch schneller vonstatten.

Demnach dauert das Kopieren eines vier Gigabyte großen HD-Films maximal eine halbe Minute und im Idealfall gerade einmal zwölf Sekunden. Zum Vergleich: Klassische Festplatten mit 7.200 Umdrehungen pro Minute erreichen (wenn überhaupt) nur knapp über 100 Megabyte in der Sekunde. Bei einer Drehzahl von 5.400 Umdrehungen, wie sie die meisten externen Modelle bieten, muss man natürlich noch länger warten.

Aufrüsten leicht gemacht

SSD-Nachrüst-Kit von Samsung

Das 512GB SSD Notebook Kit der 830er-Serie von Samsung wird mit einem praktischen USB-Kabel ausgeliefert, so dass das Laufwerk auch extern angeschlossen werden kann.

Wer über einen langsamen Bootvorgang und das mit der Zeit generell nachlassende Arbeitstempo klagt, sollte über den Austausch beziehungsweise eine Ergänzung der Festplatte durch ein Solid State Drive nachdenken. Der Einbau gestaltet sich in der Regel einfach, zumal man nur einen freien Strom- und SATA-Anschluss sowie einen freien Platz im PC- oder Notebook-Gehäuse benötigt. Einigen Modellen liegen sogar diverse Adapter und ein Einbaurahmen bei.

Dank des absolut lautlosen Betriebs sind Arretierungen und Dämmmaterialien überflüssig. Alternativ lässt sich die SSD mithilfe eines speziellen USB-Kabels kinderleicht als externes Speichermedium verwenden.

Die Schattenseiten

Wie jedes Speichermedium hat auch das Solid State Drive seine Nachteile. Vor allem aus preislicher Sicht erntet die SSD Minuspunkte, schlägt sie doch mit knapp 50 Cent pro Gigabyte zu Buche. Gar nicht mal so teuer? Doch! Bei einer normalen Festplatte entspricht die gleiche Datenmenge nämlich einem Preis von gerade einmal vier Cent.

Mit anderen Worten: Eine 120-Gigabyte-SSD kostet derzeit im Durchschnitt genauso viel wie eine Festplatte mit 1,5 Terabyte, also 1.500 Gigabyte – sprich 60 Euro. Ein weiteres Manko ist die im Privatbereich noch ziemlich geringe Speicherkapazität. Die meisten Consumer-Modelle fassen derzeit maximal 600 Gigabyte, was für etwa 150 HD-Filme ausreicht.

Für den Einsatz im Rechenzentrum kratzen die SSDs immerhin an der Ein-Terabyte-Marke. Ein Solid State Drive verbraucht übrigens nicht immer weniger Strom als eine konventionelle Festplatte.

PLAYER.de meint:
Einmal SSD, immer SSD! Das Solid State Drive beschleunigt den Rechner ungemein und ist deshalb beim Arbeiten mit großen Datenmengen, wie sie im Videoschnitt oder in der umfangreichen Bildbearbeitung schnell zusammenkommen, eine echte Hilfe. Hinzu kommt eine höhere Datensicherheit, da das Laufwerk keine beweglichen Teile besitzt. Einzig die begrenzte Speicherkapazität und der saftige Preis stellen noch ein mehr oder weniger großes Hindernis dar.

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