Carl Zeiss Compact Prime CP.2 28 mm/T2.1 im Test

Filmobjektiv: Carl Zeiss Compact Prime CP.2 28 mm/T2.1 im Test

Geht es um eine hochwertige Videoproduktion, sind Fotoobjektive nicht gerade die beste Wahl. Mit dem Carl Zeiss Compact Prime CP.2 28 mm/T.21 sollen ambitionierte Filmer aber voll auf ihre Kosten kommen, bietet die Optik doch eine universelle Brennweite, eine stufenlose Blendensteuerung sowie Zahnräder für Rigs.

Eine rasante Verfolgungsjagd, ein spektakulärer Unfall, eine riesige Explosion und ein von Kopf bis Fuß aufgeschürfter Mann, der mit einer schönen Frau in den Armen aus der vermeintlichen Flammenhölle herausspaziert – das ist Hollywood! Wer sich bereits als Regisseur und Kameramann versucht hat, weiß, dass es beim Filmen auf weitaus mehr als nur eine gute Digicam ankommt. Mit einer DSLR und dem richtigen Objektiv sind aber hochwertige Kinoproduktionen möglich. Carl Zeiss zum Beispiel hat sowohl für Einsteiger als auch Profis spezielle Filmoptiken im Portfolio, die in fünf verschiedenen Bajonettvarianten angeboten werden und mit einem Preis von rund 2.900 Euro netto vergleichsweise günstig ausfallen – zumindest wenn man die Master Priems aus dem gleichen Hause als Maßstab heranzieht, dort ist der Stückpreis in jedem Fall fünfstellig. Wir haben uns das Compact Prime CP.2 28 mm/T2.1 etwas näher angesehen – Klappe, die erste!

Vorteile des Carl Zeiss Compact Prime CP.2 28 mm/T2.1 im Überblick:
+ hervorragende Bildqualität mit schönem, kreisrunden Bokeh
+ austauschbarer Bajonettanschluss
+ sehr präzise (manuelle) Fokussteuerung
+ gut ablesbare Skalen
+ erstklassige Verarbeitung

Nachteile des Compact Prime CP.2 28 mm/T2.1 im Überblick:
– hoher Preis
– komplett manuelle Handhabung

Compact Prime CP.2 28 mm/T2.1 | Aufbau und Technik

Videoobjektive von Carl Zeiss

Die meisten Carl-Zeiss-Videoobjektive sind in ihrem Durchmesser standardisiert, so dass keine großartigen Umbauten am Rig oder Stativ vorgenommen werden müssen.

Worin unterscheidet sich ein Videoobjektiv von einer herkömmlichen Fotooptik? Auf den ersten Blick nur im Design. So besitzen zumindest die Compact-Prime-Modelle aus dem Hause Carl Zeiss eine trichterartige Form. Außerdem sind die Baulänge (80 Millimeter) und der Frontdurchmesser (114 Millimeter) weitestgehend standardisiert. Das hat den Vorteil, dass beim Objektivwechsel der Videoaufbau – zum Beispiel auf einem Rig (Schulterstativ) – nicht verändert werden muss.

Die Frontlinse selbst misst knapp fünf Zentimeter im Durchmesser und ist etwa zwei Zentimeter tief eingelassen, so dass der vordere Teil des Gehäuses als Streulichtblende fungiert. Der optische Aufbau ist identisch zum 28mm ZE-Fotoobjektiv, welches ebenfalls von Carl Zeiss angeboten wird. De facto sind keinerlei Motoren oder sonstige elektronische Systeme an Bord, weshalb sämtliche Kontakte im Bajonett entfallen.

Der Bildwinkel des CP.2 28 mm/T2.1 beträgt maximal 65 Grad und verkleinert sich bei Verwendung einer APS-C- oder Micro-Four-Thirds-Kamera auf 43 beziehungsweise 34 Grad. Die Naheinstellgrenze liegt bei 24 Zentimetern.

Compact Prime CP.2 28 mm/T2.1 | Handhabung

Ein weiteres, ausschlaggebendes Argument für ein Videoobjektiv ist seine stufenlose Blendeneinstellung. Beim Compact Prime CP.2 28 mm/T2.1 kann die Blende flexibel von f/2,1 bis f/22 reguliert werden. Die Anpassung erfolgt über einen genormten, zahnradförmigen Ring, was die Verwendung von Follow-Focus-Systemen ermöglicht. Der festgelegte Wert wird mangels automatischer Steuerung nicht an die Kamera übermittelt, sondern ist ausschließlich an der links und rechts aufgedruckten Skala ablesbar. Gleiches gilt für den Fokuspunkt.

Die Scharfstellung erfolgt rein manuell, wobei dem Nutzer – anders als bei den Zeiss-Fotoobjektiven – keine elektronische Fokussierhilfe zur Verfügung steht. Dank des großen Einstellrad-Drehwinkels von 300 Grad erfolgt die Schärfenachführung in Kombination mit einem Rig extrem präzise. Übrigens: Bei einigen Kameras muss im Menü unter Umständen der Befehl „Auslösen ohne Objektiv“ aktiviert werden, um die Optik verwenden zu können. Mithilfe der beiliegenden Manschette lässt sich das CP.2 28 mm/T2.1 an eine zusätzliche Objektivbrücke (Stütze) auf dem Rig montieren.

Compact Prime CP.2 28 mm/T2.1 | Bildqualität

Abbildungstechnisch steht das Compact Prime CP.2 28 mm/T2.1 den Fotoobjektiven von Carl Zeiss in nichts nach – ganz im Gegenteil: Mit 14 statt neun Blendenlamellen sorgt die Optik für besonders schöne Hintergrundunschärfen und ein kreisrundes Bokeh. Verzerrungen sowie Verzeichnungen sind nicht auszumachen, so dass auch Kameraschwenks perfekt gelingen.

Allgemein kann gesagt werden: Das Objektiv holt das Maximum aus der Kamera heraus. Schließlich hängt die Bildqualität größtenteils von der Videofunktion ab. Hier spielen insbesondere die Bildwiederholfrequenz und die Skalierung des Sensors eine entscheidende Rolle. In dieser Disziplin haben zum Beispiel die Canon EOS 5D Mark III und Nikon D800 einen Referenzstatus erreicht.

Carl Zeiss Compact Prime CP.2 28 mm/T2.1 im PLAYER.de-Messlabor

Im Messlabor bewährte sich nicht nur die 28-Millimeter-Videooptik, auch die anderen Testkandidaten aus dem Hause Carl Zeiss machten eine gute Figur.

PLAYER.de meint:
Wer sich der Video- statt Fotografie verschrieben hat, ist mit dem Compact Prime CP.2 28 mm/T2.1 von Carl Zeiss bestens bedient. Das Objektiv besticht durch höchste optische Güte, solide Verarbeitung sowie makellose Bildqualität. Besonders praktisch ist das wechselbare Bajonett, so dass man unterschiedliche Kameras für den Dreh einesetzen kann. Dank der Zahnräder und der stufenlosen Blendensteuerung läuft man mit einem Rig zu filmischen Höchstleistungen auf, sofern man die Grundlagen der Kameraführung beherrscht. Auf Automatiken wurde vollkommen verzichtet. Mit einem Nettopreis von rund 2.900 Euro, also zuzüglich Mehrwertsteuer, ist das Compact Prime CP.2 28 mm/T2.1 ein recht teurer Spaß. Dennoch hat sich Carl Zeiss das PLAYER.de-Qualitätssiegel “Sehr gut” redlich verdient.

Test: Carl Zeiss Compact Prime CP.2 28 mm/T2.1

Preis lt. Hersteller: 3.450,- Euro
AUSSTATTUNG
KB-Brennweite: 28 mm
Lichtstärke: f/2,1
Opt. Aufbau:
unbekannt
Nahgrenze: 24 cm
Bajonett: Canon EF, Nikon F, PL
Länge/Gewicht: 80 mm/1.000 g
Besonderheiten: Robuste Verarbeitung dank Metallbauweise, stufenlose Blendensteuerung, Zahnräder für Rigs, Bajonett wechselbar
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Sehr gut

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