Carl Zeiss Makro-Planar T* 2/100 im Test

Festbrennweite: Carl Zeiss Makro-Planar T* 2/100 im Test

Nahaufnahmen stellen den Fotografen nicht selten vor eine Herausforderung. Umso spannender ist der prüfende Blick auf das Endergebnis. Mit dem Makroobjektiv Makro-Planar T* 2/100 von Carl Zeiss gelingen garantiert gute Fotos, sofern man es denn (buchstäblich) im Griff hat – ein Praxistest.

Der Verführer aus der Ferne – die Rede ist nicht etwa von einem Latino oder einem braungebrannten Südländer, sondern bezeichnet Carl Zeiss so sein 100-Millimeter-Makroobjektiv. Mit dem Slogan spielt der deutsche Linsenspezialist weniger auf das Herstellungsland Japan denn auf die Abbildungseigenschaften an. Die Kombination aus relativ langer Brennweite und hoher Lichtstärke sorgt sowohl in Nahaufnahmen, wofür das Makro-Planar T* 2/100 eigentlich konzipiert wurde, als auch in Portraits für außergewöhnliche Schärfeneffekte, durch die sich das Hauptmotiv besonders schön vom Hintergrund abhebt. Oder um das 1.649 Euro teure Objektiv mit den Worten des Herstellers zu erklären: Es stellt Zusammenhänge her, wo Distanz war und erlaubt dem Fotografen einzigartige Bildkompositionen.


 
 
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Vorteile des Carl Zeiss Makro-Planar T* 2/100 im Überblick:
+ exzellente Bildqualität mit schönem Bokeh
+ scharfe Durchzeichnung und hohe Lichtstärke
+ gut ablesbare Skalen
+ hervorragende Verarbeitung

Nachteile des Carl Zeiss Makro-Planar T* 2/100 im Überblick:
- relativ schwierige Handhabung mangels Autofokus
- hoher Preis

Carl Zeiss Makro-Planar T* 2/100 | Aufbau und Technik

Frontlinse des Carl Zeiss Makro-Planar T* 2/100

Die Frontlinse des Makro-Planar T* 2/100 ist gut zwei Zentimeter tief in das Gehäuse eingelassen. Das Filtergewinde hat einen Durchmesser von 67 Millimetern.

Wie die beiden anderen Testkandidaten von Carl Zeiss (Distagon T* 2,8/15 und Distagon T* 2/35), verfügt auch das Makro-Planar T* 2/100 zwecks Abbildungsfehlerkorrektur über axial verschiebbare optische Elemente („Floating Elements“-Design). Daraus resultiert laut Hersteller ein äußerst komplexer Aufbau, der übrigens aus neun Linsen in acht Gruppen besteht.

Der Fokusbereich reicht von 44 Zentimetern bis unendlich, wobei der Abbildungsmaß an der Nahgrenze 1:2 beträgt. Das heißt: Anders als zum Beispiel beim Lupenobjektiv Canon MP-E 65mm f/2.8 1-5x Macro Photo wird das Motiv nicht vergrößert, sondern um die Hälfte verkleinert. Dementsprechend ergibt sich bei kleinster Naheinstellung ein Objektfeld von 72 x 48 Millimetern. Der Bildwinkel liegt diagonal bei 25 Grad.

 
Um Streulichter auf ein Minimum zu reduzieren, ist einerseits die Frontlinse knapp zwei Zentimeter tief ins Gehäuse eingelassen und andererseits eine 5,8 Zentimeter hohe, innenseitig samtig schwarz bezogene Störlichtblende im Lieferumfang enthalten. Das Filtergewinde hat einen Durchmesser von 67 Millimetern (M67 x 0,75).

Aufbau des Carl Zeiss Makro-Planar T* 2/100

Der optische Aufbau des Makro-Planar T* 2/100 besteht aus neun Linsen in acht Gruppen. Der Abbildungsmaßstab an der Nahgrenze beträgt 1:2.

Carl Zeiss Makro-Planar T* 2/100 | Handhabung

Carl Zeiss Makro-Planar T* 2/50 und T* 2/100

Das Makro-Planar von Carl Zeiss gibt es auch mit 50 statt 100 Millimetern Brennweite.

Mit einer Länge von 11,5 respektive 17,3 Zentimetern samt Störlichtblende sowie 7,6 Zentimetern Durchmesser fällt das Makro-Planar T* 2/100 kaum größer aus als zum Beispiel das Canon EF 100mm f/2,8L Macro IS USM. Obwohl Carl Zeiss seiner Optik weder ein AF-System noch einen Bildstabilisator spendiert, verlangt der Linsenspezialist rund 700 Euro mehr als die Japaner.

Das liegt zum einen an der außergewöhnlich hohen Lichtstärke von f/2,0, zum anderen schlägt sich der Preis in der Verarbeitung nieder: Die Ganzmetallfassung ist extrem robust und hinterlässt bereits beim ersten Anfassen einen exzellenten Eindruck. Allerdings treiben diese Annehmlichkeiten das Gewicht auf annähernd 700 Gramm.

Nichtsdestotrotz geht das allgemeine Handling sehr einfach von der Hand. Der geriffelte Objektivring läuft nämlich butterweich und gestattet dank des riesigen Drehwinkels von fast 360 Grad eine punktgenaue, aber eben rein manuelle Fokussierung. Dabei fährt der innere Tubus um bis zu fünf Zentimeter heraus. Die eingravierte Entfernungsangabe und die elektronische Fokussierhilfe der Kamera unterstützen den Fotografen beim Scharfstellen.

Carl Zeiss Makro-Planar T* 2/100 | Bildqualität

Das Makro-Planar T* 2/100 ist nicht unbedingt ein Garant für überragende Fotos. Vor allem automatikverwöhnte Knipser müssen lernen, mit dem manuellen Fokus und der konstruktionsbedingt sehr kleinen Schärfentiefenebene umzugehen. Hat man diese beiden Faktoren aber erst einmal im Griff, besticht die 100-Millimeter-Festbrennweite vor allem bei Offenblende durch ein helles Sucherbild, sowie verzeichnungsfreie und hochaufgelöste Endergebnisse.

Vignettierungen sind kaum auszumachen und auch die Schärfe bleibt bis zum Rand auf allerhöchstem Niveau. Die Verläufe und das Bokeh überzeugen auf ganzer Linie, wobei hier natürlich die Kamera eine bedeutende Rolle spielt. So kommt das Spiel zwischen Schärfe und Unschärfe bei der Canon EOS 5D Mark III aufgrund des größeren Sensors deutlich schöner zur Geltung als bei der EOS 650D.

Der Vollformat-Vorteil lässt sich vor allem in Portraits optimal ausnutzen. Die Farb- und Kontrastwiedergabe gelingt durchweg perfekt. Durch minimalen Fehlfokus ergeben sich jedoch ungewollt schnell Farbsäume im Grün- und Magentaspektrum, die häufig fälschlicherweise als chromatische Aberrationen interpretiert werden.

Mit dem Carl Zeiss Makro-Planar T* 2/100 fotografierte Echse

Nahaufnahmen profitieren von der hohen Lichtstärke des Makro-Planar T* 2/100, weisen allerdings auch eine sehr geringe Schärfentiefe auf.

Mit dem Makro-Planar T* 2/100 geschossenes Portrait

Portraits gelingen mit dem Makro-Planar T* 2/100 dank schöner Tiefenstaffelung und punktgenauer Fokussierung.

Blumen-Nahaufnahme des Makro-Planar T* 2/100

Auf das Wesentliche beschränkt: Während Vorder- und Hintergrund verschwimmen, bildet das Makro-Planar T* 2/100 das Hauptmotiv gestochen scharf ab.

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gut und HighlightPLAYER.de meint:
Ein Autofokus und andere mechanische Helferlein sind dem Carl Zeiss Makro-Planar T* 2/100 zwar fremd, doch macht gerade die Handarbeit den Reiz an der Makrofotografie aus: Man dreht konzentriert am Fokusring ohne das Motiv aus dem Auge zu verlieren und drückt im richtigen Moment den Auslöser durch – zur Not auch öfters. Das Objektiv erfordert zwar eine Menge Übung, entschädigt bei korrektem Handling allerdings mit einem durchweg scharfen, verzeichnungsfreien und farbneutralen Bild. Dank der hohen Lichtstärke von f/2,0 lassen sich sogar in der Dämmerung noch brillante Fotos schießen. Natürlich ist die 100-Millimeter-Optik nicht nur für Nahaufnahmen, sondern genauso gut für Portraits geeignet. Die Zeiss-typische Verarbeitungsqualität lässt ebenfalls keine Wünsche offen und beschert dem Makro-Planar T* 2/100 unter dem Strich die Bestnote samt Highlight-Siegel. Einzig der hohe Preis schreckt ab.

Test: Carl Zeiss Makro-Planar T* 2/100

Preis lt. Hersteller: 1.649,- Euro
AUSSTATTUNG
KB-Brennweite: 100 mm
Lichtstärke: f/2,0
Opt. Aufbau:
9 Elemente in 8 Gruppen
Nahgrenze: 44 cm
Bajonett: Canon EF, Nikon F
Länge/Gewicht: 115 mm/680 g
Besonderheiten: Robuste Verarbeitung dank Metallbauweise, sehr präzise und leicht laufender Fokusring, samtig bezogene Streulichtblende
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Sehr gut

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