Carl Zeiss Distagon T* 2/35 im Test

Festbrennweite: Carl Zeiss Distagon T* 2/35 im Test

Carl Zeiss bietet mit dem Distagon T* 2/35 ein Objektiv an, das für nahezu alle Motivsituationen perfekt gerüstet sein soll. Der Autofokkus ist angesichts der moderaten Festbrennweite von 35 Millimetern entbehrlich. Doch bietet die Optik wirklich eine so viel bessere Abbildungsleistung als klassische Standardzooms?

Von Sportereignissen, Konzerten und Straßenumzügen über Personen und Tiere bis hin zu Landschaften sowie Städten – wer sich der Reportagefotografie verschrieben hat, ist viel unterwegs. Um für praktisch jede (auch unvorhergesehene) Motivsituation gerüstet zu sein, sind Objektive mit einer Brennweite zwischen 35 und 50 Millimetern meist die richtige Wahl. Geht es nach Carl Zeiss, sticht in dieser Disziplin das 899 Euro teure Distagon T* 2/35 aus der Masse heraus: Mit der Standard-Festbrennweite soll man nicht nur die entscheidenden Sekunden dokumentieren, sondern die gesamte Szenerie auf „natürlich brillante Weise“ erfassen können. Ein vielseitiger Reporter eben, wie der Hersteller die Optik auf der Produktseite bezeichnet.


 
 
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Vorteile des Carl Zeiss Distagon T* 2/35 im Überblick:
+ hervorragende Bildqualität mit hoher Schärfe
+ Optik für viele Motivsituationen geeignet
+ gut ablesbare Skalen
+ sehr gute Verarbeitung

Nachteile des Carl Zeiss Distagon T* 2/35 im Überblick:
- kein Autofokus
- relativ hoher Preis

Carl Zeiss Distagon T* 2/35 | Aufbau und Technik

Das Herzstück des Distagon T* 2/35 bilden neun Linsen in sieben Gruppen, wobei der mechanische Aufbau äußerst komplex ist. Konkret trägt das „Floating Elements“-Design den modernen, hochauflösenden Bildsensoren insofern Rechnung, als dass einzelne Elemente axial verschoben und so eventuelle Abbildungsfehler kompensiert werden – unabhängig von der Entfernung zum Motiv.

Außerdem verfügen alle Linsen über die T*-Anti-Reflex-Beschichtung, die auch unter ungünstigen Lichtverhältnissen für brillante Bilder sorgen soll. Ebenfalls einen Teil zur Reflexminderung trägt die im Lieferumfang enthaltene Streulichtblende bei, indem sie seitlich einfallendes Störlicht absorbiert.

Die Naheinstellgrenze beträgt 0,3 Meter, woraus sich ein Objektfeld von 19 x 13 Zentimetern ergibt. Damit taugt das Objektiv häufig sogar noch als Makro-Ersatz mit dem besonderen Look (durch den für Makro-Objektive verhältnismäßig weiten Bildwinkel). Auf Wunsch können vor der Frontlinse diverse Filter mit 58 Zentimetern Durchmesser eingeschraubt werden.

Aufbau des Carl Zeiss Distagon T* 2/35

Das Distagon T* 2/35 setzt sich aus neun Linsen in sieben Gruppen zusammen.

Carl Zeiss Distagon T* 2/35 | Handhabung

Frontlinse des Carl Zeiss Distagon T* 2/35

Um auch in Gegenlichtsituationen brillante Bilder an den Kamerasensor zu liefern, verfügen alle Linsen des Distagon T* 2/35 über eine Anti-Reflex-Beschichtung. Die Blende besteht aus neun Lamellen.

Nicht zu groß, nicht zu klein: Mit einem Durchmesser von 64 beziehungsweise 73 Millimetern inklusive Störlichtblende und knapp zehn Zentimetern Länge ist das Distagon T* 2/35 in jedem Fall reisetauglich – das von Profis spöttisch gerne als „Joghurtbecher“ bezeichnete Canon-Standardzoom EF-S 18-55mm f/3.5-5.6 IS II fällt kaum kompakter aus.

Zeiss-typisch bewegt sich die Verarbeitung auf extrem hohem Niveau, zumal die Außenhaut ebenso wie beim Distagon T* 2,8/15 ausschließlich aus Metall besteht. Das Gewicht von 570 Gramm verstärkt den hochwertigen Eindruck noch einmal.

Ganz so blitzschnell, wie es der Hersteller auf der Produktseite verspricht, geht die Scharfstellung leider nicht vonstatten. Vielmehr hängt das Tempo vom Fotografen selbst ab, muss er den Fokus doch manuell setzen. Der innere Tubus fährt dabei um bis zu fünf Millimeter heraus. Selbstverständlich steht die elektronische Fokussierhilfe auch hier zur Verfügung, wenn auch man sich nicht immer zu 100 Prozent auf sie verlassen kann. Da hilft eine Schnittbildmattscheibe für den Sucher oft viel eher. Die Blendenöffnung ist zwischen f/2,0 und f/22 regulierbar.

Carl Zeiss Distagon T* 2/35 | Bildqualität

Mit einer relativ hohen Lichtstärke von f/2,0 spielt das Distagon T* 2/35 seine Vorteile vor allem unter schlechten Lichtbedingungen aus. Bei Offenblende gibt es praktisch nichts zu meckern: Die Bilder sind perfekt durchgezeichnet und bestechen besonders im Zusammenspiel mit der EOS 5D Mark III durch ein ausgeprägtes, ansprechendes Bokeh.

Abgesehen von der scheinbaren Brennweitenverlängerung auf 56 Millimeter gibt es auch an der Abbildungsleistung von APS-C-Kameras kaum etwas auszusetzen. Allerdings sollte man nur mit Bedacht abblenden, da die Bildecken bei höheren Blendenwerten jenseits der elf zunehmend an Schärfe verlieren – Vignettierungen sind ebenso wenig auszumachen wie Verzeichnungen und chromatische Aberrationen (Farbsäume).

Allgemein halten sich die typischen Objektivfehler stark in Grenzen, wenn man die Festbrennweite mit klassischen Zoomoptiken vergleicht. Die Farbdarstellung und Kontrastwiedergabe liegen ebenso auf konstant hohem Niveau.

Mit dem Carl Zeiss Distagon T* 2/35 geschossenes Foto

Die Anti-Reflex-Beschichtung der 35-mm-Optik sorgt auch bei schwierigen Lichtverhältnissen für brillante Bilder.

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gut mit KauftippPLAYER.de meint:
Sei es an einer Canon- oder einer Nikon-DSLR: Das Distagon T* 2/35 von Carl Zeiss liefert stets gestochen scharfe und unverzerrte Bilder – vorausgesetzt, man hat den Fokus korrekt gesetzt. Einen AF-Motor besitzt die kompakte Festbrennweite leider nicht. Farben werden originalgetreu dargestellt. Dank der Bauweise aus Metall fühlt sich die Optik zudem äußerst solide und hochwertig an, was man bei einem Preis von rund 900 Euro allerdings auch erwarten kann. Für 750 Euro mehr bietet der Hersteller das Objektiv sogar mit einer Lichtstärke von f/1,4 an, wobei der stolze Aufpreis unserer Meinung nach nicht gerechtfertigt ist. Wer also hohe Ansprüche an die Fotoqualität stellt und eine universell einsetzbare Festbrennweite sucht, kann getrost zum Carl Zeiss Distagon T* 2/35 greifen. Anders ausgedrückt: Von uns gibt’s zusätzlich zur Bestnote einen Kauftipp.

Test: Carl Zeiss Distagon T* 2/35

Preis lt. Hersteller: 899,- Euro
AUSSTATTUNG
KB-Brennweite: 35 mm
Lichtstärke: f/2,0
Opt. Aufbau:
9 Elemente in 7 Gruppen
Nahgrenze: 30 cm
Bajonett: Canon EF, Nikon F
Länge/Gewicht: 73 mm/570 g
Besonderheiten: Robuste Verarbeitung dank Metallbauweise, kompakter Tubus
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Sehr gut

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