Carl Zeiss Distagon T* 2,8/15 im Test

Festbrennweite: Carl Zeiss Distagon T* 2,8/15 im Test

Wer möglichst viel vom Motiv einfangen möchte, braucht ein Weitwinkelobjektiv. Kommt es zudem auf Qualität an, ist Carl Zeiss eine gute Wahl. PLAYER.de hat das Distagon T* 2,8/15 des deutschen Traditionsherstellers unter die Lupe genommen. Die Optik wird sowohl für Canon- als auch für Nikon-DSLRs angeboten.

Der Horizont – unendliche Weiten. Davor ein massiver Gebirgszug, der sich über das gesamte Gesichtsfeld erstreckt und dessen Gipfel im Hochnebel verschwinden. Ein paar Sonnenstrahlen bahnen sich den Weg durch die Wolkenlücken, um die steilen Felswände anschließend buchstäblich ins richtige Licht zu setzen. Damit man solche Kulissen fotografisch perfekt einfängt, kommen vorrangig Weitwinkelobjektive infrage. Das Carl Zeiss Distagon T* 2,8/15 ZE scheint für diese Aufgabe geradezu prädestiniert, besitzt es doch einen Bildwinkel von 110 Grad, ohne dabei gerade Kanten in Fisheye-Manier zu verzeichnen. Das bedeutet: die Motivwirkung bleibt erhalten. Selbstverständlich ist die 15-Millimeter-Festbrennweite nicht nur für beeindruckende Naturaufnahmen, sondern auch zum Fotografieren in engen Räumen sowie aus allgemein geringer Distanz geeignet.


 
 
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Vorteile des Carl Zeiss Distagon T* 2,8/15 im Überblick:
+ hervorragende Bildqualität ohne Verzeichnungen
+ großer Bildwinkel von 110 Grad
+ gut ablesbare Skalen
+ sehr solide Verarbeitung (Vollmetall)

Nachteile des Carl Zeiss Distagon T* 2,8/15 im Überblick:
– kein Autofokus
– hohes Gewicht
– hoher Preis

Carl Zeiss Distagon T* 2,8/15 | Aufbau und Technik

Frontlinse des Carl Zeiss Distagon T* 2,8/15

Die Linsen des 15-Millimeter-Weitwinkels sind mit der „Carl Zeiss T* Anti-Reflex-Beschichtung“ und tiefschwarzem Speziallack am Rand versehen.

Fotografen, die bislang nur mit Optiken der Unter-1.000-Euro-Klasse hantiert haben, dürfte zuerst das recht hohe Gewicht auffallen: Rund 800 Gramm bringt das Distagon T* 2,8/15 auf die Waage, wofür vorwiegend der Metalltubus und die darin verbauten Glaselemente verantwortlich sind.

Die 15 Linsen teilen sich in zwölf Gruppen auf und wurden an den Rändern zwecks Reflexionsminderung mit tiefschwarzem Speziallack behandelt.

Das sogenannte „Floating Elements“-Design“, welches auf zusätzlich zur Fokuseinheit beweglich gelagerten Gläsern basiert, gewährleistet über den gesamten Fokussierbereich eine konstant hohe Abbildungsleistung. Die Naheinstellgrenze beträgt 25 Zentimeter, wobei mangels AF-Motor stets manuell scharf gestellt werden muss.

 
Im Gegensatz zu manch anderen Foto-Festbrennweiten ist die Streulichtblende des 15-Millimeter-Objektivs fest mit dem Tubus verbunden und tulpenförmig – was die Tulpenform in der Praxis bringt, erfahren Sie unter „Bildqualität“. Das in die Blende eingelassene Filtergewinde hat einen ungewöhnlichen Durchmesser von 95 Millimetern (M95 x 1.0) viele Kunden werden daher wohl genötigt sein, auf die zwar erstklassigen, aber teuren proprietären Filterlösungen von Carl Zeiss zurückzugreifen – ein kleiner Minuspunkt.

Aufbau des Carl Zeiss Distagon T* 2,8/15

Mit seinen 15 Linsen in zwölf Gruppen erreicht das Distagon T* 2,8/15 einen diagonalen Bildwinkel von bis zu 110 Grad.

Carl Zeiss Distagon T* 2,8/15 | Handhabung

Seitenansicht des Carl Zeiss Distagon T* 2,8/15

Das Carl Zeiss Distagon T* 2,8/15 kommt in Ganzmetallbauweise daher und verfügt über eine fest angebrachte, tulpenförmige Störlichtblende.

Dem großen Filtergewinde entsprechend fallen auch die allgemeinen Abmessungen des Distagon T* 2,8/15 nicht gerade kompakt aus. So misst es 103 Millimeter an der breitesten Stelle und 132 Millimeter in der Länge.

Der Durchmesser stellt insofern ein gewisses Problem dar, als dass sich das Objektiv samt Canon EOS 5D Mark III (zumindest ohne Batteriegriff) nicht waagerecht auf ebenen Flächen abstellen lässt, wenn man mal kein Stativ zur Hand hat.

Trotz des fehlenden AF-Systems geht die Scharfstellung relativ einfach von der Hand, zumal die meisten Kameras über eine elektronische Fokussierhilfe verfügen. Bei unseren beiden Testkameras von Canon beispielsweise leuchten im optischen Sucher der Schärfeindikator sowie die aktiven Fokuspunkte auf, wenn ein Objekt scharf gestellt wurde.

Leider lässt die Präzision in detailreichen Motiven oftmals zu wünschen übrig. Abhilfe schafft die Lupenfunktion im Live-View-Modus, obgleich der Fotograf hier gänzlich auf sich allein gestellt ist. Der Blendenbereich reicht von f/2,8 bis f/22.

Carl Zeiss Distagon T* 2,8/15 | Bildqualität

Da der Bildwinkel von 110 Grad ausschließlich mit Vollformatkameras (ohne Crop-Faktor) erreicht werden kann, liefert das Distagon T* 2,8/15 an der EOS 5D Mark III angeschlossen die beeindruckenderen Aufnahmen als an der EOS 650D. Bei letzterer verlängert sich aufgrund des kleineren APS-C-Sensors nämlich die Brennweite um das 1,6-fache auf 24 Millimeter, wodurch der Weitwinkel im Direktvergleich mit dem 18-bis-55-Millimeter-Standardzoom effektiv nur wenig größer ausfällt.

Dafür treten praktisch keine störenden Verzeichnungen auf. Chromatische Aberrationen sind ebenso wenig auszumachen wie Randabschattungen. Letzteren beugt vor allem die tulpenförmige Streulichtblende entgegen, da sie durch die seitlichen Aussparungen genügend Licht in die Bildecken fallen lässt. Ebenso scheint Carl Zeiss‘ Anti-Reflex-Beschichtung ihren Zweck zu erfüllen. Wird der Fokus präzise gesetzt, überzeugt die Abbildungsleistung bis zum äußersten Rand – vor allem in Naturfotografien.

Kaum interne Reflexionen beim Distagon T* 2,8/15

Auch bei starkem Gegenlicht zeigt das Distagon T* 2,8/15 nur sehr wenig interne Reflexionen, das sogenannte Lensflare.

Beispielfoto des Carl Zeiss Distagon T* 2,8/15

Das Carl Zeiss Distagon T* 2,8/15 fängt das Motiv originalgetreu und mit natürlichen Farben ein.

Verzeichnungsfreie Abbildung des Distagon T* 2,8/15

Die Abbildungsleistung der 15-mm-Optik kann bis in die Randbereiche überzeugen, es gibt weder Farbfehler noch Abschattungen.

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gutPLAYER.de meint:
Fisheyes sind aufgrund ihrer starken tonnenförmigen Verzeichnungen nicht für jedes Motiv geeignet. Dass es auch ohne geht, beweist Carl Zeiss mit dem Distagon T* 2,8/15: Mit 110 Grad Bildwinkel stellt die Optik praktisch  jedes Weitwinkelzoom in den Schatten. Auch die Abbildungsleistung lässt keine Wünsche offen und steht den gehobenen Optiken von Nikon oder Canon in nichts nach, obgleich man die Schärfe mangels Autofokus stets von Hand justieren muss – für ambitionierte Fotografen dürfte das aber kein Problem sein. Ohnehin hat der Hersteller ebendiese im Visier, was zum gewissen Teil den stolzen Preis von 2.600 Euro erklärt. Die Verarbeitung ist – wie von Zeiss gewohnt – makellos. Professionelle Landschaftsfotografen sollten sich das Distagon T* 2,8/15 auf jeden Fall näher ansehen. Das Objektiv hat sich das PLAYER.de-Qualitätssiegel “Sehr gut” redlich verdient.

Test: Carl Zeiss Distagon T* 2,8/15

Preis lt. Hersteller: 2.600,- Euro
AUSSTATTUNG
KB-Brennweite: 15 mm
Lichtstärke: f/2,8
Opt. Aufbau:
15 Elemente in 12 Gruppen
Nahgrenze: 25 cm
Bajonett: Canon EF, Nikon F
Länge/Gewicht: 135 mm/820 g
Besonderheiten: Großer Weitwinkel, robuste Verarbeitung, fest montierte Streulichtblende
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Sehr gut

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