Olive bringt den One: Musikplayer mit offener Plattform

Neuer Musikplayer Olive One
Mit Festplatte wird der Olive One zum Server.

Ein offenes Betriebssystem zeichnet den Musikplayer Olive One aus. Die Firma aus San Francisco, bisher vor allem durch teure Audioserver bekannt, will damit eine Plattform schaffen, die möglichst alle Quellen für Musik zuhause und im Web umfasst. Unabhängige Entwickler sollen mit eigenen Apps dazu beitragen, mehr Inhalte auf dieses Gerät zu bringen.

Der Olive One besteht im Wesentlichen aus einem Streamer, der auf PC, Mac, NAS-Festplatten, Mobiltelefone und andere Quellen nach DLNA-Standard im häuslichen Netzwerk sowie auf Dienste aus dem Internet, etwa Pandora oder Spotify, zugreifen kann. Er verarbeitet gängige Formate von MP3 über AAC bis OGG, aber auch hochauflösende und verlustfreie Verfahren wie FLAC, WAV, AIFF oder ALAC. Damit soll die Einbindung zum Beispiel von iTunes-Bibliotheken möglich werden, solange keine kopiergeschützten Stücke darunter sind.

Bedient wird der One mittels Touchscreen. Optional lässt sich eine Festplatte anschließen, womit das Gerät selbst zum Server wird. Die Inhalte lassen sich dann entweder über eine spezielle App (iOS und Android) oder über einen Browser abrufen – sowohl zu Hause als auch unterwegs.

Touchscreen des Olive One
Der Olive One wird über Touchscreen bedient.

Passend zu den hochwertigen Tonverfahren sind Wandler von Burr-Brown eingebaut, so dass bis zu 32 Bit und 384 kHz auf die analoge Ebene übertragen werden können. Allerdings gibt es keine passenden Ausgänge dafür. Die Wandler versorgen ausschließlich die integrierten Endstufen mit zweimal 32 Watt bei acht Ohm – auf vergoldete Lautsprecherbuchsen. Digital lassen sich die Datenströme per Miracast/WiDi an einen passenden Fernseher (etwa von LG oder Toshiba) senden, auch Wifi direct oder das Bluetooth-Protokoll A2DP werden unterstützt. Anschlüsse wie SPDif, Cinch, XLR oder HDMI fehlen.

Der Olive One soll durch eine offene Finanzierung auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo realisiert werden. Als Preis stellen sich die Macher 399 US-Dollar vor (umgerechnet rund 310 Euro).

Produziert wird in San Francisco und von dort weltweit in 220 Länder versandt. Die Auslieferung ist für Sommer 2013 geplant, ein SDK für App-Entwickler dürfte im Mai verfügbar sein. Später soll es noch eigene Lautsprecher dazu geben.

Die Firma Olive ist eine Gründung unter anderem von den beiden Deutschen Oliver Bergmann und Robert Altmann, die schon bei Formac zusammengearbeitet haben. Ihr erster Musikserver war 2004 eine Kooperation mit der Firma Hermstedt, die für ihre Leonardo-ISDN-Karten berühmt war. Der Name stammt nicht vom Vornamen eines Gründers, sondern ist aus O-live entstanden.

PLAYER.de meint:
Gut, dass Sonos Konkurrenz bekommt. Das Konzept des Olive One ist als eine Art Fernbedienung für die private Musiksammlung angelegt. Das flache, nach ersten Eindrücken edle Gerät macht sich gut auf dem Couchtisch, von wo aus es drahtlos Kontakt mit diversen Komponenten aufnehmen kann. Die Integration in eine hochwertige Musikanlage ist dagegen aufgrund der fehlenden Schnittstellen weniger einfach. Wünschenswert wäre auch eine preiswertere Version ohne Endstufen, denn Musikliebhaber besitzen sie in aller Regel schon – und zwar in bester Qualität.