Redray statt Blu-ray: Red stellt ersten 4k-Videoplayer mit 12 Bit Farbtiefe vor

Red stellt 4k-Videoplayer Redray vor
Der Redray von Red ist der erste 4k-Videoplayer seiner Art und verfügt über eine integrierte 1-TB-Festplatte.

Red ist insbesondere professionellen Filmern und Kinoproduzenten ein Begriff. Jetzt hat der für seine 4k-Kameras bekannte US-amerikanische Hersteller mit dem Redray den ersten Videoplayer vorgestellt, der eine Auflösung von bis zu 4.096 x 2.160 Bildpunkten bei zwölf Bit Farbtiefe pro Kanal und 4:2:2-Abtastung beherrscht.

Zum Vergleich: Klassische Blu-ray Player erreichen eine Auflösung von maximal 1.920 x 1.080 Pixeln bei acht Bit Farbtiefe und 4:2:0-Abtastung. Der Redray kann sogar niedriger aufgelöste Inhalte auf 4k-Niveau hochskalieren und diese per HDMI (1.4-Version) direkt an einen 4k-fähigen Monitor oder Projektor ausgeben. Alternativ versorgt er über vier HDMI-1.3-Ports insgesamt vier Full-HD-Displays mit je einem Bildviertel. Ein weiterer HDMI-Anschluss dient dem 7.1-Kanal-Ton (24 bis 48 Kilohertz). Mittels Genlock lassen sich mehrere Redrays synchronisieren.

Anschlüsse des Red Redray
Auf der Rückseite des Red Redray finden sich mehrere HDMI-Anschlüsse, von denen einer der (7.1-)Tonausgabe dient.
Red Redray mit vier Full-HD-Displays
Der Redray kann zwei 4k-Displays oder – wie abgebildet – vier Full-HD-Monitore parallel mit Bildern versorgen.

Absolutes Novum: Ultra-HD-Videos werden mit 24 bis 60 Bildern pro Sekunde wiedergegeben – Sonys 4k-fähiger Blu-ray Player BDP-S790 arbeitet ausschließlich mit 24 Hertz. Allerdings spielt der Redray nur 4k-Material ab, das im proprietären, DRM-geschützten RED-Format vorliegt. Dieses kann man mit dem Programm Redcine-X Pro generieren. Herkömmliche 1080p- und 720p-Videos werden im MP4-Format akzeptiert.

Der „RRencoder“ soll die Datenrate von 4k-Inhalten samt 7.1-Ton auf unter 2,5 Megabyte pro Sekunde reduzieren, so dass die meisten Kinostreifen locker auf einen 16-Gigabyte-USB-Stick passen. Die interne Ein-Terabyte-Festplatte bietet sogar Platz für rund 100 Stunden Film. Neben einer USB-Schnittstelle bietet der Redray auch einen eSATA-Anschluss sowie einen SD-Kartenleser. Ebenso können das Videomaterial über Netzwerk bereitgestellt werden, wofür zwei Ethernet-Buchsen und ein WLAN-Modul (802.11n) an Bord sind.

Odemax von Redray
Auf der hauseigenen Online-Plattform „Odemax“ will Red die 4k-Inhalte für den Redray zum Download bereitstellen.

Speziell für Filmemacher und Produzenten wurde die Plattform „Odemax“ gegründet. Auf diese lassen sich (eigene) 4k-Filme hochladen, welche die Besitzer des Redrays dann kostenpflichtig herunterladen können. Red folgt dabei dem Prinzip von Apples App Store und kassiert eine Provision in Höhe von 20 bis 30 Prozent des Preises. Die Steuerung des Redray erfolgt über die mitgelieferte Infrarot-Fernbedienung, eine spezielle App für iOS-Geräte oder über das Netzwerk.

Der Red Redray soll noch im Dezember 2012 auf den Markt kommen und 1.450 US-Dollar (rund 1.110 Euro) kosten. Vorbestellen kann man den 4k-Videoplayer schon jetzt auf der Hersteller-Webseite. Die „Odemax“-Plattform startet voraussichtlich im Januar 2013.

Redray-Steuerung per Tablet
Der Redray kann nicht nur über die mitgelieferte Fernbedienung, sondern auch über eine App gesteuert werden.

PLAYER.de meint:
Rot gegen Blau: Redray könnte der Blu-ray zweifellos den Garaus machen, würden sich die 4k-Inhalte nicht hauptsächlich über „Odemax“ beziehen lassen. Das ist zwar ein interessantes Konzept, doch stellt sich die Frage, ob etablierte Filmstudios hier wirklich mitspielen. Zu Beginn dürften auf der Plattform also primär Independent-Streifen und Demo-Videos zu finden sein. Weitere Zuspielmöglichkeiten bietet der Player über USB, SD-Karte und eSATA. Red zielt wohl ohnehin auf professionelle Nutzer ab und verfolgt offensichtlich das Ziel, von den Kameras über die Distribution bis hin zur Wiedergabe die gesamte für 4k erforderliche Technik selbst anzubieten. Auch Sony will seinen Kunden- 4k-Inhalte über einen speziellen Server bereitstellen (wir berichteten).