Test: Elac Linie 60.2 Set – makelloses 5.1-Boxensystem?

Elac Linie 60.2 Set im Test
5.1-Boxensystem: Elac Linie 60.2 Set im Test

Als „Die Makellosen“ bezeichnet der deutsche Audio-Spezialist Elac seine Lautsprecher der Linie 60.2. PLAYER.de hat sich ein 5.1-Boxenset im Gesamtwert von rund 2.800 Euro zusammenstellen lassen, um diese verheißungsvolle Aussage zu überprüfen.

Das aus vier identischen Standlautsprechern des Typs FS 68.2, der Center-Box CC 61.2 und dem 350 Watt starken SUB 2030 bestehende Elac-Ensemble hinterlässt nicht nur optisch einen edlen Eindruck, sondern verspricht darüber hinaus eine erstklassige Klangqualität, die sich selbst in großen Räumen voll entfalten soll. Allerdings ist das Surround-System auch fast 700 Euro teurer als das technisch vergleichbare Konkurrenzset aus Nuberts nuBox-Reihe, das die Messlatte in unserem Testlabor schon sehr hoch gelegt hat. So viel sei vorab gesagt: Es war ein durchweg spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen.

Vorteile des Elac Linie 60.2 Sets im Überblick:
+ sehr überzeugende Tonqualität mit hoher Dynamik und Homogenität
+ Subwoofer mit erstklassiger Bass- und Tiefbasswiedergabe
+ authentischer Rundumklang
+ erstklassige Verarbeitung

Nachteile des Elac Linie 60.2 Sets im Überblick:
– Rundstrahlverhalten des Center-Lautsprechers nicht perfekt
– keine Fernbedienung

Elac Linie 60.2 Set | Ausstattung und Technik

Rückseite des Subwoofers Elac Sub 2030
Am Anschlussterminal des Sub 2030 steht neben allen wichtigen Reglern auch ein USB-Port zur Verfügung, der in Verbindung mit einem optionalen Funksystem eine drahtlose Signalübertragung ermöglicht.

Eine Center-Box: 289 Euro, ein Subwoofer: 629 Euro, vier Standlautsprecher: 1.916 Euro, authentischer Rundumklang: durchaus bezahlbar! Schließlich bietet Elac in der Linie 60.2 hochwertige Technik zu fairen Preisen. Im FS 68.2 kommen zwei 17,5 Zentimeter große Tieftöner und ab 600 Hertz ein hart aufgehängter 14er-Konus mit Aluminium-Sandwich-Membran zum Einsatz – rund 20 Kilogramm bringt die Standbox so auf die Waage.

Möchte man die Abstimmung zu tieferen Bässen verschieben, sind die beiden aerodynamisch geformten Bassreflexrohre auf der Rückesite ganz oder teilweise per Schaumstoff verschließbar. Um den Hochtonbereich kümmert sich eine 25-Millimeter-Seidenkalotte, wobei oberhalb von 2.100 Hertz eine Schallführung eine besonders weite Abstrahlung garantiert.

Der gleiche Hochtöner findet auch im Center CC 61.2 Verwendung. Darüber hinaus wurden zwei weich aufgehängte 14er-Tiefmitteltöner für eine tiefe Bassreflexabstimmung verbaut. Der eigentliche Bassspezialist des 5.1-Ensembles ist allerdings der Sub 2030 mit patentierter Bash-Endstufentechnik. Er verfügt über ein nach unten auf eine Bodenplatte abstrahlendes Langhubchassis, der 25 Zentimeter misst und dem Subwoofer bereits ab 20 Hertz Bässe entlocken soll.

Am Anschlussterminal steht neben kompletten Reglern für Pegel, Phase und Tiefpassfrequenz sogar ein USB-Port bereit, der in Verbindung mit einem (optional erhältlichen) Funksystem eine drahtlose Signalübertragung ermöglicht. Für das aus je einem Sender und Empfänger bestehende „Wireless-Set Stereo“ verlangt Elac übrigens 159 Euro. Immerhin werden alle Lautsprecher mit variablen Bassreflexstopfen ausgeliefert. Den Standboxen liegen zudem Spikes inklusive Scheiben bei.

Elac Linie 60.2 Set | Tonqualität

Der Klang hängt maßgeblich von der Lautsprecheraufstellung ab: Damit sich tiefe Töne nicht auslöschen, sollten die vier Standboxen symmetrisch im Raum sowie in gleicher Entfernung zum Zuhörer positioniert werden. Sind diese beiden Voraussetzungen erfüllt, wird man mit einem gleichermaßen kraftvollen und dynamischen Surround-Sound belohnt. Doch zieht nicht nur das um das Boxenquartett, sondern auch der Center erstaunlich tief in den Bassbereich hinunter.

Ebenso beeindruckt der lineare Frequenzgang, den der CC 61.2 im Testlabor an den Tag legt – vorausgesetzt, man sitzt vor ihm auf der gleichen Achse. Bereits ab 20 Grad kommt es nämlich zu messbaren Auslöschungen, worunter vor allem die Mitten leiden. Für mächtig Druck in basslastigen Liedern und Filmszenen sorgt der Subwoofer, der locker 23 Hertz sowie einen Schalldruck von bis zu 104 Dezibel erreicht. Das macht sich allein schon beim Motorrad in „Werner, volles Rohr“ bemerkbar, das beim Anlassen und Losfahren besonders satt röhrt.

Audiofrequenzgang des Elac Linie 60.2 Sets
Befindet sich der Center CC 61.2 auf Achse mit dem Zuhörer, klingt er besonders linear. Die Standbox FS 68.2 zeigt eine minimale Welligkeit, die in der Praxis aber unkritisch ist. Der Subwoofer spielt bis 23 Hertz.

In der DVD-Dokumentation „Arktis Nordost“ wirkt das aufgewühlte Meer gewaltig. Gleiches gilt für actionreiche Szenen wie zum Beispiel die heftige Schießerei und den explodierenden Tankwagen am Flughafen im Jamens-Bond-Streifen „Casino Royale“. Allgemein erklingen Stimmen und Geräusche aus allen Richtungen äußerst präzise und mit vollem Grundton. Das macht sich auch im Opernauftritt der Diva in „Das fünfte Element“ bemerkbar, der unter anderem durch mehr Raumambiente von hinten profitiert. Zur Beschallung sehr großer Räume empfiehlt sich ein zweiter Subwoofer, der sechs Dezibel mehr Tiefbass bringt.

Im Stereobetrieb bestechen die beiden Frontlautsprecher des Typs FS 68.2 durch einen unverfärbten, dynamischen und gehaltvollen Klang. Nicht weniger beeindruckend sind die feine Hochtonauflösung und die knackige Basswiedergabe, was das Musikhören zu einem regelrechten Genuss macht. Dank des sehr tief hinunterspielenden Subwoofers kommen sogar Lieder mit schweren und satten Tönen wie der Titel „Route 66“ der Bluesband Toscho perfekt zu Gehör. Dabei wirken der Gesang aus der Mitte, die Hi-Hat und der Hall aus der Tiefe des Raums optimal zusammen. Schließt man alle vier Boxen an und aktiviert am AV-Receiver den Party-Modus, lässt sich in großen Räumen noch mehr Dynamik herauskitzeln oder ein richtiges Disco-Feeling herstellen.

Rundstrahlverhalten des Elac Linie 60.2 Sets
Sitzt man mehr als 20 Grad seitlich von Elacs Center-Lautsprecher, kommt es im Mitteltonbereich zu Einbrüchen.

Elac Linie 60.2 Set | Verarbeitung und Bedienung

Die Lautsprecher der Linie 60.2 legen in jedem Wohnzimmer beziehungsweise Heimkino buchstäblich einen glänzenden Auftritt hin. Schließlich verfügen alle Komponenten über ein edles Hochglanzfinish, wobei man hier zwischen den beiden Dekorvarianten „Esche schwarz“ und „Walnuss“ wählen kann. Einzig den Subwoofer SUB 2030 gibt es in schwarz oder weiß lackierter, seidenmatter Ausführung. Die Verarbeitung ist durchweg erstklassig, was angesichts des stolzen Preises auch erwartet werden darf.

Besonders schön zur Geltung kommt das Design beim Standlautsprecher, ist er mit seinen üppigen Abmessungen von 25 x 108 x 29,5 Zentimetern (B x H x T) doch ein echter Blickfang. Das Gehäuse wirkt dabei besonders sauber, zumal weder Befestungslöcher noch Schrauben das noble Erscheinungsbild trüben. Wer einen freien Blick auf die Schallwandler haben möchte, kann die magnetischen Schutzgitter mehr oder weniger problemlos entfernen – die Magnete haften nämlich gut, so dass die Abdeckungen selbst bei hoher Lautstärke nicht davonfliegen. Schwarz lackierte Bodenplatten, an denen sich auf Wunsch die mitgelieferten Spikes anbringen lassen, sorgen dabei für eine hohe Standfestigkeit.

Die Verkabelung und Bedienung des 5.1-Boxensets gelingt problemlos. So können einerseits die bis 150 Watt belastbaren und bis rund 40 Hertz spielenden Standlautsprechern zur Bassverstärkung im Setup vorne sowie hinten groß definiert werden, andererseits stehen am Anschlussterminal des Subwoofers – wie bereits erwähnt – alle erforderlichen Regler zur Verfügung. Eine Fernbedienung wie bei Nuberts klangstarkem nuBox-Set oder dem kompakten Teufel System 7 THX Select 2 sucht man jedoch vergeblich.

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gut und HighlightPLAYER.de meint:
Obwohl die meisten HiFi- und Heimkino-Komponenten aus dem fernen Osten stammen, gibt das Linie 60.2 Set des deutschen Audiospezialisten Elac den Ton an – und zwar buchstäblich! Selbst in größeren Räumen liefert das 5.1-Boxensystem einen äußerst homogenen, dynamischen und stets pegelfesten Klang. Der Sub 2030 spielt zwar nicht ganz so tief und laut wie der Nubert AW-991, bringt im Zusammenspiel mit den vier starken Standlautsprechern sowie dem Center dennoch sowohl Film- als auch Musikfans auf ihre Kosten. Einziges klangliches Manko sind die Einbrüche im Mitteltonbereich des Centers bei seitlichen Winkeln von mehr als 20 Grad. Das Ensemble ist mit rund 2.800 Euro zwar deutlich teurer als vergleichbare Systeme der Konkurrenz, aufgrund der makellosen Verarbeitung aber jeden Cent wert. Nicht zuletzt deswegen hat sich das Elac Linie 60.2 Set neben dem PLAYER.de-Qualitätssiegel „Sehr gut“ ein „Highlight“ verdient.

Weiterführende Links

Elac Linie 60.2 Set Produktseite

Elac Linie 60.2 Set | Testergebnisse

AUSSTATTUNG

Allgemein
Preis:
2.834 Euro
Abmessungen Front: 108 x 25 x 29,5 cm (FS 68.2) (H x B x T)
Abmessungen Center: 17 x 43,5 x 25 cm (CC 61.2) (H x B x T)
Abmessungen Surround: 108 x 25 x 29,5 cm (FS 68.2) (H x B x T)
Abmessungen Subwoofer: 35,6 x 30 x 31,5 cm (Sub 2030) (H x B x T)
Boxensystem: 5.1

BEWERTUNG
Tonqualität: Sehr gut

(Stereo & Surround)

Ausstattung: Sehr gut
Bedienung Sehr gut
Material und Verarbeitung: Sehr gut
PLAYER.de GESAMTWERTUNG
Sehr gut (mit Highlight)