Leica S: Neue Mittelformat-DSLR mit verbesserter Bildqualität & Bedienung

Die neue Mittelformatkamera Leica S
Die Leica S tritt die Nachfolge der Leica S2 an und verspricht unter anderem eine verbesserte Bildqualität.

Nach knapp drei Jahren bringt Leica endlich frischen Wind in sein S-System: Der deutsche Traditionshersteller hat mit der Leica S die Nachfolgerin der digitalen Mittelformat-Spiegelreflexkamera Leica S2 vorgestellt. Das neue Modell soll besonders in Bezug auf die Bildqualität und Geschwindigkeit verbessert worden sein.

Verantwortlich hierfür ist vor allem das überarbeitete Image- und Sensorboard. Zwar löst der 45 x 30 Millimeter große CCD-Bildsensor nach wie vor 37,5 Megapixel auf, besitzt nun aber einen erweiterten Empfindlichkeitsbereich von ISO 100 bis ISO 1.600. Gleichzeitig hat Leica eigenen Angaben zufolge das Rauschverhalten verbessert und den Weißabgleich um den Modus „Graukarte“ erweitert, der es dem Fotografen erlaubt, eine mitfotografierte Fläche im Bild – etwa eine Graukarte – als Referenz für alle folgenden Fotos festzulegen und so eine gleichbleibende Farbstimmung zu erzielen.

Speicherkartenslot der Leica S
Bilder gehen getrennte Wege: Die Leica S verfügt über einen Dual-Slot, um CF- und SD-Karten parallel nutzen zu können.

Dank des auf zwei Gigabyte verdoppelten Pufferspeichers und der auf (maximal) 166 Megabyte erhöhten Transferrate soll die Leica S2 bis zu 32 RAW-Fotos (DNG) hintereinander knipsen können. Die Aufnahme von Fotos im JPEG-Format ist laut Hersteller nicht limitiert.

Auf Wunsch legt die Kamera die JPG- und DNG-Dateien getrennt auf einer SD- beziehungsweise CF-Karte ab (Dual-Slot) oder aber sie überträgt diese direkt auf einen Computer. Als JPEG-Auflösungen stehen 37,5, 9,3 sowie 2,3 Megapixel zur Auswahl. Eine Videofunktion sucht man weiterhin vergeblich.

Dafür verspricht das ebenfalls überarbeitete AF-System eine schnellere und zuverlässigere Scharfstellung – Leica spricht hier von einem „prädiktiven Autofokus“. Dabei soll die DSLR die vorangegangenen Bewegungen des Motivs vergleichen und daraus errechnen, an welchem Punkt sich das Motiv bei der Auslösung befinden wird, wovon insbesondere Sportfotografen profitieren dürften. Au0erdem verfügt die Leica S angeblich als derzeit einzige professionelle DSLR über ein integriertes GPS-Modul, welches bei Bedarf die Koordinaten des Aufnahmeorts in die Exif-Daten schreibt. Ebenso lässt sich über die Satellitensignale die Systemzeit sekundengenau für jeden Ort weltweit einstellen.

Für Architekturaufnahmen zum Beispiel-  ist eine digitale Zwei-Achsen-Wasserwaage an Bord, die in den optischen Sucher eingeblendet wird. Das drei Zoll große Display löst mit 920.000 Pixeln nun doppelt so viele Bildpunkte auf wie das der Vorgängerin. Ebenso wie bei der Leica M (PLAYER.de berichtete) besteht das Deckglas des Monitors aus robustem und kratzunempflichen Gorilla-Glass von Corning. Der daneben platzierte Joystick garantiert nun eine deutlich schnellere Navigation durch die optimierten Kameramenüs. Dabei sorgt die weichere Gummierung für eine bessere Griffigkeit.

Rückseite der Leica S
Leica hat die Display-Auflösung bei seiner neuen Mittelformat-DSLR verdoppelt und ihr zudem einen neuen Joystick zur komfortableren Bedienung spendiert.

Stephan Schulz, Leiter Professional Imaging bei der Leica Camera AG, zeigt sich begeistert von den Neuerungen: „Die konsequente Systemerweiterung bringt einmal mehr den Beweis, dass Leica mit dem von Anfang an digital ausgelegten S-System neue Maßstäbe in der Mittelformatfotografie setzen und gleichzeitig das Handling und die Geschwindigkeit einer kompakten Kleinbildkamera erzielen kann. Zusammen mit ihrer Robustheit, Zuverlässigkeit und Flexibilität ist die neue Leica S damit die erste Wahl für jeden Fotografen, der keine Kompromisse eingehen will.“

Oberseite der Leica S
Laut Hersteller ist die Leica S als bislang einzige professionelle Kamera mit einem GPS-Modul zur Erfassung des Aufnahmeorts ausgestattet. Belichtungszeit und Co. werden separat über Drehergler eingestellt.

Neben den aktuell acht verfügbaren Leica-S-Objektiven können in Verbindung mit dem optional erhältlichen S-Adapter H auch die H-Optiken von Hasselblad verwendet werden, ohne auf den Autofokus, den Zentralverschluss und die automatische Blendensteuerung verzichten zu müssen.

Die Leica S ist voraussichtlich ab Dezember 2012 zum unverbindlich empfohlenen Verkaufspreis von 19.500 Euro im Leica-Fachhandel erhältlich.

Das Modell wird zusammen mit dem Bildbearbeitungsprogramm Adobe Lightroom 4 und dem „Leica Protection Plan“ ausgeliefert, der dem Fotografen unter anderem eine erweiterte Garantie von drei Jahren sowie eine Ersatzkamera zur Überbrückung der Reperaturzeiten bietet.

Um die Bedeutung der Leica-Kamerasysteme M und S nachhaltig zu untersreichen, verzichtet Leica zukünftig übrigens auf die Ziffer im Produktnamen.

PLAYER.de meint:
Pentax und Hasselblad sollten sich warm anziehen. Nicht etwa, weil der Herbst im Anmarsch ist, sondern vielmehr weil Leica seine Mittelformat-DSLR richtig auf Vordermann gebracht hat. Die neue Leica S verspricht eine „Synthese aus optimaler Bildqualität, perfektem Handling und hoher Geschwindigkeit“, was angesichts der technischen Daten gar nicht einmal so weit hergeholt klingt. An der Auflösung hat sich jedoch nichts geändert. Wie gut das 19.500 Euro teure Spitzenmodell des deutschen Traditionshertellers wirklich ist, zeigt wohl nur ein umfassender Test auf.