Test: Teufel System 10 THX Ultra 2 – Heimkino-Sound auf höchstem Niveau

Teufel System 10 THX Ultra 2 im Test
5.1-Boxensystem: Teufel System 10 THX Ultra 2 im Test

Ist größer wirklich immer besser? Nachdem uns bereits das außerordentlich kompakte Boxenset Teufel System 7 THX Select 2 (zum Test) begeistern konnte, hat PLAYER.de mit dem überarbeiteten System 10 THX Ultra 2 ein 5.1-Ensemble aus der Flaggschiff-Flotte des Berliner Lautsprecher-Spezialisten und -Direktversenders unter die Lupe genommen.

Den meisten ambitionierten Heimkino-Fans dürfte das System 10 aus dem Hause Teufel ein Begriff sein, steht es doch seit einigen Jahren für überragenden Sound. Natürlich wurde das Boxenset zwischenzeitlich immer wieder aufpoliert, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben – wohlgemerkt: beim hier getesteten Ensemble handelt es sich um die dritte Auflage! Dabei dreht sich alles um die THX-Ultra-2-Zertifizierung, die eine besonders weitläufige Surround-Wiedergabe vorschreibt und dank der selbst riesige Räume bis 150 m-² optimal beschallt werden sollen. Angesichts des fast 1,3 Meter hohen und 85,1 Kilogramm schweren Subwoofers sowie des üppigen Preises von rund 8.000 Euro haben wir daran keine Zweifel.

THX-Ultra-2-zertifiziertes Boxensystem Jamo D600
Neben dem Platzhirsch Teufel bieten hierzulande nur Klipsch und Jamo Boxensets mit THX-Ultra-2-Lizenz an – im Bild: Jamo D-600.

Vorteile des Teufel System 10 THX Ultra 2 im Überblick:
+ exzellente Tonqualität mit perfekter Fokussierung und Präzision
+ sehr authentischer Rundumklang
+ leistungsfähiger und tief spielender Subwoofer
+ flexible Umschaltung zwischen Mono-, Bi- und Dipol
+ überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis

Nachteile des Teufel System 10 THX Ultra 2 im Überblick:
– Frontboxen mit leichter Höhenbetonung
– Subwoofer benötigt viel Platz

Teufel System 10 THX Ultra 2- | Ausstattung und Technik

Rückseite des Subwoofers Teufel S 10000 SW
Der Subwoofer S 10000 SW verfügt über ein Potentiometer für das interne Tiefpassfilter. Pegel und Phase lassen sich komfortabel über die Fernbedienung einstellen.

Obwohl „Ultra 2“ die strengste THX-Norm darstellt, ist sie keineswegs den absoluten Spitzenmodellen vorbehalten. Wer also ein entsprechend zertifiziertes Set sucht und dieses in Räumen bis 100 m-², kann genauso auf das kleinere, deutlich günstigere System 8 zurückgreifen (3.500 Euro). Damit verbunden sind verständlicherweise auch diverse Abstriche in puncto Leistung.

So gibt Teufel bei den drei identischen Frontboxen des Typs S 1000 FCR eine Dauerbelastbarkeit von 540 Watt sowie einen maximalen Schalldruck von 117 Dezibel an. Die Lautsprecher selbst verfügen über je zwei 20 Zentimeter große Tief-/Mitteltöner sowie einen Zwölfer-Mitteltöner, wobei die Treiber in Sandwich-Flachbauweise gefertigt werden. Ein 25-Millimeter-„Superhochtöner“ komplettiert die Ausstattung.

Nicht minder großzügig zeigte sich Teufel bei den Surrounds S 1000 D: Sie sind zwar nur halb so groß wie die Frontboxen, dafür allerdings noch reicher bestückt. Jeder von ihnen kommt nämlich mit vier 130 Millimeter großen Tief-/Mittel- und vier Hochton-Kalotten (25 Millimeter Durchmesser) daher.

Sowohl das Front-Trio als auch die beiden Surrounds sind dank im Boden eingelassener M6-Gewinde auf Standfüßen montierbar, welche jedoch separat geordert werden müssen.

Das eigentliche Highlight des System 10 THX Ultra 2 ist der riesige Aktiv-Subwoofer S 10000 SW: Er bietet in seinem geschlossenen Gehäuse stolze 240 Liter Innenvolumen, welches sich zwei 15-Zoll-Langhub-Treiber (380-Millimeter-Tieftöner) teilen. Die Ausgangsleistung wird mit 750 Watt Sinus angegeben, wobei die Endstufenleistung 1.200 Watt beträgt. Um den 85-Kilogramm-Boliden leicht in Position bringen zu können, steht er – ebenso wie der etwas kompaktere und schwächere- Nubert nuLine AW-1300 DSP – auf Rollen.

Tieftöner des Subwoofers Teufel S 10000 SW
Der Tieftöner des S 10000 SW ist als Langhubtreiber ausgelegt, so dass Sicke, Schwingspule und Zentrierspinne große Hübe zulassen. Durch die offene Bauweise wird die Wärme besonders gut abgeführt.

Teufel System 10 THX Ultra 2 | Tonqualität

Nicht nur optisch, sondern auch klangtechnisch erweist sich der S 10000 SW als echter Riese: Er sorgt schon ab 20 Hertz für einen ordentlich Druck, wobei Oberbässe etwas betont werden. Aus diesem Grund klettert die Übertragungsgrenze – bezogen auf den Minus-Drei-Dezibel-Punkt – auf 28 Hertz. Dem Heimkino-Erlebnis tut dies aber keinen Abbruch, zumal die überlegene und dynamische Basswiedergabe in jeder Hinsicht beeindruckt. So bricht der Tiefbass beispielsweise im Film „Cloverfield“ förmlich über das Publikum herein und macht die Monsterattacken sogar körperlich spürbar.

Trotz des maximalen Schalldrucks von 116 Dezibel kommt der Subwoofer nie ins Straucheln: Obwohl der Boden unter den Füßen bebt, sind am geschlossenen Gehäuse weder Vibrationen noch Dröhngeräusche zu hören. Lediglich an der Endstufen-Kühlöffnung ist ein leichts Rauschen wahrnehmbar. Dass man das Set dem Verstärker sowie dem eigenen Gehör zuliebe nicht zu oft und lange an der Leistungsgrenze betreiben sollte, muss wohl nicht extra gesagt werden.

Audiofrequenzgang des Teufel System 10 THX Ultra 2
Die Frontleitsprecher des Teufel System 10 zeigen eine leichte Höhenbetonung. Dafür bietet der im Set enthaltene Subwoofer enorme Pegelreserven.

Natürlich wäre der Subwoofer nichts ohne die Satelliten: Erst im Zusammenspiel mit dem Front-Trio und den beiden Rear-Lautsprecher kommt ein perfekter, einhüllender Rundumklang zustande. Die Stimmwiedergabe besticht durch höchste Präzision, zumal bereits kleinste Standortänderungen eines Spechers zu hören sind. Darüber hinaus entsteht beim Applaus nach einer in 5.1 aufgenommenen Theatervorführung der Eindruck, als ob man mitten im Publikum sitzt.

Drehschalter des Teufel S 1000 D
Monopol, Bipol oder Dipol: Per Drehschalter kann der Nutzer beim Surround-Lautsprecher S 1000 D zwischen verschiedenen Abstrahlcharaktern wählen.

Ein großer Vorteil der drei identischen Frontboxen ist, dass keine Klangänderungen zu vernehmen sind, wenn etwa ein Dialog vom linken Kanal in den Center wandert. Der Center selbst zeichnet sich durch ein sauberes Abstrahlverhalten aus, so dass auch seitlich sitzende Zuhörer auf ihre Kosten kommen – vorausgesetzt, ihnen macht der leicht verstärkte Mitteltonbereich nichts aus.

Allgemein betont das System 10 die Höhen ein wenig zu stark, was sich insbesondere bei zerspringendem Glas bemerkbar macht. Nichtsdestotrotz liefert das Ensemble bei Abständen um 3,6 Metern und mit aktivem Präsenzfilter am AV-Receiver (X-Curve, ReEQ) einen ausgewogenen Sound.

Auch im Stereobetrieb leisten der Subwoofer und die Satelliten hervorragende Arbeit: Das Lied „Me and Armini“ von Emiliana Torrini etwa klingt sehr ausgewogen – sei es bei den lässigen Snare-Drums oder dem dynamisch spielenden Flügel im Diskant. Ebenso überzeugen die sanften, luftigen Streicherklänge sowie die Klangdifferenzierung im Bass.

Rundstrahlverhalten des Teufel System 10 THX Ultra 2
Trotz des liecht verstärkten Mitteltonbereichs ändert sich der Klang des Teufel System 10 THX Ultra 2 für seitlich sitzende Zuhörer nur geringfügig. Vor allem Dialoge sind perfekt verständlich.

Teufel System 10 THX Ultra 2 | Verarbeitung und Bedienung

Mitgelieferte Fernbedienung des Teufel S 10000 SW
Drückt man die THX-Taste auf der Fernbedienung, passt der Teufel-Subwoofer S 10000 SW die Lautstärke automatisch an. Natürlich lässt sie sich auch manuell regulieren.

Klavierlack allein reicht für ein edles Erscheinungsbild nicht mehr aus. Wohl nicht zuletzt deswegen verziert Teufel alle Lautsprecher mit Elementen aus gebürstetem Aluminium, die in Kombination mit den schwarzen Hochglanzoberflächen besonders attraktiv aussehen und für ein filigranes Design sorgen.

An der Verarbeitung gibt es herstellertypisch und erwartungsgemäß nichts auszusetzen. Sämtliche Materialien respektive MDF-Platten sind bombenfest miteinander verbunden und lassen die Lautsprecher wie aus einem Guss erscheinen – Spaltmaße oder andere Schönheitsfehler sucht man verglich. Einziger Nachteil: Die Boxen sind extrem anfällig für Fingerabdrücke und Fettflecken. Anders als bei vielen Nubert-Sets wie dem nuBox-Ensemble, hat man beim System 10 leider nicht die Wahl zwischen verschiedenen Farb- beziehungsweise Furniervarianten.

Die Verkabelung der einzelnen Lautsprecher mit einem AV-Receiver stellt dank massiver Schraubklemmen kein Problem dar. Konfigurationen am Subwoofer wie die Einstellung von Pegel und Phase sowie der Lautstärke können bequem über die mitgelieferte Fernbedienung vorgenommen werden. Per Druck auf die THX-Taste passt das Set die Lautstärke sogar automatisch an.

Teufel empfiehlt, alle Boxen bassentlastet zu betreiben („Small“), wobei die Übergangsfrequenz 80 Hertz betragen sollte. Damit sich die Filterflanken von Subwoofer und AV-Receiver nicht gegenseitig beeinflussen, ist es empfehlenswert, das Tiefpassfilter am S 10000 SW auf Rechtsanschlag zu stellen. Den Abstrahlcharakter der beiden Surrounds kann man übrigens einfach mittels Drehschalter von gegen- auf gleichphasig ändern (Dipol/Bipol/Monopol).

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gut mit ReferenzsiegelPLAYER.de meint:
Goliath gewinnt: Während Kompaktsets hauptsächlich für kleine bis mittlere Räume geeignet sind, lassen sich mit dem Teufel System 10 THX Ultra 2 mühelos große Heimkinos und zum Teil sogar Säle beschallen. Der präzise Klang begeistert bei Musik und Film gleichermaßen – besonders im 5.1-Betrieb. Bässe klingen stets sauber und dynamisch, obgleich der mächtige Subwoofer nicht in den Infraschallbereich vordringt. Ohnehin können die enormen Pegelreserven in der Praxis wohl kaum ausgeschöpft werden. Wer dennoch an die Leistungsgrenzen gelangen möchte, sollte ein sehr unempfindliches Gehör und tolerante Nachbarn besitzen. Die leichte Höhenbetonung der Frontboxen ist dabei zu vernachlässigen. Im Großen und Ganzen erreicht das Flaggschiff des Berliner Lautsprecher-Spezialisten ein Referenzniveau unter den Boxensets, zumal die Auswahl an THX-Ultra-2-zertifizierten Ensembles extrem mager ausfällt. Neben Teufel haben allenfalls Jamo und Klipsch entsprechende Systeme im Portfolio.

Weiterführende Links

Teufel System 10 THX Ultra 2 Produktseite

Teufel System 10 THX Ultra 2- | Testergebnisse

AUSSTATTUNG

Allgemein
Preis:
7.999,99 Euro
Abmessungen Front: 44,5 x 65 x 23,5 cm (S 1000 FCR) (H x B x T)
Abmessungen Center: 44,5 x 65 x 23,5 cm (S 1000 FCR) (H x B x T)
Abmessungen Surround: 46,6 x 30,4 x 20 cm (S 1000 D) (H x B x T)
Abmessungen Subwoofer: 126,8 x 50 x 59 cm (S 10000 SW) (H x B x T)
Boxensystem: 5.1

BEWERTUNG
Tonqualität: Sehr gut
Ausstattung: Sehr gut
Bedienung: Sehr gut
Material + Verarbeitung: Sehr gut
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Sehr gut