Test: Teufel System 7 THX Select 2 – Zwergenaufstand im Heimkino

Teufel System 7 THX Select 2 im Test
5.1-Boxensystem: Teufel System 7 THX Select 2 im Test

Der Teufel steckt im Detail – auf das schlicht System 7 genannte 5.1-Boxenset des Berliner Lautsprecher-Spezialisten und Direktversenders Teufel trifft diese Redewendung besonders zu: Es soll trotz der äußerst kompakten Abmessungen die strenge THX-Select-2-Norm erfüllen. PLAYER.de hat das 2.600 Euro teure Ensemble unter die Lupe genommen.

Neu ist das Konzept der kleinen Komponenten sicherlich nicht. Schließlich stellte der Hersteller bereits Anfang 2010 mit dem System 5 THX Select 2 das damals kleinste Boxenset seiner Art vor. Um die strenge Norm zu erfüllen, waren jedoch zwei Subwoofer notwendig. Dank des weiterentwickelten S 8000 SW kommt das System 7 THX Select 2 mit einer einzigen Bassbox aus, wobei die Surroundlautsprecher nur minimal gewachsen sind. Angesichts der besseren Verarbeitung der drei für den Frontbereich zuständigen Boxen S 700 FCR nimmt man die etwas größeren Abmessungen natürlich gerne in Kauf. Um die rückwärtige Beschallung kümmern sich die beiden umschaltbaren Dipole S 700 D inklusive Wandhalterung.

Rückseite des Teufel S 700 D mit Wandhalterung
Die Mittel-/Hochtöner der Surroundlautsprecher S 700 D strahlen den Schall wahlweise über zwei Richtungen oder nur über eine Seite direkt ab. Der Schalter dafür befindet sich zwischen den Anschlüssen.

Vorteile des Teufel System 7 THX Select 2 im Überblick:
+ sehr überzeugende Tonqualität mit hoher Dynamik und Homogenität
+ Subwoofer mit erstklassiger Bass- und Tiefbasswiedergabe
+ authentischer Rundumklang
+ flexible Umschaltung zwischen Mono- und Dipol

Nachteile des Teufel System 7 THX Select 2 im Überblick:
– recht hohe Übernahmefrequenz der Satellitenlautsprecher
– leichte Grundtonschwächen im Frontbereich

Teufel System 7 THX Select 2 | Ausstattung und Technik

Teufel S 700 D mit Stoffabdeckungen
Die Stoffabdeckungen des Surround-Lautsprechers Teufel S 700 D können abgenommen werden.

Wie in der Einleitung erwähnt, sind die Frontboxen und der Center identisch. Besonders erwähnenswert ist ihre geringe Tiefe von 13,5 Zentimetern, dank der sich die Lautsprecher perfekt zur Wandmontage eignen. Sie verfügen über zwei 13 Zentimeter große Tiefmitteltöner sowie eine 25-Millimeter-Gewebekalotte für die Höhen. Ersterer wurde in Sandwich-Bauweise gefertigt, bei der die Zellulose-Flachmembran mit einer Wabenstruktur beschichtet wird. Die Treiber sitzen auffällig dicht beieinander, was – so viel sei schon jetzt gesagt – ein erstklassiges Rundstrahlverhalten ermöglicht. Der Stückpreis für die Wandhalterung, die über ein Gewinde am Boxenboden befestigt wird, liegt übrigens bei knapp 30 Euro.

Die beiden zierlichen Surround- beziehungsweise Rear-Lautsprecher S 700 D sind bereits ab Werk mit einer entsprechenden Montagevorrichtung ausgestattet. In den Boxen selbst kommen ein 13-Zentimeter-Tieftonkonus, je ein nach vorn und hinten strahlender Zehner-Mitteltöner sowie eine für die Höhenwiedergabe zuständige 25-Millimeter-Gewebekalotte zum Einsatz.

Eine Besonderheit stellt die Umschaltmöglichkeit zwischen Mono- und Dipol dar. Legt man nämlich den Kippschalter am Terminal um, strahlt bloß eine Schallwand direkt ab. Hierfür sollten die Lautsprecher an die Wand hinter dem Hörer gehängt werden.

Terminal des Teufel S 8000 SW
Der Subwoofer S 8000 SW bietet ein Terminal, an dem sich neben der oberen Grenzfrequenz auch ein Hochpassfilter einstellen lässt.

Im Vergleich zu den Front- und Rear-Boxen wirkt der Teufel-Subwoofer S 8000 SW mit Abmessungen von 36 x 55 x 70 Zentimetern (B x H x T) geradezu riesig. Auf diese Weise wird ein großzügiges Nettovolumen von 84 Litern erreicht, aus dem der 30-Zentimeter-Tieftöner seine Kraft schöpft, wobei die DPU-Bassreflexabstimmung (Differenzial-Phasen-Umkehrtechnik) einen entscheidenden Teil dazu beträgt.

Sie basiert auf einem fast über die gesamte Gehäuseoberseite nach hinten verlaufenden Schlitz, in welchem die Bassreflex-Luftsäule mit minimalen Luftgeräuschen schwingt – nicht zuletzt deswegen schafft der S 8000 SW die nach THX Select 2 vorgeschriebenen 105 Deziel (dB) bei 25 Hertz. Außerdem erlaubt die Norm, Subwoofer und Satelliten auch bei 100 statt bei 80 Hertz zu trennen, wodurch die kompakte Bauweise der THX-Boxensets erst möglich wird.

Teufel System 7 THX Select 2 | Tonqualität

Ohnehin reichen die Frontlautsprecher messtechnisch lediglich bis 100 Hertz. Ungeachtet dessen empfiehlt es sich, die Trennfrequenz auf 80 Hertz einzustellen, da dann das Zusammenspiel mit dem Subwoofer homogener klingt. Positioniert man diesen darüber hinaus zwischen den beiden Boxen und nicht zu weit versetzt von der Mitte, kommt eine erstaunlich klangvolle Stimmwiedergabe zustande. Die beiden Rears fügen sich unabhängig von der Schalterstellung (Mono- oder Dipol) neutral ins Klangbild ein, auch wenn ihre Höhenwiedergabe einen Tick zu kräftig ist.

Im 5.1-Betrieb zeichnet sich das Teufel System 7 durch einen ausgeprägten Rundumklang aus. So wird zum Beispiel der Auftritt der Operndiva aus „Das Fünfte Element“ perfekt aufgelöst, breitgefächert und extrem dynamisch wiedergegeben. Für ein optimales Surround-Erlebnis empfiehlt sich hier allerdings die Dipol-Stellung. Selbst actionreiche, wummernde Filmszenen sind für das Boxenset kein Problem: Beim Absturz des Raumschiffs in „Men in Black“ hüllt der Subwoofer die Zuschauer förmlich mit Tiefbass ein, als würde es in umittelbarer Nähe einschlagen. Der dabei entstehende subsonische Druck dürfte so ziemlich jedem Bassfreund ein Lächeln ins Gesicht zaubern, zumal der 30er-Tieftöner sogar den Boden unseres 40 Quadratmeter großen Hörraums zum Beben brachte.

Audiofrequenzgang des Teufel System 7 THX Select 2
Die Frontlautsprecher weisen Frequenzgänge auf, die nur bis etwa 100 Hertz hinabreichen. Der Subwoofer S 8000 SW hingegen schafft respektable 24 Hertz.

Trotz der exzellenten Bassleistung kommen Mitten und Höhen keinesfalls zu kurz: Sie klingen stets temperamentvoll und sauber, obgleich große Lautsprecher warme Klangfarben oder die Tom-Tom-Schläge der Rockband Nine Inch Nails auf Dolbys Demo-Blu-ray besser zu Gehör bringen – in dieser Disziplin stößt das kompakte Front-Trio eben an seine Grenzen. Abhilfe schafft hier übrigens, wenn man die Boxen näher an die Wand stellt und intensiv einspielt. Nichtsdestotrotz ist ihr Rundstrahlverhalten vorbildlich: Der Zuhörer kann im 30-Grad-Winkel vor dem Center sitzen, ohne Klangeinbrüche wahrzunehmen.

Selbstverständlich kommen auch Musikfreunde auf ihre Kosten. Das gilt für Mehrkanaltitel ebenso wie für herkömmliche Stereolieder: Im Zweikanalbetrieb legt das-  Teufel-Set eine sehr überzeugende Feinzeichnung sowie eine tief gestaffelte Raumabbildung an den Tag. Das macht sich etwa im neunminütigen Stück „Ma muse m’amuse“ von Rabih Abou-Khalil bemerkbar, das mit einem perfekten Zusammenspiel aus Percussion, Violine und Blasinstrumenten aufwartet. Dank des tief spielenden Subwoofers wissen selbst härtere, basslastige Musiktitel zu gefallen. Angesichts der relativ kompakten Bauweise der beiden Frontboxen und des S 8000 SW ist es wirklich beeindruckend, wie dynamisch und klangfarbenstark die Tonwiedergabe gelingt.

Rundstrahlverhalten des Teufel System 7 THX Select 2
Das 5.1-Ensemble von Teufel legt ein exzellentes Rundstrahlverhalten an den Tag. Innerhalb eines Winkels von 30 Grad vor dem Center treten keinerlei Klangeinbrüche auf.

Teufel System 7 THX Select 2 | Verarbeitung und Bedienung

Fernbedienung des Teufel S 8000 SW
Mit der im Lieferumfang enthaltenen Fernbedienung lassen sich Lautstärke, Phase, Mute und THX-Lautstärkepegel des S 8000 SW einstellen

Teufel-typisch gibt es an der Verarbeitung des System 7 kaum etwas auszusetzen: Die Boxen fühlen sich nicht nur äußerst solide und hochwertig an, sondern hinterlassen dank des schwarzen Hochglanzdesigns auch optisch einen edlen Eindruck. Schade aber, dass auf den Klavierlackoberflächen Staub, Fingerabdrücke sowie andere Flecken besonders gut zu sehen sind.

Einzig das Front-Trio S 700 FCR verfügt über eine gebürstete Aluminiumfront mit glänzender „Diamond-Cut“-Umrandung, die nicht ganz so schmutzempfindlich ist. Anders als zum Beispiel beim nuBox-Set von Nubert kann der Kunde beim Konkurrenten aus Berlin leider nicht zwischen mehreren Farbvarianten wählen.

Die Installation und Bedienung des 5.1-Lautsprechersets stellt im Großen und Ganzen kein Problem dar: In Verbindung mit einem AV-Receiver ist es schnell betriebsbereit und dank des übersichtlichen Terminals am Subwoofer relativ leicht zu steuern. Am letzteren kann man neben der oberen Grenzfrequenz auch ein Hochpass einstellen, welcher tiefste Bässe auf Frequenzen von 20 bis maximal 60 Hertz beschränkt.

Einziges Manko: Die Satelliten-Übernahmefrequenz fällt etwas hoch aus. Das Tiefpass- und Subsonic-Filter sind bei deaktiviertem THX-Modus manuell einstellbar. Lautstärke, Phase, Mute und THX-Lautstärkepegel lassen sich über die mitgelieferte Fernbedienung direkt von der Couch aus regulieren.
 
 

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gut und HighlightPLAYER.de meint:
Teufel ist mit dem System 7 THX Select 2 ein wirklich großer, pardon: kleiner Wurf gelungen. Das Boxenset fällt mit fünf Litern Volumen (84 Liter beim Subwoofer) vergleichsweise kompakt aus, klingt aber dennoch erwachsen. Einzig die kleinen Schwächen des Front-Trios im Grundton unterscheiden es von den großen und in der Regel deutlich teureren Full-Range-Lautsprechern. Hinzu kommt eine etwas hohe Satelliten-Übernahmefrequenz. Ansonsten gibt es am 5.1-Ensemble nichts auszusetzen. Besonders beeindruckend sind dabei die exzellente Dynamik von tiefsten Bässen bis hin-  zu glasklaren Höhen sowie der einhüllende Surround-Sound – kaum zu glauben, was man aus solch kompakten Boxen herausholen kann. Nicht zuletzt deswegen hat sich das Teufel System 7 THX Select 2 zusätzlich zum PLAYER.de-Qualitätssiegel „Sehr gut“-  unser „Highlight“-Logo verdient. Für 400 Euro mehr gibt es das Ensemble übrigens auch als 7.1-Set.

Weiterführende Links

Teufel System 7 THX Select 2 Produktseite

Teufel System 7 THX Select 2- | Testergebnisse

AUSSTATTUNG

Allgemein
Preis:
2.599,99 Euro
Abmessungen Front: 20 x 37 x 13,5 cm (S 700 FCR) (H x B x T)
Abmessungen Center: 20 x 37 x 13,5 cm (S 700 FCR) (H x B x T)
Abmessungen Surround: 31 x 24 x 17,5 cm (S 700 D) (H x B x T)
Abmessungen Subwoofer: 55 x 36 x 70 cm (S 8000 SW) (H x B x T)
Boxensystem: 5.1

BEWERTUNG
Tonqualität: Sehr gut
Ausstattung: Sehr gut
Bedienung: Sehr gut
Material + Verarbeitung: Gut
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Sehr gut