Software-Test: CyberLink PhotoDirector 2011 – umfangreiche Leistung zum Schnäppchenpreis

CyberLink PhotoDirector 2011 im Test
Software: CyberLink PhotoDirector 2011 im Test

Eine echte Alternative zu Adobe Lightroom – also Bildverwaltung, Bildverarbeitung und RAW-Unterstützung für weit unter 100 Euro? Was die Software bringt, steht PLAYER.de-Praxistest.

CyberLink, bislang eher bekannt durch seine Videoschnitt- und Wiedergabeprogramme, betritt mit „PhotoDirector 2011“ erstmals das Gebiet der Bildbearbeitung. Kein einfacher Kurs, den der taiwanische Software-Entwickler da einschlägt. Schließlich schwingt hier Adobe seit Jahren unangefochten das Zepter. Alice H. Chang, CEO von CyberLink, zeigt sich trotzdem voller Zuversicht: „Wir haben ,PhotoDirector 2011‘ als eine komplette Lösung für Hobbyfotografen erstellt. Die Software holt das absolut Beste aus den Fotos der Anwender heraus.“ Der Preis von 99 Euro ist in jedem Fall zielgruppengerecht, zumal es dazu ein Gratis-Upgrade für die nächste Version gibt.

 

Vorgestelltes Produkt:
Cyberlink PhotoDirector 2011
Aktueller Amazon-Preis: EUR 99,95


 

Vorteile von CyberLink PhotoDirector 2011 im Überblick:
+ umfangreiche Ausstattung
+ viele Korrekturfunktionen
+ schöne Diashows
+ Austausch von Bildvorgaben
+ fairer Preis

Nachteile von CyberLink PhotoDirector 2011 im Überblick:
– teils gewöhnungsbedürftige Tools
– kurzer Lebenszyklus

Aller Anfang ist schwer?

Metadaten-Anzeige in CyberLink PhotoDirector 2011
PhotoDirector 2011 liest die Metadaten der Kamera aus, nach denen die Fotos sortiert werden können

War’s das schon? Diese Frage stellt man sich nach dem routinierten Klicken auf „Ok“ und „Weiter“. Denn die Installation des Programms dauert selbst bei einem Rechner, der gerade einmal die Mindestvoraussetzungen erfüllt, nicht länger als fünf Minuten. Anschließend können die zu bearbeitenden Fotos über die entsprechende Schaltfläche oder per Drag & Drop importiert werden – auf Wunsch direkt von der Kamera.

Besonders hervorzuheben ist, dass „PhotoDirector 2011“ nicht nur mit JPEG- und TIFF -Bildern, sondern auch mit RAW-Formaten zurechtkommt. Zu den unterstützten Herstellern gehören neben Canon und Nikon unter anderem auch die Premium-Marken Sigma, Leica, Hasselblad, Mamiya sowie Phase One.
 
 
 
 
 

Ordnung schaffen

"Smarte Sammlung" in CyberLink PhotoDirector 2011
Perfekter Bildverwalter: Die „Smarte Sammlung“ filtert Fotos heraus, welche die festgelegten Kriterien nicht erfüllen – mit „großer Blende“ meint CyberLink übrigens einen großen Blendenwert

Der Übersichtlichkeit wegen können innerhalb der Software eigene Alben angelegt, Tags vergeben oder bestimmte Bilder in einer „Smarten Sammlung“ herausgefiltert werden. Letztere Funktion greift auf die von der Digicam geschriebenen Metadaten (Exif-Informationen) zurück, um beispielsweise nur Fotos mit einer Verschlusszeit ab zwei Sekunden aufzulisten.

Darüber hinaus lassen sich die Aufnahmen mit ein bis fünf Sternen bewerten, exportieren und auf Flickr sowie Facebook hochladen. Das Projekt bleibt übrigens auch nach dem Schließen gespeichert. „PhotoDirector 2011“ macht eine separate Bildverwaltungssoftware somit also völlig überflüssig.
 
 
 

Klick für Klick zur Perfektion

Nach dem Import und der eventuellen Kategorisierung kann man per Mausklick in den Bearbeitungsmodus wechseln. Hier bietet die Software eine fulminante Auswahl an Werkzeugen, die manche Laien auf den ersten Blick abschrecken mögen, de facto aber kinderleicht zu bedienen sind.

So stehen beispielsweise für den Weißabgleich bereits einige Voreinstellungen zur Auswahl. Alternativ sind Farbtemperatur und -tönung über Schieberegler anpassbar. Auf die gleiche Weise können umfassende Tonwertkorrekturen vorgenommen und einzelne Farben in puncto Farbton, Sättigung sowie Helligkeit nachjustiert werden.

Tools zur Rauschreduzierung, Nachschärfung und Vignettierungskorrektur hält „PhotoDirector 2011“ ebenfalls bereit. Genaue Anpassungen erlaubt dabei die Lupenfunktion, die einen beliebigen Ausschnitt vergrößert darstellt.

Wer hingegen nur einzelne Bildbereiche verbessern möchte, bekommt mit dem Korrekturpinsel ein praktisches Tool an die Hand. Er gestattet das Maskieren von Objekten oder Hintergründen, die sich anschließend unter anderem in ihrer Belichtung, ihrer Helligkeit, ihrem Kontrast und ihrer Sättigung verändern lassen. Malheure können mithilfe des Radierers rückgängig gemacht werden.

Apropos rückgängig: Die gesamte Bearbeitung ist zerstörungsfrei (non-destruktiv), was bedeutet, dass das Originalfoto stets im Urzustand erhalten bleibt. Man darf seiner Kreativität also ruhig freien Lauf lassen. Dank der Bearbeitungshistorie kann der Anwender jederzeit – wie bei Lightroom – eine unbegrenzte Anzahl an Arbeitsschritten zurückgehen.

Für schöne Verläufe im Bild ist die sogenannte Farbverlaufsmaskierung an Bord. Mit ihr lässt sich zum Beispiel die Sättigung des Himmels erhöhen, während der untere Bereich des Motivs unverändert bleibt.

Vorher-Nachher-Darstellung in CyberLink PhotoDirector 2011
Nebeneinander, übereinander oder geteilt: Der Nutzer kann in PhotoDirector 2011 zwischen verschiedenen Vorher-Nachher-Vergleichsmöglichkeiten wählen

Am laufenden Band

Wurde der Weißabgleich oder die Farbdarstellung der Kamera falsch eingestellt, ist die Enttäuschung beim Betrachten groß. Wohl dem, der im RAW-Modus fotografiert hat: Um die Fotos zeit- und nervensparend auf Vordermann zu bringen, verfügt „PhotoDirector 2011“ über eine Batch- beziehungsweise Stapelverarbeitung. Diese wendet auf eine ganze Bildersammlung die gleiche Korrektur an, so dass man die gewünschten Parameter nur einmal anpassen muss.

Zudem bietet das Programm zahlreiche Vorgaben, welche das Bild entsprechend verändern. Auf Wunsch lassen sich aus der „DirectorZone„-Community im Internet die Bildvorgaben von anderen Nutzern herunterladen oder aber eigene hinzufügen. Die Software selbst enthält 24 vordefinierte Bildstile und Effekte.

Standardvorgaben in CyberLink PhotoDirector 2011
Stil- und effektvoll: „PhotoDirector 2011“ verfügt über 24 Standardvorgaben, mit denen sich die Bildwirkung per Mausklick verändern lässt
DirectorZone von CyberLink
Tauschbörse: Auf directorzone.cyberlink.com können eigene Bildvorgaben für PhotoDirector zum Download angeboten werden

Störungen entfernen

Sei es ein ins Bild gelaufener Passant, ein herunterhängender Ast oder Schmutz auf dem Sensor – all diese Dinge können den Motiveindruck erheblich trüben. Das ist offensichtlich auch CyberLink bekannt, weswegen die Entwickler der Software einen Kopierstempel und ein Reparatur-Werkzeug spendiert haben.

Die Tools verbannen in Sekundenschnelle störende Objekte aus dem Foto, wobei die Bedienung anfangs sehr gewöhnungsbedürftig ist. Natürlich darf da die mittlerweile obligatorische Rote-Augen-Korrektur nicht fehlen. Diese legt einen effektmindernden Grauschleier über die betroffene Stelle.

Vorhang auf

Nach einer mehr oder weniger mühevollen Nachbearbeitung möchte man die Bilder gerne präsentieren. „PhotoDirector 2011“ bietet hierfür eine Diashow-Funktion, mit der sich die Meisterwerke eindrucksvoll in Szene setzen lassen. Der Anwender kann die Fotos einfach per Drag & Drop in das entsprechende Fenster ziehen, zwischen drei Übergangseffekten wählen und sogar Farben, Texte sowie ein Musikstück einbinden.

Die Anzeigedauer lässt sich entweder zwischen zwei und zehn Sekunden einstellen oder an das hinterlegte Lied anpassen. Als Seitenverhältnisse stehen 4:3 und 16:9 zur Auswahl. Die fertige Diashow ist im H.264-, MPEG-4- oder WMV-Videoformat mit einer Auflösung von bis zu 1.920 x 1.080 Pixeln (Full-HD) speicherbar. Abschließend unterstützt das Programm den direkten Upload auf YouTube.

Diashow-Erstellung in CyberLink PhotoDirector 2011
Im Rampenlicht: Mit PhotoDirector 2011 sind sehr schöne Diashows realisierbar

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gut mit KauftippPLAYER.de meint:
Ein kleiner Schritt für den Nutzer, ein großer Schritt für CyberLink – oder doch eher umgekehrt? Egal! Fakt ist, dass CyberLinks Einstand in die Bildbearbeitung perfekt gelungen ist. „PhotoDirector 2011“ überzeugt mit einem sehr großen, aber trotzdem übersichtlichen Funktionsumfang und ist eine günstige Alternative zum Photoshop-Ableger Lightroom. Besonders gut gefallen uns dabei die umfassende RAW-Unterstützung sowie die Möglichkeit, Bildvorgaben via Internet auszutauschen. Selbst Einsteiger müssen keine Angst vor dem Programm haben, wenn auch einige Tools wie der Korrekturpinsel und Kopierstempel etwas gewöhnungsbedürftig sind. Der Preis von 100 Euro ist fair. Nicht zuletzt deswegen hat sich „PhotoDirector 2011“ das PLAYER.de-Qualitätssiegel „Sehr gut“ inklusive „Kauftipp“ verdient.

CyberLink PhotoDirector 2011

Entwickler: CyberLink
Kategorie: Bildbearbeitung & -verwaltung
Preis (UVP): 99,99 Euro
Bezugsquellen: de.cyberlink.com, Fachhandel, Online-Shops
Betriebssystem: min. MS Windows XP (SP 3)
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Sehr gut