Test: TechniSat DigiCorder HD S3 – bodenständiges Netzwerktalent

TechniSat DigiCorder HD S3 im Test
HDTV-Sat-Receiver: TechniSat DigiCorder HD S3 im Test

Wie viele führende Empfangstechnik-Hersteller, stammt auch TechniSat aus Deutschland. Dabei bewirbt das in der Vulkaneifel ansäßige Unternehmen vor allem gehobene Produkte mit dem „Made in Germany“-Siegel – so auch den HDTV-Sat-Receiver DigiCorder HD S3, das direkt unterhalb des Top-Modells DigiCorder ISIO S rangiert. PLAYER.de hat die 450 Euro teure Set-Top-Box getestet.

Im Gegensatz zu den Empfangsgeräten der 100-Euro-Klasse kann der HD S3 natürlich weitaus mehr als nur via Satellit ausgestrahlte SDTV- und HDTV-Programme wiederzugeben. Er kommt sogar mit Pay-TV-Angeboten zurecht, beherrscht die Aufnahme von Sendungen auf die integrierte 320-Gigabyte-Festplatte oder ein externes USB-Speichermedium und brilliert zudem mit diversen Multimedia-Fähigkeiten. Anders als beispielsweise das Konkurrenzmodell Kathrein UFS 923sw/250GB/CI+, ist der TechniSat-Receiver online aber kaum günstiger zu bekommen – eher im Gegenteil.

 

Vorgestelltes Produkt:
Technisat DigiCorder HD S3 - HDTV TWIN-Satellitenreceiver (320 GB Festplatte, CI+, UPnP, Ethernet) schwarz
Aktueller Amazon-Preis:


 

Farbvarianten des TechniSat DigiCorder HD S3
TechniSat bietet den DigiCorder HD S3 in Schwarz und Silber an – die Front ist bei beiden Varianten identisch.

Vorteile des- TechniSat DigiCorder HD S3 im Überblick:
+ hervorragende HDTV-Bildqualität in 1080p
+ gute Ausstattung mit Doppeltuner
+ TV-Aufnahmen auf interne oder externe Festplatte
+ als UPnP-Server nutzbar inklusive DLNA-Streaming
+
einfache Bedienung

Nachteile des- TechniSat DigiCorder HD S3 im Überblick:
– keine Internetdienste und kein HbbTV
– keine HD+-Tricks
– Garantieverfall bei Festplattentausch

TechniSat DigiCorder HD S3- | Ausstattung und Bedienung

Die Ausstattung des DigiCorder HD S3 fällt erwartungsgemäß üppig aus, obgleich er sich auf den ersten Blick kaum von der Konkurrenz abhebt. Als Aufnahmespeicher verbaut TechniSat eine herkömmliche Notebook-SATA-Festplatte, die man einfach austauschen kann. Allerdings wird dabei das Garantiesiegel beschädigt beziehungsweise zerstört. Wem die 320 Gigabyte also zu wenig sind, sollte lieber auf eine externe USB-Festplatte zurückgreifen, zumal es sie inzwischen zu echten Schleuderpreisen gibt.

Laufen im Fernsehen mal wieder mehrere interessante Programme gleichzeitig, schafft der eingebaute Twin-Tuner Abhilfe. Mit ihm lassen sich nämlich zwei Sendungen parallel aufzeichnen, während eine dritte von einem der beiden Transponder wiedergegeben wird. Darüber hinaus ist – ebenso wie beim Vantage VT-100S – eine Bild-in-Bild-Funktion an Bord, die einen Sender verkleinert am Bildschirmrand einblendet. So können zum Beispiel Sportübertragungen während eines Films weiterverfolgt werden.

Selbstverständlich sind auch verschlüsselte Sender respektive Pay-TV-Angebote empfangbar. Hierfür verfügt der HD S3 sowohl über einen Kartenleser (Conax-Verschlüsselung) als auch über einen CI-Plus-Schacht. Letzterer ermöglicht in Verbindung mit dem entsprechenden Modul inklusive Smartcard etwa die Wiedergabe von Sky oder der HD+-Plattform. Der obligatorische HDMI-Port, analoge und digitale Audio-/Video-Ausgänge, drei USB-Schnittstellen sowie eine Netzwerkbuchse komplettieren die Ausstattung.

Anschlüsse des TechniSat DigiCorder HD S3
Gut ausgestattet: Der DigiCorder HD S3 verfügt über einen Doppeltuner und insgesamt drei USB-Ports – ein Netztrennschalter, um die Stromzufuhr komplett zu kappen, fehlt ihm allerdings.

Die Erstinstallation des HDTV-Receivers gelingt schnell und einfach, zumal sie der Nutzer dank mitgelieferter Fernbedienung auch bequem von der Couch aus vornehmen kann. Der Signalgeber selbst liegt sehr gut in der Hand und bietet eine gute, farblich abgestimmte Tastenanordnung. Firmware-Updates – etwa zur Verbesserung der Stabilität – werden automatisch gesucht. Die Senderliste ist praktisch vorsortiert und besticht durch sinnvolle Sortierfunktionen. Zusätzlich stehen vier Favoritenlisten zur Verfügung – deutlich weniger als beim Vantage.

Der elektronische Programmführer (EPG) wirkt ebenfalls sehr aufgeräumt und bietet zwei verschiedene Ansichten. Die TV-Aufzeichnung funktioniert zuverlässig, wobei HD+-Programme aufgrund der umstrittenen Senderrestriktionen nicht dauerhaft, sondern nur maximal 90 Minuten gespeichert werden können. Zu allem Überfluss lässt sich während der Time-Shift-Aufnahme kein anderer HD+-Sender wiedergeben. Einen Trick, um die Einschränkungen zu umgehen, gibt es leider nicht – hier könnte sich TechniSat ein Beispiel an Kathreins UFS 923sw/250GB/CI+ nehmen.

Einstellmenü des TechniSat DigiCorder HD S3
Auf Wunsch gibt der DigiCorder HD S3 die Bilder in bester Full-HD-Qualität (1080p) aus, doch kann er die TV-Programme auch in nativer Auflösung wiedergeben.
Setzen der Aufnahmezeit- und -marken beim TechniSat DigiCorder HD S3
Die Aufnahmefunktion des HD S3 gefällt durch eine gute Bedienbarkeit und umfassende Einstelloptionen. Ein Balken informiert über den verbleibenden Festplattenspeicher.
Statuseinblendung beim TechniSat DigiCorder HD S3
TechniSat hat die Benutzeroberfläche des DigiCorder HD S3 sehr ansprechend gestaltet und sich um informative, gut lesbare Statuseinblendungen bemüht – mit Erfolg!

TechniSat DigiCorder HD S3- | Multimedia-Fähigkeiten

Beispielhaft dagegen sind die Multimedia-Features des DigiCorder HD S3: Er kann auf im Netzwerk gespeicherte Fotos, Videos sowie Lieder zugreifen beziehungsweise die Dateien per DLNA streamen und stellt seine eigenen Aufnahmen auf Wunsch ebenfalls im Netzwerk zur Verfügung. Diese Fähigkeit verdankt der Receiver insbesondere seinem integrierten UPnP-Server. Auf diese Weise lassen sich die aufgezeichneten Sendungen problemlos auf den eigenen Computer holen.

Ein separates Schnittprogramm zur Entfernung der Werbeblöcke oder ungewünschter Szenen benötigt man übrigens nicht: TechniSat hat der Set-Top-Box bereits eine entsprechende Funktion spendiert. Auf-  internetbasierte Angebote wie Video-on-Demand, HbbTV oder Online-Portale à la YouTube wurde wiederum verzichtet. Diese Fähigkeiten bleiben den Top-Modellen der ISIO-Reihe vorbehalten.

Sehr wohl lässt sich der HD S3 aber mittels Web-Interface oder per Smartphone-App steuern. So kann die Aufnahme zum Beispiel komfortabel von unterwegs aus programmiert werden. Zumindest in dieser Disziplin sind das TechniSat- und das Kathrein-Modell also auf Augenhöhe. Die Einbindung ins Netzwerk erfolgt standardmäßig über die LAN-Buchse, doch ist mithilfe des optionalen WLAN-Adapters auch eine drahtlose Integration möglich.

TechniSat DigiCorder HD S3- | Bild- und Tonqualität

Seine eigentliche Aufgabe – den Empfang und die Wiedergabe von TV-Programmen – meistert der HD S3 mit Bravour.-  Die HDTV-Darstellung gelingt perfekt – weder an der Vollbildwandlung noch an der Schärfe gibt es etwas auszusetzen. Damit keine Skalierungsartefakte entstehen, lässt sich die Ausgabeauflösung auf „nativ“ stellen – das funktioniert natürlich auch bei SDTV-Sendern. Diese rechnet der Receiver im Großen und Ganzen präzise hoch, doch entstehen stellenweise leichte Überschärfungen. Ist die Auflösung auf einen bestimmten Wert festgelegt, treten an steilen und kontrastreichen Kanten leichte Skalierungsfehler auf.

Videofrequenzgang des TechniSat DigiCorder HD S3
Linealglatt: Der DigiCorder HD S3 brilliert mit perfekter HDTV-Qualität. Beim Upscaling von SDTV-Sendern treten aber stellenweise leichte Überschärfungen auf.

Auch akustisch überzeugt der DigiCorder HD S3 auf ganzer Linie – unabhängig davon, ob die Audiosignale analog oder digital ausgegenen werden. Die gemessenen Klangverzerrungen sind mit 0,006 Prozent verschwindend gering. Um den Sound in vollen Zügen genießen zu können, empfiehlt sich natürlich ein klangstarker Fernseher oder besser noch ein Boxensystem (zu den Lautsprecher-Tests).

TechniSat DigiCorder HD S3- | Gehäuse und Verarbeitung

Alphanumerisches Display des TechniSat DigiCorder HD S3
Praktisch: Statt der Programmnummer blendet der DigiCorder HD S3 den Sendernamen in seinem alphanumerischen Display ein.

Unterschiedliche Ausstattung, gleiches Design: Optisch unterscheidet sich der DigiCorder HD S3 kaum oder nur minimal von seinen Gewschwistern. Ein schon fast typisches, um nicht zu sagen elementares Designelement ist der runde, silber glänzende Cursor im linken Bereich. Hinter der Klappe auf der rechten Geräteseite sind ein USB-Port, der Smartcard-Slot sowie der CI-Plus-Schacht untergebracht. Das Gehäuse selbst wirkt sehr solide und fällt mit Abmessungen von 31,0 x 5,2 x 20 Zentimetern (B x H x T) deutlich kompakter aus als etwa der Kathrein UFS 923. In der Mitte sitzt ein kleines LCD-Display, das den Sendernamen anzeigt. Die eingebaute Festplatte arbeitet ausgesprochen leise, macht sich aber beim Stromverbrauch bemerkbar. Zieht etwa der TechniStar S1 aus gleichem Hause nur 7,2 Watt aus der Steckdose, benötigt der HD S3 fast doppelt so viel. Relativ gesehen ist der Energiebedarf dennoch gering, auch wenn man einen Netztrennschalter vergeblich sucht.

PLAYER.de-Testurteil: GutPLAYER.de meint:
Wer einen HDTV-Receiver für den hochauflösenden Sat-Empfang und den einfachen Mitschnitt von bis zu zwei Sendungen sucht, ist mit dem TechniSat DigiCorder HD S3 bestens beraten. Die Set-Top-Box zeichnet sich vor allem durch ein perfektes HD-Bild, komfortable Aufnahmemöglichkeiten sowie ein integriertes Videoschnitt-Tool aus. Leider lassen sich HD+-Programme maximal 90 Minuten speichern – einen Trick wie bei Kathrein, um diese Begrenzung zu umgehen, gibt es nicht. Multimedia-Freunde dürften außerdem den Zugriff auf Internetdienste und Webradios vermissen. Ansonsten bietet der DigiCorder HD S3 aber recht umfangreiche Netzwerk-Features, lässt er sich doch als UPnP-Server verwenden – Testurteil: „Gut“.

Weiterführende Links

TechniSat DigiCorder HD S3- Produktseite

TechniSat DigiCorder HD S3- | Testergebnisse

AUSSTATTUNG

Allgemein
Preis (UVP):
449,99 Euro
Abmessungen: 6,9 x 43,5 x 30,3 cm (H x B x T)
Stromverbrauch aus: 0 Watt
Stromverbrauch Standby: 0,4 Watt
Stromverbrauch Betrieb: 21 Watt

Anschlüsse
Digital-Video:
1x HDMI
Analog-Video: 2x Scart, 1x FBAS, 1x YUV
Digital-Audio: 1x HDMI, 1x optisch
Analog-Audio: 1x Cinch (2.0), 2x Scart (2.0)
Sonstige Anschlüsse: LAN, 3x USB

Wiedergabe und Funktionen
Tuner:
2x DVB-S/-S2
CI-Slots / Smartcard-Slots: 2 (nur CI+) / 0
Empfang von Sky / HD+: ja (nur mit CI+-Modul) / ja (nur mit CI+-Modul)
Verschlüsselungssysteme: k/A
Videosignalarten: 576i/p, 720p, 1080i/p
EPG / Videotext / HbbTV: ja / ja / nein
Festplatten-Aufnahme (Kapazität): ja (250 Gigabyte) / + externe Festplatte
Timer / Timeshift (Pufferspeicher): ja / ja (keine Angabe)
Wiedergabe während Aufnahme: ja
Anzahl gleichzeitiger Aufnahmen: 2
Favoritenprogrammlisten: 8x

BEWERTUNG
Sehtest: Sehr gut (HDTV)
Gut (SDTV)
HDMI-Bildauflösung: 100 % (HDTV)
91 % (SDTV hochskaliert)
Bildrauschen: 77,7 dB
BILDQUALITÄT Sehr gut
Hörtest: Sehr gut
Qualität Digitalton (Jitter): 2,8 %
Frequenzgang-Abweichung: 1,0 dB
Rauschabstand (S/N): 92,3 dB
TONQUALITÄT Sehr gut
Ausstattung: Sehr gut bis Gut
Bedienung: Gut
Menü: Sehr gut
Material und Verarbeitung Gut
Betriebsgeräusch: Sehr leise
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Sehr gut