Test: NEC SpectraView 231 – günstiges High-End-Display

NEC SpectraView 231 im Test
Monitor: NEC SpectraView 231 im Test

Knapp 970 Euro für einen Monitor klingen zwar teuer, aber der NEC SpectraView 231 zählt tatsächlich zu den günstigsten Exemplaren seiner Art. Der Farbspezialist unter den 23-Zöllern, wie ihn der Hersteller nennt, soll für farbkritische Anwendungen und die digitale Bildbearbeitung bestens gerüstet sein. PLAYER.de hat den Full-HD-Flachbildschirm getestet.

Als kleinster Vertreter der Farbmanagement-Displays von NEC verfügt der SpectraView 231 zwar über keine Lichtschutzblende, soll in puncto Technik aber dennoch mit den größeren und teureren Modellen mithalten können. Das Herzstück bildet das 23 Zoll (58,4 Zentimeter) große IPS-Panel mit voller HD-Auflösung, Bild-in-Bild-Funktion und 14-Bit-LUT. Dabei garantiert die „Backlight Ageing Correction“-Technologie stabile Leistungswerte während der gesamten Monitor-Lebensdauer. Christopher Parker, Product-Line-Manager bei NEC, ist überzeugt: „Wir bieten professionellen Anwendern hiermit ein High-End-Gerät für farbkritische Anwendungen zu einem konkurrenzlos kleinen Preis.“

Höhenverstellung beim NEC SpectraView 231
Der NEC SpectraView 231 kann um 15 Zentimeter in der Höhe verstellt werden.
 

Vorgestelltes Produkt:
NEC SpectraView Reference 231 58,4 cm (23 Zoll) widescreen TFT Monitor (LCD, DVI, VGA, 8ms Reaktionszeit) schwarz
Aktueller Amazon-Preis:


 

Vorteile des- NEC SpectraView 231 im Überblick:
+ sehr gute Bildqualität ab Werk
+ für Videoschnitt und -wiedergabe geeignet
+ sehr gute Blickwinkelstabilität
+ relativ niedriger Preis

Nachteile des NEC SpectraView 231 im Überblick:
– mäßige Farbraumabdeckung
– Lichtschutzblende und Kolorimeter nicht im Lieferumfang enthalten

NEC SpectraView 231- | Technik

BIld-in-Bild-Funktion des NEC SpectraView 231
Große Flexibilität: Der SpectraView 231 lässt sich vom Hoch- ins Querformat drehen und umgekehrt. Zudem erlaubt das Bild-in-Bild-Feature die simultane Darstellung zweier Signalquellen

Zwischen den modernen, von Klavierlack geprägten Consumer-Displays würde der SpectraView 231 aufgrund seines schlichten, schwarzen Kunststoffgehäuses untergehen.

Technisch sieht die Sache aber schon anders aus. Denn genau hier liegen die Stärken des kalibrierbaren 23-Zoll-Monitors: Er verfügt – ebenso wie die übergeordneten Reference-Modelle 241 und 271 – über eine 14-Bit-LUT (Lookup-Tabelle) zur Farbkontrolle sowie eine 3D-LUT zur präzisen Farbraumnachbildung.

Der Adobe-RGB-Farbraum wird zu 75 Prozent abgedeckt, steht im OSD-Menü aber nicht als Voreinstellung zur Auswahl. Stattdessen hält das Gerät die Presets „REC-Bt709“, „sRGB“, „High Bright“ (hohe Helligkeit) und „Full“ (Vollbild) sowie einen programmierbaren Modus bereit. Als Hintergrundbeleuchtung setzt NEC auf die herkömmliche weiße Kaltkathodenröhre (CCFL) statt auf die LED-Technologie.

Die Bautiefe des Panels fällt mit 7,5 Zentimetern trotzdem ganze zweieinhalb Zentimeter geringer aus als beim LED-beleuchteten 24-Zöller Quato Intelli Proof 240 excellence LED. Zudem ist die angegebene Leuchtstärke von 270 Candela pro Quadratmeter (cd/m-²) etwas höher.

Das Display reagiert in acht Millisekunden und besitzt eine matte Oberfläche. Full-HD-Videos, die beispielsweise mit der DSLR aufgezeichnet wurden, lassen sich dank einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln (16:9-Seitenverhältnis) formatfüllend und ohne schwarze Balken abspielen. Zur direkten Kameraübertragung fehlt jedoch ein HDMI-Anschluss. Daten werden entweder digital über einen DisplayPort und zwei DVI-D-Schnittstellen oder analog via VGA (Mini-D-Sub) zugespielt.

Ein besonderes Highlight ist die Bild-in-Bild-Funktion, mit der das Display zwei Eingangssignale gleichzeitig empfangen kann. Dementsprechend hat der SpectraView 231 auch zwei USB-Eingänge an Bord, die den angeschlossenen Rechnern zugewiesen werden können. Dadurch sind die beiden unterseitigen USB-Ports sowie der -Ausgang auf der rechten Seite als Hub nutzbar.

Zu guter Letzt bietet der Monitor noch eine Gleichspannungsbuchse für NEC-Zusatzprodukte wie die separat erhältliche „MultiSync Soundbar 90“ .

NEC SpectraView 231 | Bedienung

Screenshot aus der mitgelieferten Software "SpectraView Profiler"
Die mitgelieferte Software „SpectraView Profiler“ ist einfach zu bedienen und kommt mit verschiedenen Kolorimetern klar

Nutzer, die oft und vor allem lange am Monitor arbeiten, wissen um die Vorteile einer ergonomischen Bauweise. Aus diesem Grund hat NEC das „Ergo-Design“ entwickelt, das auch im SpectraView 231 zum Einsatz kommt. Konkret handelt es sich hierbei um die Möglichkeiten, das Display zwischen dem Hoch- und Querformat zu drehen, von minus fünf bis plus 30 Grad zu kippen sowie um 15 Zentimeter in der Höhe zu verstellen.

Zusätzlich ist das auf rutschfesten Gummifüßen gelagerte Standbein um je 45 Grad nach links und rechts drehbar. So lässt sich der Monitor jederzeit in die gewünschte Arbeitsposition bringen. Zur Vermeidung von Kabelsalat steht auf der Rückseite eine tunnelförmige Führung bereit, in der alle Strippen schnell und sauber verstaut werden können.

Der Bildschirm erkennt selbstständig die angeschlossene Quelle und wird über sechs Tasten bedient. Die jeweilige Belegung erscheint direkt auf dem Display, so dass die Steuerung und Navigation durch das OSD-Menü selbst in dunklen Räumen kein Problem darstellt.

Eingeblendete Tastenbelegung beim NEC SpectraView 231
Das OSD-Menü des NEC SpectraView 231 blendet die Tastenbelegung direkt im Display ein. Die Anzeige dreht sich beim Wechsel vom Quer- ins Hochformat mit

Besonders praktisch finden wir die vielen Konfigurationsmöglichkeiten, die nicht einmal vor den vordefinierten Farbräumen Halt machen: Die dazugehörigen Einstellungen wie zum Beispiel Helligkeit, Weißpunkt und Gamma können im erweiterten Menü mühelos geändert werden. Schade finden wir nur, dass man auf den Preset „Adobe-RGB“ verzichten muss.

Speziell für die Verwendung des nativen Monitor-Farbraums, der im „Full“-Modus eingestellt ist, befindet sich auf der beigelegten CD ein ICC-Profil. Um die korrekte Farbwiedergabe sicherzustellen, empfehlen wir aber dennoch eine Kalibrierung. Dazu dient das auf einer zweiten CD enthaltene Programm „SpectraView Profiler“. Leider wird kein entsprechendes Farbmessgerät mitgeliefert.

Dafür kommt die Software bislang mit neun verschiedenen Kolorimetern wie zum Beispiel dem Monaco Optix XR, dem Sequel Chroma 4 USB und dem X-Rite DTP-94 sowie der EyeOne-Serie von Gretag Macbeth zurecht. Die Benutzeroberfläche ist zwar schlicht, dafür aber umso übersichtlicher. Wer mit den vorgeschlagenen Farbeinstellungen nicht einverstanden ist, kann diese natürlich beliebig ändern.

Nach der Kalibrierung zeigt das Programm die Soll- und Messwerte tabellarisch an. Bei Bedarf lassen sich die Ergebnisse anhand einer Kalibrierungskurve überprüfen und editieren, wobei dieses Feature vornehmlich auf Profis abzielt.

Voreingestellte Farbräume des NEC SpectraView 231
Die voreingestellten Farbräume und Bildmodi können im erweiterten Menü des SpectraView 231 an persönliche Anforderungen angepasst werden – auch ein frei programmierbarer Modus steht zur Verfügung
Berechneter CO2-Ausstoß des NEC SpectraView 231
Auf Wunsch berechnet der NEC seinen CO2-Ausstoß und Stromverbrauch – die Menge pro Kilowattstunde muss von Hand eingetragen werden
Einstellmenü des NEC SpectraView 231
Die praktische Bild-in-Bild-Funktion des NEC SpectraView 231 lässt sich über das OSD-Menü ein- und ausschalten sowie anderweitig an die persönlichen Anforderungen anpassen – zum Beispiel kann man die Position des Fensters bestimmen

NEC SpectraView 231- | Bildqualität Fotowiedergabe

Werksseitige Farbraumabdeckung des NEC SpectraView 231
Kein Wide-Gamut-Display: Der SpectraView 231 (weißes Dreieck) deckt den Adobe-RGB-Farbraum (schwarzes Dreieck) nur zu 75 Prozent ab

Interessenten des kleinsten SpectraView-Modells fragen sich natürlich, welche Qualitätsunterschiede es innerhalb der Produktserie gibt. Schließlich greift der SpectraView 231 ebenso wie seine großen Brüder auf eine 14-Bit- sowie eine 3D-Lookup-Tabelle zurück. Letztere verspricht eine präzise Farbraumnachbildung.

Doch genau hier weisen die Monitore verschiedene Eigenschaften auf: Während die übergeordneten SpectraView-Monitore mit P-IPS-Panel den Adobe-RGB-Farbraum zu 98 Prozent abdecken, erreicht der 231er „nur“ 75 Prozent. Nach der Kalibrierung schafft das Gerät etwas bessere Grauwerte, verändert am Farbraum aber kaum etwas. Die Farbabweichungen im Werkszustand sind ohnehin sehr gering, so dass man höchstens beim Ein- und Ausschalten des ICC-Profils einen minimalen Gelbstich erkennen kann.

Gamma-Kennlinie des NEC SpectraView 231
Der gemessene Gamma-Wert des NEC SpectraVie 231 weicht nur um 1,67 Prozent vom Soll-Wert von 2,2 ab

Das eingebaute CCFL-Backlight sorgt für eine relativ homogene Ausleuchtung, auch wenn im oberen rechten Bereich bei genauerem Hinsehen leichte Aufhellungen zu erkennen sind. In der Praxis ist dieses Manko aber fast irrelevant, da sich der Bildschirm aufgrund seiner 75-prozentigen Adobe-RGB-Abdeckung nur bedingt für extrem farbgenaue Bildbearbeitungen eignet.

Am hellsten leuchtet der SpectraView 231 im grünen Lichtbereich bei einer Wellenlänge von 544 Nanometern (nm). Der Kontrast und die Blickwinkelabhängigkeit sind sehr gut. So kann der Nutzer auch im Stehen arbeiten oder den Bildschirm seitlich betrachten, ohne Farbverfälschungen fürchten zu müssen. In hellen Umgebungen wäre eine Lichtschutzblende dennoch wünschenswert gewesen.

Spektrale Charakteristik des NEC SpectraView 231
Das CCFL-Backlight des NEC SpectraView 231 leuchtet bei 544 Nanometern
Wellenlänge am intensivsten

NEC SpectraView 231- | Bildqualität Videowiedergabe

Anschlüsse des NEC SpectraView 231
An Videoeingängen hält der SpectraView 231 einmal VGA, zweimal DVI-D und einen DisplayPort bereit – ebenfalls an Bord sind ein USB-Hub und eine Gleichspannungsbuchse für Zusatzprodukte

Da sich mit dem SpectraView 231 keine erweiterten Farbräume abbilden lassen, scheint das Display geradezu prädestiniert für die Videobearbeitung und -wiedergabe.

Wohl nicht zuletzt deswegen steht ergänzend zum klassischen sRGB-Farbraum auch der im TV- und Heimkino-Bereich weit verbreitete BT.709-Standard als Preset zur Auswahl.

Dieser Modus verkleinert das Farbdreieck, da die Farbtöne andernfalls übersättigt und verfälscht wären. Die Testaufnahmen wirken auf dem Display sehr natürlich, so dass sich der Monitor durchaus für gelegentliche Filmabende oder umfangreiche Videoschnittarbeiten eignet.

Selbst actionreiche Szenen sind dank der durchschnittlichen Reaktionszeit von 14 Millisekunden kein Problem, auch wenn einige Modelle schneller schalten.
 
 
 
 
 
 
 

PLAYER.de-Testurteil: GutPLAYER.de meint:
Angesichts des Aufpreises von mehr als 800 Euro für das nächstgrößere Modell (SpectraView Reference 241) spricht NEC mit dem SpectraView 231 vor allem preisbewusste Nutzer an. Zwar muss man immer noch stolze 973 Euro hinblättern, bekommt dafür aber quasi einen Garanten für realitätsnahe Farben. Farbkritische Anwendungen bringen den Monitor früher oder später trotzdem an seine Grenzen, da er nicht einmal den sRGB-Farbraum abdeckt. Hinzu kommt eine leichte Aufhellung in der rechten oberen Ecke, die aber nur bei komplett schwarzem Inhalt auffällt. Ungeachtet dessen punktet das Display mit einer hohen Blickwinkelstabilität. In Sachen Videoqualität sind ebenfalls keine wirklichen Einschränkungen bemerkbar. Wer also hauptsächlich Fotos für das Familienalbum und das Internet aufbereiten oder Clips zusammenschneiden möchte, ist mit dem SpectraView 231 bestens bedient. Die einwandfreie Bedienung und Ergonomie sowie die beigelegte Kalibrierungssoftware verhelfen dem Display zum PLAYER.de-Qualitätssiegel „Gut“.

NEC SpectraView 231

Preis lt. Hersteller: 973,- Euro
AUSSTATTUNG
Sichtbare Diagonale:
23 Zoll (58,4 cm)
Blickwinkel: 178-° (horizontal & vertikal)
Maximale Auflösung: 1.920 x 1.080 Pixel bei 60 Hz
Helligkeit
(Angabe/Messung):
270 cd/m-² / 126 cd/m-²
Kontrastverhältnis
(Angabe/Messung):
1.000:1 / 487:1
Reaktionszeit:
14 ms / 8 ms (G-G)
Besonderheiten: Bild-in-Bild-Funktion, IPS-Panel, Video-Farbraum
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Gut