Ratgeber: 4k-fähige Blu-ray Player – wie gut sind sie wirklich?

4k-fähige Blu-ray Player - wie gut sind sie wirklich?
Ratgeber: 4k-fähige Blu-ray Player - wie gut sind sie wirklich?

Waren Blu-ray Player bislang eher eine Spielwiese für Heimkino-Fans, entwickeln sich die 4k-fähigen Modelle auch für Fotografen und Videofilmer zu einem praktischen Werkzeug. Nicht zuletzt, weil Aufnahmen in vierfacher Full-HD-Qualität ausgegeben werden können, ohne dass gleich ein riesiger PC durch die Gegend gekarrt werden muss. PLAYER.de zeigt, wie weit die Technik ist.

VGA, NTSC, PAL, XGA, Full HD und jetzt 4k – schätzte man sich zu Beginn des digitalen Videozeitalters mit einer Auflösung von 720 x 480 Pixeln (0,34 Megapixel) glücklich, werden allmählich 3.840 x 2.160 Bildpunkte (über acht Megapixel) zum Standard. Entsprechende Filme sind zwar noch rar, doch wurden bereits Digitalkameras sowie Camcorder für den Privatgebrauch angekündigt, die 4k-Videos aufzeichnen können. Selbstverständlich benötigt man aber auch zum Abspielen der Inhalte spezielle Geräte. Hier schlägt die Stunde für die neue Generation von Blu-ray Playern, mit denen Heimkino-Freunde, Filmer und Fotografen gleichermaßen auf ihre Kosten kommen dürften.

4k mit Einschränkungen

Auch wenn – oder besser gesagt: gerade weil – viele Hersteller die 4k-Technologie als großes Highlight bewerben, sollte man einen kritischen Blick in die technischen Daten und die Sternchentexte werfen. Das gilt besonders bei Blu-ray Playern, beherrscht doch momentan keines der verfügbaren Modelle (Sony BDP-S790 und Philips BDP7700) die Wiedergabe nativer 4k-Videos. Vielmehr können sie das Filmmaterial auf 3.840 x 2.160 Pixel hochskalieren. Der im Kino verwendete 4k-Standard bietet 256 Spalten mehr, also 4.096 horizontale Bildpunkte.

Vom Sony BDP-S790 konnte sich die Redaktion übrigens persönlich im Testlabor der AV T.O.P. Messtechnik GmbH überzeugen: Der Blu-ray Player besticht durch eine sehr feine Videoskalierung, wenn auch die Ergebnisse natürlich nicht an die Qualität der nativen 4k-Inhalte herankommen. Weitere Einzelheiten zu den Testsequenzen und -bildern findest Du hier. Das Konkurrenzmodell aus dem Hause Philips war zum Testzeitpunkt leider noch nicht erhältlich, soll laut Hersteller aber ebenfalls über eine Technologie verfügen, „die Full-HD-Bildmaterial auf 3.840 x 2.160 Pixel hochrechnet.“ Darüber hinaus sind beide Geräte 3D-fähig.

4k Blu-ray Player von Philips und Sony
Philips und Sony gehören zu den Pionieren, was QFHD- beziehungsweise 4k-kompatible Blu-ray Player anbelangt

Neuer Heimkino-Standard

3D-Wiedergabe mit dem Philips BDP7700
Die 3D-Wiedergabe ist für die meisten aktuellen Blu-ray Player ein leichtes Spiel - 4k hegt deutlich höhere Ansprüche an die Technik.

Mittlerweile gilt es als sicher, dass die 4k-Auflösung das Full-HD- beziehungsweise 1080p-Format ziemlich zeitnah ablösen wird. Sie befindet sich sogar schon in der Standardisierungsphase, wobei Sony die Entwicklung entscheidend vorantreibt. Schließlich bietet der japanische Hersteller als momentan einziger sowohl einen entsprechenden Zuspieler (BDP-S790) als auch ein Wiedergabegerät (4k-Projektor VPL-VW1000ES) an.

Der eigentliche Initiator ist allerdings die von führenden Hollywood-Studios gegründete „Digital Cinema Initiative, LLC“ (kurz: DCI). Mit seinen über 8 Millionen Bildpunkten ermöglicht der 4k-Standard eine exzellente Detailschärfe, von der anspruchsvolle Cineasten und Fotografen bislang nur träumen konnten – anders ausgedrückt: selbst aus einer geringen Betrachtungsdistanz sind keinerlei Pixelstrukturen zu erkennen.

Gestochen scharfe Fotos

Die Fotowiedergabe ist die große Stärke der 4k-Blu-ray Player. Die Bilder werden dabei punktgenau mit 3.840 x 2.160 Pixeln ausgegeben, was vor allem detailreichen Motiven zugutekommt. So beeindrucken die Häuserschluchten in der Luftaufnahme von San Francisco, die wir mit der Mittelformat-DSLR Hasselblad H4D-31 geknipst haben (zum Test), immer wieder aufs Neue.

Luftaufnahme von San Francisco - geschossen mit der Hasselblad H4D-31
Immer wieder neues entdecken: Diese detailreiche Luftaufnahme von San Francisco kommt in 4k-Auflösung perfekt zur Geltung. Sie wurde übrigens mit der Mittelformat-DSLR Hasselblad H4D-31 gemacht.

Die Fotoqualität ist in jedem Fall atemberaubend. Jedoch verlangt der 4k-Standard den Zuspielern leistungstechnisch einiges ab, was man am vergleichsweise trägen Bildaufbau bemerkt. Eine Diashow mit schnellen Wechseln ist also nicht möglich.

Wer eine PS3 sein Eigen nennt, kann sich die Anschaffung eines 4k-fähigen Blu-ray Players übrigens sparen – zumindest, wenn man Sonys 4k-Projektor kauft. Laut Hersteller werden demnächst nämlich alle Käufer des VPL-VW1000ES einen Code bekommen, mit dem im PlayStation-Store eine spezielle Applikation heruntergeladen werden kann.

Diese soll die Wiedergabe von 4k-Fotos direkt über die Spielkonsole ermöglichen, überträgt aber in einem Standard, der zu anderen 4k-Displays inkompatibel ist. Einen konkreten Termin für die App konnte Sony noch nicht nennen.

Vergleich zwischen der Full-HD-Format und dem 4k-Standard
8,85 Megapixel: Der 4k-Standard beherbergt mehr als viermal so viele Bildpunkte wie das Full-HD-Format

PLAYER.de meint:
Fotografen, die ihre Bilder ausschließlich im JPEG-Format betrachten, sind mit einem 4k-fähigen Blu-ray Player bestens bedient. Ohnehin handelt es sich bei den derzeit verfügbaren Modellen um die günstigste Zuspielmöglichkeit für 4k-Inhalte – der Sony BDP-S790 kostet 250 Euro, der Philips BDP7700 sogar nur 200 Euro. Ferner kann man sie zur unkomplizierten, hochauflösenden Bildkontrolle im Fotostudio einsetzen. Videofreunde sollten dagegen auf „echte“ 4k-Spieler warten, die natives Material wiedergeben statt es nur hochzurechnen.