Ratgeber: Der PC als Quelle für 4k-Signale

Ratgeber: 4k per PC
Der PC als Quelle für 4k-Signale

Hat der Pixelwahn bei Digitalkameras zwischenzeitlich nachgelassen, fängt er bei Displays und Beamern gerade erst an. Hier heißt es aber wirklich: Mehr ist besser, schließlich bieten digitale Fotoapparate mit zwanzig Megapixeln und mehr die zehnfache der Pixelzahl aktueller Full-HD-Monitore (zwei Megapixel) an. Nennt man eines der wenigen 4k-Displays mit 8 Megapixeln sein Eigen, benötigt man aber auch einen passenden Zuspieler, um den Auflösungsvorteil nutzen zu können. Wir haben eine Grafikkarte ausprobiert, welche die 4k-Zuspielung beherrscht.

Klar, Fotos und Videos lassen sich unabhängig von der Auflösung auf dem Rechner verarbeiten. Das eigentliche Problem liegt – wie erwähnt – in der Ausgabe: Die meisten aktuellen PC-Konfigurationen begnügen sich mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten (Full HD). Möchte man seine eigenen Aufnahmen in höchstmöglicher Auflösung wiedergeben, ist momentan der 4k-Standard mit 3.840 x 2.160 Bildpunkten das Maß aller Dinge. Kompatible Grafikkarten wie die in unserem Test-PC eingebaute AMD Radeon HD 7970 mit drei Gigabyte Arbeitsspeicher gibt es mittlerweile ab etwa 400 Euro. Im Vergleich zu 4k-fähigen Displays ist das sehr günstig. Der DuraVision FDH3601 aus dem Hause EIZO beispielsweise kommt mit 20.000 Euro gut das Fünfzigfache. Er misst 36,4 Zoll in der Diagonale und löst 4.096 x 2.160 Pixel auf (ebenfalls 4k-Standard), wobei das Bild aus zwei Hälften zusammengesetzt wird. Die Einspeisung der Signale erfolgt parallel über zwei DisplayPort- oder zwei DVI-D-Kabel.

EIZO DuraVision FDH3601
Zwei in einem: Der EIZO DuraVision FDH3601 vereint auf seiner 36,4-Zoll-Diagonale zwei Bildhälften mit je 2.048 x 2.160 Pixeln zu einem riesigen 4k-Bild.

PC am Sony VPL-VW1000ES

Vorab: Wer seine Fotos und Videos in 4k-Qualität genießen möchte, kommt um eine fünfstellige Summe so oder so nicht herum. Die cleverste und gleichzeitig günstigste Lösung wäre – kein Scherz! – ein Projektor. Nämlich der bereits von PLAYER.de getestete Sony VPL-VW1000ES. Er besticht insbesondere durch seine überragende Bildqualität mit 4.096 x 2.160 Pixeln, die enorme Helligkeit und vorbildliche Farben (inklusive Adobe-RGB-Abdeckung).

4k-fähiger Test-PC von PLAYER.de
Der Test-PC von PLAYER.de verfügt nicht nur über einen Vierkernprozessor und 16 Gigabyte Arbeitsspeicher, sondern auch über eine 4k-kompatible Grafikkarte aus dem Hause AMD

Signale mit 3.840 x 2.160 Bildpunkten stellt der Projektor mit Blanking dar, es bleibt also links und rechts ein kleiner Teil des Bildes ungenutzt, sofern man es nicht mittels Bildformattaste aufzoomt. Das 4k-Upscaling von Full-HD-Videos stellt für ihn ebenfalls kein Problem dar. Der Beamer wird im Gegensatz zu den Monitoren nur über ein einziges HDMI-1.4a-Kabel mit Signalen versorgt und ist für 18.800 Euro zu haben.

Von unserem Test-PC aus gelangten die HDMI-Signale mit 4k-Auflösung über nur ein Kabel problemlos in den Sony-Projektor, mit dem wir die Qualität der Wiedergabe beurteilen konnten. Die Abbildung gelang auf Anhieb nativ – jeder Bildpunkt der Quelle entsprach einem Bildpunkt des Projektors, wodurch wir eine perfekt aufgelöste Bildwiedergabe erreichen konnten, die im stockfinsteren Testraum in jeder Hinsicht überzeugte: Starker Kontrast, reine Farben, hohe Helligkeit auf etwa 2,5 Metern Bildbreite und ein faszinierend detailreiches Bild. Auch die zugespielten 4k-Videos liefen mit unserem Test-PC mit Intel Core i7-2600k (4x 3,4 GHz), 16 Gigabyte RAM und Windows-7-Betriebssystem ruckelfrei.

Noch weniger kostet Toshibas QFHD-Fernseher CEVO 55ZL2G (zum Testbericht), der das hochaufgelöste Material aber nur per USB und eingebautem Foto-Viewer akzeptiert – ein aus unserer Sicht fast unverzeihlicher Fauxpas.

4k-Projektor von Sony: Der VPL-VW1000ES
Lichtblick: Sonys 4k-Projektor VPL-VW1000ES ist ein echtes Highlight und bringt sowohl die Augen von Fotografen als auch von Filmern wortwörtlich zum Leuchten.

Der Computer-Vorteil

Statt eines PCs oder Notebooks können natürlich auch moderne Blu-ray Player als 4k-Zuspieler dienen. Sie sind günstiger als eine entsprechende Grafikkarte, doch haben sie leider einige Schwächen, die wir hier erläutern. Ohnehin sollten anspruchsvolle Fotografen und Videofilmer auf einen Computer zurückgreifen, bietet er unter Zuhilfenahme diverser Software beziehungsweise Plug-ins doch eine schier unendliche Dateiformatunterstützung, umfassende Bearbeitungsmöglichkeiten mit präziser Mausführung sowie eine uneingeschränkte Konnektivität (Zugriff auf Netzwerke und Internetangebote).

Quellmaterial

Derzeit profitieren vor allem Fotografen von der 4k-Auflösung, da diese eine deutlich präzisere Bildbearbeitung erlaubt und endlich genügend Bilddetails zur Beurteilung der Aufnahmequalität bietet. Dank des wachsenden Angebots an 4k-Material haben aber auch Filmer die Möglichkeit, in den Genuss der 4.096 x 2.160 Pixel zu kommen.

PLAYER.de zum Beispiel verwendet für den Test kompatibler Geräte einen Ausschnitt aus einem Foto der Hasselblad H4D-31, selbst erstellte Zeitrafferaufnahmen im QFHD-Format (3.840 x 2.160 Pixel) sowie diverse Filmsequenzen, die auf YouTube und anderen Videoportalen bereitstehen. Da das 4k-Streaming riesige Bandbreiten erfordert, empfiehlt sich die lokale Speicherung der Inhalte. Nützliche Download-Programme gibt es etwa unter www.4kdownload.com.

Screenshot von www.4kdownload.com
Auf www.4kdownload.com wird schrittweise erklärt, wie sich mit dem dort angebotenen Programm 4k-Videos von YouTube, Dailymotion und Co. herunterladen lassen.

PLAYER.de meint:
Ohne Frage ist die 4k-Technik noch eine exorbitant teure Leidenschaft. Dabei sind nicht etwa die Zuspieler das Problem, sondern die Wiedergabegeräte, für welche die Hersteller ein regelrechtes Vermögen verlangen – wer hätte gedacht, dass eine knapp viermal höherer Auflösung mehr als das zehnfache kostet? Wie gewohnt, dürften die Preise aber schon ziemlich bald purzeln. Ohnehin lohnt es sich zu warten, zumal die derzeitige Auswahl an 4k-fähigen Monitoren und Projektoren sehr klein ist.