Test: Toshiba CEVO 55ZL2G – brillenloser 3D-Genuss und vierfache Full-HD-Auflösung

Toshiba CEVO 55ZL2G im Test
3D-LCD-TV: Toshiba CEVO 55ZL2G im Test

Wer Full-HD-Videos als das Höchste der Gefühle empfindet, dürfte mit Toshibas 55ZL2G einen regelrechten Höhenflug erleben. Er ist nämlich der erste Fernseher mit Quad-Full-HD-Auflösung (QFHD), die nicht nur die Sinne von Heimkino-Fans, sondern auch die der Filmer und Fotografen beflügelt. PLAYER.de hat den 55-Zöller unter die Lupe genommen.

Während die Auflösung von Digitalkameras in den vergangenen Jahren kontinuierlich stieg, verharrte sie bei den Wiedergabegeräten wie Projektoren und Fernsehern lange Zeit auf dem Full-HD-Niveau. Nachdem Sonys 4k-Beamer mit seinen 4.096 x 2.160 Pixeln einen bahnbrechenden Rekord aufgestellt hat, läutet jetzt der 55ZL2G von Toshiba eine neue TV-Ära ein (PLAYER.de berichtete). Er schafft es horizontal zwar „nur“ auf 3.840 Bildpunkte, verspricht aber dennoch Videogenuss auf höchstem Niveau. Gleiches gilt natürlich für Fotos, die – so viel sei vorab gesagt – in einer nie gesehenen Detailschärfe dargestellt werden. Weiteres Highlight: 3D ohne Brille. Dafür schlägt das Gesamtpaket auch mit rund 8.000 Euro zu Buche.

Toshiba CEVO 55ZL2G mit brillenlosem 3D
Der 55ZL2G von Toshiba löst nicht nur viermal so viele Pixel wie ein Full-HD-Fernseher auf, sondern ernmöglicht auch den 3D-Genuss ohne Brille
 

Vorgestelltes Produkt:
Toshiba Cevo 55ZL2G 140 cm (55 Zoll) 3D LED-Backlight-Fernseher (4K Full-HD, 3D ohne Brille, 800Hz AMR, DVB-T/-C/-S, CI+) schwarz
Aktueller Amazon-Preis:


 

Vorteile des- Toshiba CEVO 55ZL2G im Überblick:
+ sehr gute Fotowiedergabe in QFHD-Auflösung
+ Edge-LEDs mit hoher Helligkeit
+ viele Einstelloptionen
+ integriertes WLAN

Nachteile des Toshiba CEVO 55ZL2G im Überblick:
– keine QFHD-Zuspielung via HDMI
– mäßige 3D-Bildqualität
– hoher Preis

Toshiba CEVO 55ZL2G | Ausstattung

Fernbedienung des Toshiba 55ZL2G
Die Fernbedienung des Toshiba-TVs verfügt über einen Alu-Schlitten, der nicht unbedingt jedermanns Geschmack trifft. An der Steuerung selbst gibt es aber kaum etwas auszusetzen.

Erstmals 2011 auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin vorgestellt, hat der 55ZL2G die Messebesucher sofort in seinen Bann gezogen. Das verwundert kaum, konnte doch bislang kein (marktreifer) Fernseher 3.840 x 2.160 Pixel auflösen und mit brillenloser 3D-Technik aufwarten. Letztere wird in diesem Test übrigens nur am Rande behandelt. Ebenfalls erwähnenswert ist die große Bilddiagonale von 55 Zoll beziehungsweise 139 Zentimetern.

Toshiba verspricht eine Helligkeit von bis zu 450 Candela pro Quadratmeter (cd/m-²), wobei wir im Testlabor der AV T.O.P. Messtechnik GmbH maximal 355 Candela messen konnten. Auch das ist ein respektabler Wert, zumal das Modell mit der stromsparenden Edge-LED-Hintergrundbeleuchtung arbeitet. Für die Tonwiedergabe sorgen zwei eingebaute Zehn-Watt-Lautsprecher.

Eine konstant hohe Leistung garantiert die aus mehreren Rechenkernen bestehende „CEVO Engine“, die unter anderem in der Lage ist, herkömmliches 2D-Material in die dritte Dimension zu befördern.

Der 55ZL2G verfügt über alle wichtigen Schnittstellen, doch offenbart sich hier auch eine seiner größten Schwächen: Die HDMI-Eingänge akzeptieren nur Signale mit maximal 1.920 x 1.080 Pixeln.

Höher aufgelöste Videos und Fotos werden nur in bester QFHD-Qualität ausgegeben, wenn man sie via USB zuspielt. Auch das Streamen entsprechender Inhalte über das Netzwerk (integriertes WLAN-Modul) ist leider nicht möglich. Ohnehin unterstützt der Media-Player auf diesem Weg relativ wenige Dateiformate. Multimedia-Angebote à la Maxdome und YouTube sowie ein Universaltuner mit USB-Recording komplettieren die Ausstattung.

Anschlüsse des Toshiba CEVO 55ZL2G
Toshiba hat den CEVO 55ZL mit allen wichtigen Anschlüssen bestückt, doch akzeptiert das Gerät per HDMI leider keine QFHD-Signale.

Toshiba CEVO 55ZL2G | Bedienung

4k-Zuspieladapter für den Toshiba CEVO 55ZL2G
QFHD-Videos lassen sich nur über einen speziellen Adapter abspielen, der an die Service-Schnittstelle angeschlossen wird. In Deutschland wird ihn Toshiba aber leider nicht anbieten.

Die umfangreiche Ausstattung des 55ZL2G hat nicht nur ihren Preis, sondern auch ihr Gewicht: Knapp 28 Kilogramm bringt er auf die Waage – mit Standfuß kommen noch einmal gute zweieinhalb Kilogramm dazu. Angesichts des filigranen Designs mit schlankem Rahmen und der recht üppigen Abmessungen von 125,3 x 75,5 x 5,8 Zentimetern (B x H x T) sieht man dem 55-Zöller seine Masse kaum an.

Die Bedienung hingegen fällt ausgesprochen leicht. Toshiba legt nämlich großen Wert auf ein übersichtliches Menü, das zudem mit einer flotten Navigation glänzt. Lediglich die 3D-Einstellungen verstecken sich in diversen Untermenüs. Der Senderwechsel geht relativ träge vonstatten – drei Sekunden müssen sich Zapper bis zum nächsten Programm gedulden. Dafür klappen das zeitversetzte Fernsehen (Time-Shift) und die TV-Aufnahme via USB problemlos.

Um das Bild und insbesondere die Farben an die persönlichen Anforderungen anzupassen, hält der 55ZL2G zahlreiche Bildregler, Farbfilter sowie Testbilder bereit. Im Bildmenü stehen unter anderem zehn vordefinierte Farbtemperaturen und Gamma-Kennlinien zur Verfügung. Zudem ist ein umfangreiches Farbmanagement an Bord, über das man Farbton, Sättigung und Helligkeit von sechs Farben getrennt optimieren kann.

Wer sich nicht selbst um die Konfigurationen kümmern möchte, sollte einen Blick auf den für 200 Euro erhältlichen Sensor TPA-1 werfen, der die Farbkalibrierung automatisch und ohne PC erledigt. Ungeachtet der Einstellungen, lässt die brillenlose 3D-Wiedergabe jedoch zu wünschen übrig (siehe Punkt „3D ohne Brille“).

Optimale Bildeinstellungen für den Toshiba CEVO 55ZL2G
Mit diesen Einstellungen lassen sich die Durchzeichnung und der Kontrast des Toshiba CEVO 55ZL2G verbessern.

Toshiba CEVO 55ZL2G | Bildqualität

Nach der herben Enttäuschung, dass der 55ZL2G keine 4k-Zuspielung via HDMI unterstützt, entschädigt er mit einer erstklassigen Bildqualität. Vor allem Fotografen dürften große Freude am 55-Zöller haben: Über einen USB-Stick wiedergegebene JPEG-Fotos erscheinen ausgesprochen hell und hervorragend skaliert, ohne dass das sie weichgezeichnet wirken oder zu Überschärfungssäumen neigen. Als Testbild diente die mit der Hasselblad H4D-31 geschossene Luftaufnahme von San Francisco (siehe Testbericht), wobei man trotz 139 Zentimetern Bilddiagonale auf weniger als einen Meter an das Display heranrücken muss, um alle Einzelheiten zu überblicken.

CIE-Chart des Toshiba CEVO 55ZL2G
Im Werkszustand bietet Toshibas 55ZL2G eine ausgewogene Farbtemperatur, doch könnte er die Grundfarben einen Tick besser darstellen. Der erweiterte Adobe-RGB-Farbraum wird leider nicht unterstützt.

Die 3.840 x 2.160 Pixel (das Foto selbst hat eine Auflösung von 6.496 x 4.872 Bildpunkten) schließen sich zu einem brillanten Gesamtwerk zusammen. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch ein leichtes diagonales Linienmuster auf. Trotzdem ist das Auflösungsplus gegenüber herkömmlichen Full-HD-Fernsehern respektive -Monitoren auf Anhieb zu sehen. Schade, dass das Gerät weder Rohdaten (RAWs) noch TIFF-Dateien akzeptiert. Außerdem lässt es erweiterte Farbräume wie zum Beispiel Adobe RGB vermissen, was der originalgetreuen und satten Farbdarstellung aber keinen Abbruch tut.

Der Versuch, den Fernseher mit Videos in Quad-Full-HD-Auflösung via USB zu versorgen, scheiterte bedauerlicherweise: Entsprechende Testsequenzen (MP4- und MOV-Dateien) sowie eine auf das QFHD-Format skalierte Zeitrafferaufnahme wurden gar nicht erst erkannt. Ebenso fremd ist dem 55ZL2G der 4k-fähige Blu-ray Player BDP-S790 von Sony – zumindest, wenn es darum geht, adäquate Inhalte per HDMI zuzuspielen. Full-HD-Videos lassen sich nämlich problemlos wiedergeben und bestechen durch höchstmögliche Schärfe sowie starke Kontraste. Letztere sind vor allem der dynamischen Hintergrundbeleuchtung zu verdanken, die zudem für eine helle Darstellung sorgt.

3D ohne Brille

3D-Technik ohne 3D-Brille
Winzige Mikrolinsen im Panel sollen bei Toshibas brillenlosem 3D-Fernseher das Bild zum jeweils richtigen Auge leiten.

Wie alle 3D-fähigen Wiedergabegeräte, basiert auch der Toshiba CEVO 55ZL2G auf der stereoskopischen Reproduktionstechnik, die das linke und rechte Auge mit perspektivisch versetzten Bildern versorgt. Während bei herkömmlichen TV-Modellen eine Shutter- oder Polarisationsbrille die Separierung übernimmt, besitzt der Toshiba ein System aus Mikrolinsen sowie schaltbaren Sperrgittern (Active Switches), das die Lichtstrahlen der Pixel so ablenkt, dass jedes Auge ein unterschiedliches Bild zu sehen bekommt – eine Brille wird nicht benötigt. Eine eingebaute Kamera ermittelt zudem die Position des Zuschauers und passt das Bild dementsprechend an. Das Verfahren ist allerdings (noch) extrem blickwinkelabhängig, weshalb besonders vor hellen Hintergründen oftmals Doppelkonturen entstehen. Außerdem fällt der dreidimensionale Effekt zusammen, sobald man den Kopf minimal nach links oder rechts bewegt. Die 3D-typischen Auflösungsverluste stellen ebenso ein Problem dar. Wie diese zustande kommen, erfährst Du hier.

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gutPLAYER.de meint:
Toshiba übernimmt mit dem CEVO 55ZL2G eine Vorreiterrolle auf dem TV-Markt der nächsten Generation, sollte die Zügel aber unbedingt noch fester in die Hand nehmen. Die Bildqualität liegt zwar auf hohem Niveau, doch ist es extrem ärgerlich, dass die vierfache Full-HD-Auflösung Videofreunden verwehrt bleibt. Lediglich Fotografen profitieren von den 3.840 x 2.160 Pixeln, da sie dem Bild eine tolle Detailtreue ohne Skalierungsartefakte verleihen. Auf einen Adobe-RGB-Farbmodus oder RAW-Unterstützung muss man leider verzichten. Nichtsdestotrotz verdient sich der Toshiba CEVO 55ZL2G als QFHD-Pionier das PLAYER.de-Qualitätssiegel „Sehr gut“. Der Preis von 8.000 Euro ist natürlich weniger attraktiv.