Test: Sony VPL-VW1000ES – Projektor mit Pixelrekord

Sony VPL-VW1000ES im Test
4k-Projektor: Sony VPL-VW1000ES im Test

Schier grenzenlos detailreiche Fotos und Videos stellt der brandneue 4k-Projektor Sony VPL-VW1000ES auf der Leinwand dar. Mit Adobe RGB-Farbraum und mehr als 8,8 Megapixeln befördert er den Full-HD-Standard ins Jenseits und bringt besonderen Mehrwert für Fotografen. PLAYER.de hat ihn ausführlich getestet.

Für die Darstellung von Digitalfotos sind moderne Computerbildschirme mit zwei Megapixeln (1.920 x 1.080 Bildpunkte) genau genommen stark unterbemittelt. Bei Skalierung eines Fotos auf die Bildschirmgröße gehen schon mal 90 Prozent der Bilddetails verloren, denn moderne Digitalkameras haben nicht selten mehr als 20 Megapixel. Selbst das neue Apple iPad mit 2.048 x 1.546 Bildpunkten (PLAYER.de berichtete) ändert daran nicht viel.

Abhilfe verspricht Sonys neuer Projektor VPL-VW1000ES. Der Clou: Er bietet mit nativen 4.096 x 2.160 Bildpunkten (4k steht für etwa 4.000 hotizontale Bildpunkte) mehr als die vierfache Full-HD-Auflösung und beherrscht sogar 3D. So kommen selbst stereoskopische Aufnahmen perfekt zur Geltung. Zwei 3D-Brillen liegen dem Beamer bereits bei. Wer sich ihn zulegen möchte, muss aber fast 19.000 Euro auf der hohen Kante haben – autsch!

Sony VPL-VW1000ES
Ganz großes Kino: Sony zeigt seinen ersten Beamer mit vierfacher Full-HD-Auflösung
 

Vorgestelltes Produkt:
Sony VPL-VW1000ES
Aktueller Amazon-Preis:


 

Vorteile des Sony VPL-VW1000ES im Überblick:
+ überragende Bildqualität mit echter 4k-Auflösung
+ Objektiv mit motorgetriebenem Zoom und Fokus
+ Unterstützung des Adobe-RGB-Farbraums
+ hohe Helligkeit

Nachteile des Sony VPL-VW1000ES im Überblick:
– reduzierte Helligkeit bei 3D-Bildern und Adobe RGB
– kein manuelles Farbmanagement
– hoher Preis

Sony VPL-VW1000ES | Technik

3D-Shutterbrille für den Sony VPL-VW1000ES
Sony legt dem 4k-Beamer zwei aufladbare 3D-Brillen des Typs TDG-PJ1 bei

Sony setzt für die 4k-Projektion auf sogenannte SXRD-Panels (Silicon X-tal Reflective Display; Deutsch: reflektierende Silikonkristall-Anzeige), welche tatsächlich 8,8 Megapixel beherbergen. Dazu wurde jeder Bildpunkt auf vier Mikrometer verkleinert. Dies hat außerdem eine ebene Oberfläche zur Folge, was laut Hersteller die Darstellung tieferer Schwarztöne und somit den Kontrast verbessert.

Die 4k-Signale werden mit 24, 25 oder 30 Hertz über ein HDMI-Kabel übertragen. Ein echtes Highlight: Der Beamer unterstützt den Adobe-RGB-Farbraum. Für Projektoren aus dem Heimkinobereich ist das bislang völlig unüblich und eröffnet zum Beispiel Fotoprofis eine völlig neue Präzision bei der Beurteilung der Farben.

Die eingebaute 330-Watt-UHP-Lampe garantiert eine Helligkeit von 2.000 Lumen, die im Labor auch annähernd erreicht werden. Im Zusammenspiel mit dem riesigen Objektiv lassen sich so 60 bis 300 Zoll (152 bis 762 Zentimeter) große Leinwände ausleuchten. Darüber hinaus bietet die Optik einen 2,1-fachen motorgetriebenen Zoom und kann das Bild dank der Lens-Shift-Funktion vertikal um plus/minus 80 Prozent und horizontal um plus/minus 31 Prozent verschieben.

Auf dem internen Speicher „Picture Position Memory“ lassen sich fünf exakte Bildpositionen ablegen. Ebenfalls an Bord ist der Sender zur Synchronisation der 3D-Brille mit dem Projektor. Ein 4k-Upscaler für 1080p-Inhalte komplettiert die Ausstattung.

Anschlüsse des Sony VPL-VW1000ES
Der VPL-VW1000ES verfügt über zwei 4k-kompatible HDMI-Eingänge. Allerdings kann derzeit kaum eine Digitalkamera 4k-Signale direkt ausgeben

Sony VPL-VW1000ES | Bedienung

Fernbedienung des Sony VPL-VW1000ES
Die Fernbedienung des 4k-Projektors ist übersichtlich und bietet viele Direkttasten. Das gesamte Tastenfeld ist beleuchtet

Wer bereits Probleme hat, eine volle Getränkekiste ins Haus zu tragen, dürfte beim Aufstellen des VPL-VW1000ES auf Hilfe angewiesen sein: Der Projektor bringt rund 20 Kilogramm auf die Waage und ist mit seinen Abmessungen von 52 x 20 x 64 Zentimetern (B x H x T) alles andere als kompakt. Ohnehin sollte der Raum ob der großen Projektionsfläche etwas mehr Platz bieten.

Die Steuerung selbst geht dank der übersichtlichen Fernbedienung mit vielen praktischen Direkttasten kinderleicht von der Hand – zumindest, wenn man nicht gerade tiefgründe Anpassungen am Bild vornimmt. Angefangen bei einfachen Reglern für Helligkeit, Kontrast und Schärfe sowie vordefinierten Farbmodi bis hin zu einem Expertenmenü und der Möglichkeit, die Gamma-Kurve mittels beiliegender Software am Computer zu justieren, stehen dem Nutzer nämlich umfassende Einstelloptionen zur Verfügung. Auf ein manuelles Farbmanagement wurde hingegen verzichtet.

Die Wiedergabe von Aufnahmen in 4k-Auflösung ist übrigens nur mit kompatiblen Abspielgeräten möglich. Dazu gehören beispielsweise der für den Test verwendete Blu-ray Player Sony BDP-S790 (er gibt Digitalfotos grundsätzlich mit einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten an den Projektor weiter) oder ein mit der 4k-fähigen Grafikkarte AMD Radeon HD 7970 ausgestatteter PC.

Mithilfe eines speziellen Programms, das die Besitzer des VPL-VW1000ES demnächst kostenlos herunterladen können, wird selbst die PlayStation 3 in der Lage sein, 4k-Fotos auszugeben. Eine entsprechende Firmware wurde bereits im Oktober letzten Jahres angekündigt (PLAYER.de berichtete).

Sony VPL-VW1000ES | Bildqualität

Welche Vorteile Sonys 4k-Projektor allein dem Fotografen bietet, macht sich schon beim ersten Foto bemerkbar: überragende Schärfe, perfekte Detailtreue, starke Kontraste und hohe Helligkeit. Die 8,8 Millionen Bildpunkte verschmelzen auf der Leinwand zu einem brillanten Gesamtwerk. Selbst aus unmittelbarer Nähe sind auf einer 3 Meter breiten Projektionsfläche keine einzelnen Pixel mehr zu erkennen.

 
 
Stattdessen kommen Details zum Vorschein, die dem Betrachter auf dem Monitor oder Fernseher gänzlich verborgen bleiben. So konnten wir beispielsweise die mit der Mittelformat-DSLR Hasselblad H4D-31 gemachte Luftaufnahme von San Francisco (siehe Testbericht) erstmals in voller Pracht bestaunen, wenn auch das Foto natürlich eine deutlich größere Auflösung hat (6.496 x 4.872 Pixel). Störende Skalierungsartefakte waren in diesem Fall nicht festzustellen.

Vom Sony VPL-VW1000ES eingeblendete Videoinformationen
Überragende Bildqualität: Das Video wurde dem 4k-Projektor über den Blu-ray Player BDP-S790 aus gleichem Hause in vierfacher Full-HD-Auflösung zugespielt
Auswählbare Farbräume des Sony VPL-VW1000ES

Die Farbwiedergabe überzeugt vollends, da sämtliche Farbräume sauber abgedeckt werden. Allerdings benötigt der Adobe-RGB-Modus ein enger gefiltertes Licht der Projektionslampe, was mit beinahe 50 Prozent Helligkeitsverlust einhergeht.

Videos bringt der VPL-VW1000ES ebenfalls perfekt zur Geltung. Besonders natives, per PC zugespieltes 4k-Material weist eine phänomenale Bildschärfe auf, die mit herkömmlichen Full-HD-Projektoren und -Fernsehern niemals zu erreichen wäre. Die Bilder wirken zudem unglaublich plastisch und haben eine grandiose Tiefenwirkung.

Apropos Tiefenwirkung: 3D-Filme werden überzeugend wiedergegeben, neigen in rasanten Szenen aber zu Übersprechen und Bildflackern und sind für unseren Geschmack zu Dunkel (120 Lumen durch die Brille gemessen). Ansonsten erreicht der Beamer nach unseren Messungen abhängig von der Bildeinstellung bis zu 1.900 Lumen.

Das Upscaling von 1080p-Inhalten auf 4k-Qualität gelingt nahezu perfekt: Die Zeichnung in detailreichen Motiven wird sichtbar verbessert. Den Schärferegler sollte man aber besser aus dem Spiel lassen, da er zu stark wirkt und einen plakativen Effekt erzeugt.

Von Sony VPL-VW1000ES projiziertes 4k-Testbild
Der VPL-VW1000ES löst das 4k-Testbild sowohl horizontal als auch vertikal pixelgenau auf. Die leichten Farbsäume sind bei normalem Betrachtungsabstand nicht mehr zu sehen
Farbraumabdeckung des Sony VPL-VW1000ES
Vorbildlich: Alle voreingestellten Farbräume werden vom Sony VPL-VW1000ES sauber abgedeckt. Die leicht verschobenen Graupunkte (Mitte) lassen sich mithilfe der Farbregler korrigieren

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gut mit ReferenzsiegelPLAYER.de meint:
Der Sony VPL-VW1000ES ist nicht nur ein hervorragender Projektor für anspruchsvolle Heimkino-Freunde, sondern beweist insbesondere ambitionierten Fotografen die Vorzüge der 4k-Technik. Sei es die phänomenale Detailtreue, die strahlende Helligkeit oder die tolle Kontrastwiedergabe – Fotos kommen mit diesem Projektor perfekt zur Geltung. Für besonders satte Farben sorgt der voreingestellte Adobe-RGB-Modus. Da der Sony VPL-VW1000ES bildtechnisch derzeit alle erhältlichen Displays und Beamer in den Schatten stellt, erreicht er bei uns absoluten Referenzstatus.

Sony VPL-VW1000ES

Preis lt. Hersteller: 18.799,- Euro
AUSSTATTUNG
Projektionsverfahren: SXRD
Maximale Auflösung: 4.096 x 2.160 Pixel
Lampe/Helligkeit: 330-Watt-UHP/2.000 Lumen
Kontrast: 8.000:1
Besonderheiten: Echte 4k-Projekton, Upscaling von 1080p-Videos auf 4k, Unterstützung des Adobe-RGB-Farbraums, motorgetriebene Optik
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Sehr gut