Test: GoPro HD Hero 2 – heldenhafter Nachwuchs

GoPro HD Hero 2 im Test
Actionkamera: GoPro HD Hero 2 im Test

Zugegeben: Eine Überarbeitung der GoPro HD Hero war aufgrund einiger Defizite in puncto Bedienung und Bildqualität dringend notwendig. Genau diese beiden Merkmale sollen bei der neuen HD Hero 2 verbessert worden sein, was sich PLAYER.de im Rahmen eines Tests natürlich näher angesehen hat.

Selten gibt es Sportarten oder Extremaktivitäten, für deren filmische beziehungsweise fotografische Dokumentation aus der Ego-Perspektive keine GoPro HD Hero zum Einsatz kam. Mittlerweile hat die Mutter aller Actioncams Nachwuchs bekommen – die HD Hero 2. Ihr äußeres Erscheinungsbild wird zwar nach wie vor vom grauen Kunststoff im klotzigen Design geprägt, doch hat sich dafür innen einiges getan. So ist etwa der Bildsensor gewachsen und schafft nun elf statt der mickrigen fünf Megapixel. Außerdem soll die Bedienung einfacher von der Hand gehen. Das wasserdichte Gehäuse liegt ebenfalls wieder bei, so dass auch unter strömendem Regen oder bei Tauchgängen Fotos und Full-HD-Videos mit 1080p aufgenommen werden können.

Kartenslot der GoPro HD Hero 2
Die HD Hero 2 akzeptiert bis zu 32 Gigabyte große SD(HC)-Karten und besitzt erstmals einen HDMI-Port, über den gespeicherte Aufnahmen in hoher Auflösung auf einem Fernseher abgespielt werden können.
 

Vorgestelltes Produkt:
GoPro Kamera HD  Hero2 Motorsports Edition
Aktueller Amazon-Preis:


 

 

Vorgestelltes Produkt:
GoPro Helmkamera Cam HD Hero2 Surf Edition
Aktueller Amazon-Preis:


 

Vorteile der GoPro HD Hero 2 im Überblick:
+ überzeugende Videoqualität mit bis zu 1080p
+ Bildwinkel bis 170-°
+ kompaktes Design
+ relativ einfache Bedienung
+ wasserdichtes Gehäuse
+ viel Zubehör

Nachteile der GoPro HD Hero 2 im Überblick:
– kein Sucher oder Display
– kein Bildstabilisator
– fixierter Fokus
– unterdurchschnittliche Fotoqualität

GoPro HD Hero 2 | Technik

Wasserdichtes Gehäuse der GoPro HD Hero 2
Das mitgelieferte Kunststoffgehäuse schützt die HD Hero 2 vor äußeren Einflüssen und soll zudem bis 60 Meter wasserdicht sein.

Ehe man die HD Hero 2 sein Eigen nennt, muss zwischen drei Ausstattungsvarianten gewählt werden: Outdoor Edition, Surf Edition oder Motorsports Edition. Die Kamera und der Preis sind zwar gleich, doch unterscheiden sich die Pakete im Lieferumfang. Während die erste Variante mit einem dreifach verstellbaren Schwenkarm, einem elastischen Kopfband, sowie einem Befestigungsgurt und diversen Klebehalterungen für Helme ausgeliefert wird, umfasst die Surf Edition einen roten Schwimmkörper für das Gehäuse, Surfbrett-Halterungen sowie Steckbefestigungen für das FCS-System. Die Motorsports Variante hingegen richtet sich hauptsächlich an jene „Sportler“, die auf oder in einem motorgetriebenen Gefährt sitzen. Das Set enthält unter anderem verschiedene Klebehalterungen für die Motorhaube, Helme und andere Oberflächen, eine Hakenschnalle sowie eine Saugnapfhalterung zur Befestigung der Digicam an der Windschutzscheibe.

Weiteres Zubehör kann auf der Webseite des Herstellers bestellt werden. Das wasserdichte Gehäuse aus transparentem Kunststoff gehört übrigens zur Standardausstattung und hält nicht nur Wassertiefen von bis zu 60 Metern stand, sondern schützt die Kamera auch vor Schmutz und Beschädigungen.

Beim Sensor setzt GoPro nun auf das in Kompaktkameras übliche 1/2,3-Zoll-Format, was eine Fläche von 6,2 x 4,6 Millimetern bedeutet. Damit fällt der neue CMOS-Chip zwar nur unbedeutend größer aus als der der Vorgängerin, dürfte angesichts der um sechs Millionen Pixel gestiegenen Auflösung allerdings ein deutliches Plus an der Bildqualität ausmachen – ob dies tatsächlich der Fall ist, lesen Sie unter dem entsprechenden Punkt.

Neben einzelnen Bildern knipst die HD Hero 2 im Burst-Modus sogar zehn Fotos pro Sekunde. Noch schneller geht es beim Filmen zur Sache: während Full-HD-Clips (1080p) mit 30 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet werden, sind in Standardauflösung (848 x 480 Pixel) Zeitlupenaufnahmen mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde möglich.

Als Speichermedium dient eine SD- oder SDHC-Karte (maximal 32 Gigabyte), wobei die Kamera Fotos ausschließlich im JPEG- und Videos im H.264-codierten MP4-Format schreibt. Das fest eingebaute Glasobjektiv erreicht einen Bildwinkel bis 170 Grad bei einer Festbrennweite von fünf Millimetern und einem unveränderbaren Fixfokus. Die größtmögliche Blendenöffnung beträgt f/2,8. Für die nötige Energie sorgt ein Lithium-Ionen-Akku, der direkt in der Digicam via USB aufgeladen wird.

"Motorsports Edition" der GoPro HD Hero 2 "Surf Edition" der GoPro HD Hero 2 "Outdoor Edition" der GoPro HD Hero 2

GoPro HD Hero 2 | Bedienung

Kopfband mit GoPro HD Hero 2
Ego-Perspektive: Mit dem in der Outdoor-Produktvariante enthaltenen Kopfband hat man beide Arme frei, um sich auf den Sport konzentrieren zu können.

Eine Kamera mit gerade einmal zwei Tasten? Das klingt zunächst nach kinderleichter Bedienung. Leider entpuppte sich die erste HD Hero in dieser Hinsicht schon fast als benutzerfeindlich. Dass es aber auch anders geht, zeigt die Nachfolgerin: äußerlich ist sie zwar gleich geblieben, doch hat GoPro ordentlich am Innenleben gefeilt. Die Benutzeroberfläche blieb davon erfreulicherweise nicht verschont.

So werden in der kleinen LCD-Anzeige auf der Vorderseite nun verständliche Symbole und eindeutige Hinweise statt kryptische Abkürzungen eingeblendet. Die mitgelieferte Anleitung ist also keine Pflichtlektüre mehr – trotzdem schade, dass diese nur in englischer und französischer Sprache vorliegt. Das Einschalten erfolgt durch längeres Betätigen der vorderen Taste, mit der man anschließend auch den gewünschten Modus wie zum Beispiel Video, Foto, Selbstauslöser oder Intervall auswählen kann. Letzterer knipst in einem zwischen 0,5 und 60 Sekunden einstellbaren Zeitabstand fortlaufend Fotos.

Um eine vorgenommene Konfiguration zu bestätigen beziehungsweise tiefer in ein bestimmtes Menü zu gelangen, muss lediglich der Auslöser gedrückt werden. Links oben im LCD blendet die Kamera übrigens das zum ausgewählten Aufnahmemodus gehörende Symbol ein.

Unter dem Strich ist das Einstellen der HD Hero 2 immer noch ziemlich fummelig und erfordert eine gewisse Ausdauer, zumal die Tasten im wasserdichten Gehäuse sehr schwergängig sind, doch hat sich die allgemeine Handhabung dank der verbesserten Menüdarstellung mit Symbolen deutlich vereinfacht. Ach ja: den standardmäßig bei jedem Knopfdruck ertönenden, extrem nervigen Piepton kann man glücklicherweise ausschalten.

Manuelle Kameraeinstellungen oder zumindest Eingriffe in die von der Digicam automatisch festgelegten Aufnahmeparameter sind leider nicht möglich. Ohnehin ist die HD Hero keine herkömmliche Kamera, verfügt sie doch weder über ein Live-View-Display noch irgendeinen Sucher zur Motivkontrolle. Dafür gibt es bei der Videoaufnahme auch keine Begrenzung der Dauer – die Digicam filmt so lange, bis die eingelegte SD-Speicherkarte voll oder der Akku leer ist.

Wen der mit dem integrierten Mikrofon aufgezeichnete Mono-Sound nicht ausreicht, kann über die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse ein externes Stereomikrofon anschließen. Zur Wiedergabe des Full-HD-Materials auf einem Fernseher steht erstmals ein HDMI-Ausgang bereit. Anders als die Vorgängerin, lässt sich das aktuelle Modell während des Ladens nicht mehr verwenden.

GoPro HD Hero 2 | Kreativprogramme

Für hochspektakuläre Bilder und Videos bedarf es aus Sicht des Herstellers offenbar keinerlei Kreativprogramme, weshalb der Fotograf beziehungsweise Filmer – ebenso wie bei der Vorgängerin – allein die gewünschte Action aufbringen muss. Immerhin verleiht das Objektiv mit seiner Fisheye-Verzeichnung sowie einem Bildwinkel von 170 Grad den Aufnahmen die nötige Charakteristik.

Beispielfoto der GoPro HD Hero 2
Detailreicher und schärfer: Die Bildqualität hat sich im Vergleich zur ersten Version der HD Hero deutlich verbessert.

GoPro HD Hero 2 | Bildqualität

Ist die erste HD Hero hinsichtlich ihrer eher bescheidenen Bildqualität sozusagen den Heldentod gestorben, legt die neue Cam in dieser Disziplin eine echte Kämpfernatur an den Tag. Zwar muss sie sich einigen Normalovertretern der Kompaktklasse immer noch geschlagen geben, hat beim Auflösungsvermögen aber ordentlich zugelegt. Die sechs Megapixel mehr kommen vor allem der Detailgenauigkeit und Durchzeichnung zugute, wobei das Bildrauschen im reinen Fotomodus nach wie vor ein gravierendes Problem darstellt.

So wirken Standbilder bereits bei niedrigen ISO-Empfindlichkeiten unter 200 ziemlich grobkörnig und unsauber, was für den gedachten Einsatzzweck zwar völlig ausreichen mag, vielen anspruchsvollen Fotografen allerdings ein großer Dorn im Auge sein dürfte. Darunter leidet auch die Farbwiedergabe, so dass die mit der HD Hero 2 geknipsten Bilder vergleichsweise kühl erscheinen.

Bei Bewegtaufnahmen scheint die Actioncam voll in ihrem Element zu sein: HD-Videos werden in einer ähnlich guten Qualität aufgezeichnet wie von vollwertigen Camcordern und bestechen durch ihre hohe Schärfe. Feine Konturen kommen dabei ebenso gut zur Geltung wie schwache Kontraste, während Bildraten von bis zu 60 Bildern pro Sekunde bei 720p-Material beziehungsweise 30 Bildern pro Sekunde bei Full-HD (1080p) für flüssige Bewegungsabläufe sorgen.

Gibt man sich mit WVGA-Auflösung (848 x 480 Pixel) zufrieden, schafft es die Kamera sogar auf 120 Bilder in der Sekunde – perfekt für Zeitlupenaufnahmen. Leider werden nahegelegene Motive aufgrund des Fixfokus nur verschwommen dargestellt. Helligkeitsunterschiede gleicht die Kamera automatisch ab. Der vom internen Mikrofon aufgezeichnete Mono-Sound fällt etwas leise aus. Wer also eine bessere Tonqualität wünscht, sollte ein externes Stereomikrofon anschließen.

Mit der GoPro HD Hero 2 fotografiertes Stillleben
170 Grad: Durch den extremen Weitwinkel erscheint das Testlabor-Stillleben im Fisheye-Look. Der Fokus ist fest eingestellt.

Räumliche 3D-Action

Wer die Aufnahmen der Kamera buchstäblich als zu flach empfindet und sich auch später quasi in das Motiv hineinversetzen möchte, kann auf das separat erhältliche 3D Hero System für knapp 120 Euro zurückgreifen. Hierbei handelt es sich um ein spezielles Gehäuse inklusive Zubehör, mit dem dreidimensionale Bilder und Videos aufgezeichnet werden können. PLAYER.de hat natürlich auch dieses Set unter die Lupe genommen.

3D Hero System im Test
Adrenalin hautnah: Das 3D Hero System für die Actioncams von GoPro kostet rund 120 Euro.

Das wird benötigt

Im Lieferumfang sind zwar neben dem (ebenfalls wasserdichten) 3D-Gehäuse mit zwei Rückteilen auch ein Synchronisationskabel, drei 3D-Brillen sowie zahlreiche Befestigungsmöglichkeiten enthalten, doch ist es mit dem 3D Hero System allein leider nicht getan. Vielmehr benötigt man noch eine zweite GoPro-Kamera, um das Motiv aus einer linken und rechten Perspektive fotografieren oder filmen zu können. Unter Umständen muss eine neue Firmware auf die Digicams aufgespielt werden – steht im Einstellmenü bereits die Option „LCO/LCF“ zur Auswahl, ist kein Update mehr erforderlich. Zum Zusammenfügen der beiden einzelnen Aufnahmen mithilfe eines Computers stellt der Hersteller auf seiner Webseite das kostenlose Programm „GoPro CineForm Studio“ bereit.

Handhabung

Verbindungskabel des 3D Hero Systems
Linkes und rechtes Auge: Die beiden GoPro-Kameras werden über das Synchronisationskabel des 3D Hero Systems miteinander verbunden.

So umständlich das 3D Hero System auf den ersten Blick auch wirken mag, geht die Einrichtung in der Regel spielend einfach von der Hand: 3D-Gehäuse öffnen, beide Actioncams hereinlegen – wobei die als „linkes Auge“ fungierende HD Hero verkehrt herum (kopfüber) zu positionieren ist, Synchronisationskabel korrekt am rückseitigen Bus-Port anbringen (L auf links, R auf rechts), Gehäuse schließen und schon kann der Spaß beginnen. Schaltet man die Kameras ein, wechselt die linke, auf dem Kopf stehende automatisch in den UPd-Modus, wodurch Bilder und Videos um 180 Grad gedreht werden. Anschließend muss der Nutzer nur noch die Synchronaufzeichnung starten, indem er den Hauptauslöser auf der rechten Seite durchdrückt. Macht einer der Akkus schlapp oder ist die Speicherkarte voll, stoppt die Aufnahme selbstständig. Ach ja: die Kameras sollten logischerweise im gleichen Modus arbeiten. Für optimale Ergebnisse empfiehlt GoPro einen Mindestabstand von 90 Zentimetern, bei 1080p-Videos sogar anderthalb Meter.

Ergebnis

Werden die Aufnahmen der linken und rechten Kamera ordnungsgemäß in CineForm Studio zusammengefügt, entstehen beeindruckende 3D-Effekte. Schließlich gibt das Programm die fertigen 3D-Bilder und -Videos nicht nur als Anaglyphen aus, welche mit verschiedenen Farbfilterbrillen wie Rot-Cyan betrachtet werden können, sondern unterstützt zum Beispiel auch das sogenannte Side-by-Side-Format. Dieses lässt sich über einen 3D-fähigen Fernseher mithilfe von passiven oder aktiven 3D-Brillen abspielen und erzielt in der Regel eine deutlich bessere Bildqualität ohne Farbfehler. Der räumliche Eindruck ist im Großen und Ganzen überzeugend, wenn auch nähere Objekte verschwommen erscheinen.

PLAYER.de-KauftippPLAYER.de meint:
Mit der HD Hero 2 bekommt „Nächstenliebe“ eine neue Bedeutung. GoPro hat sich nämlich richtig ins Zeug gelegt und seine beliebte Actioncam einer technischen Modellpflege unterzogen, welche die Besitzer der Vorgängerin schon fast zu einem Wechsel zwingt. So wurde die Bedienung deutlich vereinfacht, da nun verständliche Symbole statt nichtssagende Abkürzungen in der LCD-Anzeige auftauchen. Zudem ist der Bildsensor ein wenig gewachsen und um stolze sechs Millionen Pixel reicher geworden. Dies kommt vor allem der Bildqualität zugute, auch wenn sie noch immer unter dem Niveau normaler Kompaktknipsen liegt. Ebenso schade, dass es weder einen Live View noch irgendwelche Betrachtungsmöglichkeiten gibt. Im Großen und Ganzen erreicht die GoPro HD Hero 2 deshalb nur ein „Befriedigend“. Dank des nahezu unverwüstlichen, wasserdichten Gehäuses, der Vielseitigkeit und des großen Zubehörprogramms vergeben wir aber zusätzlich den PLAYER.de-Kauftipp.

GoPro HD Hero 2

Preis lt. Hersteller: 349,95 Euro
AUSSTATTUNG
Sensor/Auflösung: CMOS mit 11 Megapixeln
Objektiv (fest eingebaut): Fixfocus (60 cm bis unendlich) mit Blendenwert F2,8, Brennweite: 2,5 mm (laut Exif-Daten)
ISO: unbekannt (automatisch)
Verschlusszeiten: unbekannt (automatisch)
LC-Display: nur LCD-Anzeige
Besonderheiten: Full-HD-Videoaufnahme, wasserdichtes Gehäuse (im Lieferumfang enthalten), großes Zubehörprogramm
BEWERTUNG
Technik: 3 von 5 Punkten
Bedienung: 3 von 5 Punkten
Kreativprogramme:
Bildqualität: 2 von 5 Punkten
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Befriedigend (mit Kauftipp)