Test: Panasonic Lumix DMC-FT3 – mit allen Wassern gewaschen?

Panasonic Lumix DMC-FT3 im Test
Kompaktkamera: Panasonic Lumix DMC-FT3 im Test

Eine Digicam zum Einstecken, die auch selbst einiges einstecken kann – das ist die Panasonic Lumix DMC-FT3 im wasserdichten, stoßfesten und frostsicheren Gehäuse. Um die zu bekommen, muss man aber erst einmal kräftig austeilen. Nämlich 399 Euro! Lohnt sich die Investition?

Badehose statt Thermounterwäsche, Eis statt Tee und Strandhandtuch statt kuschelige Wolldecke – der Sommer nähert sich mit großen Schritten. Der Lumix DMC-FT3 aus dem Hause Panasonic ist die Jahreszeit aber völlig egal! Denn die kompakte Digicam verspricht im Regen, Schnee und Eis genauso tolle Aufnahmen wie beim Tauchen, Schnorcheln und Plantschen. Das verdankt sie in erster Linie ihrem speziellen Gehäuse, das bis zwölf Meter Tiefe wasserdicht, bis minus zehn Grad frostsicher und bis zwei Meter Fallhöhe stoßfest sein soll. Mit einem Preis von 399 Euro ist der Spaß allerdings ziemlich teuer.

Farbvarianten der Panasonic Lumix DMC-FT3
Orange, Aktiv-Blau oder Silber: Panasonic bietet die Lumix DMC-FT3 in drei coolen Farben an - auf die Robustheit des Gehäuses haben sie natürlich keine Auswirkungen.
 

Vorgestelltes Produkt:
Panasonic Lumix Tough DMC-FT3EG-A Digitalkamera (12 Megapixel, 4,6-fach opt. Zoom, 6,7 cm (2,7 Zoll) Display, GPS, Full HD, bildstabilisiert, 12 m wasserdicht, 2 m stoßgeschützt) blau
Aktueller Amazon-Preis:


 

Vorteile der Panasonic Lumix DMC-FT3 im Überblick:
+ robustes und wasserfestes Gehäuse
+ viele praktische Kreativprogramme
+ kurze Auslöseverzögerung
+ viele Extras (GPS, Kompass)

Nachteile der Panasonic Lumix DMC-FT3 im Überblick:
– kein RAW-Modus
– keine manuellen Einstelloptionen
– hoher Preis
– keine Touch-Steuerung

Panasonic Lumix DMC-FT3 | Technik

Verriegelungsmechanik der Panasonic Lumix DMC-FT3
Die Abdeckung wird doppelt verschlossen, damit die Lumix DMC-FT3 auch Unterwasseraufnahmen unbeschadet überlebt

Was an der Lumix DMC-FT3 so kostspielig ist, lässt sich leider nicht genau sagen. Ausstattungstechnisch scheint sie der 70 Euro günstigeren Olympus Tough TG-810 (zum Testbericht) nämlich keineswegs überlegen zu sein – im Gegenteil sogar: Die Mitstreiterin machte auf den ersten Blick einen robusteren Eindruck. So muss man bei der Panasonic unter anderem auf den Metall-Objektivschutzschieber sowie eine zweite Gummidichtung an der Akkuklappe verzichten.

Immerhin ist die Abdeckung durch einen doppelten Verschlussmechanismus gesichert, der etwa unter Wasser vor versehentlichem Öffnen schützt. Apropos Verschluss: Die Belichtungszeit stellt die Kamera automatisch zwischen einer Dreitausendstelsekunde und acht Sekunden ein. Im Motivprogramm „Sternenhimmel“ stehen außerdem 15, 30 oder 60 Sekunden zur Auswahl. Als Objektiv kommt das fest eingebaute Leica DC Vario-Elmar 1:3.3-5.9/4.9-22.8 mit 4,6-fachem Zoom (Brennweite entsprechend Kleinbild: 28 bis 128 Millimeter) zum Einsatz.

Anschlüsse der Panasonic Lumix DMC-FT3
Hinter der Abdeckung der Lumix DMC-FT3 verbergen sich Akku, Speicherkarte und Anschlüsse

Das Motiv wird dabei auf den 5,6 x 4,2 Millimeter kleinen CCD-Sensor mit einer Auflösung von 12,1 Megapixeln geworfen. Auch wenn das knapp zwei Millionen Bildpunkte weniger sind als bei der Olympus Tough TG-810, nimmt die Panasonic im Gegensatz zu dieser Videos in Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel) auf. Jedoch nutzt die Kamera dabei das Zeilensprungverfahren mit 50 Halbbildern pro Sekunde. Während des Filmens sind die Zoomvorgänge verlangsamt.

Die fertigen Aufnahmen landen im AVCHD-Format auf einer SD-, SDHC- oder SDXC-Speicherkarte. Fotos werden als JPEG-Datei abgelegt. Mit an Bord ist außerdem ein interner Speicher, der allerdings nur 19 Megabyte fasst. Der Lichtempfindlichkeitsbereich reicht regulär von ISO 100 bis ISO 1.600 und im Hochempfindlichkeitsmodus bis ISO 6.400. Das Display stellt auf einer Diagonale von 2,7 Zoll (6,7 Zentimeter) rund 230.000 Pixel dar und muss sich damit sowohl in der Größe als auch in der Auflösung dem Monitor der Olympus geschlagen geben.

Panasonic Lumix DMC-FT3- | Bedienung

Wie für eine Kompakt- oder besser gesagt Schnappschusskamera üblich, beschränkt sich die Arbeit des Fotografen lediglich auf das Auslösen. Blende, Verschlusszeit und Co. legt die Lumix DMC-FT3 selbstständig fest, was ihr im Großen und Ganzen ganz gut gelingt. Manuelle oder zumindest halbautomatische Betriebsarten, in denen man einzelne Aufnahmeparameter verändern kann, gibt es allerdings nicht.

AF-Hilfslicht der Panasonic Lumix DMC-FT3
Die LEDs neben dem Blitz helfen im Dunkeln bei der Fokussierung - auf Wunsch leuchten sie während des Filmens sogar dauerhaft.

Die Tasten an sich bieten – abgesehen von den Zoomknöpfen – einen angenehmen Druckpunkt, sind teilweise jedoch etwas ungünstig angeordnet. So liegen der Auslöser und der Video-Button sehr nah beieinander, was am Anfang gelegentlich zu Verwechslungen führen könnte. Das Display fällt in Relation zum Gehäuse klein aus – hier wären durchaus noch mindestens 0,3 Zoll mehr möglich gewesen. Auf eine Touch-Steuerung wie sie zum Beispiel die Olympus Tough TG-810 bietet, hat Panasonic verzichtet. Mit angezogenem Handschuh dürfte die Bedienung der Kamera also recht schwer fallen.

Die Menüführung lässt keine großen Wünsche offen. Selbst Laien finden mit der FT3 schnell zurecht. Da die Digicam über einen speziellen Weißabgleich für Unterwasseraufnahmen verfügt, sollte darauf geachtet werden, dass dieser an Land deaktiviert ist. Ansonsten sind Farbstiche die Folge. Für die direkte Wiedergabe der Foto und Videos an einem Fernseher, stehen ein HDMI- sowie ein herkömmlicher AV-Ausgang zur Verfügung. Letzterer dient auch als USB-Port. Ach ja: Bis das erste Foto nach dem Einschalten im Kasten ist, vergehen in der Regel gerade einmal zwei Sekunden.

Oberseite der Panasonic Lumix DMC-FT3
Unpraktisch: Der Ein-/Ausschalter, Auslöser und Videoknopf liegen sehr nah beieinander. Das Linsensystem befindet sich übrigens im Gehäuse der Lumix DMC-FT3.

Panasonic Lumix DMC-FT3- | Kreativprogramme

Anders als bei den Betriebsarten zeigte sich Panasonic bei den Kreativprogrammen sehr spendabel. Betätigt man die Taste „Mode“, scheint die Auswahl zunächst zwar eingeschränkt, doch befinden sich im Szenenmodus („SCN“) ganze 26 Modi. Dazu gehören einerseits natürlich die klassischen Programme wie zum Beispiel „Porträt“, „Landschaft“, „Nachtaufnahme“ und „Sonnenuntergang“, andererseits aber auch der bereits erwähnte „Sternenmodus“ für Langzeitbelichtungen, „Luftaufnahme“ zum Knipsen durch ein Flugzeugfenster sowie „Panorama Assistant“.

Letzterer erleichtert das spätere Zusammenfügen der Einzelbilder. Eine Schwenkpanorama-Funktion ist nicht an Bord. Dafür bietet die Kamera aber einen 3D-Modus, in dem sich Bilder mit räumlicher Tiefenwirkung erstellen lassen. Die im MPO-Format gespeicherten Fotos sind über die meisten 3D-fähigen Fernseher abspielbar.

Noch einmal zurück zum Szenenmodus: Dieser beinhaltet neben den zahlreichen Motivprogrammen auch einen Lochkamera-, einen Sandstrahl- sowie einen HDR-Effekt. Darüber hinaus können die Bilder mit drei verschiedenen Rahmen versehen werden. Schade nur, dass sich die Effekte nicht nachträglich im Wiedergabemodus anwenden lassen. Hier besteht hauptsächlich die Möglichkeit, Aufnahmen zu beschriften, Fotos in eine Diashow einzubinden oder Videos zu schneiden.

Funktionen der Panasonic Lumix DMC-FT3

Panasonic Lumix DMC-FT3- | Bildqualität

Um auch bei der Lumix DMC-FT3 fairerweise gleich mit den Vorzügen anzufangen: Für Abzüge im Postkartenformat sowie Profilbilder in Facebook und Co. reicht ihre Bildqualität vollkommen aus. Besonders hervorzuheben sind dabei die natürliche Farbdarstellung und ordentliche Detailtreue – vorausgesetzt das Licht stimmt. Bei abnehmender Helligkeit steigt nämlich die ISO-Empfindlichkeit merkbar an, so dass das Bildrauschen recht schnell überhandnimmt. Der Schwellenwert für brauchbare Aufnahmen ist bei 800 erreicht. Alles darüber geht mit einer Rauschunterdrückung einher, welche die Pixel regelrecht zermatscht.

Auch die Dynamik lässt zu wünschen übrig. Außerdem neigt das eingebaute Zoomobjektiv zu etwas weichen Bildern, was sich im Videomodus natürlich kaum ändert. Nichtsdestotrotz kann die Panasonic in letzterer Disziplin mit kompakten HD-Camcordern mithalten. Das heißt: Akzeptable Schärfe und ein lautloser Zoom. Dem gegenüber stehen allerdings der Mono-Sound, die – bereits erwähnte – weiche Darstellung sowie störende Kammbildungen und Ruckler bei Kameraschwenks. Deutlich überzeugender fanden wir die Videoqualität der Sony Cyber-shot DSC-HX 100V.

Unterwasser-Aufnahme der Panasonic Lumix DMC-FT3
Einfach mal abtauchen: Für natürliche Farben in Unterwasseraufnahmen bietet die FT3 einen speziellen Weißabgleich.
Beispielfoto der Panasonic Lumix DMC-FT3
Unter hellen Lichtbedingungen bietet die FT3 eine hohe Detailtreue - in der 100-Prozent-Ansicht wirken die Aufnahmen aber etwas weich.

PLAYER.de meint:
Ich packe meinen Koffer und nehme mit: die Panasonic Lumix DMC-FT3! Mit ihr ist man dank des robusten und wasserdichten Gehäuses sowohl im Sommer als auch im Winter – naja, eigentlich in jeder Jahreszeit – ideal für Schnappschüsse gerüstet. Die Digicam ist binnen zwei Sekunden einsatzbereit und punktet mit einer kurzen Auslöseverzögerung. Anders als es der Preis von knapp 400 Euro erwarten lässt, sollten die Ansprüche aber nicht zu hoch geschraubt werden. Denn im Inneren der harten Schale kommt die gleiche Technik wie in einer normalen Kompaktknipse zum Einsatz. Die Bildqualität bewegt sich demzufolge nur auf mittelmäßigem Niveau und Einstellungen von Hand sind tabu. Alles in allem schafft es die Lumix DMC-FT3 auf ein „Befriedigend“.

Olymus Tough TG-810

Preis lt. Hersteller: 399,- Euro
AUSSTATTUNG
Sensor/Auflösung: CCD mit 12,1 Megapixeln
Objektiv (fest eingebaut): Leica DC Vario-Elmar 1:3.3-5.9/4.9-22.8 mit 4,6-fach optischem Zoom, Brennweite: 28 – 128 mm (KB)
ISO: 80 bis 1.600
Verschlusszeiten: 1/3.000 bis 8 Sekunden
LC-Display: 2,7 Zoll (230.000 Pixel)
Besonderheiten: Wasserdicht, stoßfest, GPS-Modul mit elektron. Kompass, Barometer und Höhenmesser, Full-HD-Videos
BEWERTUNG
Technik: 3,5 von 5 Punkten
Bedienung: 3 von 5 Punkten
Kreativprogramme: 4 von 5 Punkten
Bildqualität: 3 von 5 Punkten
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Befriedigend