Test: Sigma SD1 – Kamera der Dreischichtigkeit

Sigma SD1 im Test
DSLR-Kamera: Sigma SD1 im Test

46 Megapixel auf einem APS-C-Sensor schreien geradezu nach verrauschten und zermatschten Bildern. Sigma will mit der SD1 beweisen, dass es auch anders geht. Schließlich richtet sich das 7.500 Euro teure DSLR-Flaggschiff im witterungsbeständigen Gehäuse hauptsächlich an Profifotografen. Kann das digitale Mittelformat einpacken?

Wie sieht die Ausstattung einer Digitalkamera für absolute Vollprofis aus? Richtig, sie sollte einen Kleinbild- oder besser noch einen Mittelformatsensor, eine separate LCD-Anzeige zur Einblendung wichtiger Aufnahmeparameter sowie eine Full-HD-Videofunktion besitzen. Auch wenn auf letztere gerne mal verzichtet wird, ist es erstaunlich, dass die neue Sigma SD1 (Gehäusepreis: 7.499 Euro) nichts von alledem bietet! Vielmehr kommt ein APS-C-Chip zum Einsatz, der auf 24 x 16 Millimetern unglaubliche 46 Megapixel auflösen soll. Das Geheimnis liegt in seinem dreischichtigen Aufbau mit 15,3 Millionen Bildpunkten pro Schicht. Im Fokus hat der Hersteller damit vor allem den Studiofotografen, „der die unschlagbare Schärfe für seinen Arbeitsalltag zu schätzen weiß“.

Ergonomischer Handgriff der Sigma SD1
Die Sigma SD1 liegt dank ihres ergonomischen Handgriffs sehr gut in der Hand.

Vorteile der Sigma SD1 im Überblick:
+ überragende Bildqualität mit hoher Auflösung
+ robustes und ergonomisches Gehäuse
+ hochwertige Verarbeitung
+ viele Direkttasten

Nachteile der Sigma SD1 im Überblick:
– schlechtes Rauschverhalten
– langsame RAW-Speicherung
– keine separate LCD-Anzeige

Sigma SD1 | Technik

Aufhellblitz und Staubschutz der Sigma SD1
Ausleuchtung auf kurzer Distanz: Der integrierte Aufhellblitz der Sigma SD1 hat nur eine Leitzahl von elf. Um beim Objektivwechsel das Eindringen von Fremdkörpern zu verhindern, hat Sigma dem Bajonett einen (abnehmbaren) Staubschutz spendiert.

Parallel zur Studiofraktion scheint die SD1 auch auf Outdoor-Fotografen abzuzielen, besteht ihr Gehäuse doch aus einer Magnesiumlegierung, um rauen Einsätzen und Erschütterungen standzuhalten. O-Ring-Abdichtungen an den Bedienknöpfen und Anschlüssen verhindern dabei, dass Staub und Wasser in das Innere der Kamera eindringen.

Das herausstechende Highlight der neuen Profi-DSLR ist der eingangs erwähnte 46-Megapixel-Direktbildsensor. Der derzeit nur von Sigma verwendete CMOS-X3-Chip stammt aus dem Hause Foveon und zeichnet sich durch seinen dreilagigen Aufbau mit jeweils 4.800 x 3.200 Bildpunkten aus. Er soll zudem in der Lage sein, alle primären Grundfarben (Rot, Grün, Blau) an jedem einzelnen Pixel vollständig aufzuzeichnen anstatt – wie es bei herkömmlichen Sensoren der Fall ist – nur eine der drei Farbinformationen zu berücksichtigen. Auf diese Weise werden laut Hersteller eine exaktere Farbwiedergabe und ein höherer Detailreichtum erreicht – mehr dazu aber unter dem Punkt „Bildqualität“.

Die Lichtempfindlichkeit des CMOS-Chips reicht von ISO 100 bis ISO 6.400. Ihm zur Seite steht der Bildprozessor Dual TRUE II (Three-layer Responsive Ultimate Engine), der eine moderate Verarbeitungsgeschwindigkeit mit bis zu fünf Aufnahmen pro Sekunde garantiert. Zur Bewältigung großer Datenmengen verfügt die SD1 über einen Pufferspeicher auf DDR-III-Basis. Die eigentliche Bildspeicherung erfolgt auf einer CompactFlash-Karte (Typ 1, UDMA-kompatibel). Neben dem JPEG-Format schreibt die DSLR selbstverständlich auch Rohdaten, die als X3F-Datei mit zwölf Bit Farbtiefe pro Kanal abgelegt werden. Leider steht nur ein Slot zur Verfügung. SD-Medien sind der Kamera fremd.

Akku der Sigma SD1
Energiespender: Der im Handgriff der Sigma SD1 sitzende Akku fällt relativ groß aus und leistet 1.500 mAh

Die semiprofessionelle Olympus E-5 beispielsweise kommt dank ihres Dual-Slots sowohl mit CF- als auch mit SD-Karten zurecht. Eine (Full-HD-)Videofunktion, wie sie mittlerweile sogar einige Kompaktknipsen bieten, sucht man vergebens. Darüber hinaus lässt die SD1 einen Live-View-Modus vermissen. Das drei Zoll große Display mit 460.000 Pixeln dient ausschließlich der Bildwiedergabe, der Menü-Navigation sowie der Einblendung der Aufnahmeparameter. Die in dieser Klasse übliche LCD-Anzeige auf der Oberseite, welche letztere Aufgabe normalerweise übernimmt, fehlt ebenfalls.

Immerhin werden die wichtigsten Kameraeinstellungen und die verbleibende Anzahl der Bilder direkt im optischen Sucher angezeigt. Als Objektivanschluss setzt Sigma auf das hauseigene SA-Bajonett. Dieses ist zwar nicht weit verbreitet, doch hat der Hersteller für praktisch jede Aufnahmesituation mindestens eine Wechseloptik parat. Für unseren Test kamen das 1.099 Euro teure Standardzoom 24-70mm F2,8 EX DG HSM sowie das MAKRO 70mm F2,8 EX DG für 649 Euro zum Einsatz.

Wichtig: Da die SD1 über keinen eigenen Verwacklungsschutz verfügt, sollte das Linsensystem mit einem optischen Bildstabilisator ausgestattet sein. Der Crop- beziehungsweise Verlängerungsfaktor gegenüber Kleinbild beträgt 1,5.

Die Verschlusszeit ist zwischen einer Achttausendstelsekunde und 30 Sekunden einstellbar. Um die Scharfstellung kümmert sich das AF-System mit elf Messpunkten, von denen jeder einzelne auch als Kreuzsensor fungiert. In dunklen Umgebungen wird der Autofokus durch ein rotes Hilfslicht unterstützt. Ein integrierter Aufhellblitz mit Leitzahl elf ist ebenfalls an Bord. Wem dieser zu schwach ist, kann natürlich ein externes Blitzgerät anschließen.

Anschlüsse der Sigma SD1
Alle Anschlüsse der SD1 befinden sich hinter einer Abdeckung auf der linken Seite - ein HDMI-Ausgang zur hochauflösenden Bildwiedergabe fehlt leider.

Sigma SD1 | Bedienung

QS-Menüs der Sigma SD1
Die QS-Menüs ermöglichen unter anderem das Wechseln zwischen den Farbmodi, eine Einstellung des Weißabgleichs und der Bildqualität sowie Veränderungen am Aufhellblitz.

Wer denkt, dass Profikameras mit zig Millionen Pixeln immer schwer und unhandlich sein müssen, wird von der SD1 eines Besseren belehrt. Mit knapp 1,5 Kilogramm im betriebsbereiten Zustand sowie Abmessungen von 145,5 x 112,5 x 80 Millimetern (B x H x T, plus Objektiv) liegt sie ungefähr auf Augenhöhe mit den Semiprofi-Modellen von Canon, Nikon und Co. Das kantig wirkende Design ist Geschmackssache. An der tadellosen Verarbeitung ändert es schließlich nichts.

Der Handgriff ist mit Gummi überzogen und bietet dank seiner ergonomischen Form einen äußerst komfortablen sowie sicheren Halt. Dazu trägt besonders die große Einkerbung für den Mittelfinger bei. Dennoch muss man die Kamera in der Regel mit beiden Händen bedienen. Das liegt vor allem an den verstreuten Bedienelementen. So finden sich auf der Oberseite gleich zwei Drehräder – während das linke als Ein- und Ausschalter dient und eine Wahl des gewünschten Aufnahmemodus (Einzelbild, Serienbild, Selbstauslöser mit zwei oder zehn Sekunden, Spiegelvorauslösung und Belichtungsreihenautomatik) gestattet, ermöglicht das rechte einen schnellen Zugriff auf die Betriebsarten.

Wiedergabemodus der Sigma SD1
Auf Wunsch werden im Wiedergabemodus der Sigma SD1 nicht nur alle Aufnahmeparameter, sondern sogar der Fokuspunkt des Bildes angezeigt.

Neben den klassischen PASM-Modi stehen dort auch drei benutzerdefinierte Programme (C1 bis C3) zum Abruf bereit. Diese lassen sich mit eigenen beziehungsweise häufig verwendeten Kameraeinstellungen belegen, um schneller auf bestimmte Situationen reagieren zu können. Auf eine Vollautomatik hat der Hersteller dafür verzichtet, was angesichts der Zielgruppe aber kaum einen Käufer stören dürfte.

Ebenfalls doppelt vorhanden sind die Einstellräder für die Aufnahmeparameter. Auf diese Weise kann man zum Beispiel im manuellen Modus die Blendengröße und die Verschlusszeit parallel einstellen. Die Lichtempfindlichkeit lässt sich mittels der ISO-Direkttaste genauso einfach einstellen. Wie bereits erwähnt, fehlt der Kamera leider eine separate LCD-Anzeige, welche die festgelegten Werte übersichtlich darstellt. Stattdessen werden diese im Sucher und – bei Betätigen der „FUNC“-Taste – auf dem Display angezeigt.

Allgemeine Konfigurationen an der Kamera wie Blitzmodus, AF-Messfeld, Bildformat und Weißabgleich können über die Quick-Set-Taste („QS“) vorgenommen werden. Schade finden wir allerdings, dass der optische Sucher nur 98 Prozent des Bildfelds abdeckt. Die restlichen Tasten auf der Rückseite dienen in erster Linie der Navigation durch das Menü und der Bildwiedergabe. Etwas störend ist der lange Hub der Knöpfe, so dass man sie teilweise sehr weit eindrücken muss, damit der gewünschte Befehl ausgeführt wird. Besonders problematisch sind dabei die Taste für die Belichtungskorrektur sowie der Fünf-Wege-Cursor. Die eindeutige Beschriftung und Symbolik der Bedienelemente hingegen ist vorbildlich. Wer bereits Erfahrungen mit digitalen Spiegelreflexkameras gesammelt hat, dürfte sich mit der SD1 schnell zurechtfinden.

CF-Kartenschacht der Sigma SD1
CF statt SD: Die Sigma SD1 akzeptiert ausschließlich CompactFlash-Karten - immerhin mit UDMA-Unterstützung.

Weniger rosig sieht es wiederum mit der Schnelligkeit in puncto Bildspeicherung aus. Doch der Reihe nach: Das Sigma-Flaggschiff glänzt vor allem durch seinen präzisen Autofokus, die relativ kurze Auslöseverzögerung und die flotte Serienbildaufnahme – zumindest im Vergleich zu der Mittelformatkamera Pentax 645D. Die versprochenen fünf Bilder pro Sekunde konnten wir zwar nicht erreichen, kamen im reinen JPEG-Modus aber immerhin auf vier Fotos. Nach sieben Aufnahmen ist der Pufferspeicher übrigens voll. Sobald allerdings ein Bild gesichert wurde, kann schon das nächste geknipst werden.

Leider geht die Datenverarbeitung ziemlich träge vonstatten und dauert bei gleichzeitiger Speicherung von JPEG und RAW knapp 13 Sekunden (je Bild). Nicht unerwähnt bleiben darf natürlich, dass hierbei fast 60 Megabyte auf die CF-Speicherkarte geschrieben werden! Zum Fotografieren schneller Bewegungsabläufe ist die SD1 dennoch nur bedingt geeignet. Für den Datenaustausch mit einem PC steht ein USB-Port zur Verfügung, der auch als Videoausgang zur Wiedergabe der Bilder auf einem Fernseher dient. Darüber hinaus hält die DSLR einen Blitzsynchronisationsanschluss, einen DC-IN-Stromversorgungseingang sowie eine Fernauslöserbuchse bereit.

Display der Sigma SD1
Sämtliche Kameraeinstellungen werden übersichtlich auf dem Drei-Zoll-Display mit 460.000 Bildpunkten dargestellt - eine separate LCD-Anzeige gibt es nicht.
Bildeinstellungen im Menü der Sigma SD1
Belichtungsreihen-Einstellungen bei der Sigma SD1
Das Menü der SD1 ist nach einer kurzen Eingewöhnungsphase einfach zu bedienen und ermöglicht die schnelle Einstellung von Belichtungsreihen.
Allgemeine Informationen der Sigma SD1
Bei Betätigen der Infotaste blendet die SD1 Informationen zur Firmware, die Uhrzeit und den verbleibenden Speicherplatz auf der CF-Karte ein.

Sigma SD1 | Kreativprogramme

Sigma zeigt sich in puncto Kreativität weniger konservativ als Hasselblad und Leica. Zwar besitzt die SD1 keine klassischen Motivprogramme, die es dem Fotografen in bestimmten Aufnahmesituationen wie zum Beispiel bei Makros, Sportaktionen oder Sonnenuntergängen leichter machen, doch bietet sie dafür nützliche Farbmodi. Der Zugriff erfolgt über die QS-Taste, wobei man diese zweimal betätigen muss, um in das entsprechende grafische Menü zu gelangen. Anschließend lässt sich mit der unteren Cursortaste zwischen den fünf Farbcharakteristiken „Standard“, „Vivid“ (lebendig), „Neutral“, „Porträt“ und „Landschaft“ wechseln. Im JPEG-Modus stehen zusätzlich „Schwarz-Weiß“ und „Sepia“ zur Auswahl.

Im Hauptmenü können unter „Bildeinstellungen“ außerdem Kontrast, Schärfe und Sättigung sowie der Farbraum (sRGB oder AdobeRGB) beliebig angepasst werden. Die Auswirkungen sind mangels Echtzeitvorschau allerdings erst im fertigen Bild zu sehen. Gespeicherte Aufnahmen lassen sich lediglich drehen oder in einer Diashow abspielen. Eine Belichtungsreihenfunktion für drei oder fünf unterschiedlich belichtete Fotos komplettiert die kreativen Einsatzmöglichkeiten der DSLR. Die Einzelbilder können anschließend mit Photomatix Pro oder einer anderen Software zu einem HDR-Foto zusammengefügt werden.

Eine HDR-Automatik wie bei der Pentax 645D ist nicht an Bord. Wichtig: Da die X3F-Rohdaten der SD1 zum Testzeitpunkt weder von Adobe Lightroom noch anderen Programmen erkannt wurden, empfiehlt es sich, die RAW-Konvertierung mit dem mitgelieferten Sigma Photo Pro 5.0 durchzuführen. Die Software wurde übrigens speziell auf die X3-Sensortechnologie zugeschnitten.

Sigma SD1 | Bildqualität

Hohe Detailtreue der Sigma SD1
Die Sigma SD1 bildet dank ihrer extrem hohen Schärfe und Detailtreue jeden einzelnen Ast hervorragend ab - lediglich die Dynamik könnte besser sein.

Hält bei herkömmlichen APS-C-Sensoren derzeit Sony mit der α65 und α77 den Pixelrekord – nämlich 24,3 Millionen Bildpunkte, übertrumpft der gleich große Sigma-Chip (theoretisch) sogar das Auflösungsvermögen einiger Mittelformat-DSLRs. In der Praxis sind die angegebenen 46 Megapixel natürlich kaum erreichbar, doch liefert die SD1 trotzdem eine überragende Schärfe, die alle semiprofessionellen Digicams in den Schatten stellt. Der dreischichtige Aufbau des Sensors zeigt also durchaus Wirkung, wenn auch die Bilder mit 4.704 x 3.136 Pixeln erheblich kleiner ausfallen als jene der eingangs erwähnten Sony-Modelle.

Selbst, wenn ein Foto um 200 Prozent – sprich: das Doppelte – vergrößert wird, bleiben immer noch genügend Ressourcen für großformatige Ausdrucke im Posterformat. Weniger positiv fällt das Rauschverhalten aus. Die Befürchtungen um eine hohe Anfälligkeit bewahrheiten sich bereits ab ISO 800, wobei man die Körnungen in diesem Fall mithilfe des RAW-Konverters auf ein akzeptables Niveau reduzieren kann.

Wesentlich problematischer ist eine Lichtempfindlichkeit im vierstelligen Bereich. Hier steigt das Bildrauschen so stark an, dass in der Regel nichts mehr hilft als die Aufnahme zu löschen. Demnach sollte besonders beim Fotografieren in der Dämmerung der ISO-Wert stets im Auge behalten werden. Zwischen ISO 100 und 400 gelingen der Kamera die besten Fotos.

Mit der Sigma SD1 geschossenes Porträt
Die SD1 spielt ihre Stärken vor allem bei Porträts aus, wenn auch der Autofokus gelegentlich recht lange braucht, um die Schärfe zu finden.

An der Durchzeichnung und Detailtreue gibt es dafür rein gar nichts auszusetzen. Die SD1 fängt sogar komplizierte Motive mit feinsten Strukturen problemlos ein und stellt sie ohne jegliche Bildfehler wie Alias- oder Moiré-Effekte dar. Ernüchternd hingegen fällt die Farbwiedergabe aus: So farbenfroh und brillant das Motiv auch ist, wirken die Farben für unseren Geschmack zu flau und ausgewaschen. Einsteiger-DSLRs wie die Canon EOS 1100D oder Nikon D3100, die nur einen Bruchteil der Sigma kosten, erzielen in dieser Disziplin erstaunlicherweise deutlich bessere Ergebnisse.

Immerhin werden die Grundtöne korrekt getroffen, so dass man im Bildbearbeitungsprogramm lediglich die Sättigung erhöhen muss, um ein brillantes Foto zu erhalten. Die Farbdifferenzierung gelingt der Kamera gut. Dem Profianspruch wird Sigma auch mit den von uns getesteten Objektiven gerecht. Weder das 24-bis-70-Millimeter-Standardzoom noch das 70-Millimeter-Makro erlaubten sich in unserem Test eklatante Schwächen. Erwähnt seien hier nur die leichten Licht- und Farbsäume an harten Kontrasten. Dadurch wirken Hell-Dunkel-Kanten ein wenig ausgewaschen, was im Praxiseinsatz aber kaum auffällt.

Die Randunschärfen und Verzeichnungen sind nicht der Rede wert. Der hohe Preis für die Optiken scheint also gerechtfertigt zu sein. Einzig der präzise, aber teils recht langsame Autofokus lässt einen etwas faden Beigeschmack. Die Blendenöffnung des Zoomobjektivs beträgt übrigens über den gesamten Brennweitenbereich f/2,8. Videoaufnahmen sind mit der SD1 leider nicht möglich.

Vergleich zwischen einem unbearbeiteten und bearbeiteten Foto der Sigma SD1
Die (serienmäßig) flauen und ausgewaschenen Farben bekommt man mit dem Sättigungsregler der Bildbearbeitungssoftware schnell in den Griff. Der Schärfeverlauf hingegen gelingt der SD1 sehr schön.
Geringe Schärfentiefe der Sigma SD1
Die geringe Schärfentiefe bei Makroaufnahmen sticht hier im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge.
Mit der Sigma SD1 geschossenes Makro
In Verbindung mit dem 70-Millimeter-Makro liefert die SD1 gestochen scharfe Nahaufnahmen - selbst die Schatten der Flügel auf dem Blatt sind noch erkennbar.
Beeindruckende Auflösung der Sigma SD1
Kein unbeschriebenes Blatt: Wer im Freien fotografiert, bekommt mit der SD1 beeindruckende Einblicke in die Natur - gut zu sehen an den Blattadern.
Mit der Sigma SD1 fotografiertes Spinnennetz
Auch feine Details wie etwa die winzigen Wassertropfen im Spinnennetz stellen für die SD1 kein Problem dar.

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gutPLAYER.de meint:
Musste man für eine extrem hohe Auflösung bislang auf digitale Mittelformatkameras zurückgreifen, bietet Sigma mit der SD1 einen 46-Megapixel-Boliden im wesentlich kompakteren APS-C-Format an. Die DSLR zeigt dank ihres dreischichtigen Sensors eine hervorragende Leistung in puncto Schärfe und Detailzeichnung. Besonders im Zusammenspiel mit einer hochwertigen Optik lassen sich erstklassige Aufnahmen erzielen, die jedoch nicht ganz das Qualitätsniveau der Konkurrenz aus dem Hause Hasselblad erreichen. Ein extrem bitterer Wermutstropfen ist die Bilddarstellung bei vierstelligen ISO-Werten. Daher sollten besonders in Schnappschusssituationen alle Aufnahmeparameter passen, zumal die RAW-Speicherung recht lange dauert. Den flauen Farben kann man mit einer Bildbearbeitungssoftware zu Leibe rücken. Das witterungsbeständige Gehäuse gefällt durch eine hochwertige und vor allem robuste Magnesiumlegierung, was besonders Outdoor-Fotografen erfreuen dürfte. Richtig wohl fühlt sich die SD1 aber nur im Studio, wo sie den Profi mit tollen Fotos beglückt. Dafür gibt es das PLAYER.de-Qualitätssiegel „Sehr gut“.

Sigma SD1

Preis lt. Hersteller: 7.499,- Euro (nur Gehäuse)
AUSSTATTUNG
Sensor/Auflösung: X3-CMOS mit 46 Megapixeln
Objektiv: SA-Bajonett; getestet mit 24-70mm F2,8 EX DG HSM und MAKRO 70mm F2,8 EX DG, Brennweite: 24 bis 70 mm bzw. 70 mm (KB)
ISO: 100 bis 6.400
Verschlusszeiten: 1/8.000 bis 30 Sekunden (+ Bulb-Modus)
LC-Display: 3 Zoll (460.000 Pixel)
Besonderheiten: Dreischichtiger Sensor mit 46 Megapixeln, abgedichtetes Gehäuse, AF-System mit 11 Doppelkreuzsensoren, Bajonett mit Staubschutz
BEWERTUNG
Technik: 5 von 5 Punkten
Bedienung: 4 von 5 Punkten
Kreativprogramme: 3 von 5 Punkten
Bildqualität: 5 von 5 Punkten
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Sehr gut