Test: Olympus Tough TG-810 – kleine Hoolicam

Olympus Tough TG-810 im Test
Kompaktkamera: Olympus Tough TG-810 im Test

Für alle Situationen, in denen man die teure Premium-Kompakte oder die digitale Spiegelreflex lieber zu Hause lässt, kommt eine robuste Outdoor-Kamera wie die Tough TG-810 von Olympus infrage. PLAYER.de hat das wasserdichte, stoßfeste und frostsichere Flaggschiff mit integriertem GPS am Mittelmeer getestet.

Wir waren richtig aufgeheizt und beschlossen, es zu tun. Ein letzter prüfender Blick auf den Gummi, dann – nach einmal tief Luft holen – ging alles ganz schnell. Endlich drin! Und die Olympus Tough TG-810 war natürlich mit dabei, beim erfrischenden Sprung ins Wasser. Schließlich hält die Kompaktknipse laut Hersteller von zehn Meter tiefen Tauchgängen über Stürze aus zwei Metern Höhe bis hin zu Temperaturen von minus zehn Grad „einfach alles“ aus. Sogar 100 Kilogramm Gewichtsbelastung soll sie unbeschadet überleben. Auf den ersten Blick scheint der Preis von 329 Euro also gerechtfertigt.

Farbvarianten der Olympus Tough TG-810
Das neue Tough-Flaggschiff ist in den Farbvarianten Schwarz und Silber erhältlich.
 

Vorgestelltes Produkt:
Olympus Tough TG-810 Digitalkamera (14 Megapixel, 5-fach opt. Zoom, 7,6 cm (3 Zoll) Display, bildstabilisiert, GPS) schwarz
Aktueller Amazon-Preis:


 

Vorteile der Olympus Tough TG-810 im Überblick:
+ robustes und wasserfestes Gehäuse
+ relativ geringes Bildrauschen
+ gut ablesbares und hochauflösendes Display
+ viele Extras (GPS, Kompass)

Nachteile der Olympus Tough TG-810 im Überblick:
– kein RAW-Modus
– teils träge Reaktionsfähigkeit
– keine manuellen Einstelloptionen

Olympus Tough TG-810 | Technik

So robust und außergewöhnlich das neue Tough-Flaggschiff auch ist – innen kommt die gewohnte Technik einer Kompaktkamera zum Einsatz. Das Herzstück bildet der CCD-Sensor im winzigen 1/2,3-Zoll-Format (5,6 x 4,2 Millimeter) mit 14 Megapixeln. Sein Empfindlichkeitsbereich reicht von ISO 80 bis ISO 1.600. Um das Bildrauschen in Grenzen zu halten, setzt Olympus auf den nicht mehr ganz aktuellen Bildprozessor „TruePic III+“.

Fotos landen als JPEG-Dateien auf einer eingelegten SD-, SDHC- oder SDXC-Speicherkarte (Eye-Fi-kompatibel). Die Verschlusszeit wird automatisch zwischen einer Zweitausendstelsekunde und einer Viertelsekunde, im Nachtmodus bis maximal vier Sekunden eingestellt. Für den entsprechenden Durchblick sorgt das fest eingebaute Objektiv mit fünffach optischem Zoom (KB-Brennweite: 28 bis 140 Millimeter). Die Offenblende beträgt im Weitwinkel f/3,9 und im Telebereich f/5,9.

Auf eine HD-Videofunktion für 720p-Clips im MP4-Format muss man bei der Tough TG-810 nicht verzichten. Für die Tonaufzeichnung und -wiedergabe ist ein Mikrofon beziehungsweise Lautsprecher an Bord. Ein Manometer zum Messen des Luft- und Wasserdrucks, ein GPS-Empfänger sowie ein elektronischer Kompass gehören ebenfalls zur Ausstattung.

Das Live-View-Display misst drei Zoll in der Diagonale und löst 920.000 Bildpunkte auf. Seine Oberfläche soll übrigens durch eine dreifache Acrylharzbeschichtung extrem kratzfest sein. Der Akku, die Speicherkarte und das Anschlussfeld (HDMI & USB) werden dank eines doppelten Verschlussmechanismus sowie zwei Gummidichtungen an der Abdeckung vor sämtlichen äußeren Einflüssen geschützt.

Olympus Tough TG-810 im Wassertest
Den Abwasch machen: Verschmutzungen und Salzreste können unter fließendem Wasser beseitigt werden, ohne dass die Tough TG-810 Schaden nimmt.

Olympus Tough TG-810 | Bedienung

Einschalten und Losknipsen – mehr muss man bei der Tough TG-810 gar nicht tun, zumal sie sowieso keine manuellen oder halbautomatischen Betriebsarten besitzt. Lediglich den ISO-Wert kann der Fotograf selber festlegen, wenn er es denn möchte. Im Großen und Ganzen beweist die Vollautomatik nämlich ein glückliches Händchen bei der Motiverkennung und der Auswahl geeigneter Aufnahmeparameter.

Leider sind die Tasten ziemlich klein geraten, so dass allein das Ein- und Ausschalten, aber auch die weitere Bedienung wortwörtlich ein gewisses Fingerspitzengefühl erfordert. Das Zoomen erfolgt über einen Wippschalter, wobei sich die optischen Elemente nur innerlich bewegen, ohne aus dem Gehäuse herauszufahren.

Zusätzlich zur normalen Tastensteuerung verfügt die Digicam über die „Touch Control“-Funktion. Diese kann im Menü aktiviert werden und erlaubt dem Nutzer, die Kamera zu bedienen, indem er bestimmte Stellen des Gehäuses antippt. Durch die Klopfgesten sind der Aufnahme- und Wiedergabemodus sowie weitere Features zum Beispiel auch mit Handschuhen abrufbar. Das gelingt zwar nicht ganz so intuitiv wie bei einem Touchscreen, doch dürften nach etwas Übung selbst Laien den Bogen raushaben.

Die Menüführung an sich ist relativ einfach und lässt keine großen Fragen aufkommen. Vom Einschalten bis zum ersten Foto vergehen träge acht bis zehn Sekunden – eine miserable Zeit. Hinzu kommen ein relativ langsamer Autofokus und eine hohe Auslöseverzögerung. Für Schnappschüsse sollte man den Auslöser also am besten stets halb heruntergedrückt halten. Dafür versieht der GPS-Empfänger jede Aufnahme mit praktischen Geodaten, also Informationen zum Aufnahmeort.

GPS-Modul der Olympus Tough TG-810
Das GPS-Modul wurde auf der Oberseite der Tough TG-810 untergebracht. Der An- und Ausschalter ist leider nur schwer zugänglich.

Olympus Tough TG-810 | Kreativprogramme

Im Szenenmodus steht eine ganze Palette an Motivprogrammen bereit, die ab Werk mit idealen Einstellungen für verschiedene Aufnahmesituationen vorbereitet wurden. So hat Olympus sein neues Tough-Flaggschiff neben den klassischen Optionen wie „Porträt“, „Landschaft“, „Sport“ und „Nachtaufnahme“ auch mit diversen Unterwasser- Modi bestückt, die vor allem beim Schnorcheln oder Tauchen hilfreich sind. Speziell für Tierfreunde bieten sich die Tier-Modi an, welche wir bereits in Verbindung mit der SZ-30MR testen konnten: Wird ein Hund beziehungsweise eine Katze anvisiert, löst die Kamera auf Wunsch selbstständig aus. Passend zur bevorstehenden Jahreszeit gibt es außerdem ein „Strand/Schnee“-Programm.

Künstlerisch veranlagte Hobbyknipser und Schnappschussfotografen kommen mit dem Magic-Modus auf ihre Kosten. Hier finden sich die acht Filtereffekte „Pop Art“, „Lochkamera“, „Fish Eye“, „Strichzeichnung“, „Soft Fokus“, „Punk“, „Glitzer“ und „Wasserfarben“, mit denen man teilweise sehr schöne Fotos hinbekommt. Eine 3D- sowie eine Panoramafunktion komplettieren die kreativen Möglichkeiten.

Olympus Tough TG-810 | Bildqualität

Kommen wir abwechslungshalber sofort zum Höhepunkt: Dafür, dass die Tough TG-810 zur Gattung der Kompaktkameras gehört, legt sie ein ausgesprochen niedriges Rauschverhalten an den Tag. Der CCD-Chip macht trotz seiner winzigen Fläche, auf der sich 14 Millionen Bildpunkte tummeln, keine nennenswerten Probleme und fängt das Motiv in akzeptabler Qualität ein. Selbst hohe Lichtempfindlichkeiten, sofern man das bei einem ISO-Maximum von 1.600 so nennen kann, sind hier ausnahmsweise nicht das Todesurteil für Details in Schattenbereichen.

Um Gegenlichtsituationen in den Griff zu bekommen oder nahe Objekte auszuleuchten, reicht der eingebaute Aufhellblitz vollkommen aus. Das harte Licht ist dabei natürlich unvermeidbar. Die Farbdarstellung geht in Ordnung, könnte unserer Meinung nach aber etwas mehr Sättigung vertragen. Darüber hinaus lässt die Dynamik ein paar Wünsche offen. Als Camcorder-Alternative konnte sich die TG-810 ebenfalls weniger bewähren: 720p-Videos, Mono-Sound und eine träge Nachschärfung sind eben nicht ganz zeitgemäß. Immerhin laufen die Clips ruckelfrei.

Blitzaufnahme der Olympus Tough TG-810
Obwohl der Krebs auf dem dunklen Stein gut getarnt ist, konnte ihn die Tough TG-810 dank ihres Aufhellblitzes in überzeugender Qualität ablichten.
Schnappschuss der Olympus Tough TG-810
Für Schnappschüsse beim Plantschen ist die Tough-Reihe geradezu prädestiniert - das neue Flaggschiff punktet dabei mit detailreichen und rauschfreien Aufnahmen.

PLAYER.de-KauftippPLAYER.de meint:
Sei es im Morast, beim Plantschen oder unter strömendem Regen – wo normale Kompaktknipsen versagen, fängt die Olympus Tough TG-810 gerade erst an. Denn ihr Name ist Programm: extrem robust gebaut, eignet sich die Digicam für praktisch jedes Abenteuer, die ein Fotograf unternimmt. Unsere Härtetests am Strand hat sie mit Bravour bestanden. Die Bildqualität liegt allgemein betrachtet nur im Mittelmaß, lässt für eine Schnappschusskamera aber keine Wünsche offen. Dem gegenüber stehen die kleinen Tasten und die teils extreme Trägheit, die sich vor allem in der sehr langen Einschaltdauer bemerkbar macht. Unterm Strich lässt das leider keine bessere Note als ein „Befriedigend“ zu. Den PLAYER.de-Kauftipp hat sich die Tough TG-810 trotzdem verdient.

Olymus Tough TG-810

Preis lt. Hersteller: 329,- Euro
AUSSTATTUNG
Sensor/Auflösung: CCD mit 14 Megapixeln
Objektiv (fest eingebaut): DC Vario-Elmar 1:3.3-5.9/4.9-22.8 ASPH. mit 4,6-fach optischem Zoom, Brennweite: 28 – 128 mm (KB)
ISO: 80 bis 1.600
Verschlusszeiten: 1/2.000 bis 1/4 Sekunde
LC-Display: 3 Zoll (920.000 Pixel)
Besonderheiten: Wasserdicht, stoßfest, GPS-Modul, Manometer, elektron. Kompass, Tap Control
BEWERTUNG
Technik: 3,5 von 5 Punkten
Bedienung: 3 von 5 Punkten
Kreativprogramme: 4 von 5 Punkten
Bildqualität: 3 von 5 Punkten
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Befriedigend (mit Kauftipp)