Test: Canon EOS 5D Mark III – eine Digitalkamera für höchste Ansprüche

Canon EOS 5D Mark III im Test
DSLR-Kamera: Canon EOS 5D Mark III im Test

Fast dreieinhalb Jahre haben Profifotografen auf sie gewartet: Die Nachfolgerin der EOS 5D Mark II. Canon hat die Auflösung zwar nur leicht von 21,1 auf 22,3 Megapixel erhöht, dafür aber das Autofokus-System und den Bildprozessor maßgeblich überarbeitet. PLAYER.de verrät, warum sich der Umstieg auf die EOS 5D Mark III lohnt.

Man könnte Canons Produktpolitik mit Schach vergleichen: Während die EOS-1D den König darstellt und hierarchisch an der Spitze sitzt, fungiert die EOS 5D als Dame – dass es sich bei letzterer trotzdem um die stärkste Spielfigur handelt, muss wohl nicht gesagt werden. Gleiches gilt für die generalüberholte EOS 5D Mark III, die mit ihrem 22,3-Megapixel-Vollformatsensor, dem leistungsfähigem DIGIC-5+-Bildprozessor und stattlichen 61 AF-Messfeldern vor allem auf Profifotografen abzielt. Gegenüber der Vorgängerin hat sich aber auch der Preis drastisch verändert: Anstatt der bisherigen 2.499 Euro wollen die Japaner nun 3.299 Euro allein für den Body haben.

Magnesium-Body der Canon EOS 5D Mark III
Gut geschützt: Das extrem robuste Magnesiumgehäuse der EOS 5D Mark III wird speziell versiegelt, damit weder Staub noch Feuchtigkeit ins Innere gelangt

Vorteile der Canon EOS 5D Mark III im Überblick:
+ exzellente Bildqualität mit sehr geringem Rauschen
+ schneller und präziser Autofokus
+ viele Einstellmöglichkeiten
+ 1080p-Videos mit Manuellsteuerung
+ interne RAW-Bearbeitung
+ großes Zubehörprogramm

Nachteile der Canon EOS 5D Mark III im Überblick:
– hohes Gewicht
– hoher Preis
– kein integrierter Aufhellblitz

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Canon EOS 5D Mark III | Technik

Wer die Canon 5D Mark III mit anderen Neuheiten auf dem Kameramarkt vergleicht und dabei große technische Innovationen und unzählige Highlights erwartet, dürfte eher enttäuscht sein. Vielmehr wartet das neue Canon-Flaggschiff mit unzähligen Detailverbesserungen auf: Die Auflösung des 36 x 24 Millimeter großen CMOS-Sensors wurde moderat von ursprünglich 21,1 auf 22,3 Megapixel erhöht. Immerhin: Der Empfindlichkeitsbereich reicht von ISO 100 bis ISO 25.600, wobei er sich auf ISO 50 (L) bis ISO 102.400 (H2) erweitern lässt.

DIGIC-5+-Bildprozessor der Canon EOS 5D Mark III
Mit dem DIGIC 5+ hat die EOS 5D Mark III einen leistungsfähigen Bildprozessor spendiert bekommen, der bis zu sechs Fotos in der Sekunde schafft

Dem Chip zur Seite steht der neue DIGIC-5+-Prozessor, der schnellere Serienaufnahmen und eine bessere Signalverarbeitung garantiert. So behält die DSLR das Tempo von bis zu sechs Bildern pro Sekunde laut Hersteller für maximal 18 RAWs (CR2 mit 14 Bit Farbtiefe) oder 16.270 JPEGs bei – vorausgesetzt, die Speicherung erfolgt auf eine UDMA-7-fähige CompactFlash-Karte.

Neben dem CF-Schacht besitzt die EOS 5D Mark III nun zusätzlich einen SD-Kartenslot (SDXC-kompatibel). Neu ist außerdem der HDR-Modus, in welchem die Kamera drei unterschiedlich belichtete Bilder schießt und diese zu einem JPEG-Foto mit hohem Dynamikumfang kombiniert.

Die Full-HD-Videoaufzeichnung erfolgt mit 25 (PAL) oder 30 (NTSC) Vollbildern pro Sekunde im H.264-kodierten MOV-Format, wobei aber jüngst auch die Intraframe-Codierung unterstützt wird, bei der jedes einzelne Filmbild vollständig gespeichert wird, statt in vielen Frames nur Differenzinformationen zu speichern. Vorteile bringt das vor allem im späteren Videoschnitt, der auf diese Weise präziser und schneller vonstattengehen kann. Bei 720p-Videos ist – wie von anderen Modellen gewohnt – jetzt auch bei der 5D eine Bildwiederholrate von 60 Hertz möglich.

Oberseite der Canon EOS 5D Mark III
Die LCD-Anzeige auf der rechten Kameraseite bietet dem Fotografen einen Überblick über die eingestellten Aufnahmeparameter. Der optische Bildstabilisator ist - wie bei Canon üblich - im Objektiv untergebracht

Um die Scharfstellung kümmert sich der neue Highend-Autofokus, der auch in der fast doppelt so teuren und ebenfalls brandneuen Canon EOS-1D X oder EOS-1D C zur Verwendung kommt. Mit sage und schreibe 61 Messfeldern, von denen 41 als Kreuzsensoren fungieren, gehört er zum Besten, was der Markt derzeit zu bieten hat. Die Anzahl der verwendbaren Autofokus-Sensoren ist allerdings abhängig vom Objektiv – alte Objektive aus Analogzeiten mit wenig leistungsfähiger Fokussier-Elektronik oder solche mit schwacher Lichtstärke beziehungsweise hoher Anfangsblende über f/4,0 bedeuten deutliche Einschränkungen.

Anschlüsse der Canon EOS 5D Mark III
Hinter zwei Gummiabdeckungen auf der linken Seite hält Canons neue Profi-DSLR alle erforderlichen Anschlüsse bereit. Ambitionierte Videofilmer dürften sich besonders über die Buchsen für ein externes Mikrofon und einen Kopfhörer freuen

Dem EF 180mm 1:3.5L Macro USM zum Beispiel stehen nur 33 Messfelder mit 15 Kreuzsensoren zur Verfügung, während die im Test verwendete Kitoptik EF 24-105mm 1:4L IS USM auf alle zurückgreifen kann. Das AF-System der Vorgängerin arbeitet mit lediglich neun Messfeldern inklusive einem Kreuzsensor.

Ebenso wurden der optische Sucher und das Display der EOS 5D Mark III überarbeitet: Beide decken das Bildfeld nun zu 100 Prozent ab, wobei der Monitor auf 3,2 Zoll (8,11 Zentimeter) angewachsen ist und mehr als eine Million Pixel darstellt.

Ein ausklappbarer Aufhellblitz scheint für die Zielgruppe nach wie vor nicht interessant genug und bleibt den günstigeren Modellen vorbehalten. Unverändert geblieben ist auch die Verschlusszeit, die sich zwischen einer Achttausendstelsekunde und 30 Sekunden einstellen lässt. Längere Belichtungen sind im Bulb-Modus realisierbar.

An Schnittstellen hält die DSLR je eine Mikrofon-, Blitzsynchron- und Fernauslöserbuchse sowie einen Kopfhörer-Anschluss, einen digitalen Audio-/Videoausgang und einen HDMI-Port bereit. Der Akku und das Ladegerät wurden beibehalten. Als Softwarepaket legt Canon die EOS Solution Disk v25.0 bei.

Canon EOS 5D Mark III | Bedienung

Kaum anvisiert, schon im Kasten: Das Plus an Geschwindigkeit gegenüber der EOS 5D Mark II bemerkt man auf Anhieb, was ganz speziell für den Autofokus gilt. Selbst, wenn sich das Objekt nicht direkt in der Bildmitte befindet, geht die Scharfstellung im Sucher-Betrieb binnen Bruchteilen einer Sekunde vonstatten. Fehler erlaubt sich das AF-System allenfalls bei sehr detailreichen Motiven. Besonders angenehm finden wir dabei die präzise Schärfenachführung im Modus „AI Servo AF“ beziehungsweise „AI Focus AF“, in dem der Fotograf selbst sich bewegende Objekte problemlos einfängt.

Allerdings reagiert die Kamera oftmals schon auf minimale Bewegungen, so dass der ursprünglich gesetzte Fokuspunkt verschoben wird. Aus diesem Grund sind im Menü verschiedene Szenarien auswählbar, anhand derer sich unter anderem die Reaktion verlangsamen lässt. Die aktiven Felder werden standardmäßig im optischen Sucher eingeblendet, sobald man den Auslöser halb herunterdrückt. Soll die DSLR nur einen bestimmten Motivbereich scharf stellen, lassen sich die AF-Zone respektive der AF-Punkt manuell festlegen.

Display der Canon EOS 5D Mark III

Sämtliche Bedienelemente sind deutlich beschriftet und in Griffnähe untergebracht. Anders als bei der EOS 1100D oder EOS 600D verzichtet Canon bei seinen Profimodellen jedoch auf weiterführende Erklärungen im Display, weshalb Einsteiger und unerfahrene Hobbyknipser Schwierigkeiten mit der Steuerung haben dürften. Immerhin ist ein Automatikmodus an Bord, der die Kameraeinstellungen automatisch festlegt und die menschliche Arbeit bloß auf das Auslösen und Zoomen beschränkt. Die Aufnahme von RAW-Bildern klappt übrigens auch in diesem Vollautomatik-Modus.

Kartenslots der Canon EOS 5D Mark III
Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin, bietet die EOS 5D Mark III neben dem CF-Schacht auch ein SD-Slot. Die Speicherkarten können unter anderem zur separaten Aufzeichnung von JPEGs und RAWs genutzt werden

Abgesehen davon, dass diverse Tasten einen neuen Platz bekommen haben, ist das allgemeine Bedienkonzept gleich geblieben: Die Navigation durch das Menü erfolgt nach wie vor über den Mini-Joystick (vom Hersteller „Multi-Controller“ genannt), der sich bei großen Fingern als fummelig erweist.

Ein wenig Abhilfe schafft hier das Schnellwahlrad unterhalb des Daumens, mit dem man bequemer und schneller zwischen den einzelnen Menüpunkten wechseln kann. Dieses verfügt sogar über ein integriertes Touchpad, so dass Verschlusszeit, Blende und ISO-Empfindlichkeit in Videos geräuschlos angepasst werden können.

Selbstverständlich lassen sich die Aufnahmeparameter auch auf konventionellem Weg über die Drehregler einstellen. Um die Videoaufnahme zu starten, muss der Nutzer lediglich den Schalter rechts neben dem optischen Sucher auf das rote Kamerasymbol stellen und die „Start/Stop“-Taste betätigen. Die Rückseite der EOS 5D Mark III wirkt aufgrund des größeren Displays sowie der tieferen Daumenablage nicht mehr so spärlich wie bei der Vorgängerin und hinterlässt zudem einen moderneren Eindruck.

Die Canon EOS 5D Mark III liegt gut in der Hand
Die Canon EOS 5D Mark III bietet einen hohen Tragekomfort, obwohl sie zusammen mit der Kitoptik stolze 1,6 Kilogramm wiegt. Die LCD-Anzeige lässt sich auf Knopfdruck beleuchten

Der gummierte Handgriff bietet einen hohen Tragekomfort, wenn auch der Body allein stolze 950 Gramm auf die Waage bringt. Die Abmessungen haben sich nur minimal verändert und betragen nun 152 x 116,4 x 76,4 Millimeter. Zur Bedienfreundlichkeit trägt auch der „Lock“-Schalter bei, der das Haupt- und Schnellwahlrad sowie den Multi-Controller blockiert – auf diese Weise wird eine versehentliche Verstellung der Aufnahmeparameter verhindert. Oft genutzte Funktionen sind im „My Menu“ speicherbar.

Leider gehen die Konfiguration und die Auswahl der eingelegten Speicherkarten etwas kompliziert vonstatten. Um beispielsweise RAWs und JPEGs separat auf der CF- beziehungsweise SD-Karte abzulegen, muss in den allgemeinen Einstellungen erst die entsprechende Funktion aktiviert und dann die Bildqualität für beide Medien getrennt festgelegt werden. Dies klappte bei der Olympus E-5 deutlich einfacher.

Canon EOS 5D Mark III ohne Objektiv
Die EOS 5D Mark III akzeptiert alle Objektive mit EF-Bajonett. Hinter dem Schwingspiegel versteckt sich der Vollformatsensor

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Information über den Akku-Ladezustand der Canon EOS 5D Mark III
Auf Wunsch gibt die EOS 5D Mark III detaillierte Informationen zum Ladezustand des Akkus aus und zeigt zudem die Anzahl der mit einer Ladung geschossenen Fotos an. Der Akku ist identisch mit dem der Vorgängerin
Anpassung der automatischen Fokusnachführung bei der Canon EOS 5D Mark III
Der Fotograf kann im Menü die automatische Fokusnachführung an unterschiedliche Motivsituationen anpassen, so dass zum Beispiel auch sich schnell bewegende Objekte stets scharf bleiben
Quick-Menü der Canon EOS 5D Mark III

Interne RAW-Bearbeitung der Canon EOS 5D Mark III
RAW-Fotos lassen sich direkt auf der Kamera nachbearbeiten und anschließend als JPEG-Datei speichern. Ebenso kann ein Bildstil nachträglich hinzugefügt werden
"My Menu" der Canon EOS 5D Mark III Multifunktionssperre der Canon EOS 5D Mark III

Canon EOS 5D Mark III | Kreativprogramme

RAW-Foto der Canon EOS 5D Mark III in Adobe Lightroom 4.1
Die neueste Version 4.1 von Adobe Lightroom unterstützt die RAW-Dateien der 5D Mark III bereits, somit sind starke Korrekturen ohne hervortretende JPEG-Artefakte problemlos möglich

So professionell und damit spießig die EOS 5D Mark III auch anmutet, bietet sie trotzdem eine Handvoll Programme, die den Fotografen in bestimmten Motivsituationen unterstützen. Eines der angepriesenen Besonderheiten ist der bereits erklärte HDR-Modus für Fotos mit hohem Dynamikumfang. Das Ergebnis überzeugt auf den ersten Blick, doch wird das HDR-Bild aus einzelnen JPEGs generiert und auch als solches gespeichert, weshalb ambitionierte Hobbyknipser sowie Profis wohl kaum auf diese Feature zurückgreifen werden. Schließlich lässt sich aus einem 14-Bit-RAW fast genauso viel herausholen, ohne dass Kamera und Motiv für drei Aufnahmen absolut ruhig bleiben müssen.

Umso mehr Freude bereitet die interne RAW-Bearbeitungsfunktion. Mit ihr kann man mühelos das Bild skalieren, den Weißabgleich nachträglich ändern, das Rauschen reduzieren, einen Bildstil hinzufügen und einige weitere Korrekturen vornehmen. Die Änderungen werden anschließend in einer neuen JPEG-Datei gespeichert – das Rohformat bleibt also unberührt. Auf klassische Motivprogramme à la „Sport“, „Nachtaufnahme“ oder „Makro“ und Kreativfilter wie den Fischaugen- oder Miniatureffekt hat Canon komplett verzichtet.

Dementsprechend aufgeräumt wirkt aber das Modus-Wahlrad: Neben den voll- beziehungsweise halbautomatischen sowie manuellen Belichtungsprogrammen sind dort noch drei benutzerdefinierte Modi (C1, C2 und C3) untergebracht. Diese sind unter anderem auch dann praktisch, wenn man Bildstile für die Videoaufnahme festlegen möchte. Generell gilt jedoch: Allzu stark beeinflussen sollte man den Bildstil nicht, denn ansonsten machen schnell negative Auswirkungen wie Saumkanten oder flimmernde Bilddetails auf sich aufmerksam.

Canon EOS 5D Mark III im Kit mit dem EF 24-105mm 1:4L IS USM
Sofort durchstarten: Wer noch keine Canon-DSLR und/oder kompatible Objektive besitzt, kann die neue EOS 5D Mark III im Kit mit dem Standardzoom EF 24-105mm 1:4L IS USM ordern

 

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Canon EOS 5D Mark III | Bildqualität

Canon EOS 5D Mark III: Mit Offenblende fotografiertes Portrait
Bei offener Blende und kurzen Distanzen ist Fotografieren immer schwierig. Der schnelle Autofokus der neuen 5D kommt aber auch in solchen Situationen nicht ins Straucheln

Obwohl die EOS 5D Mark III unterhalb des fast doppelt so teuren Canon-Flaggschiffs EOS 1D X rangiert, spielt sie hinsichtlich der Bildqualität keinesfalls die zweite Geige. Konkret übertrumpft sie das Top-Modell in puncto Auflösung sogar um vier Megapixel und legt damit eine überragende Detailtreue an den Tag – selbst für das menschliche Auge unsichtbare Einzelheiten wie etwa Spiegelungen in einem Wassertropfen oder feinste Härchen im Gesicht werden perfekt abgebildet.

Das gilt auch bei Dämmerung: Dank der großen Sensorfläche erhält jeder Bildpunkt genügend Licht, so dass man bedenkenlos mit hoher ISO-Empfindlichkeit fotografieren kann. Wo zum Beispiel die Sony α77 aufhört, fängt die EOS 5D Mark III gerade an: Das Rauschen hält sich im vierstelligen ISO-Bereich noch stark zurück und zieht die Farbwiedergabe sowie Durchzeichnung erst ab etwa ISO 16.000 in Mitleidenschaft.

Bis dahin wirken die Farben äußerst ansprechend und natürlich. Lediglich Hauttöne könnten einen Tick weniger gesättigt sein. Sanfte Nuancen und Übergänge kommen optimal zur Geltung. Schwache Kontraste gehören ebenfalls zu den Stärken der EOS 5D Mark III. Die Bilder weisen dabei einen hohen Dynamikumfang auf, ohne flau und ausgewaschen zu wirken. Nur bei sehr hellen Hintergründen kommt die Kamera ins Straucheln.

Die Canon EOS 5D Mark III beweist einen hohen Dynamikumfang
Auch dank des hohen Dynamikumfangs der EOS 5D Mark III lassen sich aus vielen zunächst über- oder unterbelichtet wirkenden Bildern im RAW-Modus noch viele Details herausholen.

Selbstverständlich eignet sich die DSLR auch optimal für anspruchsvolle Videofilmer, zumal man die Aufnahmeparameter manuell festlegen kann und die äußerst niedrige Rauschanfälligkeit selbst in schummriger Umgebung noch für tolle Ergebnisse sorgt. Das selbstgedrehte Full-HD-Material wirkt knackig scharf und lässt praktisch keine Wünsche offen.

Die bei CMOS-Chips häufig auftretenden diagonalen Verzerrungen (Rolling-Shutter-Effekt) fallen bei der neuen 5D erfreulicherweise sehr gering aus. Deutlich reduziert sind auch die Aliasing-Effekte der 5D Mark II, bei der feinste Details im Videobild häufig anfingen zu flimmern. Eine neue Methode zur Skalierung der Sensor-Informationen auf Full-HD-Auflösung bewirkt diese Verbesserung. Der Ton wird in Stereo aufgezeichnet und ist manuell aussteuerbar sowie über den Kopfhörerausgang gut kontrollierbar.

Wer die Kamera als Kit zusammen mit dem EF 24-105mm 1:4L IS USM ordert, bekommt ein solides Standardzoom an die Hand, nutzt das Potenzial der Kamera aber noch nicht vollständig. Randunschärfen nehmen bei maximaler Brennweite nämlich sichtbare Dimensionen an. Ferner treten leichte kissenförmige Verzeichnungen auf. Im Vergleich zu anderen Kitoptiken sind diese jedoch kaum der Rede wert. Um weiter in den Telebereich vorzudringen, ist übrigens das Canon EF 70-300mm f/4-5.6L IS USM eine sehr gute Wahl.

Unter schlechten Lichtbedingungen geschossenes Beispielfoto der Canon EOS 5D Mark III
Wenig Restlicht ist kein Problem: Obwohl das Gesicht nur von einem Tablet-PC in dunkler Umgebung aufgehellt wird, funktioniert der Autofokus der EOS 5D Mark III sicher und das Bild ist sauber
Mit der Canon EOS 5D Mark III fotografierte Katze
In detailreichen Motiven empfiehlt sich das Fotografieren mit kleineren Blendenöffnungen, da die Bildbereiche vor und hinter der Schärfeebene ansonsten verschwimmen
Beispielfoto für den treffsicheren Autofokus der Canon EOS 5D Mark III
Noch ein gutes Beispiel für den präzisen Autofokus der EOS 5D Mark III: Selbst der Fisch durch die Glasscheibe im trüben Wasser wird sauber erfasst
Die Canon EOS 5D Mark III punktet mit schöner Hintergrundunschärfe
In Verbindung mit dem 24-bis-105-Millimeter-Standardzoom weist die EOS 5D Mark III ein sehr schönes Bokeh auf
Canon EOS 5D Mark III: Vergleichsbild 1
Referenzstatus: Die EOS 5D Mark III bildet selbst extrem detailreiche Motive perfekt ab und glänzt darüber hinaus mit einer akkuraten Farbwiedergabe (links). Die bisherige Referenzkamera EOS 5D Mark II muss sich in puncto Detailtreue gegenüber ihrer Nachfolgerin wohl oder übel geschlagen geben
Canon EOS 5D Mark III: Vergleichsbild 2
Fluch und Segen des Vollformats: Objekte auf der Schärfeebene werden exzellent durchgezeichnet, während der Hintergrund sogar bei Blende f/8,0 noch ein wenig verschwimmt (links). Der Ausschnitt im bisherigen Referenzbild (rechts) wirkt vergleichsweise kontrastarm und weniger kräftig als die Aufnahme der Mark III

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gut mit ReferenzsiegelPLAYER.de meint:
Was lange währt, wird endlich besser: Die dritte Generation der Canon-Profi-DSLR präsentiert modernste Technik auf höchstem Niveau. Schließlich stellt der 61-Punkt-Autofokus bedeutend präziser und allen voran schneller scharf, während der ebenfalls neue Bildprozessor bis zu sechs Aufnahmen pro Sekunde verarbeitet und für weniger Bildrauschen sorgt. Die Speicherung erfolgt jetzt auf eine CF- und/oder SD-Karte, was im Alltag für mehr Flexibilität sorgt. Zudem wurden einige Bedienelemente überarbeitet, so dass die Steuerung noch einfacher von der Hand geht. Im Großen und Ganzen wartet die neue EOS 5D Mark III also mit vielen kleinen, aber dafür umso feineren Neuerungen auf. Summa summarum: ein tolles Gesamtpaket, das sich vor allem dank der fantastischen Bildqualität das Referenzsiegel redlich verdient. Dafür kostet die Kamera rund 3.300 Euro und bringt fast ein Kilogramm auf die Waage – ohne Objektiv!

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Canon EOS 5D Mark III

Preis lt. Hersteller: 3.299,- Euro (nur Gehäuse)
AUSSTATTUNG
Sensor/Auflösung: CMOS mit 22,3 Megapixeln
Objektiv: EF-Bajonett; getestet mit EF 24-105mm 1:4L IS USM, Brennweite: 24 bis 105 mm (KB)
ISO: 100 bis 102.400
Verschlusszeiten: 1/8.000 bis 30 Sekunden (+ Bulb-Modus)
LC-Display: 3,2 Zoll (1.040.000 Pixel)
Besonderheiten: Vollformatsensor, 61-Punkt-AF-System, 6 Bilder/Sekunde, Full-HD-Videos mit manueller Steuerung, HDR-Modus, ISO 102.400, Magnesiumgehäuse
BEWERTUNG
Technik: 5 von 5 Punkten
Bedienung: 4,5 von 5 Punkten
Kreativprogramme: 3 von 5 Punkten
Fotoqualität: 5 von 5 Punkten
Videoqualität: 5 von 5 Punkten
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Sehr gut (Referenz)