Test: Nikon 1 J1 – Revolution auf Raten

Nikon 1 J1 im Test
Spiegellose Systemkamera: Nikon 1 J1 im Test

„Wenn Sie die Zukunft der Kamerasysteme vorhersagen sollten, würden Sie die Nikon 1 sehen“, kündigt Nikon seine erste spiegellose Systemkamera an. Der Clou: Die Digicam nimmt vor und nach dem Durchdrücken des Auslösers Bilder auf, wobei Fotos herauskommen sollen, „die Sie sich nie zugetraut hätten“. PLAYER.de hat sich getraut, das gute Stück auf die Probe zu stellen.

Bei solchen Ankündigungen werden Fotobegeisterte hellhörig: Laut Nikon steht uns eine neue Ära der Fotografie bevor. Denn: „Dies ist die wichtigste Ankündigung von Nikon, seit wir vor 14 Jahren unsere erste Digitalkamera eingeführt haben“, sagt Takami Tsuchida, Präsident von Nikon Europa. Wer jetzt aber an eine monströse Spiegelreflexkamera mit überragenden Bildqualitäten vor dem geistigen Auge sieht, erliegt einer optischen Täuschung: Die Nikon 1 J1 ist klein und leicht. Glaubst Du nicht? Bitte schön: Sie misst 106 x 61 x 29,8 Millimeter (B x H x T) und wiegt gerade einmal 234 Gramm. Damit bringt Nikon als einer der letzten großen Hersteller eine spiegellose Systemkamera auf den Markt, wobei der Hersteller lieber von einem „von Grund auf neu entwickelten, revolutionären Digitalkamerasystem“ spricht (PLAYER.de berichtete).

Farbvarianten der Nikon 1 J1
Für sie und ihn: Nikon bietet die schicke 1 J1 in den Farben Silber, Schwarz, Weiß, Rot und Pink an
 

Vorgestelltes Produkt:
Nikon 1 J1 Systemkamera (10 Megapixel, 7,5 cm (3 Zoll) Display) weiß inkl 1 NIKKOR VR 10-30 mm Objektiv
Aktueller Amazon-Preis:


 

Vorteile der Nikon 1 J1 im Überblick:
+ gute Bildqualität
+ Videos mit kontinuierlichem Autofokus
+ hochwertige Verarbeitung
+ neuartige Zusatzfunktionen

Nachteile der Nikon 1 J1 im Überblick:
– umständliche Bedienung mit wenigen Einstelloptionen
– eingeschränkte Erweiterung (kein Zubehörschuh)
– relativ hoher Preis

Nikon 1 J1 | Technik

Die verbaute Technik kommt jedenfalls keiner Revolution gleich. So wurde der CMOS-Bildsensor im neuen CX-Format zwar speziell für die Nikon 1 entwickelt, bietet jedoch „nur“ eine Auflösung von 10,1 Megapixeln – ein Wert, der heutzutage fast schon gering anmutet. Kenner wissen allerdings, dass der Pixelwahn herzlich wenig mit guten Fotos zu tun hat, sondern dass vielmehr die Beschaffenheit und Größe entscheidend für die Bildqualität sind.

Tatsächlich übertrifft der Sensor mit seinen 13,2 x 8,8 Millimetern deutlich die Kompaktknipsen, doch muss erwähnt werden, dass Panasonic und Olympus in dieser Klasse mit doppelt so großen Four-Thirds-Chips (17,3 x 13 Millimeter) arbeiten. Die Lichtempfindlichkeit reicht von ISO 100 bis ISO 3.200, während die Belichtungszeit des elektronischen Verschlusses zwischen einer Sechzehntausendstelsekunde und 30 Sekunden einstellbar ist.

Bildsensor der Nikon 1 J1
Der 13,2 x 8,8 Millimeter große CX-Bildsensor wurde speziell für die Nikon 1 entwickelt

Das Live-View-Display misst 7,5 Zentimeter (drei Zoll) und zeigt 460.000 Bildpunkte an, wobei die teurere 1 V1 zusätzlich über einen elektronischen Sucher verfügt. Für Schnappschüsse in schummrigen Räumen ist ein Blitz an Bord, der mit einem Handgriff hochschnellt und immerhin auf Leitzahl fünf kommt. An Speicherkarten akzeptiert die Kamera SD-, SDHC- und SDXC-Medien. Die Fotos werden im JPEG- und/oder NEF-Format (Zwölf-Bit-RAW) abgelegt.

Auf H.264-komprimierte MOV-Videos muss man ebenfalls nicht verzichten. Die Videofunktion zeichnet im 1080/60i-Standard auf – keine wirkliche Besonderheit, zumal die Sony NEX-5N echtes Full HD mit bis zu 50 Vollbildern pro Sekunde bietet. Leider haben die verfügbaren Kitobjektive ebenfalls nichts Spektakuläres an sich, wie ein Blick auf die technischen Daten zeigt. Im Lieferumfang der von uns getesteten Nikon 1 J1 sind ein 10-bis-30-Millimeter-Standardzoom und eine 10-Millimeter-Festbrennweite enthalten.

Optionaler Bajonettadapter für die Nikon 1 (J1)
Optionales Zubehör: Der Bajonettadapter FT1 (ca. 240 Euro) ermöglicht den Anschluss von Nikkor-DSLR-Objektiven an die Nikon 1

Doch Moment, das beißt sich doch! Zweimal zehn Millimeter? Einfache Erklärung: Die Festbrennweite besitzt eine Blendenöffnung von f/2,8 und ist damit lichtstärker, während das Zoomobjektiv (f/3,5 bis f/5,6) variabler einsetzbar ist. Wer weiter in den Telebereich vordringen möchte, sollte einen Blick auf das separat erhältliche 1 Nikkor VR 30-110 mm mit einem Kleinbildäquivalent von 80 bis 300 Millimetern werfen. Als Zubehör zu haben ist auch der Bajonettadapter FT1, der die Verwendung von Nikons DSLR-Objektiven an der 1 J1 und 1 V1 ermöglicht.

Bei der Farbauswahl zeigt sich der Hersteller großzügig: Das Einser-Modell gibt es in Schwarz, Weiß, Silber, Rot und Pink. Die beiden letzteren Varianten sind wohl ein eindeutiger Fingerzeig auf die weibliche Kundschaft, die den glänzend roten oder pinken Lack sicherlich zu schätzen weiß. Hinzu kommt, dass die Nikon 1 gut in die Handtasche passt. Für die Hosentasche ist sie etwas zu groß.

Um die Aufnahmen zu Hause auf dem Fernseher betrachten zu können, steht neben der obligatorischen USB-Schnittstelle ein HDMI-Ausgang bereit. Für die digitale Nachbearbeitung am PC beziehungsweise Notebook liegt der Kamera eine CD mit der All-in-One-Software „ViewNX 2“ und dem Videoschnittprogramm „Short Movie Creator“ bei.

Display der Nikon 1 J1
Statt der Nikon 1 J1 ein Modus-Wahlrad zu spendiert, versteckt Nikon die PSAM-Betriebsarten im Menü - immerhin spricht das Display extrem schnell an

Nikon 1 J1 | Bedienung

Die Suche nach der versprochenen Revolution geht weiter. Statt sie zu finden, kam beim ersten Einschalten die Ernüchterung: Besitzt die Nikon 1 etwa keine manuellen Einstellmöglichkeiten? Keine Angst! Klassische Variablen wie Verschlusszeit und Blende sind zwar einstellbar, aber erst nach langem Tüfteln und dem Studieren der fast 200-seitigen Bedienungsanleitung. Statt der Kamera ein klassisches Modus-Wahlrad zu spendieren, versteckt Nikon die PSAM-Betriebsarten nämlich im Menü unter dem Punkt „Belichtungssteuerung“.

Selbst wenn man den gewünschten Modus gefunden hat, droht beim Versuch, die Aufnahmeparameter einzustellen, eine mittelschwere Krise: Während sich der ISO-Wert immerhin im Menü festlegen lässt, erfolgt der Rest umständlicherweise über die Taste für die Ausschnittvergrößerung beziehungsweise den sogenannten Multifunktionswähler. Damit ist übrigens der äußere, drehbare Ring des Cursorfelds gemeint. Ohne das mitgelieferte Handbuch wären wohl Einsteiger und Profis gleichermaßen der Verzweiflung nahe.

Oberseite der Nikon 1 J1
Die Nikon 1 J1 wirkt sehr aufgeräumt, Auslöser und Videotaste könnte man in hektischen Situationen aber leicht verwechseln

Wo bleibt also die Revolution, wenn sie bei den manuellen Optionen definitiv nicht stattfindet? Bei den Möglichkeiten, die die Nikon 1 eröffnet! Denn – Tusch! – die Nikon 1 kann die Vergangenheit fotografieren. Das klingt erst mal seltsam nach verrücktem Professor, Zeitmaschine und schlechten Drogen, erklärt sich in der Praxis unter dem Stichwort „Pre-Post-Capture“ aber schnell und einfach: Tippt man im Modus „Smart Photo Selector“ den Auslöser an, ohne ihn komplett durchzudrücken, schreibt die Nikon bereits kontinuierlich Bilder auf ihren internen Pufferspeicher.

Bildinformationen im Wiedergabemodus der Nikon 1 J1
Bei Bedarf blendet die Nikon 1 J1 im Wiedergabemodus eine Gradationskurve und die Aufnahmeparameter ein

Bei durchgedrücktem Auslöser werden 20 Bilder, die vor und nach dem Auslösen entstanden sind, automatisch ausgewertet, und von diesen 20 landen wiederum die besten fünf auf der Speicherkarte. Doch nach welchen Kriterien selektiert die Kamera mit ihrem schnellen EXPEED-3-Bildprozessor die besten Schnappschüsse? Nach dem schönsten Lächeln, dem besten Fokus und dem passendsten Bildausschnitt. Dieses Feature kann bei manchen Aufnahmen durchaus von Vorteil sein, zum Beispiel bei schnellen Bewegungen auf Sportveranstaltungen.

 

Raster-Einblendung bei der Nikon 1 J1
Um die Kamera korrekt auszurichten, können im Menü Gitterlinien eingeschaltet werden - eine digitale Wasserwaage gibt es nicht

Doch das ist nicht alles. Es gibt noch das sogenannte „Bewegter Schnappschuss“-Feature, welches sich über das Funkionswahlrad einstellen lässt und laut Nikon bahnbrechend sein soll. Dabei macht die Kamera zusätzlich zum Foto ein 2,5-sekündiges Zeitlupenvideo, um dann die Aufnahmen zu einem Gesamtkunstwerk zu verschmelzen. Geht es nach Nikon, werden die Fotos auf diese Weise mit einem Klick zum Leben erweckt. Denn: „sobald Sie Ihre Aufnahme gemacht haben, werden die beiden sofort zu einem lebendigen Bild zusammengeführt. Dies bietet Ihnen die Möglichkeit, wie nie zuvor besondere Momente festzuhalten.“

 
Zwar ist der „Bewegte Schnappschuss“ in der Tat eine nette Spielerei, doch will sich uns der Sinn dieser als Highlight beworbenen Funktion im fotografischen Alltag nicht wirklich erschließen. Deutlich interessanter finden wir ohnehin die reine Videoaufnahme: Die Kamera stellt kontinuierlich scharf und ermöglicht sogar während des Filmens das Knipsen von Fotos. Die Full-HD-Auflösung der Videos erstaunt mehr als die Qualität der Standbilder der Kamera. So sind auch Hobbyregisseure für jede Schnappschusssituation gerüstet.

Hauptmenü der Nikon 1 J1
Das Hauptmenü der Nikon 1 J1 ist schlicht und im tristen Grau gehalten. Leider sind viele wichtige Funktionen in Unterpunkten versteckt
"Bewegter Schnappschuss"-Funktion der Nikon 1 J1
Verschiedene Aufnahmearten der Nikon 1 J1
Perfekt für Schnappschüsse: Im Highspeed-Modus verspricht die Nikon 1 J1 bis zu 60 Bilder pro Sekunde

 
Das Display spricht extrem schnell an, so dass keine sichtbaren Verzögerungen auftreten wie es bei vielen Konkurrenzmodellen der Fall ist. Die Tonaufzeichnung erfolgt in Stereo. Mangels Audioeingang kann jedoch kein externes Mikrofon angeschlossen werden. Ein Zubehörschuh, wie ihn nahezu alle Konkurrenten bieten, fehlt ebenfalls.

Nikon 1 J1 | Kreativprogramme

Ähnlich wie bei den manuellen beziehungsweise halbautomatischen Betriebsarten, kann auch die Suche nach den kreativen Möglichkeiten zu einer Odyssee ausarten. Das Kapitel schien für uns schnell abgeschlossen, nachdem zahlreiche Versuche, auf die mutmaßlichen Kreativprogramme zuzugreifen, mit der nichtssagenden Meldung „Dieses Menü/diese Menüoption ist bei den aktuellen Einstellungen bzw. Bedingungen nicht verfügbar“ quittiert wurden.

Arretierungstaste am 1 Nikkor VR 10-30 mm 1:3,5-5,6
Um das Objektiv herauszufahren, muss die Arretierungstaste auf der linken Seite betätigt werden - die Kamera schaltet sich dabei automatisch ein

Erster Verdacht: sie funktionieren ausschließlich im reinen JPEG-Betrieb, doch dem war leider nicht so. Selbst die Bedienungsanleitung half kaum weiter. Nikon beschreibt darin zwar ausführlich die „Picture Control“-Einstellungen, hinter denen sich unter anderem ein Porträt- und Landschaftsmodus verbergen sollen, erklärt aber nur äußerst dürftig, wie man diese überhaupt verwendet. Des Rätsels (einfache) Lösung: da die Vollautomatik keinerlei manuelle Eingriffe erlaubt, muss der Fotograf in einen der PSAM-Modi wechseln, um „Picture Control“ nutzen zu können.

Die Ausbeute nach der regelrechten Expedition fällt jedoch recht mager aus. Neben „Porträt“ und „Landschaft“ stehen dort lediglich die vier Farbcharakteristiken „Standard“, „Neutral“, „Brillant“ und „Monochrom“ zur Auswahl. Letztere ermöglicht das Fotografieren in Schwarz-Weiß oder mit einer bestimmten Färbung (Sepia, Blauton, Rot, Gelb, Grün, Blaugrün, Blau, Violettblau oder Rotviolett). Darüber hinaus lassen sich Farbfiltereffekte (Gelb, Orange, Rot und Grün) anwenden. Nicht-monochrome Aufnahmen hingegen können in ihrer Sättigung und ihrem Farbton angepasst werden. Darüber hinaus sind Schärfe, Kontrast und Helligkeit einstellbar.

Praktisch: die benutzerspezifischen Änderungen speichert die Kamera auf Wunsch als eigenes Programm ab. Das „Active D-Lighting“-Feature zur Dynamikoptimierung während der Aufnahme und das nachträglich im Wiedergabemodus anwendbare „D-Lighting“ komplettieren die Kreativoptionen der Nikon 1. Eine HDR-Automatik ist – anders als zum Beispiel bei Sonys NEX-Modellen – nicht an Bord.

Integrierter Aufhellblitz der Nikon 1 J1
Mit Leitzahl fünf ist der integrierte Aufhellblitz der Nikon 1 J1 sehr schwach - externe Blitzgeräte sind mangels Zubehörschuh nicht anschließbar

Nikon 1 J1 | Bildqualität

Größer als das unter Kompaktknipsen weit verbreitete 1/2,3-Zoll-Format, aber kleiner als Four-Thirds – der speziell entwickelte CX-Bildsensor mit Abmessungen von 13,2 x 8,8 Millimeter feiert in der Nikon 1 J1 und 1 V1 sein Debüt. Zum Einstand bringt er 10,1 Megapixel mit, was auf den ersten Blick vergleichsweise wenig erscheint. Dies kommt allerdings dem Rauschverhalten stark zugute: Während viele mit Bildpunkten überfrachteten Chips spätestens im vierstelligen ISO-Bereich schlapp machen, liefert Nikons erste spiegellose Systemkamera sogar bei höchster Lichtempfindlichkeit noch brauchbare Fotos.

Nichtsdestotrotz sollte man mit ISO 3.200 beziehungsweise „Hi 1“ (entspricht ISO 6.400) nur in Ausnahmefällen fotografieren, zumal die Bilder ab ISO 1.600 spürbar weicher werden. Allgemein fällt das Grundrauschen bei niedrigen ISO-Werten ein wenig höher aus als zum Beispiel bei der Panasonic Lumix DMC-G3. Praktisch gesehen sind die Aufnahmen dennoch sauber und ausgewogen. In puncto Auflösung erreicht die Nikon 1 J1 ebenfalls akzeptable Ergebnisse, doch muss sie sich den höher auflösenden Konkurrenten und DSLRs wie etwa der D3100 aus gleichem Hause erwartungsgemäß geschlagen geben. Detailtreue und Durchzeichnung sind zufriedenstellend – nicht mehr und nicht weniger.

Rauschverhalten der Nikon 1 J1
Vorbildlich: Selbst bei schwachem Licht und hohen Empfindlichkeiten (hier: ISO 3.200) hält sich das Bildrauschen der Nikon 1 J1 in Grenzen

Besonders bei feinen Konturen treten teils starke Alias-Effekte und Moiré-Muster auf, was allerdings auch mit dem Objektiv sowie der Brennweite zusammenhängt. Die für den Test verwendeten Optiken (1 Nikkor VR 10-30 mm 1:3,5-5,6 und 1 Nikkor 10 mm 1:2,8) konnten gleichermaßen überzeugen. Genannt sei vor allem die hohe Schärfe, die zum Rand hin kaum nachlässt. Störende Verzeichnungen sind nicht festzustellen.

Ebenso zu gefallen weiß die Videofunktion Zwar filmt die Nikon 1 J1 im sogenannten Zeilensprungverfahren (60 Halbbilder pro Sekunde), liefert mit 1.920 x 1.080 Pixeln aber trotzdem knackig scharfe und verzerrungsfreie Aufnahmen. Der Autofokus stellt das Motiv schnell und praktisch geräuschlos scharf. Schade, dass bei Videos keine manuellen Einstellungen an Blende und Verschlusszeit möglich sind. Immerhin kann man bei sich schnell bewegenden Objekten auf einen Zeitlupenmodus mit wahlweise 400 oder 1.200 Bildern pro Sekunde zurückgreifen. Das integrierte Stereomikrofon bietet eine sehr gute Tonqualität.

Langzeitbelichtung bei der Nikon 1 J1
Findet man bei der Nikon 1 J1 die manuellen Betriebsarten, sind auch Langzeitbelichtungen möglich (hier: 13 Sekunden) - das Motiv wurde mit einer Taschenlampe ausgeleuchtet
Testaufnahme mit dem Aufhellblitz der Nikon 1 J1
Der integrierte Blitz der Nikon 1 J1 hellt nur nahegelegene Objekte aus. Seine Reichweite ist mit Leitzahl fünf sehr begrenzt
Nikon 1 J1: Vergleichsbild 1
Bei feinen Strukturen und Details stoßen die 10,1 Megapixel der Nikon 1 J1 an ihre Grenzen (links). Der Vollformatsensor unserer Referenzkamera fängt die Holzmaserungen und Werkzeugköpfe detailgetreu ein
Nikon 1 J1: Vergleichsbild 2
Die Nikon 1 J1 liefert etwas weich wirkende Bilder, punktet aber mit einer guten Kontrastwiedergabe (links). Im Referenzbild rechts sind zum Beispiel die dunklen Initialen auf dem Flaschenhals noch besser zu erkennen

PLAYER.de-Testurteil: GutPLAYER.de meint:
Der von Nikon ausgerufenen Revolution dürften Panasonic, Olympus und Sony wohl schnell Einhalt gebieten. Schließlich kann die neue Nikon 1 J1 auch nicht viel mehr als ihre Kontrahentinnen. Zwar bietet sie durchaus nette Funktionen wie zum Beispiel den „Smart Photo Selector“ oder „Bewegter Schnappschuss“, doch reicht das kaum aus, um im mittlerweile stark befahrenen Gewässer der spiegellosen Systemkameras voranzukommen. Für den nötigen Antrieb sorgen eher die überzeugende Bildqualität – speziell im Videobereich – und die Schnelligkeit. Schnappschussfotografen werden also in jedem Fall ihre Freude haben. Dem gegenüber steht jedoch die umständliche Bedienung, die aus unserer Sicht alles andere als benutzerfreundlich ist und weder den Einsteiger noch den Profi zufriedenstellen kann. Besonders beim manuellen Konfigurieren der Kamera ist man oft der Verzweiflung nahe. Insgesamt erreicht die Nikon 1 J1 gerade noch das PLAYER.de-Qualitätssiegel „Gut“.

Nikon 1 J1

Preis lt. Hersteller: ab 599,- Euro (als Kit)
AUSSTATTUNG
Sensor/Auflösung: CMOS mit 10,1 Megapixeln
Objektiv: 1-Bajonett; getestet mit 1 Nikkor 10 mm 1:2,8 und 1 Nikkor VR 10-30 mm 1:3,5-5,6, Brennweite: 27 mm bzw. 27 bis 81 mm (KB)
ISO: 100 bis 3.200
Verschlusszeiten: 1/16.000 bis 30 Sekunden (+ Bulb-Modus)
LC-Display: 3 Zoll (460.000 Pixel)
Besonderheiten: Kompaktes Gehäuse, Smart Photo Selector und weitere Spezialfunktionen, Kamera in 5 Farben erhältlich
BEWERTUNG
Technik: 3,5 von 5 Punkten
Bedienung: 3 von 5 Punkten
Kreativprogramme: 3,5 von 5 Punkten
Bildqualität: 4 von 5 Punkten
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Gut