Test: Pioneer BDP-LX55 – flexibler Allesspieler mit High-End-Anspruch

Pioneer BDP-LX55 im Test
3D Blu-ray Player: Pioneer BDP-LX55 im Test

Pioneer geht mit BDP-LX55 getrennte Wege – zumindest, was das Bild und den Ton anbelangt: Der neue 3D Blu-ray Player verfügt über zwei HDMI-Ausgänge, so dass dank separater Signalübertragung auch Besitzer älterer AV-Receiver in den 3D-Genuss inklusive hochwertigem Bitstream-Klang kommen. PLAYER.de verrät, ob sich die Investition von rund 500 Euro wirklich lohnt.

Ausstattung hat bekanntlich ihren Preis. Um letzteren möglichst gering zu halten, musste man bei Pioneers Einstiegs-Blu-ray-Player BDP-140 zwar auf einige Funktionen verzichten, das Gesamtpaket war aber dennoch überzeugend. Der jüngste 3D-Spieler des japanischen Herstellers setzt wieder verstärkt auf Ausstattung und besticht vor allem durch seine Audio-Fähigkeiten: Er spielt nicht nur SACDs und DVD-Audio-Medien ab, sondern verfügt auch über klangverbessernde Technologien sowie einen zweiten HDMI-Port ausschließlich für den Ton.

Frontseite des Pioneer BDP-LX55
Der Pioneer BDP-LX55 kommt im klassischen HiFi-Look daher, beherbergt aber modernste Audio- und Videotechnologien à la PQLS beziehungsweise Pure Cinema
 

Vorgestelltes Produkt:
Pioneer BDP-LX55 DVD-Player
Aktueller Amazon-Preis:


 

Vorteile des Pioneer BDP-LX55 im Überblick:
+ hervorragende Bild- und Tonqualität
+ Wiedergabe von SACDs und DVD-Audio
+ umfassende Einstellmöglichkeiten
+ Unterstützung zahlreicher Multimedia-Formate
+ Zugriff auf YouTube

Nachteile des Pioneer BDP-LX55 im Überblick:
– DVD-Wiedergabe mit leichtem Farbsaum
– keine Wiedergabe von 3D-Fotos im MPO-Format möglich
– wenige Internetdienste

Pioneer BDP-LX55 | Bildqualität Blu-ray

Egal, ob 2D- oder 3D-Streifen: Blu-ray Scheiben werden stets in originalgetreuer Qualität und mit perfekter Bildschärfe wiedergegeben. Dabei macht der BDP-LX55 keinen Unterschied zwischen klassischen Kinofilmen im gängigen 1080/60p- beziehungsweise 1080/24p-Format und eher exotischem Material wie zum Beispiel selbstgedrehten Videos mit einer Bildwechselfrequenz von 30 Hertz oder TV-Aufnahmen. Die automatische Vollbildwandlung funktioniert demnach völlig tadellos.

Selbst ultraschwarze sowie ultraweiße Kontraste in speziellen Grautreppen-Testbildern gibt der Pioneer-Player korrekt aus und schlägt damit den gleich teuren Denon DBP-1611UD. Mithilfe praktischer Videoregler lässt sich die Bildqualität sogar noch weiter verbessern. Im märchenhaften Naturfilm „Der Fuchs und das Mädchen“ etwa hebt der Detailregler die Kontraste in den Büschen dezent an und reduziert gleichzeitig das Rauschen – ohne Säume zu produzieren.

Videofrequenzgang des Pioneer BDP-LX55
Mustergültig: Der Videofrequenzgang des Pioneer BDP-LX55 verläuft sehr linear und spiegelt die hervorragende Bildqualität wider
HDMI-Einstellungen des Pioneer BDP-LX55
Leider fehlen in den HDMI-Einstellungen des Pioneer BDP-LX55 die native Ausgabe und die Halbbildausgabe im Format 576i. Ansonsten ist aber alles vorhanden

Pioneer BDP-LX55 | Bildqualität DVD

Sei es der Kameraschwenk am Strand oder die Begegnung von Harrison Ford und Anne Heche am Flugplatz in „Sechs Tage, sieben Nächte“: Der BDP-LX55 hat mit diesen normalerweise sehr kritischen Szenen keinerlei Probleme und spielt sie absolut flimmerfrei ab. Selbst die schwierige Rummelplatzszene aus „Space Cowboys“ erscheint ohne jegliche Fehler. Das alles gelingt aber nur, wenn der Vollbildmodus auf „Auto“ gestellt ist. Dennoch bringt die DVD „Gladiator“ den Blu-ray Player leicht ins Straucheln: Beim Flug über Rom im zwölften Kapitel flimmern die feinen Konturen in den Häusern einige Sekunden lang.

Abhilfe schafft hier der Modus „Pure Cinema“, der das Flimmern deutlich reduziert. Diesen sollte man allerdings nur mit Bedacht einsetzen und bei selbstgedrehten Videos oder Konzertmitschnitten von Hand deaktivieren. Ansonsten treten in bewegten Motiven nämlich störende Kämme auf. Kleine Abstriche muss der Zuschauer auch bei der Farbverarbeitung des BDP-LX55 hinnehmen, da an vertikalen Kanten ein deutlich sichbarer Saum entsteht – zumindest in Testbildern. Die RGB-Farbdecodierung hingegen klappt (im Gegensatz zum Pioneer BDP-140) korrekt.

Bildregler des Pioneer BDP-LX55
Im laufenden Betrieb: Um das Bild mithilfe der Bildregler zu justieren, muss die Wiedergabe - anders als beim Pioneer BDP-140 - nicht gestoppt werden

Pioneer BDP-LX55 | Tonqualität

Audiofrequenzgang des Pioneer BDP-LX55
Abgesehen von minimalen Abweichungen beim Stereoton, die in der Praxis aber nicht hörbar sind, verläuft der Audiofrequenzgang des Pioneer BDP-LX55 perfekt

Wer 3D-Filme bislang nur zu Lasten der Tonqualität genießen konnte, findet im BDP-LX55 den idealen Blu-ray Player: Er verfügt – ebenso wie der Panasonic DMP-BDT300 – über zwei HDMI-Ausgänge, so dass Bild und Ton getrennt ausgegeben werden können. Auf diese Weise lassen sich also auch ältere AV-Receiver ohne 3D-Technik mit hochwertigem Bitstream- oder intern decodiertem PCM-Mehrkanalton versorgen, während das 3D-Bildsignal direkt zum Fernseher respektive Beamer geleitet wird. Der Klang überzeugt auf ganzer Linie, wozu die PQLS-Technologie (siehe „Features und Bedienung“) einen entscheidenden Teil beiträgt. Sie reduziert nämlich den Jitter, was man beispielsweise im Lied „I’m An Errand Girl For Rhythm“ von Diana Krall an der runderen und wenig kehligeren Stimme hört. Selbst der Analogton klingt erstklassig und erzielte im Testlabor hervorragende Dynamikwerte.

Rückseite des Pioneer BDP-LX55
Doppelt: Der BDP-LX55 verfügt nicht nur über zwei USB-Ports, sondern auch über zwei HDMI-Ausgänge, welche die getrennte Ausgabe von Bild- und Tonsignalen ermöglichen

Pioneer BDP-LX55 | Features und Bedienung

Fernbedienung des Pioneer BDP-LX55
Wie auch der Blu-ray Player, wirkt die Pioneer-Fernbedienung sehr edel und hochwertig. Die beiden HDMI-Ausgänge lassen sich direkt umschalten

Laut Hersteller hat die getrennte Ton- und Bildausgabe über die beiden HDMI-Ausgange zusätzlich den Vorteil, dass sich die Signale nicht gegenseitig beeifnlussen. Viel wichtiger finden wir jedoch, dass der BDP-LX55 die Anschaffung eines modernen AV-Receivers mit HDMI-1.4-Technik überflüssig macht und man so bares Geld sparen kann – erst recht, wenn der vorhandene Receiver die DSD-Übertragung (Direct Stream Digital) unterstützt, zumal der SACD-Mehrkanalton dann direkt über HDMI ausgegeben wird. Bei Pioneer-Modellen, die kompatibel zur PQLS-Technologie (Precision Quartz Lock System) sind, lässt sich zudem der Klang durch Reduzierung des Jitters verbessern.

Auch in puncto Videoverarbeitung mangelt es keineswegs an Ausstattung: Pioneer hat dem Blu-ray Player seit langem wieder den „Pure Cinema“-Modus spendiert, der in einigen Fällen das Flimmern in Filmen reduziert. Dazu gesellen sich der Vollbildmodus „Progressive Motion“ sowie neun Bildregler, die – anders als beim BDP-140 – sogar im laufenden Bild anwendbar sind. Die HDMI-Farbmodi lassen sich manuell auswählen, wobei hier eine native Ausgabe der Bildauflösung sowie die Halbbildausgabe im Format 576i fehlen. Etwas verwirrend finden wir außerdem die HDMI-Taste auf der Fernbedienung, da sie nicht etwa die Auflösung umschaltet, sonden nur zwischen den Modi „Single“, „Separat“ und „Pure Audio“ mit komplett abgeschaltetem Bild wechselt.

Pioneer iControlAV2 Smartphone-App
Mithilfe der kostenlosen App "iControlAV2" lässt sich der Pioneer-Player auch über iPhone, iPod touch, iPad und Android-Geräte steuern

Die Steuerung des BDP-LX55 gelingt dank der mitgelieferten, übersichtlichen Fernbedienung problemlos. Alternativ ist er mithilfe der kostenlosen App „iControlAV2“ auch über iPad, iPhone oder iPod touch bedienbar.

Im Menü kann man festlegen, ob sich der Blu-ray Player die letzte Abspielstelle merkt. Ebenso steht dort die Quick-Start-Funktion bereit, welche die Startzeit verkürzt und die Wiedergabe einer im Laufwerk zurückgelassenen Scheibe erhöht. Allerdings steigt dadurch der Standby-Stromverbrauch von 0,3 auf zehn Watt. Bei komplexen Blu-rays mit BD-Java-Menü wie „Men in Black“ funktioniert der Beschleuniger ohnehin nicht – hier muss man fast 40 Sekunden warten, bis die ersten Bilder zu sehen sind. Im Betrieb zieht das Gerät rund 14 Watt aus der Steckdose.

 
 
 
 
 
 

Pioneer BDP-LX55 | Multimedia-Fähigkeiten

Mit einer solch großen Auswahl an Internetdiensten und Apps wie der Philips BDP7600 oder der Sony BDP-S780 kann Pioneers jüngster Blu-ray Player zwar nicht aufwarten, Langeweile dürfte aber trotzdem nicht aufkommen. Schließlich besticht der BDP-LX55 durch seine umfassende Formatunterstützung: Von Discs über USB-Medien bis hin zu Notebooks und anderen im Netzwerk eingebundenen Geräten dient praktisch alles als Wiedergabequelle. Unterstützt werden neben diveseren Videocodecs (AVCHD, DivX HD (mit 24p), H.264, WMV HD, MKV und MPEG) auch zahlreiche Audioformate inklusive FLAC sowie JPEG-Fotos. Letztere werden automatisch gedreht, wenn sie im Hochformat vorliegen. Schade nur, dass als MPO-Datei gespeicherte 3D-Bilder auf der Strecke bleiben.

MP3-Wiedergabe beim Pioneer BDP-LX55
Der Pioneer BDP-LX55 zeigt bei der MP3-Wiedergabe alle hinterlegten Informationen (Tags) an

An Online-Angeboten stehen neben dem obligatorischen BD-Live-Feature lediglich YouTube und Picasa zur Auswahl. Ein WLAN-Empfänger ist nicht an Bord, kann aber in Form eines externen Dongles separat dazugekauft werden. Der Anschluss erfolgt über den rückseitigen USB-Port, so dass die Schnittstelle auf der Frontseite für die Dateiwiedergabe frei bleibt. Ansonsten dient die Ethernet-Buchse der Kontaktaufnahme mit dem Netzwerk beziehungsweise Internet.

Internetdienste des Pioneer BDP-LX55
YouTube und Picasa: Im Gegensatz zu einigen Konkurrenzmodellen, verfügt der Pioneer BDP-LX55 über nur zwei Internetdienste

PLAYER.de-Testurteil: Sehr gutPLAYER.de meint:
Willkommen in der Oberliga! Liegt das Hauptaugenmerk auf der Bild- und Tonqualität, ist der Pioneer BDP-LX55 genau der Richtige. Der 3D Blu-ray Player besticht durch herstellereigene Technologien, die sowohl aus Filmen als auch aus Musikstücken das Maximum herausholen. Dank zweier HDMI-Ausgänge zeigt er sich außerdem äußerst flexibel, so dass beispielsweise 3D-Signale am AV-Receiver vorbei direkt zum Fernseher geleitet werden. Da das Laufwerk alle gängigen Discs abspielt, sind im Heimkino keine weiteren Zuspielgeräte erforderlich. Hinzu kommen die USB-Direktwiedergabe und das DLNA-Streaming. Sieht man von der mangelnden MPO-Unterstützung und dem kleinen Farbsaum bei DVDs ab, gibt es keinen Grund, den Pioneer BDP-LX55 nicht zu empfehlen – PLAYER.de-Testurteil: Sehr gut.

Pioneer BDP-LX55 | Testergebnisse

AUSSTATTUNG

Allgemein
Preis (UVP): 499,- Euro
Abmessungen: 9,2 x 43,5 x 25 cm (H x B x T)
Stromverbrauch aus: kein Netzschalter
Stromverbrauch Standby: 0,3 Watt
Stromverbrauch Betrieb: 14 Watt

Anschlüsse
HDMI: 2x
Component (YUV): nicht vorhanden
Scart: nicht vorhanden
S-Video: nicht vorhanden
F-BAS: 1x (Cinch)
Digital-Ton: 2x HDMI, 1x Optisch
Analog-Ton: 1x Cinch (2.0)
LAN: 1x
USB: 2x
Sonstige: RS 232

Wiedergabe
DVD-Medien: alle, außer DVD-RAM
Blu-ray-Medien: -R/-RE
Disc-Formate: Blu-ray, DVD-Video/-Audio, SACD, CD
Andere Formate: MP3, JPEG, DivX HD, AVCHD, MKV
Info über Datenrate: ja
24p-Ausgabe: ja
3D-Wiedergabe: ja
2D-zu-3D-Konvertierung: nein
BD-Profile 1.1 (Bild-in-Bild): ja
BD-Profile 2.0 (BD-Live): ja
Internet: ja
DLNA: ja
HD-Ton als Bitstream über HDMI: ja
HD-Ton Mehrkanaldecoder: Dolby TrueHD, DTS-HD

BEWERTUNG
Sehtest: Sehr gut
HDMI-Bildauflösung: 100 %
HDMI-Neutralität: Sehr gut
BILDQUALITÄT Sehr gut
Hörtest: Sehr gut
Qualität Digitalton (Jitter): 2,76 %
Analogton Klangtreue: 0,1 dB
Rauschabstand (S/N): 107 dB
TONQUALITÄT Sehr gut
Ausstattung: Gut
Bedienung: Gut
Menü: Gut
Material + Verarbeitung Gut
Startzeit aus Standby 16 Sekunden
Einlesezeit DVD / Blu-ray 14 / 26 Sekunden
PLAYER.de GESAMTWERTUNG Sehr gut